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Hausarbeit, 2002, 12 Seiten
Autor: Axel Tomforde
Fach: Sport - Medien und Kommunikation
Details
Tags: Sport, Soziologie
Jahr: 2002
Seiten: 12
Note: 1
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-12460-7
Dateigröße: 237 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Die Konstruktion von Körper, Fremdheit und
Geschlecht im Sport und in den Massenmedien
Axel Tomforde
1.) Einführung 1
1.1 Der Körper im Fokus postmoderner Gesellschaften 2
1.1.1 Individualisierungsprozesse und ihre Auswirkungen 3
1.1.2 Der Körper im Sport-Sport in der Gesellschaft 4
1.1.3 Der fremde Körper im Sport- Spricht Sport wirklich alle Sprachen? 5
1.1.3.1 Positive und negative Rassismen im Hochleistungssport 6
1.1.3.2 Habitus und Geschmack als Regieführer in interkulturellen Freizeitsportbegegnungen 6
2.) Die massenmediale Produktion von Fremdheit und Geschlecht 7
2.1 Die Naturalisierung des Sozialen am Beispiel medienproduzierter Frauenbilder 8
2.2 Die ,,Fremden" in der Werbung am Beispiel schwarzer SportlerInnen: Vom ,Tier′ zum Massenidol 9
3.) Zusammenfassung und Fazit 9
4.) Literaturangaben: 11
1.) Einführung
In dieser Arbeit werde ich mich schwerpunktmäßig mit dem Körper und in diesem Zusammenhang mit Natur-Kultur Dualismen1 auseinandersetzen, um aufzuzeigen, welche Gefahren die ,,Naturalisierung des Sozialen"2 (vgl. GEBAUER 1996:84) für die alltägliche Wahrnehmung birgt und somit u.a. zur Bildung von Rassismen, Vorurteilen und Ungleichheitsverhältnissen führen kann. Der Blickpunkt soll hierbei unter anderem auf den Freizeit- und Hochleistungssport gerichtet werden, um die so oft von Politikern und Medien beschworene integrative Leistung des Sports zu hinterfragen.3
Hierzu möchte ich aufzeigen, welche Theorien eine umfassende und reflektierte Analyse gesellschaftlicher Prozesse zulassen und in welcher Verbindung ebendiese mit den Konstrukten Körper, Fremdheit und Geschlecht gesehen werden können.
Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Körper-Aspekt von Fremdheit und Rassismus ist für den Sport als privilegiertes Handlungs- und Darstellungsmedium des Körpers (vgl. ALKEMAYER/BRÖSKAMP 1996:8) von großer Bedeutung und soll von daher auch als Schwerpunkt seinen Niederschlag in dieser Arbeit finden.
Aber auch für die Darstellungsweisen der Geschlechter ist der Körper eine verlässliche identitätstabilisierende Quelle, vor allem am Beispiel massenmedialer Produktion von Körperbildern möchte ich auf diesen Sachverhalt im zweiten Abschnitt meiner Arbeit eingehen.
1.1 Der Körper im Fokus postmoderner4 Gesellschaften
Die Auseinandersetzung mit dem Körper hat in der letzten Zeit neue Dimensionen erreicht. Sowohl in der wissenschaftlichen soziologischen Auseinandersetzung (vgl. VILA 2000:51) als auch in der Öffentlichkeit hat das Thema Konjunktur (vgl. VILLA 2000:52). Ausstellungen zum Thema (so z.B. die heftig umstrittene ,,Körperwelten"-Ausstellung von Gunther von Hagen), Tagungen zum Körper, politische Diskussionen um Klonierung5, Gentechnik und künstliche Befruchtung sind an der Tagesordnung.
An Bedeutung zugenommen hat anscheinend auch die symbolische Funktion des Körpers, somit ist dieser zu den bevorzugtesten und wirksamsten Mitteln der symbolischen Darstellung sozialer Differenzen avanciert (vgl. ALKEMAYER/BRÖSKAMP 1996:13). Gerade im Sport als körperbezogene Praktik spiegelt sich der Kampf um Prestige, soziale Positionen und symbolische Macht nieder, auch wenn er Sport auf den ersten Blick eine Öffnung erfahren hat. Allerdings kann diese Öffnung nicht mit einem ,,Sport für alle"-Slogan beschrieben werden, wie es sich Sportvereine gerne auf ihre Vereinswerbung schreiben.
[...]
1 Unter Natur-Kultur Dualismen würde ich am Beispiel des Körpers den Gegensatz von naturgegebenem Körper und sozial konstruiertem Körper verstehen. Allerdings stellt sich hierbei die Frage, ob nicht alles körperliche einer sozialen Formung unterliegt. Am Beispiel Geschlecht würde der sex-gender Dualismus einen anderen Natur-Kultur Dualismus wiederspiegeln. Sex bezieht sich in diesem Fall auf das biologische Geschlecht und gender auf das sozial erzeugte Geschlecht.
2 Mit der ,,Naturalisierung des Sozialen" beziehe ich mich auf die Tendenz, soziale Konstruktionen als naturgegeben wahrzunehmen. Vor allem der Sport als ein Handlungssystem, in dem die körperliche Dimension eine essentielle Rolle spielt, birgt für eine solche Naturalisierung viele Potentiale (vlg. GEBAUER 1996:84).
3 Der Deutsche Sportbund beispielsweise wirbt mit dem Slogan "Sport spricht alle Sprachen" und stellt somit den Sport als universales Mittel einer kulturübergreifenden Verständigung dar (vgl. ALKEMAYER/BRÖSKAMP 1996:7).
4 Da der Begriff der Postmoderne ein sehr schwammiger Begriff zu sein scheint, der in den unterschiedlichsten Situationen und Milieus seine Anwendung finden kann, möchte ich ihn hier kurz nach meinem Verständnis definieren. Der Begriff ist offensichtlich nicht einfach zu definieren, da ihm eine gewisse amorphe Qualität innewohnt und ich werde nicht versuchen, ihn in seiner Komplexität darzulegen. Ein wichtiger Aspekt der Diskussion der Postmoderne, der auch Relevanz für die vorliegende Arbeit birgt, ist die Freisetzung des Individuums, die einhergeht mit einer Entstrukturierung traditioneller Gesellschaftsverhältnisse. Die Individualisierungsdebatte (vgl. 1.1.1) ist in diesem Sinn eine postmoderne Diskussion.
5 Ein gutes Beispiel liefert u.a. diese Seite im Internet: http://www.religioustolerance.org/clo_intr.htm.
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