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Termpaper, 2000, 18 Pages
Author: M. A. Teresa Cave
Subject: Communications - Media History
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschft Lankwitz)
Tags: Exilgeschichte, Briefen, Beispiel, Gottfried, Kinkel, Carl, Schurz, Herzasthma, Exil
Year: 2000
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37497-2
ISBN (Book): 978-3-638-74960-2
File size: 647 KB
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Abstract
Exilgeschichte und –erfahrungen in Briefen am Beispiel von Carl Schurz und seinem Dozenten, dem Theologen sowie Kunst- und Literaturkritiker Gottfried Kinkel, ist Gegenstand dieser Arbeit. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich die Freundschaft zwischen Carl Schurz und Gottfried Kinkel unter den Bedingungen des Exils verändert hat. Weiterhin soll herausgearbeitet werden, wie sich das Exil auf das Leben und Wirken beider Personen ausgewirkt hat. Als literarische Hauptquelle sind hier die Briefe von Carl Schurz an Gottfried Kinkel verwendet worden. Deshalb folgen unter Punkt 1.2 einleitende und erklärende Worte zur Briefprosa. Die Biographien von Schurz und Kinkel sind Ausgangspunkt des zweiten Kapitels. Die meiste Zeit in ihrer Freundschaft sind Schurz und Kinkel durch ihr Exil von einander getrennt. Während Schurz nach seinem Aufenthalt in London gemeinsam mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten auswandert, lebt Kinkel in London und geht 1866 in die Schweiz. Dargestellt wird in dieser Arbeit, dass sich beide Freunde im Exil auf unterschiedliche Weise politisch und ihrer Profession folgend engagieren. Vorab gibt es zwei Ereignisse, in denen sich die Lebenswege beider kreuzen und so entscheidend zur Freundschaft von Carl Schurz und Gottfried Kinkel beitragen. Deshalb werden im zweiten Kapitel auch die erste Begegnung beider an der Universität Bonn angesprochen sowie die Befreiung Kinkels aus dem Spandauer Zuchthaus dargestellt. Das dritte Kapitel beleuchtet dann die Exilerfahrungen von Schurz und Kinkel anhand ihres jahrelangen Briefwechsels. Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung und Wertung der verschiedenen Lebenswege von Carl Schurz und Gottfried Kinkel.
Excerpt (computer-generated)
Exilgeschichte und -erfahrungen in Briefen am Beispiel
von Gottfried Kinkel und Carl Schurz
von: Teresa Cave
Gliederung
1. Einleitung
1.2 Briefprosa im Zusammenhang mit den Briefwechseln zwischen Schurz und Kinkel
2. Die Beziehung zwischen Gottfried Kinkel und Carl Schurz
2.1 Biografie von Gottfried Kinkel
2.2 Die erste Begegnung zwischen Schurz und Kinkel an der Universität Bonn
2.3 Die Befreiung Kinkels aus dem Spandauer Zuchthaus durch Schurz
3. Exilerfahrungen von C. Schurz und G. Kinkel in ihren Briefwechseln
3.1 Der Briefwechsel zwischen Schurz und Kinkel bis 1852
3.2 Die Entwicklung der Freundschaft unter den Bedingungen des Exils
4. Schluss
5. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Exilgeschichte und –erfahrungen in Briefen am Beispiel von Carl Schurz und seinem Dozenten, dem Theologen sowie Kunst- und Literaturkritiker Gottfried Kinkel, ist Gegenstand dieser Arbeit. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich die Freundschaft zwischen Carl Schurz und Gottfried Kinkel unter den Bedingungen des Exils verändert hat. Weiterhin soll herausgearbeitet werden, wie sich das Exil auf das Leben und Wirken beider Personen ausgewirkt hat. Als literarische Hauptquelle sind hier die Briefe von Carl Schurz an Gottfried Kinkel verwendet worden. Deshalb folgen unt er Punkt 1.2 einleitende und erklärende Worte zur Briefprosa.
