Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Untertitel: Eine Analyse der Leipziger Volkszeitung und der Bild-Zeitung
Autor: Susanne Richter
Fach: Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Details
Tags: Bild, Deine, Meinung, LVZ-Leser, Pressemitteilungen, Polizeidirektion, Leipzig, Behandlung, Printmedien
Jahr: 2004
Seiten: 255
Note: 2,1
Literaturverzeichnis: ~ 93 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1143 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37222-0
ISBN (Buch): 978-3-638-70546-2
Zusammenfassung / Abstract
1. Einleitung 1.1 Gegenstand der Arbeit Nachrichtenagenturen, Public-Relations-Verlautbarungen beziehungsweise Pressemitteilungen2 und eigene Recherchen stellen jene Informationsquellen dar, derer sich Journalisten hauptsächlich bedienen. Nutzungsanteil und Nutzungsgrad sind dabei von Medium zu Medium und auch von Ressort zu Ressort meist sehr unterschiedlich. Der Mangel an finanziellen und redaktionellen Ressourcen, aber auch der Mangel an Zeit durch zusätzlich zu erledigende Aufgaben3 und das enorm gestiegene Informationsangebot schränken die Journalisten häufig ein. So bleibt ihnen weniger Zeit selbst zu recherchieren oder eigenständige Beiträge zu verfassen. Stattdessen greifen sie verstärkt auf die von außen angebotenen Texte zurück, selektieren, passen sie – entsprechend dem Zeitungstyp – inhaltlich, formal und stilistisch an, fassen zusammen und kürzen. Aus diesem Grund ist der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit von Behörden für den Journalismus sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht sehr wichtig. Die Zulieferung großer Mengen copyrightfreien Materials entlastet die Journalisten in ihrer täglichen Informationsbeschaffung und ist in einigen Ressorts sogar die Voraussetzung zur Aufrechterhaltung des journalistischen Betriebs geworden. Die Texte werden nicht nur von kommerziellen Unternehmen, Verbänden und Kulturbetrieben herausgegeben, sondern auch von Behörden, wie beispielsweise der Polizei. In der Polizeidirektion Leipzig beschäftigen sich derzeit drei Mitarbeiter mit der Öffentlichkeits- bzw. Pressearbeit. Täglich geben sie zwischen drei und fünf Pressemeldungen an die Medien heraus, zahlreiche weitere Informationen werden telefonisch oder persönlich von Redakteuren und Mitarbeitern der Zeitungen sowie von Radio- und Fernsehsendern erfragt und später vorwiegend zu Meldungen, Nachrichten und Berichten verarbeitet. Was die Journalisten und ihre Leser, Hörer und Zuschauer vor allem interessiert, sind die schlechten Nachrichten, nach dem Motto: „Bad news are good news“. Ein Handtaschenraub hier, ein Wohnungseinbruch da, Zeugen hierfür gesucht, Hinweise dafür erbeten. Darauf, dass die Polizei mit solchen Pressemeldungen bzw. die Medien als deren Transporteur das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger beeinflussen, sei hier nur am Rande hingewiesen. [...]
Textauszug (computergeneriert)
Bild Dir Deine Meinung oder wissen LVZ-Leser doch mehr?
Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig und ihre Behandlung durch
die lokalen Printmedien
Eine Analyse der Leipziger Volkszeitung und der BILD-Zeitung
Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades
„Diplom-Journalistin“
am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft
der Universität Leipzig
von:
Susanne Richter
Beginn der Bearbeitungszeit: 20. Januar 2004
Abgabe: 25. Oktober 2004
Inhaltsverzeichnis
I. Abkürzungsverzeichnis ... 6
II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis ... 11
III. Allgemeine Vorbemerkung ... 16
IV. Danksagung ... 17
1. Einleitung ... 18
1.1 Gegenstand der Arbeit ... 18
1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung ... 20
1.3 Aufbau der Arbeit ... 21
2. Das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus ... 22
2.1 Der Forschungsstand: Ausgewählte Ansätze und Ergebnisse ... 23
2.1.1 Die Untersuchungen von Barbara Baerns und die Determinationshypothese ... 23
2.1.2 Weitere auf der Determinationshypothese basierende Studien ... 26
2.1.2.1 René Grossenbacher über die Transformationsleistungen der Journalisten ... 26
2.1.2.2 Romy Fröhlich und ihre Studie zum „qualitativen Einfluß von Pressearbeit auf die Berichterstattung“ ... 29
2.1.2.3 Torsten Rossmanns Untersuchung zur „Öffentlichkeitsarbeit und ihrem Einfluß auf die Medien am Beispiel von Greenpeace“ ... 32
2.1.2.4 „Aktivität und Passivität von Journalisten gegenüber Public Relations am Beispiel von Pressekonferenzen zu Umweltthemen“ – eine Analyse von Henrike Barth und Wolfgang Donsbach ... 35
2.1.2.5 Claudia Schweda und Rainer Opherden und ihre Untersuchung zu „Journalismus und Public Relations“ ... 37
2.1.3 Die Weiterentwicklung der theoretischen Ansätze ... 42
2.1.3.1 Das Intereffikationsmodell von Bentele/Liebert/Seeling ... 43
2.2 Entwickelte Fragestellungen zur Beantwortung der Forschungsfrage ... 47
3. Die Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Leipzig ... 49
3.1 Die Öffentlichkeitsarbeit ... 49
3.1.1 Die Öffentlichkeitsarbeit nach innen ... 49
3.1.2 Die Öffentlichkeitsarbeit nach außen ... 49
3.2 Die Pressestelle und ihre Aufgaben ... 50
3.2.1 Die Polizei-Pressemitteilung ... 51
3.2.2 Besondere Anforderungen beim Schreiben einer Presseinformation ... 52
3.3 Aktive und reaktive Pressearbeit ... 53
3.4 Pressearbeit in besonderen Situationen ... 54
3.5 Das Verhältnis zwischen Medien und Pressestelle ... 54
4. Methode und Auswahl des Untersuchungsmaterials ... 56
4.1 Die Inhaltsanalyse ... 56
4.2 Das Leitfadeninterview ... 57
4.3 Auswahl der Zeitungen ... 58
4.3.1 Die Leipziger Volkszeitung ... 59
4.3.1.1 Ein kurzer historischer Abriss ... 59
4.3.1.2 Auflage, Reichweite und Leserkreis ... 60
4.3.1.3 Inhalt, Layout und Aufbau der LVZ ... 61
4.3.2 Die BILD-Zeitung ... 61
4.3.2.1 Die Geschichte der Boulevardzeitung ... 61
4.3.2.2 Auflage, Reichweite und Leserkreis ... 63
4.3.2.3 Themen, Methoden und Layout ... 64
4.4 Methodische Planung und Durchführung der Studie ... 65
4.4.1 Grundgesamtheit und Stichprobe ... 65
4.4.2 Das Kategoriensystem ... 66
4.4.3 Schwierigkeiten beim Erstellen des Kategoriensystems ... 67
4.4.4 Der Pretest ... 68
4.4.5 Gütekriterien der Messung ... 69
4.4.6 Codierung und Auswertung ... 71
5. Ergebnisse der Inhaltsanalyse ... 72
5.1 Organisationsdaten ... 72
5.1.1 Anzahl der von der Pressestelle ausgesendeten Meldungen pro Tag ... 72
5.1.2 Anzahl der von LVZ und BILD veröffentlichten Mitteilungen pro Tag ... 73
5.1.3 Veröffentlichung der Pressemitteilungen in LVZ und BILD ... 74
5.1.4 Zeitpunkt der Veröffentlichung der Pressemeldungen in LVZ und BILD ... 75
5.2 Formale Ebene ... 76
5.2.1 Umfang der Überschriften der Pressemitteilungen und der Artikel in LVZ und BILD ... 76
5.2.2 Anzahl bzw. Art der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD ... 78
