Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Liane Finck
Fach: Biologie - Didaktik
Details
Tags: Unterricht, Erfahrungs-, Handlungsfeld, Außerschulische, Lernorte
Jahr: 2004
Seiten: 20
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 219 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38205-2
Dies ist eine Ausarbeitung zur Prüfungsvorbereitung in Fachdidaktik Biologie zu außerschulischen Lernorten mit speziellem Teil zum Zoologischen Garten.
Textauszug (computergeneriert)
Unterricht als Erfahrungs- und Handlungsfeld –
Außerschulische Lernorte
von: Liane Finck
Inhaltsverzeichnis
1. Was versteht man unter Unterricht als Erfahrungs- und Handlungsfeld?
2. Was versteht man unter außerschulischen Lernorten?
3. Welchen Sinn/Bedeutung haben Lernorte außerhalb des Klassenzimmers?
3.1 Aus reformpädagogischer Sicht
3.2 Aus heutiger schulpädagogischer Sicht
3.2.1 Speziell für den Biologieunterricht
4. Wo liegen mögliche Probleme/Schwierigkeiten beim außerschulischen Unterricht?
5. Welche außerschulischen Lernorte sind im BU möglich?
5.1 Naturnahe und naturferne Lernorte
5.2 Didaktisch gestaltete Lernorte
5.2.1 Beispiel: Zoologische Gärten und Tierparks
6. Durchführung
6.1 Wie kann ein Unterrichtsgang in eine Unterrichtseinheit eingebunden werden?
6.2 Wie soll ein Unterrichtsgang ablaufen?
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Heutzutage macht ein Großteil der Kinder weniger Primärerfahrungen, also Erfahrungen, die aus eigenen Sinneseindrücken gewonnen werden, als das früher der Fall war (durch gestiegenen Medienkonsum, veränderten Familienverhältnissen etc). Wenn Schüler heutzutage von Informationen überflutet werden und ihre Erfahrungen häufig aus zweiter Hand stammen, ist es Aufgabe der Schule, an diese Erfahrungen, die Kinder durch den Umgang mit Personen, Lebewesen und Sachverhalten sammeln und die einen Teil der Lebenswelt der Kinder darstellen, anzuknüpfen, sie aber auch kritisch zu reflektieren und aufzuarbeiten.
In diesem Zusammenhang wird oft von einer ,,Öffnung der Schule" und Handlungsorientierung gesprochen. In der Biologiedidaktik wird großer Wert auf die originale Begegnung gelegt, deshalb sollen Schule und die außerschulische Umgebung in einer Beziehung zueinander stehen. Dies kann realisiert werden durch das Hinausgehen in die Lebensräume der Natur oder Stadt, also das Aufsuchen von außerschulischen Lernorten (Eschenhagen et al 2001, S. 398) Wenn Schule ihren Bildungsauftrag ernst nimmt, muss sie auf die veränderte Entwicklung der Kinder reagieren und versuchen, kompensatorisch zu wirken, auch wenn Defizite sicherlich nicht komplett durch die Schule ausgeglichen werden können. Sie darf nicht nur Buchwissen vermitteln, sondern muss auch primäre Erfahrungen ermöglichen, die im Unterricht mit Sekundärerfahrungen, also Informationen über Erfahrungen verbunden werden.
Weil es auch zum großen Teil Naturerfahrungen sind, die vielen Kindern fehlen, sollte Schule die Gelegenheit geben, Natur im Unterricht zu erleben. Dazu ist kaum eine Methode besser geeignet, als das Aufsuchen außerschulischer Lernorte durch das Hinausgehen in die Natur. Zusätzlich können viele ökologische Lerninhalte und Arbeitsweisen durch den Unterricht im Freiland erschlossen werden (Eschenhagen et al 2001, S. 398). Anhand des Beobachtens ökologischer Phänomene werden Erlebnisse ermöglicht, die durch Sinneseindrücke gewonnen werden. Ausgehend davon können Anknüpfungsmöglichkeiten zum allgemeineren Verstehen ökologischer Zusammenhänge gesucht werden. Es werden also primäre Naturerfahrungen mit Sekundärerfahrungen in Form von überliefertem Wissen verbunden.
