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Die Satzarten und ihre grammatische Darstellung am Beispiel verschiedener Grammatiken

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 21 Pages
Authors: Magister Justyna Wieczorek-Hecker, Piotr Sankowski
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 2.3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V39533
ISBN (E-book): 978-3-638-38274-8
ISBN (Book): 978-3-638-84313-3
File size: 187 KB

Abstract

Die beiliegende Arbeit hat die Aufgabe, sich mit der Problematik der deutschen Satzarten kritisch auseinander zu setzen. Das angesprochene grammatische Phänomen wird anhand drei unterschiedlichen Grammatiken ausgearbeitet, und zwar nach: "Duden-Grammatik" von Peter Eisenberg, "Deutsche Grammatik" von Helbig /Buscha und "Einführung in die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache" von Sommerfeld/Starke. In der Ausarbeitung werden die Bezeichnungen: Duden, Helbig/Buscha und Sommerfeld /Starke als Kurztitel der betreffenden Werke verwendet. Das Hauptproblem bei der Beschreibung von Satzarten besteht darin, dass die Grammatiken von verschiedenen Definitionen des Satzes ausgehen, die dann jeweils auf die spezifische Darstellung der Satzarten Auswirkungen haben. Die entscheidende Frage für unsere Ausarbeitung ist es also, von welchen Kriterien der Darstellung des Satzes, von den formalen oder semantischen, in den untersuchten Lexika ausgegangen wird. Auf Grund der zentralen Position des Satzes in unserem Thema wird in der vorliegenden Arbeit zunächst seine Struktur und Definition erörtert. Danach folgen die Aufgliederung und Charakteristik der Satzarten in einzelne Kapitel.


Excerpt (computer-generated)

Die Satzarten und ihre grammatische Darstellung

von: Justyna Wieczorek-Hecker und Piotr Sankowski

 


INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG 3

Kapitel 1
DER SATZ ALS EINHEIT DER SPRACHE UND REDE 4

Kapitel 2
PROBLEMATIK DER SATZARTEN 6

Kapitel 3
AUSSAGESATZ (DEKLARATIVSATZ) 8

Kapitel 4
FRAGESATZ (INTERROGATIVSATZ) 9

Kapitel 5
DER AUFFORDERUNGSSATZ (IMPERATIVSATZ) 13

Kapitel 6
DER WUNSCHSATZ (DESITERATIVSATZ) 16

Kapitel 7
DER AUSRUFESATZ (EXLAMATIVSATZ) 17

Kapitel 8
ZUSMMENFASSUNG - TRANSPOSITIONEN DER SATZARTEN 19

LITERATURVERZEICHNIS 21

 


EINLEITUNG

Die beiliegende Arbeit hat die Aufgabe, sich mit der Problematik der deutschen Satzarten kritisch auseinander zu setzen. Das angesprochene grammatische Phänomen wird anhand drei unterschiedlichen Grammatiken ausgearbeitet, und zwar nach: Duden-Grammatik von Peter Eisenberg, Deutsche Grammatik von Helbig /Buscha und Einführung in die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache von Sommerfeld/Starke. In der Ausarbeitung werden
die Bezeichnungen: Duden, Helbig/Buscha und Sommerfeld /Starke als Kurztitel der betreffenden Werke verwendet.

Das Hauptproblem bei der Beschreibung von Satzarten besteht darin, dass
die Grammatiken von verschiedenen Definitionen des Satzes ausgehen, die dann jeweils auf die spezifische Darstellung der Satzarten Auswirkungen haben. Die entscheidende Frage für unsere Ausarbeitung ist es also, von welchen Kriterien der Darstellung des Satzes, von den formalen oder semantischen, in den untersuchten Lexika ausgegangen wird.

Auf Grund der zentralen Position des Satzes in unserem Thema wird in der vorliegenden Arbeit zunächst seine Struktur und Definition erörtert. Danach folgen die Aufgliederung und Charakteristik der Satzarten in einzelne Kapitel.

Die Hausarbeit wurde von den Studenten Justyna Wieczorek-Hecker und Piotr Sankowski gefertigt. Die ersten vier Kapitel sind von Frau Wieczorek-Hecker ausgearbeitet worden, mit den letzten drei Kapiteln und der Zusammenfassung hat sich Herr Sankowski beschäftigt.