Die Biographien von Schurz und Kinkel sind Ausgangspunkt des zweiten Kapitels. Die meiste Zeit in ihrer Freundschaft sind Schurz und Kinkel durch ihr Exil von einander getrennt. Während Schurz nach seinem Aufenthalt in London gemeinsam mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten auswandert, lebt Kinkel in London und geht 1866 in die Schweiz. Dargestellt wird in dieser Arbeit, dass sich beide Freunde im Exil auf unterschiedliche Weise politisch und ihrer Profession folgend engagieren. Vorab gibt es zwei Ereignisse, in denen sich die Lebenswege beider kreuzen und so entscheidend zur Freundschaft von Carl Schurz und Gottfried Kinkel beitragen. Deshalb werden im zweiten Kapitel auch die erste Begegnung beider an der Universität Bonn angesprochen sowie die Befreiung Kinkels aus dem Spandauer Zuchthaus dargestellt. Das dritte Kapitel beleuchtet dann die Exilerfahrungen von Schurz und Kinkel anhand ihres jahrelangen Briefwechsels. Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung und Wertung der verschiedenen Lebenswege von Carl Schurz und Gottfried Kinkel.1
1.2 Briefprosa im Zusammenhang mit den Briefwechseln zwischen Schurz und Kinkel
Die Briefwechsel zwischen Schurz und Kinkel repräsentieren nicht nur einen Teil der Epoche um und nach 1848 in Deutschland, sondern geben auch Einblick in die Strukturen, Abläufe und Verhältnisse der Exilzeit beider Freunde. „Briefe erzählen von Glück und Leid, Wünschen, Hoffnungen, Enttäuschungen, sprechen von Befindlichkeiten, die unmittelbar auf das Individuum verweisen und so Auskunft geben über das menschliche Dasein. Gerade dadurch bergen Briefe ein hohes Maß an Beweiskraft für die eigene Existenz“ schreibt Hermann Haarmann (Haarmann, 2000, 19). Auch im Fall Schurz und Kinkel sind die Briefe eine wertvolle Ergänzung zu biographischen Daten und lebendiges Zeugnis einer intensiven Freundschaft. Sie sind mehr als nur ein Dokument der Zeitgeschichte, denn wird Geschichte in und durch Briefe doch anders tradiert als durch die klassische Historiographie. Aristoteles geht noch einen Schritt weiter, indem er sagt, dass Briefprosa als eine von vielen Dichtungsarten „etwas Philosophischeres und Ernsthafteres als Geschichtsschreibung“ ist (vgl. Haarmann, 2000, 14). Ersterem kann man zustimmen, stark pauschalisiert ist jedoch die Aussage, Dichtung sei ernsthafter als Geschichtsschreibung. Es sind einfach zwei verschiedene Perspektiven der Wahrnehmung, Geschichtsreibung betrachtet vornehmlich oberflächlich und objektiv, während in der Dichtung, hier Briefprosa, meistens das empfindende Subjekt im Mittelpunkt der Betrachtungen steht, welches „Geschichte nicht nur ansieht, sondern auch deren Latenz und Tendenz erahnt“ (Haarmann, 2000, 14)
Die Briefwechsel zwischen Schurz und Kinkel sind ein sehr schönes Beispiel für die Vermutung, dass Briefe ein bevorzugtes Mittel menschlicher Kommunikation sind, wenn Emotionen und Befindlichkeiten zum Ausdruck gebracht werden sollen. Im Falle Schurz und Kinkel muss man dazu sagen, dass beide wenig andere Möglichkeiten außerhalb der Briefkorrespondenz gehabt hätten, Erkundungen über das Befinden des anderen anzustellen. Die Distanz war zu groß, als dass man hätte regelmäßige Treffen planen können, auch wenn es lange Zeit versucht wurde. Briefe sind persönliche, intime und subjektive Schriften, „die nicht veröffentlicht werden wollen, [...] die aber wider Willen durch Zensur in eine anonyme Öffentlichkeit dringen können.“ (Haarmann, 2000, 18) Briefe ermöglichen ein Sich-Öffnen für den anderen. Der Schreibende entblößt sich, ohne sich bloßzustellen. Ein schönes Beispiel hierfür sind die zwei Revolutionsgedichte von Schurz, die dieser einmal in einem Brief seinem Freund und Dozenten mitteilte. Für den damals noch sehr schüchternen Schurz war der Brief eine Möglichkeit, an seinen Dozenten heranzutreten, ohne gleich wieder abgewiesen oder vor den Kopf gestoßen zu werden.
Heute weicht die Briefkultur mehr und mehr der elektronischen Kommunikation. Kultur- Skeptiker erwarten eine Ablöse durch den elektronischen Brief, der nicht nur dem Übermitteln von Informationen, sondern auch dem Austauschen persönlicher Nachrichten dienen wird. Aber eben an dieser Stelle könnte man anknüpfen und vielleicht wieder Hoffnung für eins der „bedeutendsten Manifeste der Gedächtniskultur“ (Haarmann, 2000, 17) machen. Wenn sich das Internet durchgesetzt hat, anfängliche Neugier durch Normalität ersetzt wird, könnte es ein Brief-Revivial geben, dass es wieder etwas besonderes ist, einen Brief mit Papier und Tinte zu verfassen, ihn mit einer Sonderbriefmarke zu versehen und mit der Post zu verschicken.
2. Die Beziehung zwischen Gottfried Kinkel und Carl Schurz
[...]
1 Ansatzpunkte für weitere Beschäftigung mit diesem Thema biete auch das Leben von Johanna Kinkel, die mit ihrem Mann ins Exil ging und wesentlichen Einfluss auf die Tätigkeiten und Entwicklung von G. Kinkel hatte.
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