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Details

Veranstaltung: Die Anderen und die Fremden
Institution/Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen
Tags: Türken, Deutschland, Eine, Parallelgesellschaft, Anderen, Fremden
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 26
Note: 2.5
Literaturverzeichnis: ~ 36  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 286 KB
Archivnummer: V39227
ISBN (E-Book): 978-3-638-38058-4

Textauszug (computergeneriert)

Türken in Deutschland - Eine Parallelgesellschaft?

von: Jan Möller

 


1. Einleitung 1

2. Der Begriff der Parallelgesellschaft 2-4

2.1 Definition
2.2 Ursprung
2.3 Wandel

3. Türken in Deutschland

3.1 Einwanderungs- und Integrationspolitik 4-5

3.1.1Anwerbung und Abwerbung
3.1.2 Integrationsansätze

3.2 Zwischen zwei Kulturen: Türkisches Leben in Deutschland 5-17

3.2.1Türken in Deutschland: Eine homogene Gruppe?
3.2.2 Türkische Jugendliche in Deutschland
3.2.3 Die Bedeutung der Religion und Tradition
3.2.4 Türkische Parallelwelten in Deutschland?
3.2.5 Beidseitige Diskriminierung

3.3 Exkurs: Ein europäischer Islam 17

4. Assimilation, Integration, Parallelgesellschaft? Fazit und Ausblick 17-21

5. Anmerkungen 22

6. Literaturverzeichnis 23-24


 

1. Einleitung

In Deutschland leben gegenwärtig 1,9 Millionen Türken, von denen 90 % muslimischen Glaubens sind. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit eine Integration dieser großen Bevölkerungsgruppe in die bundesrepublikanische Gesellschaft bereits stattgefunden hat, sowie mögliche Integrationshemmnisse in der Vergangenheit und in der Gegenwart aufzuzeigen und zu analysieren. Des weiteren soll eine Antwort auf die Frage gegeben werden, ob der in den Medien zunehmend Verwendung findende Begriff der „Parallelgesellschaft“ eine zutreffende Bezeichnung für das Zusammenleben zwischen türkischer Minderheits- und deutscher Mehrheitsgesellschaft ist. Zu Beginn der Arbeit wird versucht werden, den zum Schlagwort verkommenen Begriff der „Parallelgesellschaft“ zu definieren. Es soll aufgezeigt werden, wie diese Bezeichnung entstand, was sie eigentlich bezeichnen soll, und inwiefern ein Bedeutungswandel zu beobachten ist.

Im Anschluss erfolgt ein kurzer Abriss der geschichtlichen Entwicklung der türkischen Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland. In einem nächsten Schritt sollen die Lebensumwelt und Lebenserfahrungen von Türken in Deutschland sowohl auf Grundlage empirischer Ergebnisse als auch exemplarisch aufgezeigt und analysiert werden. Ein Schwerpunkt wird dabei das Traditionsverständnis und die Religion sein, da diese bei oberflächlicher Betrachtung meist als bestimmende Determinanten einer Integrationsunfähigkeit aufgeführt werden. Da für ein friedliches, gemeinsames und freundschaftliches Zusammenleben in der Zukunft die heutige Jugend wegweisend ist, wird außerdem der Altersgruppe der 14-29 jährigen Türken besondere Beachtung geschenkt. Um eine eindimensionale Betrachtungsweise zu verhindern, wird auch untersucht werden, inwieweit die in Deutschland lebenden Türken als homogene Gruppe wahrzunehmen sind, und inwieweit es auch innerhalb der Minorität Differenzierungen gibt. Die Diskriminierungserfahrungen türkischer Mitbewohner werden, aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit, ebenso wie die besondere Rolle der Frau im islamischen Glauben nur am Rande angesprochen.