5.2.3 Umfang der Texte der Pressemeldungen und der Artikel in LVZ und BILD ... 79
5.2.4 Form der Presseinformationen und der Artikel in LVZ und BILD ... 81
5.2.5 Redaktionelle Gewichtung der Artikel in LVZ und BILD ... 83
5.2.6 Darstellungsformen der Hauptbeiträge in LVZ und BILD ... 84
5.2.7 Typografische Hervorhebungen der Artikel in LVZ und BILD ... 86
5.2.8 Verhältnis von Text und Bild der Artikel in LVZ und BILD ... 87
5.2.9 Größe der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD ... 88
5.3 Inhaltliche Ebene ... 89
5.3.1 Themen der Pressemeldungen und der Artikel in LVZ und BILD ... 89
5.3.2 Häufigkeit der Beantwortung der „W-Fragen“ in den Polizeipressemeldungen und in den Artikeln von LVZ und BILD ... 94
5.3.2.1 Beantwortung der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zu den Pressemeldungen ... 96
5.3.2.2 Reihenfolge der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zu den Pressemeldungen ... 97
5.3.3 Handelnde, die in den Pressemeldungen und in den Artikeln von LVZ und BILD genannt werden ... 98
5.3.3.1 Nennung der Handelnden in den Artikeln der LVZ und BILD im Vergleich zu den Pressemeldungen ... 102
5.3.3.2 Reihenfolge der Handelnden in den LVZ- und BILDArtikeln im Vergleich zu den Polizeipressemeldungen ... 103
5.3.4 Nähere Angaben zum Täter/Tatverdächtigen in den Pressemeldungen und in den Beiträgen von LVZ und BILD ... 104
5.3.5 Nähere Angaben zum Opfer in der Pressemeldung und in der LVZ sowie in der BILD ... 112
5.3.6 Zitate in den Pressemitteilungen, in den Artikeln der LVZ und denen der BILD ... 118
5.3.6.1 Veränderungen der Zitate in den Artikeln der LVZ und der BILD im Vergleich zur Pressemitteilung ... 120
5.3.6.2 Anzahl der Zitate in den Artikeln der LVZ und der BILD im Vergleich zur Pressemeldung ... 120
5.3.6.3 Reihenfolge der Zitate in der LVZ und BILD im Vergleich zur Pressemeldung ... 121
5.3.7 Zusatzinformationen der Journalisten in den Artikeln von LVZ und BILD ... 121
5.3.8 Schwere des Deliktes in der Pressemitteilung und im Zeitungsbeitrag von LVZ und BILD ... 125
5.3.9 Quellennennung in den Artikeln von LVZ und BILD ... 126
5.3.10 Emotionalisierung in der Pressemitteilung und in der LVZ und BILD ... 128
5.3.10.1 Details der Emotionalisierung der Artikel in LVZ und BILD ... 130
5.3.11 Quantität der Übernahme durch die Journalisten ... 131
5.3.12 Qualität der Übernahme durch die Journalisten ... 132
5.3.13 Journalistische Standardisierung der Pressemitteilungen und der Zeitungsartikel ... 133
6. Zusammenfassung und Überprüfung der Fragestellungen ... 138
7. Anhang ... 159
7.1 Transkripte der Leitfadeninterviews ... 159
7.1.1 Leitfadengespräch mit Birgit Schlegel, amtierende Leiterin der Pressestelle der Polizei (vom 13. Juli 2004, gekürzt) ... 159
7.1.2 Leitfadengespräch mit Saskia Grätz, Redakteurin bei der Leipziger Volkszeitung und verantwortlich für die Polizeiberichterstattung (vom 17. August 2004, gekürzt) ... 166
7.1.3 Leitfadengespräch mit Angela Wittig, Redakteurin bei der BILDZeitung und verantwortlich für die Polizeiberichterstattung (vom 15. September 2004, gekürzt) ... 174
7.2 Das Codebuch ... 181
7.2.1 Codeplan für die Pressemitteilungen ... 181
7.2.2 Codeplan für die Artikel in LVZ und BILD ... 193
7.2.3 Kommentar zu den Codeplänen ... 209
7.3 Gesetzestexte ... 239
7.3.1 Auszug der Grundrechte aus dem Grundgesetz ... 239
7.3.2 Auszug aus dem Sächsisches Gesetz über die Presse (SächsPresseG) ... 240
7.4 Übersicht zur Struktur der Polizeidirektion Leipzig ... 242
8. Literatur- und Quellenverzeichnis ... 243
8.1 Primärquellen ... 243
8.2 Sekundärliteratur ... 243
8.3 Aufsätze aus Zeitschriften ... 250
8.4 Weitere Quellen ... 252
8.5 Internetadressen ... 253
I. Abkürzungsverzeichnis
[...]
