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Studienarbeit, 2002, 79 Seiten
Autor: Sarah Chaker
Fach: Musikwissenschaft
Details
Tags: Carl, Maria, Weber, Willkürlich, Schwerpunkte, Leben, Werk, Berücksichtigung, Zeit, Dresden
Jahr: 2002
Seiten: 79
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-37428-6
Dateigröße: 256 KB
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Carl Maria von Weber. Willkürlich gewählte Schwerpunkte
aus seinem Leben und Werk unter besonderer
Berücksichtigung seiner Zeit in Dresden
von: Sarah Chaker
Gliederung
1. Einleitung: Auffächerung der vorliegenden Arbeit
2. Leben und Werk des Komponisten Carl Maria von Weber unter besonderer Berücksichtigung seiner Aufenthalte in Dresden
2. 1 Geburt und Kindheit
2. 1. 1 Angaben zu den Vorfahren von Carl Maria von Weber
2. 1. 2 Erläuterung der familiären Verhältnisse zur Zeit der Geburt Carl Marias
2. 1. 3 Musikalische Erziehung und erste Kompositionen
2. 2 Der jugendliche Weber
2. 2. 1 Erste Opernversuche und Dokumentation der Streitigkeiten um „Das stumme Waldmädchen“ in Freiberg
2. 2. 2 Weitere musikalische Studien in Salzburg und Wien
2. 2. 3 Kapellmeister in Breslau und die Oper „Rübezahl“
2. 2. 4 Webers Zeit in Stuttgart als „Geheimer Sekretär“ des Herzogs Ludwig von Württemberg und seine „zweite Geburt“
2. 3 Wege zum Ruhm: der erwachsene Komponist
2. 3. 1 Konzert- und Kunstreisen quer durch Deutschland und in die Schweiz
2. 3. 2 Weber als Operndirektor in Prag
2. 3. 3 Einsamkeit und Depression – Weber zwischen zwei Frauen
2. 3. 4 Lebensdaten zu Webers späterer Ehefrau Caroline Brandt
2. 3. 5 Kuraufenthalt in Bad Liebwerda und die „Brautbriefe“
2. 3. 6 Patriotische Freiheitsgesänge und Liebeskummer
2. 3. 7 Kündigung in Prag, Verlobung und Anstellung in Dresden
2. 4 „Beharrlichkeit führt zum Ziel“ – Webers Zeit in Dresden
2. 4. 1 Ausgangssituation für den neuen Musikdirektor der deutschen Oper und dessen Zielsetzung
2. 4. 2 „Kabale und Liebe“ – neue Herausforderungen für Weber
2. 4. 3 Schilderungen zur Entstehung der romantischen Oper „Der Freischütz“
2. 4. 4 Heirat der Sängerin Caroline Brandt und Schilderung des gemeinsamen Alltagslebens in Dresden
2. 4. 5 Beschreibung einiger Intrigen um Webers Neuerungen
2. 4. 6 Sommeraufenthalte in Dresden- Hosterwitz (1818/ 19 und 1822 – 24)
2. 5 Weber auf dem Höhepunkt seines Schaffens - Meisterjahre
2. 5. 1 Vollendung des „Freischütz“, Schauspielmusik zu „Preziosa“ und die Oper „Die drei Pintos“
2. 5. 2 Kunstreise in den Norden
2. 5. 3 Uraufführung des „Freischütz“ in Berlin am 18. 06. 1821
2. 5. 4 Zeitgenössische Rezensionen zum „Freischütz“
2. 5. 5 Webers Innovationen in seiner romantischen Oper
2. 5. 6 Romantik und Realismus im „Freischütz“
2. 5. 7 Schlechte Stimmung nach der Rückkehr nach Dresden
2. 6 Die letzten Schaffensjahre von Carl Maria von Weber
2. 6. 1 Die Oper „Euryanthe“ und das Wiedersehen mit Wien
2. 6. 2 Uraufführung der „Euryanthe“ in Wien und kurze Analyse derselben
2. 6. 3 Erstaufführung der „Euryanthe“ in Dresden und das Musikfest in Quedlinburg unter der Leitung von Weber
2. 6. 4 Webers letzte Oper: Komposition des „Oberon“ für London
2. 6. 5 Abschied von Dresden und Webers letzte Reise nach London
2. 6. 6 Tod des Komponisten in London am 05. Juni 1826 und Bestattung in der Marienkapelle zu Moorfield
2. 7 Nachruhm
2. 7. 1 Überführung der sterblichen Überreste Webers nach Dresden
2. 7. 2 Webers schriftstellerische Ambitionen
2. 7. 3 Die Carl- Maria- von- Weber- Gedenkstätte in Dresden- Hosterwitz
3. Abschlusszitat über Webers Einstellung zur Musik
1. Auffächerung der vorliegenden Arbeit
Da ich vom 27. 02. 2002 bis zum 05. 04. 2002 ein Praktikum in Dresden und zwar hauptsächlich am Carl- Maria- von- Weber- Museum abgeleistet habe und mich die dortige einzigartige Atmosphäre berührt und die umfangreiche Sammlung an Materialien beeindruckt hat, liegt aufgrund vielfältiger Inspirationsmöglichkeiten neben dem geforderten schriftlichen Praktikumsnachweis auch diese Arbeit vor. Die wichtigsten Lebensstationen Carl Maria von Webers sollen genannt werden, die Schwerpunkte habe ich aber selbst festgelegt. Dies bedeutet, dass manche Zeitspannen genauer geschildert werden, während andere nur kurz zusammengefasst sind. Diese Gewichtung hat jedoch rein gar nichts mit der Wichtigkeit der einzelnen Lebensstationen zu tun, sondern wurden aus rein persönlichen Interessen meinerseits ausgewählt.
