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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 193 KB
Archivnummer: V39370
ISBN (E-Book): 978-3-638-38155-0
ISBN (Buch): 978-3-638-76252-6
Anmerkungen :
Es handelt sich hierbei um einen Vergleich zwischen der Kunst von Valie Export mit der von Cindy Sheman

Zusammenfassung / Abstract

Seit es die Pornographie im Film und im Fernsehen gibt, gibt es auch eine Gegenströmung in der bildenden Kunst. Da die Pornographie stereotype Bilder von der Frau und ihrem Körper gestaltet, sind die Künstler und vor allem die Künstlerinnen bemüht, das weibliche Geschlecht wieder von diesen Klischees zu befreien. In dieser Arbeit werden zwei verschiedene Künstlerinnen vorgestellt, die sich auf verschiedene Art und Weise mit der Pornographie beschäftigen. Beide versuchen, das Bild der Frau, wie es in der Pornographie geschaffen wurde, zu vernichten und den Frauen somit ihre Identität wiederzugeben. Ihr Weg zu diesem Ziel ist allerdings komplett verschieden. Während die eine die Revolution gegen die Frau als identitätslose Hülle unter Einsatz ihres eigenen Körpers begeht, versucht die andere durch schockierende Photographien von Puppenkörpern auf die Deformation des Blickes auf den Frauenkörper in der Pornographie aufmerksam zu machen. Bei den beiden Künstlerinnen handelt es sich um Valie Export und um Cindy Sherman, die zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichen Ländern die Gefahren der Pornographie für das weibliche Bewusstsein aufdecken und bekämpfen. Die vorgestellten Arbeiten von Valie Export und Cindy Sherman beschäftigen sich vor allem mit den Bildern, welche die Pornographie auf den weiblichen Körper projiziert. Sie sind entwickelt worden, um diese Bilder zu vernichten und so den Körper der Frau von bestehenden Klischees wieder reinzuwaschen. Mit welchen Mitteln sie dieses Vorhaben angehen und inwiefern der Kreuzzug gegen die Stereotypisierung der Frau ihnen glückt, wird in dem folgenden Text ansatzweise geklärt.

Textauszug (computergeneriert)

Antipornographie

von: Christina di Bartolomeo

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung 2

II. Valie Export 3

II.1. Lebenslauf 3
II.2. Valie Export: eine feministische Künstlerin 3
II.3. Das Tapp- und Tastkino 4
II.4. Die Aktionshose Genitalpanik 7

III. Cindy Sherman 9

III.1. Lebenslauf 9
III.2. Cindy Sherman als Kritikerin des Frauenbildes in den Medien 10
III.3. Untitled # 255 11
III.4. Untitled #258 12

IV. Vergleich der beiden Künstlerinnen 14

V. Valie Export und Cindy Sherman als feministische Künstlerinnen 16

VI. Konklusion 18

Literaturverzeichnis 20

Abbildungen 22



 

I. Einleitung :

Seit es die Pornographie im Film und im Fernsehen gibt, gibt es auch eine Gegenströmung in der bildenden Kunst. Da die Pornographie stereotype Bilder von der Frau und ihrem Körper gestaltet, sind die Künstler und vor allem die Künstlerinnen bemüht, das weibliche Geschlecht wieder von diesen Klischees zu befreien. In dieser Arbeit werden zwei verschiedene Künstlerinnen vorgestellt, die sich auf verschiedene Art und Weise mit der Pornographie beschäftigen. Beide versuchen, das Bild der Frau, wie es in der Pornographie geschaffen wurde, zu vernichten und den Frauen somit ihre Identität wiederzugeben. Ihr Weg zu diesem Ziel ist allerdings komplett verschieden. Während die eine die Revolution gegen die Frau als identitätslose Hülle unter Einsatz ihres eigenen Körpers begeht, versucht die andere durch schockierende Photographien von Puppenkörpern auf die Deformation des Blickes auf den Frauenkörper in der Pornographie aufmerksam zu machen.

Bei den beiden Künstlerinnen handelt es sich um Valie Export und um Cindy Sherman, die zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichen Ländern die Gefahren der Pornographie für das weibliche Bewusstsein aufdecken und bekämpfen. Valie Export schreibt 1985: wir [müssen] davon ausgehen, daß es den natürlichen Körper der Frau nicht gibt [weil] die Frau [bedeckt ist] von Bildern, von Projektionen, von Codes.1 Dieses Zitat verdeutlicht die Notwendigkeit, die beide Künstlerinnen verspüren, den weiblichen Körper von denn genannten “Codes“ wieder zu befreien und ihm seine Natürlichkeit zurückzugeben. Die im folgenden Text vorgestellten Arbeiten von Valie Export und Cindy Sherman beschäftigen sich vor allem mit den Bildern, welche die Pornographie auf den weiblichen Körper projiziert. Sie sind entwickelt worden, um diese Bilder zu vernichten und so den Körper der Frau von bestehenden Klischees wieder reinzuwaschen. Mit welchen Mitteln sie dieses Vorhaben angehen und inwiefern der Kreuzzug gegen die Stereotypisierung der Frau ihnen glückt, wird in dem folgenden Text ansatzweise geklärt.