II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Das Intereffikationsmodell von Bentele/Liebert/Seeling ... 45
Tabelle 1: Induktions- und Adaptionsbeziehungen zwischen PR und Journalismus in Anlehnung an Bentele/Liebert/Seeling ... 44
Tabelle 2: Anzahl der von der Pressestelle ausgesendeten Meldungen pro Tag ... 73
Tabelle 3: Häufigkeitsverteilung der von der Pressestelle ausgesendeten Meldungen pro Tag ... 73
Tabelle 4: Anzahl der von LVZ und BILD-Zeitung veröffentlichten Pressemeldungen pro Tag ... 74
Tabelle 5: Häufigkeitsverteilung der von LVZ und BILD-Zeitung veröffentlichten Meldungen pro Tag ... 74
Tabelle 6: Veröffentlichung der Pressemitteilungen in LVZ und BILD-Zeitung ... 75
Tabelle 7: Zeitpunkt der Veröffentlichung von Pressemeldungen in LVZ und BILD ... 75
Tabelle 8: Umfang der Überschriften der Pressemitteilungen in Wörtern ... 77
Tabelle 9: Häufigkeitsverteilung der Umfänge der Überschriften der Pressemitteilungen ... 77
Tabelle 10: Umfang der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD in Wörtern ... 78
Tabelle 11: Häufigkeitsverteilung der Umfänge der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD ... 78
Tabelle 12: Anzahl bzw. Art der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD ... 78
Tabelle 13: Häufigkeitsverteilung der Textumfänge der Pressemeldungen und der Artikel von LVZ und BILD ... 79
Tabelle 14: Umfang der Texte der Pressemeldungen und der Artikel von LVZ und BILD in Wörtern ... 80
Tabelle 15: Form der Presseinformationen ... 82
Tabelle 16: Form der Artikel in LVZ und BILD ... 83
Tabelle 17: Redaktionelle Gewichtung der Artikel in LVZ und BILD ... 84
Tabelle 18: Darstellungsformen der Hauptbeiträge in LVZ und BILD ... 85
Tabelle 19: Typografische Hervorhebungen der Artikel in LVZ und BILD ... 86
Tabelle 20: Typografische Hervorhebungen der Artikel in LVZ und BILD ... 87
Tabelle 21: Verhältnis von Text und Bild der Artikel in LVZ und BILD ... 87
Tabelle 22: Größe der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD ... 88
Tabelle 23: Themen der Pressemeldungen ... 91
Tabelle 24: Themen der Artikel in LVZ und BILD ... 93
Tabelle 25: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in der Polizeipressemeldung ... 95
Tabelle 26: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den Artikeln der LVZ ... 95
Tabelle 27: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den Artikeln der BILD ... 95
Tabelle 28: Beantwortung der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zur Pressemeldung ... 97
Tabelle 29: Reihenfolge der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zu den Pressemeldungen ... 97
Tabelle 30: Zahl der Handelnden, die in den Pressemeldungen genannt werden ... 98
Tabelle 31: Handelnde, die in den Pressemeldungen genannt werden ... 99
Tabelle 32: Zahl der Handelnden, die in den LVZ-Artikeln genannt werden ... 100
Tabelle 33: Zahl der Handelnden, die in den BILD-Artikeln genannt werden ... 100
Tabelle 34: Handelnde, die im LVZ-Artikel genannt werden ... 101
Tabelle 35: Handelnde, die im BILD-Artikel genannt werden ... 102
Tabelle 36: Nennung der Handelnden in den Artikeln der LVZ im Vergleich zu den Polizeimeldungen ... 102
Tabelle 37: Nennung der Handelnden in den Artikeln der BILD im Vergleich zu den Pressemitteilungen ... 102
Tabelle 38: Reihenfolge der Handelnden in den LVZ-Artikeln im Vergleich zu den Polizeimeldungen ... 103
[bis Tabelle 92 in Downloaddatei enthalten]
III. Allgemeine Vorbemerkung
Grammatikalisch maskuline Form
Wird in dieser Diplomarbeit die grammatikalisch maskuline Form verwendet, gilt die Bezeichnung gleichermaßen für natürliche Personen des männlichen und weiblichen Geschlechts.
