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Autor: Dipl.-Kommunikationpsychologin Petra Bühler
Fach: Psychologie - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Hochschule Zittau/Görlitz; Standort Görlitz
Tags: Suizid, Diskurs, Flucht, Leben, Störungen, Kommunikation
Jahr: 2002
Seiten: 18
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 369 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37439-2
ISBN (Buch): 978-3-638-79934-8
Zusammenfassung / Abstract
Im Jahr 2000 begingen in Deutschland 11.100 Menschen Suizid - 8.100 Männer und 3.000 Frauen. Im Vergleich dazu: Bei Vekehrsunfällen kamen "nur" 7.800 Menschen ums Leben. Suizidalhandlungen gehören zu den häufigsten psychopathologischen Phänomenen. Die Dunkelziffer ist zudem beträchtlich. Man geht davon aus, daß auch ein Teil der Autounfälle und Drogentote auf Suizid bzw. Suizidversuche zurückzuführen ist. Grund genug, sich mit der Frage zu beschäftigen, warum Menschen Suizid begehen und wie man die Suizidgefährdung eines Menschen feststellen kann. In dieser Arbeit möchte ich den Leser zunächst mit einigen Fehlannahmen über Suizid bekannt machen. Im Folgenden gebe ich einen kurzen Überblick zu individiumzentrierten, soziologischen und lerntheoretischen Suizidtheorien und dem Zusammenhang von Suizid mit Persönlichkeitsmerkmalen und -störungen. Das Kapitel Krisen und Suizidgefährdung informiert darüber, was man unter einer Krise versteht und wie man die Suizidgefährdung eines Menschen abschätzen kann. Im folgenden Kapitel beschreibe ich Ergebnisse einer Studie zu suizidalen Beziehungsmustern. Abschließend beschäftige ich mich mit ethischen Fragen und gebe Hinweise zu Institutionen, an die sich Hilfesuchende mit Suizidgedanken wenden können.
Textauszug (computergeneriert)
SUIZID
Hausarbeit
im Studiengang Kommunikationspsychologie
Veranstaltung: Störungen der Kommunikation I
Hochschule für Wirtschaft, Technik und Sozialwesen Zittau/Görlitz (FH)
Verfasserin:
Petra Bühler
Datum der Abgabe: 23.05.02
INHALT
1 Einleitung ... 3
2 Einige Mythen über Suizid ... 4
3 Theorien suizidalen Verhaltens ... 5
3.1 Individuumzentrierte Suizidtheorien ... 5
3.1.1 Die Medizinische Theorie ... 5
3.1.2 Psychoanalytische Theorien ... 6
3.2 Soziologische Suizidtheorien ... 8
3.3 Lerntheoretische Erklärungsansätze ... 9
3.3.1 Suizidalität nach dem Modell der gelernten Hilflosigkeit ... 10
3.3.2 Suizidgefährdung durch Modellernen ... 10
4 Persönlichkeitsstörungen und -merkmale ... 11
5 Krisen und Suizidgefährdung ... 12
5.1 Einschätzung der Suizidalität ... 12
6 Suizidale Beziehungsmuster ... 14
7 Diskussion ... 16
8 Hilfe für Suizidgefährdete ... 17
9 Literaturverzeichnis ... 18
1 EINLEITUNG
Diesem tödlichen Spiel,
das von der Erhellung der Existenz
zur Flucht aus dem Leben führt,
muß man nachgehen,
und man muß es begreifen.
Albert Camus (1942)
Im Jahr 2000 begingen in Deutschland 11.100 Menschen Suizid - 8.100 Männer und 3.000 Frauen. Im Vergleich dazu: Bei Vekehrsunfällen kamen "nur" 7.800 Menschen ums Leben.1 Suizidalhandlungen2 gehören zu den häufigsten psychopathologischen Phänomenen. Die Dunkelziffer ist zudem beträchtlich. Man geht davon aus, daß auch ein Teil der Autounfälle und Drogentote auf Suizid bzw. Suizidversuche zurückzuführen ist. Dies ist m. E. Grund genug, sich mit der Frage zu beschäftigen, warum Menschen Suizid begehen und wie man die Suizidgefährdung eines Menschen feststellen kann.
In dieser Arbeit möchte ich den Leser zunächst mit einigen Fehlannahmen über Suizid bekannt machen. Im Folgenden gebe ich einen kurzen Überblick zu verschiedenen Suizidtheorien und den Zusammenhang von Suizid mit Persönlichkeitsmerkmalen und -störungen. Das Kapitel Krisen und Suizidgefährdung informiert darüber, was man unter einer Krise versteht und wie man die Suizidgefährdung eines Menschen abschätzen kann. Im folgenden Kapitel beschreibe ich Ergebnisse einer Studie zu suizidalen Beziehungsmustern. Abschließend beschäftige ich mich mit ethischen Fragen und gebe Hinweise zu Institutionen, an die sich Hilfesuchende mit Suizidgedanken wenden können.
2 EINIGE MYTHEN ÜBER SUIZID 3
[Tabelle in Downloaddatei enthalten]
3 THEORIEN SUIZIDALEN VERHALTENS
3.1 INDIVIDUUMZENTRIERTE SUIZIDTHEORIEN
Die Ursache für die Suizidhandlung wird ausschließlich im Individuum vermutet. Die medizinische Theorie geht von körperlichen, die psychoanalytischen Theorien von psychischen Ursachen aus. Das Umfeld des Klienten und soziologische Aspekte werden nicht berücksichtigt.
3.1.1 Die Medizinische Theorie
Diese Theorie geht vor allem auf Erwin Ringel (1953) zurück. Eine Suizidhandlung ist danach der Abschluß einer krankhaften Entwicklung, eine Krankheit oder ein Symptom einer Krankheit 5. Ringel untersuchte 745 Personen nach Suizidversuchen. Bei fast allen wurden folgenden Merkmale, die er als präsuizidales Syndrom beschrieben hat, festgestellt 6:
- Zunehmende Einengung der Wahrnehmung und Gefühle verbunden mit einem Rückzug auf die eigene Person und Empfindungen von Ausweglosigkeit. Vermutete Auslöser: Kränkungen, Enttäuschungen und Mißerfolge.
- Gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggression
- Selbstmordphantasien
Die Entwicklungsstadien des präsuizidalen Syndroms7:
- Suizid wird als Problemlösung erwogen. Die psychodynamische Faktoren sind Aggressionshemmung und soziale Isolierung; bedeutsam sind suggestive Einflüsse (z.B. auch Pressemeldungen).
- Die Person schwankt zwischen dem Wunsch nach Selbsterhaltung und Selbstzerstörung; häufig sind direkte Suizidankündigungen.
- Die Person beschließt den Suizid; äußerlich kommt es zur Beruhigung, von der Umwelt oft fälschlicherweise als Besserung interpretiert; indirekte Suizidankündigungen (z.B. Person trennt sich von wertvollen Besitztümern8)
Therapie: hauptsächlich medikamentöse Behandlung.
[....]
1 http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2001/p3840092.htm, 2001
2 Suizide und Suizidversuche
3 vgl. Davison/Neale 1998, S. 282 f. sowie Nagel-Kuess in Sonneck, 1997, S. 234
4 vgl. Henseler, 1990, S 26 (in Tabelle)
5 vgl. Buri 1993, S. 14 (in Tabelle)
6 vgl. Sonneck 1997, S. 155 f.
7 vgl. Buri 1993, S. 16
8 vgl. Davison/Neale 1998, S. 281
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