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Autor: Diana Thiele
Fach: Wirtschaft - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Details
Tags: Teilnehmende, Beobachtung, Vor-, Nachteilen
Jahr: 2005
Seiten: 10
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 147 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38244-1
Textauszug (computergeneriert)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich 03: Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
zur Übung „Lehr-Lern-Forschung I“
3. Semester
Teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtung
mit ihren Vor- und Nachteilen
von: Diana Thiele
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung 1
2. Die Beschreibung der teilnehmenden und der nicht-teilnehmenden Beobachtung 2
3. Die Vor- und Nachteile der teilnehmenden und der nicht-teilnehmenden Beobachtung 4
3.1. Die Vor- und Nachteile der teilnehmenden Beobachtung 4
3.2. Die Vor- und Nachteile der nicht-teilnehmenden Beobachtung 5
4. Die ethischen Aspekte der Beobachtung 6
Literaturverzeichnis 8
1. Problemstellung
Beobachtung ist für alle Menschen ein Wort des alltäglichen Sprachgebrauchs. Jeder Mensch beobachtet und wird beobachtet. Doch handelt es sich dabei um nicht-wissenschaftliche Beobachtung, „[…] d. h. ein ungesteuertes und nicht ‚vorsortiertes’ Betrachten ohne besondere Fragestellung“ (Greve/Wentura, 1991, S. 18). Im Folgenden ist jedoch die wissenschaftliche Beobachtung gemeint. „[Die wissenschaftliche] Beobachtungsmethode ist definiert als Selektion, Provokation, Protokollierung und Codierung derjenigen Menge von Verhalten und Gegebenheiten im Hinblick auf Organismen in Situationen, die mit den empirischen Zielen übereinstimmt“ (Weick, 1968, S. 360, zit. n. Friedrichs, 1990, S. 269). Es gibt verschiedene Formen der Beobachtung, die sich durch fünf Dimensionen unterscheiden. Eine wichtige Dimension der Beobachtung ist der Grad der Aktivität des Beobachters, d. h. nimmt der Beobachter am Handlungsgeschehen teil oder nicht1. Diese Arbeit versucht den Unterschied zwischen Teilnahme und Nicht-Teilnahme an der zu beobachtenden Situation herauszustellen. Es soll die Frage beantwortet werden, welche Beobachtungsmethode sich für welche Untersuchungen eignet. Hierfür werden in Kapitel 2 die beiden Beobachtungsformen im Speziellen beschrieben und die Voraussetzungen und Anwendungsbereiche genannt, des Weiteren wird auf die Rolle des Beobachters eingegangen und Kriterien für die Wahl der Beobachtungsform aufgezeigt.
Nachdem in Kapitel 2 ein Überblick gewonnen wurde, werden in Kapitel 3 die beiden Beobachtungsformen kritisch beleuchtet. Es werden zuerst die Vor- und Nachteile der teilnehmenden Beobachtung in Kapitel 3.1 und danach die Vor- und Nachteile der nicht-teilnehmenden Beobachtung in Kapitel 3.2 dargestellt. Die teilnehmende Beobachtung, wie auch die nicht-teilnehmende Beobachtung, als Formen der wissen- schaftlichen Beobachtung, beinhalten viele Vor- und Nachteile, die den allgemeinen Problemen wissenschaftlicher Beobachtung zuzuordnen sind 2. Diese Arbeit beschränkt sich jedoch auf die wesentlichen Vor- und Nachteile, die sich aus der jeweiligen Form ableiten.
Ein Problem soll hier bereits angesprochen werden – die ethische Rechtfertigung der Beobachtung. Es stellt sich die Frage, wann eine wissenschaftliche Beobachtung als ethisch gerechtfertigt gilt. In Kapitel 4 wird versucht eine Antwort auf diese Frage zu geben. Dies ist ein sehr wicht iges Thema, mit dem sich jeder Beobachter auseinandersetzen muss und darf daher hier nicht unberücksichtigt bleiben. Der Forscher, egal ob teilnehmender oder nicht-teilnehmender Beobachter, muss sich die ethischen Aspekte vor Augen führen, damit er nicht Gefahr läuft ethische oder gesetzliche Grenzen zu überschreiten.
2. Die Beschreibung der teilnehmenden und der nicht-teilnehmenden Beobachtung
Ausgehend von der systematischen, d. h. der wissenschaftlichen Beobachtung, wird nach strukturierter und unstrukturierter Beobachtung unterschieden. 3 Diese beiden Formen werden weiter in teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtung4 unterschieden. Bei der nicht-teilnehmenden Beobachtung übernimmt der Forscher nur die Aufgabe der Beobachtung (z. B. Beobachtung durch einen Einwegspiegel), wohingegen bei der teilnehmenden Beobachtung der Beobachter in das Handlungsfeld integriert ist. In diesem Fall ist der Beobachter mit zwei Rollen konfrontiert. Zum einen mit der Rolle des Teilnehmers im Handlungsfeld und zum anderen mit der Rolle des Beobachters (vgl. Sumaski 1977, S. 52). Auf die hieraus resultierenden Probleme wird in Kapitel 3.1 eingegangen.
[...]
1 Weitere Dimensionen sind die Unterscheidung nach verdeckt oder offen, nach systematisch oder unsystematisch, nach natürlicher oder künstlicher Situation und nach Selbst– oder Fremdbeobach- tung (vgl. Friedrichs, 1990, S. 272 – 273).
2 Hierzu zählen u. a. Aspekte wie Objektivität, Reliabilität, Validität, Wahl der Beobachtungseinheiten usw., die in der entsprechenden Fachliteratur ausführlich beschrieben werden (vgl. z. B. Grümer 1974, S. 54 – 60).
3 Die Unterscheidung nach strukturiert und unstrukturiert bildet die zwei Hauptgruppen der systematischen Beobachtung (vgl. Sumaski 1977, S. 50-52).
4 In der Fachliteratur werden auch die Begriffe aktiv-teilnehmende und passiv-teilnehmende Beobachtung verwendet.
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