2. Was versteht man unter außerschulischen Lernorten?
Bei den Begriffen außerschulischer Lernort bzw. Lernort außerhalb des Klassenzimmers geht es darum ,,schulisches und außerschulisches Lernen zu verbinden, indem der Klassenraum verlassen wird, um Lernräume aufzusuchen und Erfahrungsräume zu erkunden." (Burk/Claussen 1980, S.1)
Das Unterrichten außerhalb des Schulgebäudes kann dabei jede Lernsituation betreffen, die nicht im Schulgebäude gegeben ist, die aber in Verbindung mit dem Unterricht steht (Eschenhagen et al 2001, S. 201) Ein Gang über das Schulgelände mit der Absicht, die Früchte einiger Bäume und Sträucher kennen zu lernen, fällt ebenso unter diesen Begriff wie der Besuch eines Umweltzentrums oder die Besichtigung einer Kläranlage. Anlässe und Lernorte sind beim außerschulischen Unterricht demzufolge ausgesprochen vielgestaltig.
Daraus wird deutlich, dass sich Lernen nicht auf das Schulgebäude beschränken muss, sondern auch an anderen Orten stattfinden kann. Es mag banal klingen, dass jeder Mensch auch außerhalb der Institution Schule lernt. Schließlich kann es an jedem Ort zu Lernprozessen kommen, und man kann Erfahrungen sammeln. Aber das Aufsuchen von außerschulischen Lernorten kann auch in den üblichen Schulunterricht integriert werden.
Außerschulisches Lernen heißt, dass Lerninhalte, -ziele und Problemstellungen dort bearbeitet werden, wo man sie unmittelbar sehen, beobachten und befragen kann.
Eine allgemeine Terminologie zum außerschulischen Unterricht gibt es allerdings nicht. Denn die Bezeichnungen „Exkursion“ (Unterrichtsgang, Lerngang, Lehrwanderung), „Erkundung“, „Freilandunterricht“ und „außerschulischer Unterricht“ werden synonym verwendet. Jedoch ist der traditionelle Terminus „Exkursion“ für die Besichtigungen von Institutionen und Besuchen von Umweltzentren nicht gebräuchlich. Im Folgenden werden alle Formen des Unterrichtens außerhalb der Schule unter der Sammelbezeichnung „außerschulischer Unterricht“ zusammengefasst (Eschenhagen et al 2001, S. 201).
Nach der Dauer des außerschulischen Unterrichts werden unterschieden:
- ein – bis zweistündige Unternehmungen, die meistens an Lernorten in der näheren Schulumgebung durchgeführt werden und ein eng begrenztes Thema behandeln (z.B. auf dem Schulgelände oder im Schulgarten),
- halb – bis ganztägige Unternehmungen, die die Möglichkeit bieten, eine umfassende Untersuchung eines Biotops oder den Besuch eines Zoos durchzuführen,
- mehrtägige Studienfahrten (z.B. Schullandheimaufenthalte) auf denen komplexe und fächerübergreifende Themen bearbeitet werden können.
3. Welchen Sinn/Bedeutung haben Lernorte außerhalb des Klassenzimmers?
Die Forderung nach dem ,,Verlassen der Übungsräume" hat eine lange schulpädagogische Tradition. Die so genannte Freiluft-Schule, wie sie von Freinet befürwortet wurde, unterstützten andere namhafte Reformpädagogen, wie Rousseau, Pestalozzi und Petersen. Die Begründungen der Reformpädagogik für das Lernen vor Ort sind auch heute immer noch brisant und aktuelle Entwicklungen steigern noch die Bedeutung außerschulischen Lernens (Burk/Claussen 1980, S. 16ff).
3.1 Aus reformpädagogischer Sicht
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: