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Autor: Angela Köhler
Fach: Soziologie - Klassiker, Grundlagen und Theorierichtungen
Details
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen
Tags: Symbolbegriff, Alfred, Schütz, Klassiker, Soziosemiotik
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 244 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37232-9
Ein Einblick in die Entwicklung und spätere Rezeption seiner Symboltheorie
Textauszug (computergeneriert)
Der Symbolbegriff bei Alfred Schütz
von: Angela Köhler
7. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Entwicklung der Symboltheorie von Alfred Schütz 4
2.1. Der Bezug auf Edmund Husserls Begriff der Appräsentation 5
2.2. Die Anwendung der Theorie Henri Bergsons 6
2.3. Alfred Schütz` drei Grundsätze des Strukturwandels 8
3. Die Zentralbegriffe in Alfred Schütz` Symboltheorie 9
3.1. Anzeichen 9
3.2. Merkzeichen 10
3.3. Zeichen 10
3.3.1. Der Transzendenzbegriff 11
3.3.2. Typen von Zeichen 12
3.4. Symbole 12
3.4.1. Die Besonderheiten des Symbols 14
4. Die Rezeption Alfred Schütz` Symboltheorie 15
4.1.Thomas Luckmanns Rezeption der Schützschen Symboltheorie 15
5. Zusammenfassung 18
6. Literaturverzeichnis 20
„Wer versucht, das Verhältnis von Zeichen und Symbol genauer zu bestimmen, dem zeigt bereits ein erster flüchtiger Blick auf einschlägige Texte, deren Autoren sich um klare Distinktionen bemühen, daß hier keine ´Wahrheit` im Sinn einer richtigen, logisch schlüssigen und einleuchtenden Begriffsbestimmung niedergelegt ist. Zwar finden sich die unterschiedlichsten Abgrenzungen und Modelle, die einen sicheren Umgang mit dem Begriff Symbol und seinen Synonyma, Homonyma und Verwandschaften entfernteren Grades ermöglichen sollen, dennoch läßt sich, trotz zahlreicher Übereinstimmungen im Detail, keine dauerhaft tragfähige oder verbindliche Zuordnungskombination der verschiedenen hier relevanten Bedeutungselemente ausmachen.“1
1. Einleitung
Der Begriff des Symbols ist in Bernhard Schäfers Grundbegriffe der Soziologi2e auf rund zwei Seiten erklärt. Dabei fallen die Namen verschiedenster Soziologen und ihre individuellen Definitionen des Symbols werden in kürzester Fassung angesprochen. Auch hier fällt auf, dass es in der Soziologie keine einheitliche Definition des Symbols gibt, sondern jeder Autor seinen eigenen Symbolbegriff entwickelt und in seiner Theorie verwendet. Dadurch entsteht die große Fülle unterschiedlicher Definitionen des Symbolbegriffs.
Alfred Schütz ging auf diese Problematik der vielen verschiedenen Symboldefinitionen in seinem Buch Symbol, Wirklichkeit und Gesellschaft sowie in seinem als Lebenswerk geplanten Strukturen der Lebenswelt ein. Das zweite Buch konnte er auf Grund seines plötzlichen Todes jedoch nie selbst fertig stellen, deshalb soll in dieser Arbeit hauptsächlich auf sein früheres Werk eingegangen werden.3 Schütz stellt fest, dass es „eine Reihe von Begriffen wie ´Merkzeichen`, ´Anzeichen`, ´Zeichen`, ´Symbol`usw., [gibt] die sich jedem Versuch, auch der bedeutendsten Denker, sie genau zu definieren, entziehen.“4 Einig schienen sich die Soziologen lediglich darüber zu sein, dass der Mensch Symbole nutzt und mit ihnen denkt, jedoch erkannte Schütz bei ihnen keine übereinstimmende Meinung darüber, „wo im menschlichen Denken der so genannte Prozess der Symbolisierung einsetzt.“5 Eine Untersuchung der verschiedenen Theorien, die sich mit symbolischen Verweisungen befassen, bezeichnet Schütz als verwirrend und er weist darauf hin, dass die Probleme der einheitlichen Behandlung nicht nur in der Terminologie auftreten, sondern auch inhaltlich gegeben sind.