2. Der Begriff der Parallelgesellschaft

2.1 Definition

Das Wort der Parallelgesellschaft ist keine deutsche Eigenkreation, sondern weltweit als „parallel universe“ bekannt. Als Parallelgesellschaft wird „eine Gesellschaft oder Kultur, genauer: eine Minderheit bezeichnet, die sich ′neben′ und ′parallel zu′ der Hauptgesellschaft eines ′eigentlich′ einheitlichen Kulturkreises entwickelt hat. (…) Sie rekrutiert sich meist aus einer sich teilenden Minderheit, von der sich ein Teil der Mehrheitsgesellschaft stärker zuwendet, der andere sich ängstlich oder feindselig abgrenzt “1 Parallelgesellschaften entstehen, wenn eine Bevölkerungsgruppe eigene Wertvorstellungen aufweist und nicht integriert wird. 2 Synonym für die Parallelgesellschaft werden im Ausland die Begriffe der „gated communities“ und „mini-fortress“ genannt, welche eine strikte Abtrennung von der Mehrheitsgesellschaft noch anschaulicher werden lassen. 3

2.2 Ursprung

Das Wort „Parallelgesellschaft“ leitet sich vermutlich von Parallelwelt ab und findet seinen Ursprung in der technische n Wissenschaft und der Science Fiction. Es gibt, mathematisch komplizierte und fragwürdige Thesen, die besagen, dass neben dem uns bekannten Universum unendlich viele Paralleluniversen existent sein könnten.

2.3 Wandlung des Begriffs

In der Bundesrepublik fand in Folge des 11. September 2001 erstmals der Begriff der Parallelgesellschaft starken Eingang in die Medien. Niemand wäre vermutlich auf den Gedanken gekommen, der deutschen Gesellschaft die Schuld für die Anschläge auf das World Trade Center zu geben. Da einige Attentäter ihren Wohnsitz aber in Deutschland hatten, konnte man daraus folgern, dass es eine „Gesellschaft in (oder neben) der Gesellschaft“ geben müsse. Existiert eine Gesellschaft „neben“ der Gesellschaft, so ist sie nicht Bestandteil der eigentlichen Gesellschaft, sondern liegt außerhalb dieser. Eine solche „Parallelgesellschaft“ befreit (nicht nur) im Falle des 11. Septembers die Mehrheitsgesellschaft von Schuld. Obwohl sich der Begriff der Parallelgesellschaft in keiner Enzyklopädie oder einem soziologischen Wörterbuch findet, ist er Bestandteil politischer und soziologischer Diskurse. Es fehlt eine eindeutige, gültige Definition. Bassam Tibi sieht beispielsweise das Vorhandensein von Parallelgesellschaften als erwiesen an. Die mangelnde Akzeptanz der Minderheit als gleichberechtigte Bürger durch die Mehrheitsgesellschaft führt nach Tibi zur Bildung einer Parallelgesellschaft mit starker Diasporamentalität.4 Die Minderheitsgesellschaft setze Integration und Assimilation gleich, was zu einer ablehnenden Haltung gegenüber der fremden Unwelt führt.

Die Alternative zu einer Parallelgesellschaft sieht Tibi in einer „konsensuellen Wertegemeinschaft“.5 Die multikulturelle Gesellschaft hingegen wird von Tibi definiert als nebeneinander verschiedener Gesellschaften, also als Parallelgesellschaft. Heitmeier sieht in der Parallelgesellschaft eine Form der bewusst-negativen Segregation. Eine kulturelle Andersartigkeit wird, so Heitmeier, durch die Minderheitsgesellschaft betont und die Minorität grenzt sich bewusst aus.6 Der Begriff der Parallelgesellschaft erfuhr zuletzt durch die Ermordung des islam-kritischen, niederländischen Filmemachers Theo van Gogh durch einen Moslem einen neuerlichen Beachtungsschub. Die Bezeichnung „Parallelgesellschaft“ wird in Deutschland, anders als in anderen Ländern, ausschließlich im Bezug auf in Deutschland lebende Muslime angewandt.

3. Türken in Deutschland

3.1 Einwanderungs- und Integrationspolitik

3.11 Anwerbung und Abwerbung (1961 – 82)

[...]


1 http://de.wikipedia.org/wiki/parallelgesellschaft

2 Vgl. Tibi , Bassam: Islamische Zuwanderung: Die gescheiterte Integration. Stuttgart: DTV 2002. S.157.

3 Vgl. S.192 ebd.

4 Vgl. Tibi 2002 S.181.

5 Vgl. S.183 ebd.

6 http://db.swr.de/upload/manuskriptdienst/wissen/wi20040901_2682.rtf

Kommentare

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