Ferner habe ich mich besonders an der Dauerausstellung des Carl- Maria- von- Weber- Museum orientiert, weshalb Webers Zeit in Dresden automatisch in den Vordergrund rückt. Dies bedeutet ferner, dass viele Zitate aus originalen Briefen und Quellen stammen, die als Faksimile im Carl- Maria- von- Weber- Museum in Dresden ausgestellt sind. Wird aus diesen Briefen zitiert, ist eine Quellenangabe, vom Datum abgesehen, nicht möglich, die Quellen sind nur direkt vor Ort einsehbar. Alle verwendeten Zitate, die also keinen Vermerk in Klammern besitzen, sind Original- Zitate aus ausgestellten Briefen des Museums. Bei Persönlichkeiten, die in einer besonderen Beziehung zu Weber standen, hielt ich es für ratsam, eine kurze biographische Übersicht in den laufenden Text- optisch hervorgehoben- einzufügen, welche auch übersprungen werden kann.
2. Leben und Werk des Komponisten Carl Maria von Weber unter besonderer Berücksichtigung seiner Aufenthalte in Dresden
2. 1 Geburt und Kindheit
2. 1. 1 Angaben zu den Vorfahren von Carl Maria von Weber
Zu Beginn erscheint es mir hoch interessant, ein wenig auf die Abstammung Carl Maria von Webers einzugehen. 1926 konnte Friedrich Hefele beweisen, dass die Vorfahren des Komponisten nicht - wie bis dahin angenommen - aus Österreich stammen, sondern dass die Ahnen mütterlicherseits in Marktoberdorf in Schwaben und die Vorfahren väterlicherseits in Stetten (Lörrach) beheimatet waren. Irregeführt wurden die Forscher durch das Adelsprädikat, denn die einzige Familie „von“ Weber war ursprünglich in Österreich ansässig und hatte den Adel für treue Kriegsdienste im Dreißigjährigen Krieg verliehen bekommen. Hefele konnte jedoch beweisen, dass der Adelstitel durch Franz Anton (von) Weber, dem Vater Carl Marias, eingeführt wurde, der sich auf die österreichische Abstammung berufen hat, obwohl er wusste, dass dem nicht so war.
Der Urgroßvater Carl Marias, der Großvater von Franz Anton also, war Müller zu Stetten. Dieser verheiratete sich zweimal und zeugte insgesamt 15 Kinder. Zehn davon brachte seine erste Frau Kunigunde Herbster und Urgroßmutter Carl Marias auf die Welt, die er am 08. 07. 1678 in Stetten geehelicht hatte. Das achte Kind, Fridolin, das am 22. 06. 1691 das Licht der Welt erblickte, wurde Amtmann in Zell und verheiratete sich mit der sieben Jahre jüngeren Freiburgerin Maria Eva Schlar. Deren Vater stammte nachweislich aus Frankreich und hieß Lorenz Chelar aus Gingam (wahrscheinlich Bretagne). Chelar begab sich als Barbier und Perückenmacher nach Breisach, heiratete in Deutschland die Baselerin Susanna Orenritin und wurde 1695 in Freiburg ansässig. Dort kam also 1698 als drittes Kind Maria Eva Schlar zur Welt, die später Fridolin Weber geheiratet hat. Da ein Urgroßvater Carl Marias Franzose war, fließt so auch französisches Blut durch seine Adern.
Aus der Ehe der Großeltern gingen fünf Kinder hervor, darunter Franz Anton, der Vater von Carl Maria von Weber, der wahrscheinlich 1734 geboren wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt trug die Familie Weber keinen Adelstitel, der Bruder Franz Antons, Fridolin Weber II unterschrieb kurz vor seinem Tode 1779 in einem Gesuch an den Kurfürsten Karl Theodor von Bayern als „Hofmusikus Fridolin Weber“. Also musste sich sein Bruder Franz Anton später selbst geadelt haben. Ferner ist heute erwiesen, dass das Ausüben von Musik in der Familie Weber durchaus üblich war.