Alfred Schütz entwickelt zahlreiche Fragen zum Symbolbegriff, die er in seinem Buch zu klären versucht. Als erstes will er sich dabei der Frage zuwenden, „wie es dazu kommt, daß in der Umgangssprache wie auch in der philosophischen Diskussion so viele verschiedenartige Ideen sich um eine Reihe von Begriffen gehäuft haben, [...] die alle zeichenhafte oder symbolische Verweisungen erfassen sollen.“6 Darüber hinaus beabsichtigt Schütz, die gemeinsamen Merkmale der unterschiedlichen Begriffsbildungen fest zu stellen. Außerdem will der Soziologe zeigen, dass der Mensch mittels Zeichen und Symbolen mit den Erfahrungen der so genannten Transzendenz fertig wird. Er stellt die These auf, „daß jeder dieser Formen der Transzendenz auch eine spezifische Form von Appräsentationsbeziehung entspricht [...]. Allen ist eines gemeinsam: sie werden innerhalb der Wirklichkeit des Alltags erfahren.“7
In dieser Hausarbeit soll vorgestellt werden, wie Schütz seine eigene Symboltheorie mit der angesprochenen These entwickelt. Es wird darauf eingegangen, welche Soziologen Einfluss auf ihn hatten und auf welche Theorien er sich stützt. Die Zentralbegriffe Schütz` Symboltheorie sollen im weiteren Teil genannt und erklärt werden. Schließlich geht es um die Rezeption der Schützschen Symboltheorie: es soll ein kleiner Einblick gegeben werden, ob beziehungsweise welche Soziologen auf diese Theorie zurückgriffen.
2. Die Entwicklung der Symboltheorie von Alfred Schütz
Alfred Schütz erscheint es, dass verschiedene Deutungsschemata auf das gleiche Grundphänomen angewandt werden und dadurch die zahlreichen strittigen Ansichten zustande kommen. Also setzt er sich zum Ziel, bestimmte Grundsätze zur symbolischen Verweisung zu entdecken, die bei der Diskussion weiterer spezifischer Probleme nützlich sein könnten. Bei dem angesprochenen Grundphänomen handelt es sich nach Schütz` Ansicht „um das von Husserl untersuchte Problem der Appräsentation. Im übrigen sollen Husserls Thesen mit Bergsons Theorie der vielfältigen Bereiche (´Ordnungen`) in Beziehung gesetzt werden.“8
2.1. Der Bezug auf Edmund Husserls Begriff der Appräsentation
[...]
1 Hülst, Dirk 1999: Symbol und soziologische Symboltheorie. Untersuchungen zum Symbolbegriff in Geschichte, Sprachphilosophie, Psychologie und Soziologie, Opladen: Leske + Budrich, S. 53 (Der Text dieser Hausarbeit ist in der neuen Rechtschreibung verfasst, Zitate werden jedoch originalgetreu übernommen)
2 Schäfers, Bernhard (Hg.) 1995: Grundbegriffe der Soziologie, 4. Auflage, Opladen: Leske + Budrich, S. 356
3 Thomas Luckmann übernahm die Fertigstellung des Buches durch Schütz` Aufzeichnungen, jedoch war es ihm natürlich nicht möglich, Schütz` Gedankengänge exakt nachzuzeichnen.
4 Schütz, Alfred 1971: Das Problem der sozialen Wirklichkeit. Gesammelte Aufsätze Band 1, Den Haag: Nijhoff, S. 331
5 Schütz 1971, S. 332
6 Schütz 1971, S. 337
7 Schütz 1971, S. 338f.
8 Schütz 1971, S. 338
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