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Musik als Träger rechtsextremistischer Inhalte - Schwerpunkt: Rechtsrock

Autor: Anonym
Fach: Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 267 KB
Archivnummer: V39994
ISBN (E-Book): 978-3-638-38626-5
Anmerkungen :
Vollständige Zitierung über Fußnoten, daher kein Literaturverzeichnis

Zusammenfassung / Abstract

Spätestens seit der Infiltrierung rechtsextremer und rechtsoffener Skinheads von Seiten der NPD1 und nicht zuletzt durch deren Parteivorsitzenden Udo Voigt, verließ der Rechtsrock sein Schattendasein in den Hinterhöfen der Bundesrepublik Deutschland und avancierte zu einer der wichtigsten politischen Sprachrohre der extremen Rechten. Wurden die Anschläge in Lichtenhagen und Solingen Anfang der Neunziger noch von politisch unorganisierten Gruppen rechtsextremen Skinheads verübt, so sind seit Mitte der Neunziger Jahre Skinheads ein fester Bestandteil in der politischen Arbeit und bilden die militante Speerspitze der Neuen Deutschen Rechtsextremen. Inwiefern Rechtsrock, Musik mit rassistischen, antisemitischen und neonazistischen Inhalten, dessen Protagonisten sowie der Konzertkult ideologisierendes und politisches Mittel sein können und warum inhaltlich gemäßigter Rechtsrock als Ausläufer der „Nationalen Idee“ in den Kinderzimmern des deutschen Mittelstands salonfähig geworden ist, soll in dieser Seminararbeit erörtert werden.

Textauszug (computergeneriert)

Musik als Träger
rechtsextremistischer Inhalte
Schwerpunkt: Rechtsrock

Germanistisches Institut der RWTH Aachen
Abteilung Sprachwissenschaft
Lehrstuhl Deutsche Philologie
Proseminar Politische Rhetorik
Sommersemester 2004

Eingereicht am:

27. April 2005

 

Inhaltsverzeichnis

1 POPKULTUR UND RECHTSEXTREMISMUS ...  4
1.1 Skinheads und Punks in den späten Sechzigern  ...  4
1.2 Politisierung innerhalb der Skinheadszene  ...  5
1.3 Parteiliche Infiltrierung  ...  6
1.4 Rechtsrock in West-Deutschland ...  7

2 ZWISCHEN PATRIOTISMUS UND GEISTIGEM BRANDSTIFTEN RHETORIK UND SYMBOLIK RECHTSEXTREMER MUSIK  ...  8
2.1 Die Böhsen Onkelz – Rechte Revolution im Kinderzimmer?  ...  8
2.2 Oi! – „Nicht Rechts, Patriotisch!“  ...  9
2.3 Rechtsrock und der Umgang mit der BPJS ...  11
2.4 RAC und der unsichtbare Feind  ...  12
2.5 Kultbands und Märtyrer ...  13

3 SCHLUSSBETRACHTUNG ...  16

 

Abstract

Spätestens seit der Infiltrierung rechtsextremer und rechtsoffener Skinheads von Seiten der NPD1 und nicht zuletzt durch deren Parteivorsitzenden Udo Voigt, verließ der Rechtsrock sein Schattendasein in den Hinterhöfen der Bundesrepublik Deutschland und avancierte zu einer der wichtigsten politischen Sprachrohre der extremen Rechten. Wurden die Anschläge in Lichtenhagen und Solingen Anfang der Neunziger noch von politisch unorganisierten Gruppen rechtsextremen Skinheads verübt, so sind seit Mitte der Neunziger Jahre Skinheads ein fester Bestandteil in der politischen Arbeit und bilden die militante Speerspitze der neuen Deutschen Rechtsextremen.

Inwiefern Rechtsrock, Musik mit rassistischen, antisemitischen und neonazistischen Inhalten, dessen Protagonisten sowie der Konzertkult ideologisierendes und politisches Mittel sein können und warum inhaltlich gemäßigter Rechtsrock als Ausläufer der „Nationalen Idee“ in den Kinderzimmern des deutschen Mittelstands salonfähig geworden ist, soll in dieser Seminararbeit erörtert werden. 

1 Popkultur und Rechtsextremismus

1.1 Skinheads und Punks in den späten Sechzigern

Als sich Ende der 60er Jahre in Großbritanniens Arbeitersiedlungen die Skinhead- Bewegung formierte, verstand sich diese anfänglich als eine Gegenbewegung zur friedfertigen und braven Attitüde der Mods („Modernists“) und Hippies. Im Zuge sozialer Einschnitte, stetig wachsender Arbeitslosenzahlen und den damit verbundenen Existenzängsten, entwickelte die Skinheadszene aus ihrem sozialen Dilemma eine Art „Klassen-Stolz“. Ein kahl geschorener Kopf, Hosenträger und hochgekrempelte Bluejeans, die die schweren Arbeiterstiefel hervorhoben, galten fortan als Symbol für das neu erlangte Selbstbewusstsein der weniger privilegierten Jugendlichen der Unterschicht.

Im Gegensatz zu der ebenfalls langsam aufkeimenden Punkbewegung, die sich in ihrer subversiven Kraft und dem anfänglichen Fehlen szeneinterner Dogmen täglich neu zu definieren schien, beschränkte sich der damalige Skinheadkult lediglich auf das Besuchen von Fußballspielen, in deren Rahmen es oft zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fangruppen kam. Gewalt war ebenso wie übermäßiger Alkoholkonsum ein fester Bestandsteil und Ritual einer exzessiven Wochenendgestaltung, wobei sich die, aus der sozialen Situation bedingenden Aggressionen nie direkt gegen ein konkretes Ziel richteten. Viel eher genügte die Ausübung von Gewalt sich selbst - aber auch als Beleg für ein, in der Szene häufig bis ins Maßlose überzeichnetes Männlichkeitsbild.

Ein weiterer Bestandteil der Szeneaktivität war das Besuchen von Musikveranstaltungen. Trotz der stark westlichen Prägung des Skinheadkults und dem latenten Nationalismus der in Großbritannien geborenen weißen Skinheads, waren Konzerte nicht eben nur diesen vorbehalten: Ein beachtlicher Teil der Szene begründeten schwarzafrikanische und jamaikanische Immigranten, die das gleiche soziale Schicksal der Arbeiterklasse teilten. So erscheint es auch nicht verwunderlich, dass neben den genannten westlichen Einflüssen auch viele, zu meist afrikanische und später auch jamaikanische Elemente den Skinheadkult entscheidend mitbegründeten: Der von schwarzafrikanischen Einwanderern gespielte Reggae, der in seiner aggressiven Spielweise in klarem Gegensatz zu dem sich später abzeichnenden jamaikanischen Reggae stand, wurde zum Soundtrack der Skinheadszene.

Als Mitte der 70er Punk modisch akzeptabel wurde und den gesellschaftlichen Mainstream erreichte, ebbte die zwischenzeitlich ebenfalls zum „Trend“ gewordene Skinhead-Welle, welche letztlich auch vom sozial besser gestellten britischen Mittelstand mitgetragen wurde, langsam ab und verschwand kulturell in den Randbezirken der Städte.

1.2 Politisierung innerhalb der Skinheadszene

Bereits Mitte der 70er bildeten sich die ersten Anzeichen für eine Spaltung der Skinheadszene. Der zu diesem Zeitpunkt in Europa an immer größerer Beliebtheit gewinnende jamaikanische Reggae2, fand auch bei dem jamaikanischen und schwarzafrikanischen Teil der Szene regen Zuspruch, so dass anstelle kahl geschorener Köpfe, „Rasta“- und „Dreadlocks“ die äußere Erscheinung vieler Jugendlichen prägten. Aber nicht nur das Abweichen vom stilistischen Kodex führte letztlich zum Bruch innerhalb der Szene: So behandelte die neue Generation von Reggae-Musikern erstmals Themen wie die staatliche und gesellschaftliche Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung und bekannte sich zur Rastafari3.

[....]


1 „Nationaldemokratische Partei Deutschland“

2 Eine langsamere und wenigere „raue“ Mischung aus schwarzafrikanischem Ur-Reggaes und Ska-Musik

3 Religiösen Bewegung aus Jamaika, die „Ras“, den äthiopischen Kaiser Haile Selassie I., als Gott verehrt. In Europa fand diese erstmals durch Bob Marley (musikalische) Erwähnung, den wohl bekannteste Protagonist des jamaikanischen Reggaes.

Kommentare

Jochen Endress
20.08.2005 17:38:47
Vielversprechend!
Das Preview ließt sich schon recht interessant. Sehr differenziert und gut recherchiert! Auch wenn ich mich selber ein wenig mit dem Thema Skinheads beschäftigt habe, konnte ich ein wenig dazulernen. Nur sind 6,99 Euro für mich schon eine Stange Geld! Bitte runtersetzen, Grin! ;-)

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/39994/