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Seminararbeit, 2005, 14 Seiten
Autor: Lisa Hann
Fach: Dolmetschen / Übersetzen
Details
Tags: Martin, Luther
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-37178-0
Dateigröße: 239 KB
Lebens- und Arbeitsbedingungen von Martin Luther. Beinhaltet außerdem eine Einführung in den geschichtlichen Kontext und eine Biographie. Auch für die Fächer Theologie und Komparatistik interessant
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WS 2004
PS Lebens- und Arbeitsbedingungen
Martin Luther: der Übersetzer
von
Lisa Hann
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. ZEITLICHE EINORDNUNG UND BEEINFLUSSUNG DURCH DEN ZEITGEIST 3
3. MARTIN LUTHER ALS ÜBERSETZER 5
3.1 Vorraussetzungen 5
3.2 Übersetzungsstil 7
3.3 Was heißt Übersetzer sein? – Der Bedeutungswandel. 9
3.4 Die Arbeitsweise 11
4. SCHLUSSBEMERKUNG 12
5. ANHANG 13
5.1 Biographie 13
5.2 Bibliographie 14
1. EINLEITUNG
Das Leben Martin Luthers unterscheidet sich schon in Grundzügen von den heutigen Lebensbedingungen. Daher ist eine Zusammenfassung des Zeitgeschehens, welches ich an den Anfang der Arbeit gestellt habe, für das umfassendere Verstehen seiner Situation notwendig.
Doch nicht nur allgemeine Rahmenbedingungen des Alltags bzw. der Zeitgeist haben sich verändert, sondern auch die konkreten Arbeitsbedingungen von Übersetzern. Besonders deutlich spürbar wird dies beim Lesen des Fragenkatalogs, den die ProseminarteilnehmerInnen zu Beginn des Semesters zusammenstellten. Mit Hilfe einer Auswahl aus diesem möchte ich erklären, was Übersetzen ist bzw. für Luther war, welche besonderen Umstände – im Vergleich zu heute – sich aus den veränderten Bedingungen für die Definition des Berufs Übersetzer ergeben. Wenn nicht anders zitiert, dienten mir als Hauptquellen die Diplomarbeit von Carola Florianschütz1 und die Biographie von Roland Bainton2.
2. ZEITLICHE EINORDNUNG UND BEEINFLUSSUNG DURCH DEN ZEITGEIST3
Schulzeit und Studium Luthers (1483- 1546) waren noch von der Scholastik geprägt. Der „juristische Magistergrad hätte Luther genauso gut für den geistlichen Stand vorbereiten können“4. Welch eine tragende Rolle die Kirche spielte ist an dem Schlüsselerlebnis ersichtlich, das der Grund für den Eintritt Luthers ins Kloster war: Die Kirche erzeugte ambivalentes Gottesbild. Der Herr war gleichzeitig unversöhnlicher Richter und liebender Vater. Nur Jesus Mutter Maria oder noch besser die Großmutter, die heilige Anna5, konnten ihn milde stimmen. Die Lehre bestimmte, dass man, um sicher in Himmel zu kommen, jede Hilfe der Kirche (Sakramente, Wallfahrten, Ablässe,…) annehmen musste. Am Sichersten war es jedoch dem Kloster beizutreten.
Nach diesen Erläuterungen wird die Todesangst, die Luther bei einem Gewitter - welches stets als Ausdruck von Gottes Zorn gedeutet wurde – verspürte, verständlicher. Da er glaubte eine Stimme aus dem Himmel gehört zu haben, die ihm zornig den richtigen Weg wies, wählte er den Sichersten um zu Gott zu kommen, brach seine weltliche Karriere ab und ging ins Kloster: „Heilige Anna, hilf mir, ich will ein Mönch werden.“6
Zur selben Zeit zeichnete sich bereits eine zur bisherigen Darstellung sehr konträre Entwicklung ab: Der Durchbruch zu einer neuer Zeit, der Humanismus, der in den unterschiedlichsten Bereichen wirksam wurde; Kolumbus entdeckte 1492 Amerika, womit sich der geographisch vorstellbare Raum maßgeblich vergrößerte. Zweifel an dem geozentrischem Weltbild, im 17. Jahrhundert durch Galilei endgültig bestätigt, taten sich auf. Ebenfalls machte sich ein anderes Bild Gottes breit. An ebendieser Ausformung des Humanismus sollte Martin Luther vorerst ungewollt als Reformator teilhaben.
Ein wichtiges Merkmal des Humanismus ist, dass er nicht auf Universitäten, sondern in Wohnungen entstand und somit nicht von der Hochkultur initiiert schien, sondern eher einer Untergrundbewegung glich und sich langsam durchsetzte. Für Luthers Schaffen dürfte vor allem die Doktrin „zurück zu den Quellen“ eine wichtige Vorraussetzungen gewesen sein, da dadurch Bibliotheken gegründet, (alte) Handschriften gesammelt, Übersetzungen angefertigt wurden und somit auch das Griechisch mehr Bedeutung bekam.
[...]
1 Carola Florianschütz. Martin Luther als Übersetzer. Wien: Dipl.- Arb., 1986.
2 Roland Bainton. Martin Luther. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1980.
3 Zu diesem Kapitel vgl. Wolfgang Greisenegger. Die Realität im religiösen Theater des Mittelalters: ein Beitrag zur Rezeptionsforschung. Wien: Braumüller, 1978. Aron Ja Gurevic. Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen. München: Beck, 1997. Hartmut Boockmann. Einführung in die Geschichte des Mittelalters. München: Beck, 1996.
4 Carola Florianschütz. S. 1.
5 Es gibt zahlreiche Darstellungen aus der Zeit Luthers der so genannten „Anna selbdritt“, die sie mit Maria und Jesus abgebildet zeigen, was ihren damaligen Bekanntheitsgrad (im Gegensatz zu heute) zeigt.
6 Zit. nach: Roland Bainton. S. 20.
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