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Autor: Eva Stöckl
Fach: Politik - Int. Politik - Allgemeines und Theorien
Details
Institution/Hochschule: Paris Lodron Universität Salzburg
Tags: Koran, Islam, Islamismus, Vergleich, Stellung, Frau, Theorie, Bassam, Tibis, Politik, Religion, Gewalt, Theoretische, Ansätze
Jahr: 2005
Seiten: 41
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 30 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 424 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37865-9
ISBN (Buch): 978-3-638-65470-8
Zusammenfassung / Abstract
Die Stellung der Frau im Islam – ein Thema das heute nicht mehr aus der aktuellen politischen und auch religiösen Diskussion wegzudenken ist. Das Thema „Frauen im Islam“ ist sicher heftig umstritten. Auf der einen Seite ist die Auffassung verbreitet, dass dieser Glaube die Frauen unterdrückt, ja sogar verfolgt, auf der anderen Seite werden die Rechte der Frau betont, sich auf eine andere Art zu behaupten, die sie von den geläufigen Formen der weiblichen Selbstbehauptung in nichtmuslimischen Gesellschaften unterscheidet. Die Kontroverse zu diesem Thema wird durch das Zusammenwirken von Geschichte, Religion und Politik noch weiter verkompliziert. Was besagt der Koran über die Stellung der Frau in der islamischen Gesellschaft? Bezieht sich die islamische Gesellschaft wirklich auf die offenbarten Worte Gottes wenn es um die eingeschränkte Stellung der Frau geht? Gibt es einen Unterschied zwischen der Stellung der Frau im Islam und im Islamischen Fundamentalismus? Um diese Arbeit mit einem theoretischen Grundgerüst zu versehen, wird dabei auf die Theorie von Bassam Tibi zurückgegriffen. Vor allem anhand Bassam Tibi soll der Unterschied zwischen dem Islam als Religion und dem Islamischen Fundamentalismus herausgearbeitet, welches von grundlegender Wichtigkeit für den weiteren Verlauf der Arbeit ist. Für mich ist es interessant der Frage nachzugehen, welche Stellung der Frau gemäß dem Koran zukommt, ob die Realität in der islamischen Gesellschaft anders aussieht und ob hier wiederum Unterschiede zum gesellschaftlichen System des Islamismus bestehen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Salzburg
Institut für Politikwissenschaft
Seminar: Politik, Religion und Gewalt. Theoretische
Ansätze zu Fundamentalismus und Terrorismus
Koran - Islam - Islamismus. Ein Vergleich anhand der
Stellung der Frau und der Theorie Bassam Tibis
von: Eva Stöckl
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 5
1.1 AUFBAU DER ARBEIT 6
1.2 QUELLEN 7
2 DER ISLAM 7
2.1 DIE PFLICHTLEHRE DES ISLAM 9
2.2 DAS ISLAMISCHE RECHT 10
2.2.1 Der Koran 11
2.2.2 Hadith und Sunna 11
2.2.3 Der Konsensus der Rechtsgelehrten 12
2.2.4 Die Schlussfolgerung 12
2.3 UMMA 12
3 UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN ISLAM UND ISLAMISMUS NACH BASSAM TIB I 13
3.1 ISLAMISMUS 14
3.1.1 Geschichte des Fundamentalismus 14
3.1.2 Islamischer Fundamentalismus (Islamismus) 15
4 FRAUEN IM KORAN 19
4.1 DIE GLEICHHEIT VON MANN UND FRAU VOR GOTT 19
4.2 KLEIDERVORSCHRIFTEN IM KORAN 20
4.3 DER KORAN UND DIE VERSCHLEIERUNG DER FRAU 20
4.4 DER KORAN UND DIE ABSONDERUNG IM HAUS 21
4.5 DER KORAN UND DAS EHE- UND FAMILIENRECHT 22
4.5.1 Unterschiedliche gesellschaftliche Verpflichtung von Frau und Mann 22
4.5.2 Ehepflicht und Polygamie 22
4.5.3 Scheidungsrecht im Koran 23
4.5.4 Erbrecht 23
4.6 HINWEISE ZUR AUSLEGUNG DES KORANS 24
