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Seminararbeit, 1997, 21 Seiten
Autor: Christoph Koch
Fach: Soziologie - Klassiker, Grundlagen und Theorierichtungen
Details
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Soziologie)
Tags: Biographie, Etablierter oder Außenseiter?, Zivilisationsprozeß, Prinzip der affektiven Bindung
Jahr: 1997
Seiten: 21
Note: 1
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-12446-1
ISBN (Buch): 978-3-638-75637-2
Dateigröße: 219 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Inhaltsverzeichnis: 1. Einleitung 2. Biographie 3. Norbert Elias - Etablierter oder Außenseiter? 3.1 Momente der Integration 3.2 Momente der Distanz 4. Hauptkonzepte von Norbert Elias 4.1 Zivilisationsprozeß 4.1.1 Psychogenese 4.1.2 Soziogenese 4.2 Prinzip der affektiven Bindung 5. Fazit Literaturverzeichnis
Textauszug (computergeneriert)
Einführung in Leben und Werk von Norbert Elias
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Biographie
3. Norbert Elias - Etablierter oder Außenseiter?
3.1 Momente der Integration
3.2 Momente der Distanz
4. Hauptkonzepte von Norbert Elias
4.1 Zivilisationsprozeß
4.1.1 Psychogenese
4.1.2 Soziogenese
4.2 Prinzip der affektiven Bindung
5. Fazit
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Norbert Elias - sein Leben lang hat dieser Soziologe versucht, Grenzen zu überwinden. Die künstliche Trennung von einzelnen Wissenschaftsgebieten wie Psychologie, Soziologie, Geschichte oder Ökonomie aufzuheben, war sein oberstes Ziel und durchzieht sein gesamtes Werk. Sein Vorhaben war eine universale Theorie über die Menschheit - und vor allem deren Entwicklung - aufzustellen, in der Aspekte verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen ihre Platz finden.
Diese Arbeit wird sich mit Norbert Elias′ Leben und seinen wichtigsten Werken und Thesen beschäftigen. Es gibt viele Gründe, die eine Beschäftigung mit diesem Soziologen äußerst lohnend machen: Zum einen überzeugt sein interdisziplinärer Ansatz, mit dem er ständig über den Tellerrand der Soziologie schaut, und der große Eifer, mit dem er sich selbst im hohen Alter noch den verschiedensten Fragen der menschlichen Kultur annahm. Zum anderen, weil er trotz vieler wichtiger Erkenntnisse und Beobachtungen nach wie vor eine Art Schattendasein sowohl im wissenschaftlichen, wie auch im ‚alltäglichen´ Soziologiediskurs führt: Während Namen wie Adorno, Habermas oder Luhmann auch Leuten ein Begriff ist, die sich nicht dem Studium der Soziologie widmen, erntet man auf die Erwähnung Elias′ Namen hin meist nur ein Schulterzucken. Das ist gleichermaßen schade und unbegründet, aber auch ein Zeichen dafür, daß Elias′ Vorhaben, eine Zentraltheorie der ‚Menschenwissenschaften′ zu entwerfen, eine eher undankbare Aufgabe ist.
Auf den folgenden Seiten soll nun zunächst Norbert Elias′ Leben beleuchtet werden: Sein Studium in Deutschland, seine Emigration, sein langes Außenseitertum und schließlich sein doch noch plötzlich ansteigender Bekanntheitsgrad. Die Beschäftigung mit seiner Biographie erscheint mir unverzichtbar, um sein Werk (vor allem seine Beschäftigung mit der Außenseiterproblematik) angemessen deuten zu können. Im Anschluß an den biographischen Teil wird genau diese Außenseiterproblematik thematisiert und die Frage gestellt werden, ob man Elias so ohne weiteres als ‚outsider´ bezeichnen kann, oder am Ende nicht doch etablierter und integrierter ist / war, als er selbst und seine Umwelt das annahmen.
Ein großer Teil dieser Arbeit soll dann schließlich seinen Hauptkonzepten gewidmet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei natürlich seine Gedanken zum Zivilisationsprozeß, zur Gesellschaftsbildung und zum Vorrücken der Scham- und Peinlichkeitsgrenzen. Denn gerade die Entwicklung der Menschheit, die ständige Veränderung von Normen und Regeln - von dem, ‚was man als normal ansieht´, was ‚man darf´ oder auch nicht - sind die zentralen Punkte, um die Elias′ Überlegungen kreisen.
Ein weiteres Kapitel erläutert mit dem ‚Prinzip der affektiven Bindung´ ein anderes wichtiges Konzept des Universalisten. Hier geht es um sein Bild des ‚offenen Menschen´, der nur in Verbindung mit anderen Menschen existieren kann, über die er mit sogenannten ‚Valenzen´ verbunden ist.
Im letzten Kapitel wird schließlich eine Art Fazit gezogen und Norbert Elias′ Thesen kritisch reflektiert und auf ihre aktuelle Anwendbarkeit hin überprüft. Mit der zunehmenden Rezeption seiner Werke in den letzten beiden Jahrzehnten, wuchs natürlich auch die Zahl derer, die mit seinen Aussagen nicht einverstanden waren, sie mißverstanden oder zu widerlegen versuchten. So sprach zum Beispiel Hans Peter Duerr vom "Mythos vom Zivilisationsprozeß" und widersprach darin zahlreichen Thesen, die Elias in seinem Hauptwerk "Über den Prozeß der Zivilisation" gemacht hatte.
Für mich persönlich sind die Werke von Norbert Elias vor allem deshalb interessant, weil er sich (wie er es auch von der gesamten Soziologie fordert) nicht mit rein theoretischen Konstruktionen beschäftigt und sein Leben damit verbracht hat, höchst komplexe Gedankengebäude zu entwerfen, sondern sich mit dem befaßt, was die Soziologie eigentlich ausmachen sollte: Mit Menschen und ihrem Handeln, ihrem Wesen, ihren Beweggründen und Verhaltensmustern.
Wie der Titel "Einführung in Leben und Werk von Norbert Elias" bereits andeutet, soll diese Arbeit eher einen zusammenfassenden und vorstellenden Charakter haben. Ich habe mich bei der Erstellung darum bemüht, Elias Gedanken auch für Leser verständlich darzustellen, die noch keines seiner Bücher kennen, seinen Lebensweg vorzustellen und seine wichtigsten Ansätze zusammenzufassen. Auf detaillierte Betrachtungen zu speziellen Einzelaspekten seiner Theorien wurde daher aus Platz- und Zeitgründen verzichtet, ich habe mich statt dessen um einen möglichst großen Überblick - gewissermaßen aus der ‚Makroperspektive´ - bemüht
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