Hinweise zu Zitaten, Abbildungen und Buchtiteln
Alle besonderen Schreibweisen in Zitaten, Abbildungen und Buchtiteln (fett gedruckt, kursiv, falsche Orthographie oder Grammatik, alte Rechtschreibung) wurden vom Original unverändert übernommen und sind daher im Text nicht noch einmal gesondert ausgewiesen.
Rundungsdifferenzen
Alle Prozentzahlen in den Tabellen dieser Arbeit weisen den Wert der berechneten Ergebnisse bis maximal eine Stelle nach dem Komma aus. Durch mathematische Rundungen können daher geringe Abweichungen von dem Wert 100,0 Prozent auftreten. Auch die Angaben zum Durchschnitt, zur Standardabweichung und Häufigkeitsverteilung sind gerundet und ohne Nachkommastelle ausgewiesen.
Synonyme Begriffe
Die Wörter „Öffentlichkeitsarbeit“ und „Public Relations“ sind in dieser Arbeit gleichbedeutend und werden synonym verwendet. Auch die Wörter „publizieren“ und „veröffentlichen“ sind sinnverwandt und werden grundsätzlich nur im Zusammenhang mit den Zeitungsartikeln und nicht in Verbindung mit den Pressemitteilungen verwendet. In der Literatur liest und in der Praxis hört man verschiedene Bezeichnungen für die verschiedenen Überschriften eines Zeitungsartikels. Hier werden die Begriffe „Dachzeile“, „Hauptüberschrift“ (anstatt „Hauptzeile“) und „Unterüberschrift“ (anstatt „Unterzeile“) verwendet.
IV. Danksagung
[...]
1. Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit
Nachrichtenagenturen, Public-Relations-Verlautbarungen beziehungsweise Pressemitteilungen2 und eigene Recherchen stellen jene Informationsquellen dar, derer sich Journalisten hauptsächlich bedienen. Nutzungsanteil und Nutzungsgrad sind dabei von Medium zu Medium und auch von Ressort zu Ressort meist sehr unterschiedlich. Der Mangel an finanziellen und redaktionellen Ressourcen, aber auch der Mangel an Zeit durch zusätzlich zu erledigende Aufgaben3 und das enorm gestiegene Informationsangebot schränken die Journalisten häufig ein. So bleibt ihnen weniger Zeit selbst zu recherchieren oder eigenständige Beiträge zu verfassen. Stattdessen greifen sie verstärkt auf die von außen angebotenen Texte zurück, selektieren, passen sie – entsprechend dem Zeitungstyp – inhaltlich, formal und stilistisch an, fassen zusammen und kürzen. Aus diesem Grund ist der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit von Behörden für den Journalismus sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht sehr wichtig. Die Zulieferung großer Mengen copyrightfreien Materials entlastet die Journalisten in ihrer täglichen Informationsbeschaffung und ist in einigen Ressorts sogar die Voraussetzung zur Aufrechterhaltung des journalistischen Betriebs geworden. Die Texte werden nicht nur von kommerziellen Unternehmen, Verbänden und Kulturbetrieben herausgegeben, sondern auch von Behörden, wie beispielsweise der Polizei.
In der Polizeidirektion Leipzig beschäftigen sich derzeit drei Mitarbeiter mit der Öffentlichkeits- bzw. Pressearbeit. Täglich geben sie zwischen drei und fünf Pressemeldungen an die Medien heraus, zahlreiche weitere Informationen werden telefonisch oder persönlich von Redakteuren und Mitarbeitern der Zeitungen sowie von Radio- und Fernsehsendern erfragt und später vorwiegend zu Meldungen, Nachrichten und Berichten verarbeitet. Was die Journalisten und ihre Leser, Hörer und Zuschauer vor allem interessiert, sind die schlechten Nachrichten, nach dem Motto: „Bad news are good news“. Ein Handtaschenraub hier, ein Wohnungseinbruch da, Zeugen hierfür gesucht, Hinweise dafür erbeten. Darauf, dass die Polizei mit solchen Pressemeldungen bzw. die Medien als deren Transporteur das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger beeinflussen, sei hier nur am Rande hingewiesen.