Der Großvater Fridolin spielte Geige und Orgel, sein Sohn Fridolin wurde Hofmusikus, war an der Hofkapelle als Bassist angestellt, pflegte das Violinspiel und soll sogar ein eigenes Klavier besessen haben. Drei seiner vier Töchter, also die Cousinen Carl Marias, wurden Berufssängerinnen, eine von ihnen, Aloysia, war sogar an der Wiener Hofoper angestellt. Eine weitere dieser Cousinen des noch ungeborenen Carl Marias, die wahrscheinlich 1763 geborene Konstanze Weber, heiratete im Jahre 1782 Wolfgang Amadeus Mozart und der „Freischütz“- Komponist ist auf dieses angeheiratete verwandtschaftliche Verhältnis mit dem genialen Meister immer sehr stolz gewesen und bemühte sich sehr, Werke Mozarts auf die Bühne zu bringen. Der Bruder Fridolins, Franz Anton, war ebenfalls ein leidenschaftlicher Musiker, den seine Geige sogar aufs Schlachtfeld im Siebenjährigen Krieg begleitete. Die Musik lag der Familie Weber also schon im Blut, ebenso wie der ausgeprägte Wandertrieb.
Der Urgroßvater Johann Georg Weber war Müller und das Sprichwort:„das Wandern ist des Müllers Lust“ ist uns sogar heute noch geläufig. Es ist nicht bekannt, wann genau er in Stettin ansässig wurde. Sein Sohn Fridolin war als Amtmann fast sein ganzes Leben auf geschäftlichen Reisen unterwegs, dessen Sohn Fridolin, also Carl Marias Onkel, hängte den Beruf des Amtmannes an den Nagel und wird Hofmusiker, war aber vorher sehr viel auf Reisen. Sein Bruder Franz Anton wanderte sein ganzes Leben mit Sack und Pack umher, hielt und es selten länger als ein Jahr am gleichen Ort aus. Carl Maria wächst deshalb mehr oder weniger auf Pferd und Wagen auf und reist später als Komponist berufsbedingt ebenfalls sehr viel durch die Gegend. Sein Sohn Max Maria kam als Eisenbahner in der ganzen Welt herum. Eine „Unrast des Wesens“ [Hefele, 1926, S. 45] ist also durchaus festzustellen, gepaart mit Musikalität und einem außerordentlich ausgeprägtem Geschäftssinn.
Die Mutter Carl Marias, Genovefa Brenner, war eine sehr begabte Sängerin. Der Familienzweig der Brenners wurde erst von Hefele genau untersucht und zurückverfolgt. Genovefa stammte aus einem Ort in Schwaben namens Oberdorf bei Kaufbeuren, uns heute als Markt- Oberdorf bekannt. Durch die dortigen Kirchenbücher konnten die Vorfahren des Komponisten mütterlicherseits ermittelt werden. Genovefa wurde am 02. 01. 1764 in Oberdorf getauft. Ihr Vater, Markus Brenner, war das dritte von acht Kindern einer Bauernfamilie gewesen und erlernte den Beruf des Schreiners. Seine außerordentliche Begabung machten ihn sogar zum Hofschreiner der Bischöfe von Augsburg, die den Sommer meist im malerischen Oberdorf verbrachten. Hefele ermittelte ferner: „Am 24. Februar 1759 verheiratete er sich im Alter von achtundzwanzig Jahren mit der um zwei Jahre jüngeren Victoria Hindelang von Oberdorf“ [Hefele, 1926, S. 48]. Genovefa war das vierte Kind der Familie.
Markus Brenners Eltern, Johann Brenner und Maria Vierer, sind Bauern gewesen, der Vater von Victoria Hindelang, Georg Hindelang, übte den Beruf eines Jägers aus und war mit Barbara Kempter von Oberdorf verheiratet. Beide Familien könnten noch weiter zurückverfolgt werden, doch denke ich, dass dies hier nicht sinnvoll ist. Zusammenfassend kann man bemerken, dass Carl Marias Vorfahren einfache Leute waren. „Seine Urgroßväter waren ein Müller, ein Perückenmacher, ein Bauer und ein Jäger. Im niederen Volke schlummern die Kräfte höchster Kultur“ [Hefele, 1926, S. 52]. Eine schöne Übersicht geben die von Hefele erstellten und auf den folgenden Seiten gezeigten Stammbäume der Familien Weber und Brenner.
2. 1. 2 Erläuterung der familiären Verhältnisse zur Zeit der Geburt Carl Marias
[...]
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