4.7 ZUSAMMENFASSEND 24
4.7.1 Eigenanalyse 25
5 DIE STELLUNG DER FRAU IM ISLAM 26
5.1 WICHTIGE ANMERKUNG 26
5.2 DIE AKTIVE FRAU IN DER VOR- UND FRÜHISLAMISCHEN ZEIT 27
5.3 DIE GLEICHHEIT VON MANN UND FRAU VOR GOTT 28
5.4 DIE VERSCHLEIERUNG DER FRAU 29
5.4.1 Erste Wandlungen 30
5.5 DIE ABSONDERUNG DER FRAU 30
5.6 EHE UND SCHEIDUNG 31
5.6.1 Polygamie 31
5.6.2 Die Scheidung 31
5.7 FEMINISMUS IM ISLAM 32
6 DIE STELLUNG DER FRAU IM ISLAMISMUS 33
6.1 ANMERKUNGEN 33
6.2 ALLGEMEINES 33
6.3 DIE ROLLE DER VERSCHLEIERUNG IM ISLAMISMUS 35
7 KURZER EINBLICK IN DIE SITUATION DER FRAUEN IN DIVERSEN LÄNDERN 36
7.1 SAUDI-ARABIEN 36
7.2 TÜRKEI 36
7.3 AFGHANISTAN 36
7.4 IRAN 37
8 RESÜMEE 38
9 GLOSSAR ARABISCHER BEGRIFFE 40
10 LITERATURQUELLEN 41
1 Einleitung
Die Stellung der Frau im Islam – ein Thema das heute nicht mehr aus der aktuellen politischen und auch religiösen Diskussion wegzudenken ist. Das Thema „Frauen im Islam“ ist sicher heftig umstritten. Auf der einen Seite ist die Auffassung verbreitet, dass dieser Glaube die Frauen unterdrückt, ja sogar verfolgt, auf der anderen Seite werden die Rechte der Frau betont, sich auf eine andere Art zu behaupten, die sie von den geläufigen Formen der weiblichen Selbstbehauptung in nichtmuslimischen Gesellschaften unterscheidet. Die Kontroverse zu diesem Thema wird durch das Zusammenwirken von Geschichte, Religion und Politik noch weiter verkompliziert.
Das Interesse an dieser Arbeit ist vor allem infolge einer Reise nach Marokko im Sommer 2004 entstanden. Aufgrund des Interesses an dem Land, der Kultur und der Menschen habe ich mich auch mit marokkanischer Literatur beschäftigt und dabei zwei Bücher von Fatima Mernissi gelesen. In ihrem Buch „Der Harem in uns. Die Furcht vor dem anderen und die Sehnsucht der Frauen“1 erzählt Mernissi von ihrer Kindheit in einem der letzten Harems in Fes, aufgewachsen streng abgeschirmt von der Außenwelt. Trotz dieses Erwachsenwerdens in einer vollkommen anderen Kultur und Welt erschien mir die Kindheit als sehr glücklich. Ein weiteres Buch von Mernissi, welches mich zu dieser Arbeit bewegt hat war „Islam und Demokratie. Die Angst vor der Moderne“.2 Fatima Mernissi wurde 1940 in Fes geboren und ist seit 1973 Beraterin der UNESCO zur Situation muslimischer Frauen. Sie lehrt derzeit als Soziologin an der Universität in Rabat. Auch in dieser Arbeit werden Bücher von Mernissi als Literaturquelle verwendet werden. Jedenfalls liegt mein Interesse daran, die Stellung der Frau im Koran näher zu betrachten. Was besagt der Koran über die Stellung der Frau in der islamischen Gesellschaft? Bezieht sich die islamische Gesellschaft wirklich auf die offenbarten Worte Gottes wenn es um die eingeschränkte Stellung der Frau geht? Gibt es einen Unterschied zwischen der Stellung der Frau im Islam und im Islamischen Fundamentalismus? Um diese Arbeit mit einem theoretischen Grundgerüst zu versehen, wird dabei auf die Theorie von Bassam Tibi zurückgegriffen. Vor allem anhand Bassam Tibi soll der Unterschied zwischen dem Islam als Religion und dem Islamischen Fundamentalismus herausgearbeitet, welches von grundlegender Wichtigkeit für den weiteren Verlauf der Arbeit ist. Für mich ist es interessant der Frage nachzugehen, welche Stellung der Frau gemäß dem Koran zukommt, ob die Realität in der islamischen Gesellschaft anders aussieht und ob hier wiederum Unterschiede zum gesellschaftlichen System des Islamismus bestehen.
