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Details

Veranstaltung: 2. Staatsexamen Sek. 1
Tags: Staatsexamen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 40
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 21  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 353 KB
Archivnummer: V38916
ISBN (E-Book): 978-3-638-37848-2
Anmerkungen :
Ernährungsbildung am Beispiel Schulgarten - Entwicklung und Ansätze der Durchführung eines Konzeptes im Rahmen des Hauswirtschaftsunterrichts für die Jahrgangsstufe 5 an einer Realschule. Die Fotos der Schüler wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Textauszug (computergeneriert)

Wie wächst, was wir essen?

von: Gunda Koch-Schulte

 


1.Einleitung 4

2. Problemstellung 6

3. Theoretische Grundlagen

3.1. Die Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen

3.1.1 Warum essen Kinder und Jugendliche, wie sie essen?  8
3.1.2. Wie essen Kinder und Jugendliche heute?  10
3.1.3. Warum essen Kinder und Jugendliche heute, wie sie essen?  12

3.2. Ernährungsbildung bzw. Ernährungserziehung

3.2.1. Zur Situation schulischer Ernährungsbildung bzw. -erziehung 15
3.2.2. Neue Konzepte schulischer Ernährungsbildung 16

4. Erstellung des Konzeptes

4.1. Auswahl der Lerngruppe 18
4.2. Ziele des Konzeptes 18
4.3. Beschreibung des Konzeptes 19
4.4. Planung im Vorfeld 21
4.5. Finanzierung und Beschaffung 22

5. Ansätze der Durchführung

5.1. Die Lerngruppen des Sommerhalbjahres 23
5.2. Die Lerngruppen des Winterhalbjahres 25

6. Lehrerfunktionen 29

7. Reflexion 30

8. Fazit 32

9. Ausblick 33
 


 

1. Einleitung

Die Ernährungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen sind zur Zeit in aller Munde. In der Presse1 werden uns Bilder von übergewichtigen Kindern präsentiert und über die katastrophale Ernährung der „Fastfood-Generation“ berichtet. Aktuelle Kampagnen von Gesundheitsorganisationen, Krankenkassen und dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL)2 greifen diese Thematik auf. In ihrer diesjährigen Regierungserklärung bekräftigt Verbraucherministerin Künast die Bedeutung von öffentlichen Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen und Horten im Rahmen der Prävention und spricht sich für die bundesweite Verankerung von Ernährungsunterricht in Schulen aus, um die Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen zu verbessern (Künast 2004, S. 4). Nach den Richtlinien und Lehrplänen des Landes Nordrhein Westfalen zählt das Thema „Gesunde Ernährung“ seit langem als elementarer Bestandteil der Gesundheitserziehung zu den fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben der Realschule, welche in der Regel in den Fächern Hauswirtschaft und Biologie wahrgenommen werden (Richtlinien Hauswirtschaft S. 71, Richtlinien Biologie S. 101). Zur frühzeitigen Förderung einer gesunden Ernährung, wird an der Johann-Bendel- Realschule, der Hauswirtschaftsunterricht neben dem regulären Wahlpflichtunterricht in den Jahrgängen 9 und 10, auch in der Jahrgangsstufe 53 in geteilter Klassenstärke erteilt. Die Schülerinnen und Schüler, mit denen die Durchführung des nachfolgend beschriebenen Konzeptes begonnen wurde, werden in halbjährlichem Wechsel im Sommer- bzw. Winterhalbjahr unterrichtet.

Zum im Titel dieser Arbeit verwendeten Begriff der Ernährungsbildung, soll an dieser Stelle eine kurze Begriffsklärung bzw. Definition erfolgen. In der jüngsten Fachliteratur 4 wird der traditionelle Begriff der Ernährungserziehung, weitestgehend durch den Begriff Ernährungsbildung ersetzt und wie folgt gegenübergestellt: Ernährungserziehung bezieht sich auf die normative Vermittlung von Wissen und Verhaltensregeln zur Vermeidung von Risikofaktoren und somit zum Schutz vor Krankheiten (Methfessel 2002, S. 35). „Es liegt die Annahme zugrunde, dass geeignetes Wissen durch Informationen zu entsprechendem Handeln im Alltag befähigt.“ (Heindl 2003,S. 30).

Ernährungsbildung wird „...als Initiierung eines aktiven Lernprozesses von eigenverantwortlichen Individuen...“(Methfessel 2002, S. 35) definiert. Es wird eine handlungsorientierte Ernährungsbildung gefordert, die die Neugierde der Kinder zum Erwerb von Wissen nutzt und Kinder als essende und handelnde Entdecker ihrer Welt fördert (Methfessel 2002, S. 16-17) Nach dieser Intention wird auch im Titel dieser Arbeit der Begriff Ernährungsbildung verwendet.

Mit der vorliegenden Arbeit soll am Beispiel der Schulgartenarbeit im Rahmen des Hauswirtschaftsunterrichts ein handlungs- und erlebnisorientiertes Konzept zur Ernährungsbildung vorgestellt werden. Da es sich bei dem betreffenden Schulgarten um eine Neuanlage handelt, können einige Vorhaben aus zeitlichen Gründen nur in Ansätzen durchgeführt und dargestellt werden, da der Schulgarten im wahrsten Sinne des Wortes noch wachsen muss.