Pressemitteilungen der Polizei sind eine wichtige Informationsquelle auch für die Journalisten von Leipziger Volkszeitung und BILD-Zeitung, den einzigen in der Stadt Leipzig ansässigen Tageszeitungen.4 Sie dienen einerseits als Informationsquelle, andererseits der Überprüfung der Relevanz vieler Ereignisse sowie der Überprüfung von Informationen auf deren Richtigkeit. Das bedeutet, dass die Journalisten in quantitativer und qualitativer Hinsicht auf die Arbeit der Pressestelle angewiesen sind, denn das Interesse an polizeilichen Themen ist groß. Die Abhängigkeit beruht jedoch auf Gegenseitigkeit: Karl Beele sagt, dass sich die Pressearbeit der Polizei an den gestiegenen Bedürfnissen dieser Mediengesellschaft orientieren müsse, wenn die Polizei mit ihrer Arbeit in der Gesellschaft richtig wahrgenommen werden wolle.5
Die hier beschriebene gegenseitige Abhängigkeit führt zu einer wechselseitigen Beeinflussung. 6 Die Öffentlichkeitsarbeiter verändern und beeinflussen auf der einen Seite die Berichterstattung, indem sie Journalisten gezielt informieren und so versuchen, sie zu einer bestimmten Themenselektion anzuregen. Eine Vielzahl empirischer Studien konstatiert z. B. die Bestimmung journalistischer Themen und ihrer Veröffentlichungszeitpunkte durch die PR.7 Auf der anderen Seite müssen sich Öffentlichkeitsarbeiter an den journalistischen Standards und Produktionsroutinen orientieren, um PR-Themen gezielt in der Berichterstattung zu platzieren. Diese Anpassung kommt einer Simulation der journalistischen Arbeitsweise gleich, und infolgedessen übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit in einem gewissen Rahmen die Funktion des Journalismus. Die journalistische Berichterstattung wiederum hat einen großen Einfluss auf die Öffentlichkeitsarbeit. Diese Wechselbeziehungen zwischen PR und Journalismus stehen im Mittelpunkt des Interesses dieser Diplomarbeit. Sie werden am Beispiel der Pressearbeit der Polizeidirektion Leipzig und der Berichterstattung von LVZ und BILD untersucht. Eine ähnlich umfassende Untersuchung von Polizeipresseinformationen und den darauf basierenden Zeitungsartikeln wurde bisher – soweit es die Literaturrecherche ergab – für den lokalen Raum noch nicht durchgeführt.
1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung
Den Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Erforschung der Wechselbeziehungen bildet die Frage, in welcher Weise die Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig von den Mitarbeitern der LVZ und der BILD-Zeitung (zwei Medien mit unterschiedlichem Leserkreis und unterschiedlichem Informationsanspruch) behandelt werden. Das heißt, es muss zunächst herausgearbeitet werden, wie viele der angebotenen Texte überhaupt im Blatt veröffentlicht werden. Anschließend kann untersucht werden, welche Transformations- oder Zusatzleistungen die Journalisten erbracht, ob sie ihre Quellen genannt haben etc., um dann daraus schließen zu können, in welchem Umfang die von der Pressestelle ausgesendeten Informationen Einfluss auf die Berichterstattung über die Arbeit der Polizei haben. Über die Analyse der Induktionen hinaus, also den gerichteten Kommunikationsanregungen oder -einflüssen, interessieren auch die Adaptionen, das organisatorische Anpassungshandeln, auf beiden Seiten. Damit bezieht sich das Erkenntnisinteresse auf ein ganz bestimmtes Wissensdefizit. Auch das Entdeckungspotenzial, wie Früh es nennt, wäre damit bereits vordefiniert und kann so in einzelne prüfbare Behauptungen übersetzt werden (vgl. Kapitel 2.2, Seite 47f.).8
Die Ergebnisse der Analyse der Pressemitteilungen und der darauf basierenden Zeitungsartikel werden nicht nur einzeln vorgestellt, sondern auch miteinander verglichen und ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich gemacht. Die Diplomarbeit soll dazu beitragen, einen Einblick in die Arbeitsweisen der Pressestelle und der Redaktionen zu erhalten, Verständnis für die jeweils andere Seite zu wecken und die Zusammenarbeit zu verbessern.