1.1 Aufbau der Arbeit
Da im Zuge der Arbeit einige arabische Begriffe auftauchen werden, findet sich am Ende dieser Seminararbeit ein kurzes Glossar. Es wird aber versucht, die meisten Begriffe schon im Text zu erklären. Im ersten Kapitel werden einige relevante Grundlagen des Islams erklärt um einen Überblick zu bekommen. Insbesondere liegt dabei das Augenmerk auf dem Islamischen Recht.
Im zweiten Kapitel werden Begriffe wie Islam, Islamischer Fundamentalismus, Fundamentalismus und Islamismus definiert und versucht voneinander abzugrenzen. Als theoretische Basis wird dabei auf den Soziologen Bassam Tibi zurückgegriffen. Es soll möglichst objektiv und klar der Unterschied zwischen Islam und Islamismus herausgearbeitet werden. Dann wird versucht die Stellung der Frau im Koran, im Islam als Weltreligion und im Islamismus zu analysieren, wobei zu gleich anzumerken ist, dass das Kapitel über die Stellung der Frau im Islamismus relativ kurz gehalten wird, da eine objektive Darstellung der Materie fast nicht möglich schien. Im darauf folgenden Resümee werden die wichtigsten Punkte dieser Seminararbeit noch einmal wiederholt und zusammengefasst.
1.2 Quellen
Für die Abfassung der Arbeit wurde vor allem auf Sekundärliteratur und Internetquellen zurückgegriffen. Wichtige Grundlage sind die Arbeiten von Bassam Tibi.
2 Der Islam
Um die Stellung der Frauen im Islam näher zu untersuchen, ist es wichtig, einige Grundlagen über den Islam als Religion anzuführen. Diese Grundlagen sollen nur zum kurzen Überblick dargestellt werden, für weitere Informationen zu den jeweiligen Passagen kann auf die angeführten Literaturquellen zurückgegriffen werden. Ebenso wie Christentum und Judentum ist der Islam eine monotheistische Religion, die nur einen Gott kennt. Sein Name ist im Islam „Allah“ (übersetzt: der Gott schlechthin). Da noch niemand Allah anschauen durfte und seine Existenz mit menschlicher Vorstellungskraft nicht beschrieben werden kann, darf es auf der Welt auch kein Bild von ihm geben. Der Islam entstand als jüngste Weltreligion im 7. Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel. Der Islam erkennt Judentum und Christentum als seine Vorläufer an, durch den Propheten Mohammed will der Islam jedoch Missinterpretation und Fehlentwicklungen, die im Laufe der Zeit diese Religion verfälscht hatten, korrigieren und der Menschheit zum letzten Mal das authentische Wort Gottes verkünden. (vgl. www.wissen.de, 14.1.2005) Islam bedeutet „Ergebung, Hingabe, Unterwerfung, Gehorsam“ – aber auch „Frieden“. Als oberste Bedingung gilt im Islam der Gehorsam gegenüber Gott in Gedanken, Worten und Handlungen. Muslime sind Menschen, die den von Gott vorgezeichneten Weg beschreiten. Wichtig ist der Glaubenssatz „Ich bezeuge, dass es außer Allah keinen Gott gibt, und ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und sein Gesandter ist“. Dieser Glaubensatz muss nicht nur ausgesprochen werden, sondern auch innerlich bejaht werden um in die Gemeinde der Gläubigen aufgenommen zu werden. Im Arabischen nennt man diesen Glaubensatz Schahada, als das Zeugnis für die Existenz der Einheit Gottes. (vgl. Weiner (2002) 7-13) Die Einzigartigkeit des Gottes wird folgendermaßen im Koran zum Ausdruck gebracht „Und euer Gott ist ein einziger Gott, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erbarmer, dem Barmherzigen.“ (zit. Koran Sure 2,163)3 Diese Aussage richtet sich sowohl gegen die Vielgötterei der Mekkaner und gegen die Inkarnations- und Trinitätslehre der Christen. (vgl Lemmen (2002) 195)
Die Islamische Welt
[...]
1 Mernissi, Fatima (1995) Der Harem in uns. Die Furcht vor dem anderen und die Sehnsucht der Frauen. Herder
2 Mernissi, Fatima (2002). Islam und Demokratie. Die Angst vor der Moderne. Herder
3 Alle Koranzitate dieser Arbeit beziehen sich auf die deutsche Übersetzung des Korans, herausgegeben von Ahmad v. Denffer (nähere Angaben in der Literaturliste)
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