2. Problemstellung

Meine mehr als zweijährige schulische Praxis hat mich in den Fächern Hauswirtschaft und Biologie immer wieder auf die mangelnde Erfahrung und Wissenslücken von Kindern und Jugendlichen bezüglich ursprünglicher Lebensmittel und deren Herkunft aufmerksam gemacht. Im Rahmen einer Befragung5 der Lerngruppen im Hauswirtschaftsunterricht zeigten sich deutliche Hinweise für diese Annahme. Die Frage nach der Herkunft von Obst und Gemüse konnte nur von 16 der 41 befragten Schülerinnen und Schüler richtig beantwortet werden. Die Frage: Woraus wird unser Essen gemacht?, wurde von mehr als der Hälfte der Befragten mit 4 und mehr Fehlern bearbeitet.

Führende Ernährungsexperten unterstützen diese Beobachtung, da sich der Bezug zu den Lebensmitteln in den letzten 50 Jahren stark verändert hat. Die heutige „Supermarktgeneration“ kennt keinen Mangel an Lebensmitteln mehr. Die Lebens mittel sind immer verfügbar und käuflich, wobei die Herkunft der Lebensmittel durch Verpackung und Sortiment für Kinder schwer nachvollziehbar ist (Pudel 2002, S. 50 f.). Die Gesellschaft hat sich von Produzenten zu Konsumenten der Nahrung gewandelt. Die somit entstehende Distanz zur Erzeugung der Lebensmittel, aber auch industrielle Geschmacksstandards und hohe Verarbeitungsgrade führen zu einem Mangel an sinnlichen Erfahrungen. Gleichzeitig sinken die Kompetenzen im Bereich der Zubereitung von Speisen durch den großen Teil vorgefertigter Nahrung und der allgemein veränderten Haushaltsstrukturen (Heindl 2003 S. 47f.). In Anlehnung an das Buch „Weltwissen der Siebenjährigen. Wie Kinder die Welt entdecken können“, formuliert Methfessel die Frage: „Was schulden wir Kindern an Erfahrungen?“ Sie stellt nachfolgend fest, dass Kinder heute wenig Möglichkeiten haben, authentische Erfahrungen zu machen. (Methfessel 2002, S. 17). Im theoretischen Teil dieser Arbeit wird dargestellt, dass sich diese Entwicklungen negativ auf die Ernährungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen auswirken. Alternativ kann durch wiederholte Begegnungen mit Lebensmitteln, sinnliche Erfahrungen, Vorbilder und positiv besetzte Situationen ein gesundes Ernährungsverhalten gefördert werden. Wir befinden uns also in einem Dilemma von festgestellten mangelnden authentischen Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen und deren äußerst wichtigen Bedeutung zur Förderung einer gesunden Ernährung.

Genau an dieser Stelle soll das entwickelte Konzept für den Bereich Schule einen Teil dieser Lücke schließen. Bei den Überlegungen, wie den Schülerinnen und Schülern diese authentischen Erfahrungen ermöglicht werden können, lag die Idee nahe, die Ernährungsbildung im Hauswirtschaftsunterricht durch eine handlungs- und erlebnisorientierte Ernährungsbildung im Schulgarten zu ergänzen. Da die Schule im städtischen Einzugsgebiet liegt, ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die über den Zugang zu einem eigenen Garten mit der Möglichkeit zum Obst- und Gemüseanbau verfügen, sehr gering. Bei der genannten Befragung6 der Schülerinnen und Schüler gaben von 41 Befragten 9 an, noch nie in einem Garten, in dem Obst und Gemüse angebaut wird, gewesen zu sein. Von den 32 Kindern, die diese Frage mit Ja beantworten konnten, waren 2 in der Grundschule, 4 in öffentlichen Gärten, 6 zu Hause, 7 in der Türkei und 13 bei Verwandten in Deutschland in einem solchen Garten. 25 der Schülerinnen und Schüler gaben an, noch nie Obst bzw. Gemüse gepflanzt oder geerntet zu haben. Für viele Kinder und Jugendliche dieser Schule ist der Schulgarten demnach der vielleicht einzige Ort, um zu erfahren, „wie wächst was wir essen“

3. Theoretische Grundlagen

3.1. Die Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen

3.1.1. Warum essen Kinder und Jugendliche, wie sie essen?

[...]


1 Beispiel: Kölner-Stadt-Anzeiger – 11.10.2004. Deutschlands Kinder zwischen Dickmachern und Diätwahn – Frust in der Fastfood-Oase

2 Aktuelle Kampagnen des BMVEL: Kinderleicht – Besser Essen. Mehr Bewegung. Fit Kid: Die Gesund-Essen-Aktion für Kitas.

3 Siehe Anlage 1; Schreiben des Schulleiters

4 Die neuesten Erscheinungen der führenden Autoren Heindl, Heseker und Methfessel tragen in ihren Titeln meist den Terminus Ernährungsbildung. Innerhalb der Ausführungen der Autoren werden die Begriffe Ernährungserziehung bzw. Ernährungsbildung jedoch auch synonym benutzt. In diesen Fällen ist also keine Abgrenzung traditioneller oder moderner Konzepte gemeint. Im Folgenden werden die Autoren mit dem jeweilig benutzten Terminus wiedergegeben.

5 Siehe Anhang 2: Fragen 7 und 8. Einige Befragungsbögen werden dieser Arbeit exemplarisch angefügt.

6 Siehe Anhang 2: Fragen 5 und 6.

Kommentare

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http://www.grin.com/e-book/38916/