II. Valie Export:

II.1. Lebenslauf

Valie Export wurde 1940 im österreichischen Linz geboren. Von 1956-1959 studierte sie erst an der Kunstgewerbeschule in Linz bevor sie von 1960-1964 ihr Studium an der höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilienindustrie in der Abteilung Design fortsetzte. Ihre künstlerische Arbeit setzt sich unter anderem aus Videos, Installationen, Body Performances, Expanded Cinema, Computerarbeiten, Photographien, Skulpturen und Publikationen zur zeitgenössischen Kunstgeschichte zusammen. Seit 1995 ist sie Professorin für Multimedia-Performance an der Kunsthochschule für Medien in Köln2. Seit den sechziger Jahren benutzt Valie Export ihren Körper als Material um private und öffentliche Identitätsbilder darzustellen. Dabei analysiert und kritisiert sie vor allem die Rolle, die dem weiblichen Körper in den Medien auferlegt wird.3 Die zwei Body-Performances, welche auf das Thema Pornographie besonders zugeschnitten und somit für diese Arbeit ausschlaggebend scheinen, sind das Tapp- und Tastkino und die Aktionshose Genitalpanik.

II.2. Valie Export: eine feministische Künstlerin

Als Valie Export in den sechziger Jahren mit der Wiener Avantgarde und dem Aktionismus in Berührung kommt, erkennt sie, dass diese Domänen fast ausschließlich von Männern repräsentiert werden. Sie erkennt die Notwendigkeit, die weibliche Ehr fahrung in die Kunst einzubringen und die patriarchalische Ordnung dort zu durchbrechen. Aus ihren Versuchen die Frau aus ihrer Rolle der, von den Männern geschaffenen und dominierten Ware, zu befreien, entwickelt sie ein großes politisch- feministisches Engagement.4 Aus diesem politischen Engagement resultieren sowohl das Tapp- und Tastkino als auch die Aktionshose Genitalpanik. Beide Aktionen sollen über das Verdinglichen des weiblichen Körpers aufklären und gleichzeitig Kritik an diesem Zustand üben. Die Existenz der Frau als Projektionsfläche der männlichen Wünsche soll durch derartige Body-Performances zerstört werden.

Dadurch, dass Valie Export ihren eigenen Körper als Material benutzt, versucht sie einen neuen Blickwinkel auf den weiblichen Körper herzustellen und somit die von der Pornographie und von den Medien geschaffenen Bilder der stereotypen Frau zu vernichten und zu ersetzen.

Zudem stellt die Inszenierung mit dem eigenen, weiblichen Körper eine Revolte gegen diesen als Objekt männlicher Künstler dar, denn diese verwendeten den Frauenkörper oftmals als Material ihrer eigenen Performanes oder aber als Modell für ihre Bilder5. Valie Export setzt sich also auch in diesem Sinne gegen das Verdinglichen des weiblichen Körpers zur Wehr. Die Performances der Künstler, die sich nach der Tradition der Wiener Aktionisten mit ihrem Körper auseinandersetzen, gewinnen in den sechziger und siebziger Jahren zunehmend an Popularität. Sie gelten als ein Medium, welches keinen Vermittler braucht, sondern die Anwesenden unmittelbar anspricht. Sie finden an einem bestimmten Zeitpunkt, an einem festgelegten Ort statt und tragen ihre Auswirkungen in den Köpfen der Anwesenden. Allerdings erreichen sie erst durch Film, Photographie, Video und Presse ein breites Publikum. Da es Valie Export mit ihren feministischen Performances darum geht, möglichst viele Leute auf das verzerrte Bild des weiblichen Körpers in den Massenmedien aufmerksam zu machen, ist sie auf solche Vermittler angewiesen. 6

II.3. Das Tapp- und Tastkino

[...]


1 Anja Zimmermann : Skandalöse Bilder Skandalöse Körper ; Abject Art vom Surrealismus bis zu den Culture Wars. Reimer Verlag GmbH, Berlin 2001. S. 123

2 www.khm.de/personen/staff/expor_d.htm

3 www.kunstmuseum.ch/andereorte/portraits/vexport/verkorper.htm

4 Margarete Lamb -Faffelberger, Valie Export und Elfriede Jelinek im Spiegel der Presse : Zur Rezeption der feministischen Avantgarde Österreichs (Austrain culture ; vol. 7) Peter Lang Publishing, New York 1992. S. 119

5 Anja Zimmermann, S. 101

6 Ruhrberg, Schneckenburger, Fricke, Honnef : Kunst des 20. Jahrhunderts. Hrsg. : Ingo F. Walther. Benedikt Taschen Verlag GmbH, Köln 2000. S. 601 f.

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