Kapitel 1

DER SATZ ALS EINHEIT DER SPRACHE UND REDE

Eine wissenschaftlich allgemein akzeptierte Satzdefinition gibt es nicht. „Die Frage ‚Was ist ein Satz?’ gehört zu den prominentesten Fragen der Sprachwissenschaft, und zwar deshalb, weil ihre Beantwortung jede Theorie vor grosse Probleme stellt und weil man heute von einem Konsens über die Beantwortung dieser Frage weiter entfernt ist denn je. Es gibt mehrere linguistische Arbeiten, die sich nur mit der Frage beschäftigen, warum diese Frage so schwierig ist, [...] Satzdefinitionen zu sammeln und von jeder nachzuweisen, dass sie nicht hieb- und stichfest ist.“ (Linke/Nussbaumer/Portmann 1996, S. 79)

Die Schwierigkeit des Definierens des Satzes ist mit der Komplexität des Phänomens verbunden. Der Satz kann nämlich auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden, nach Hentschel / Weydt (1994, S. 303 - 304) kann er aufgefasst werden als:
1. logisch-kognitive Einheit;
2. philosophisch-kognitive Einheit;
3. grammatisch oberste Einheit;
4. relativ selbständiger syntaktischer Komplex;
5. grammatische Einheit mit Prädikat und Subjekt;
6. Ausdruck einer vollständigen Mitteilung;
7. Entsprechung eines Sprechaktes;
8. intonatorisch abgeschlossene Einheit;
9. sprachliche Einheit, die von einem Verb bestimmt ist.

Wenn man ein Satz definieren will, ist es unmöglich die allen Ebenen
auf einmal zu berücksichtigen. In der Linguistik wird oft eine konsequente Differenzierung des Satzes als Einheit der Sprache und der Rede dargestellt, was weiterhin dazu führt, dass in vielen syntaktischen Denkmodellen Satz und Äußerung als formales Konstrukt der Grammatik (Satz) bzw. Ergebnis seiner Aktualisierung in der Rede (Äußerung) unterschieden werden. (vgl. Moskalskaja 1978, S. 26-27)

Mit anderen Wörtern werden Äußerungen als kommunikative Einheiten, die in der ersten Linie nach ihrem Verständigungszweck zu bewerten sind und Sätze als grammatische Einheiten, die nach ihrer Korrektheit zu beurteilen sind, beschrieben. (vgl. Engel 1996, S. 179)

Duden (1998, S. 609) beschreibt die Sätze als „... sprachliche Einheiten, die relativ selbständig und abgeschlossen sind. Sie bauen sich aus kleineren sprachlichen Einheiten auf, die ihrerseits auch schon einen gewissen Selbständigkeitsgrad haben, aus Wörtern und gegliederten Wortgruppen ...“. Im folgenden wird die relative Selbständigkeit und die Geschlossenheit von Sätzen unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet, und zwar:
- formal gesehen haben sie einen bestimmten grammatischen Bau, der hauptsächlich vom Verb bestimmt ist;
- inhaltlich sind sie als relativ abgeschlossen gemeint und verstehbar;
- phonetisch sind sie – in gesprochener Sprache – durch ihre Stimmführung als relativ abgeschlossen gekennzeichnet. In geschriebenen Texten übernehmen die Aufgabe der Stimmführung die Satzschlusszeichen, wie Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen. Sie kennzeichnen den Satz als abgeschlossen und legen zugleich eine bestimmte Stimmführung nahe. (vgl. ebd.)

Nach Duden wird in der Syntax der erste Gesichtspunkt hervorgehoben und
die zwei anderen spielen eher eine marginale Rolle. Unter den genannten Anschauungskriterien werden sprachliche Einheiten als Sätze betrachtet, das heißt an eine sprachliche Einheit wie z. B. Ich komme morgen stellt man die Frage: Wie ist sie aufgebaut?

Andererseits gibt es Fragen, die nicht auf die sprachliche Struktur zielen, sondern „... auf den weiteren Zusammenhang der menschlichen Verständigung mittels Sprache, eingeschlossen sprachliche Mittel, Sprecher/Schreiber und Hörer / Leser, Kontext, Erwartungen an die Situation, Absichten und Wirkungen, die erzeugt werden.“ (Duden, 1984, S. 560) Unter solcher Fragestellung werden Äußerungen bestimmt; die linguistische Teilwissenschaft, die sich damit beschäftigt, heißt Pragmatik. Um es nochmals zu betonen, der Unterschied zwischen Syntax und Pragmatik besteht darin, „... daß sie sich äußerlich gleiche sprachliche Einheiten in unterschiedlicher Weise zurechtlegen, einmal als Äußerung, einmal aus Satz: Die je unterschiedliche Fragestellung ist es also, die sich aus gleichem Material unterschiedliche Gegenstände schafft.“ (ebd.)

Kapitel 2

PROBLEMATIK DER SATZARTEN

[...]


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