1.3 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit ist in sechs Teile gegliedert. An den Einleitungsteil schließt sich die Darlegung der theoretischen Grundlagen zum Thema an. In diesem zweiten Teil wird das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus betrachtet, indem zunächst verschiedene Studien vorgestellt und diskutiert werden. Anschließend werden die entwickelten Fragestellungen dargelegt, die mittels Inhaltsanalyse geklärt werden und zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen sollen. Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich allgemein mit der Öffentlichkeitsarbeit der Leipziger Polizeidirektion und bringt dem Leser danach speziell die Pressearbeit dieser Dienststelle näher. Die in dieser Diplomarbeit angewandte Methodik, Inhaltsanalyse und Leitfadeninterview, wird im vierten Teil erläutert. Des Weiteren werden hier die beiden Leipziger Tageszeitungen, Leipziger Volkszeitung und BILD-Zeitung, porträtiert und die methodische Planung und Durchführung der Studie erklärt. Im fünften Teil werden die Ergebnisse der Inhaltsanalyse der Pressemitteilungen und der daraufhin publizierten Artikel vorgestellt, miteinander verglichen und interpretiert. Im letzten Teil der Diplomarbeit werden zum einen die Ergebnisse zusammengefasst und zum anderen die in Kapitel 2.2 genannten Fragestellungen bestätigt oder widerlegt.
[....]
1 Tobias Liebert weist in seinem Heft zum Zitieren und Belegen von Quelle auf Seite 8 darauf hin, dass es in der Literatur zwei verschiedene Empfehlungen für die Benutzung der Ausklammerungen „[…]“ bzw. „(…)“ gibt. In dieser Arbeit werden eckige Klammern „[…]“ sowohl für Zitatkürzungen von Worten als auch für Auslassungen ganzer Sätze verwendet.
2 Die Pressemitteilung ist die universellste Form der Weitergabe von Informationen an die Presse. Sie bezeichnet alle umfangreicheren Äußerungen, Erklärungen, Stellungnahmen, Mitteilungen und Hintergrundnachrichten aus dem Unternehmen/der Behörde an die Presse und Öffentlichkeit. Neben den Hauptkriterien der Aktualität, Verständlichkeit, Wahrheit und Zuverlässigkeit und der Beantwortung der „WFragen“ hat die Presseinformation immer einen konkreten Hintergrund und Anlass, den sie zu erklären, zu beantworten oder zu beschreiben sucht. Werden Daten und Zahlen angeben und verwendet, müssen diese belegt sein.
3 Seitenplanung, Layoutgestaltung oder Korrekturlesen
4 LVZ-Polizeireporterin Saskia Grätz erklärt im Leitfadeninterview (S. 167), dass sie stark auf die Polizeipressemeldungen angewiesen ist. BILD-Reporterin Angela Wittig misst den Presseinformationen eine nicht so große Bedeutung bei (S. 175).
5 Vgl. Beele, Karl: Pressearbeit der Polizei: Ein Leitfaden für die Praxis. 1. Auflage. Hilden/Rhdl.: Verlag Deutsche Polizeiliteratur, 1999, S. 6.
6 Bentele/Liebert/Seeling nennen diese gegenseitige Abhängigkeit auch „Intereffikation“ (siehe Kapitel 2.1.3.1 auf S. 43 dieser Diplomarbeit). Vgl. Bentele, Günter/Liebert/Thomas/Seeling, Stefan: Von der Determination zur Intereffikation. Ein integriertes Modell zum Verhältnis von Public Relations und Journalismus. In: Bentele, Günter/Haller, Michael (Hrsg): Aktuelle Entstehung von Öffentlichkeit. Akteure – Strukturen – Veränderungen. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft; Band 24. Konstanz: UVK Medien, 1997, S. 240ff.
7 Siehe Kapitel 2.1.1 (S. 23), 2.1.2.2 (S. 29) oder 2.1.2.3 (S. 32).
8 Vgl. Früh, Werner: Inhaltsanalyse. Theorie und Praxis. 5. überarbeitete Auflage. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 2001, S. 76.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: