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Der Zerfall des jugoslawisschen Staates und die Politik der "ethnischen Säuberung"

Autor: Stefanie Heberling
Fach: Russistik / Slavistik

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Details

Veranstaltung: Nationalstaatenbildung und Bevölkerungspolitik
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum (Genozid und Diasporaforschung)
Tags: Zerfall, Staates, Politik, Säuberung, Nationalstaatenbildung, Bevölkerungspolitik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 24
Note: 2+
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 490 KB
Archivnummer: V40070
ISBN (E-Book): 978-3-638-38676-0
ISBN (Buch): 978-3-638-64644-4
Anmerkungen :
Das Thema dieser Hausarbeit behandelt den Zerfall Jugoslawiens unter der Berücksichtigung der ethnischen Säuberungspolitik.

Zusammenfassung / Abstract

Das Thema dieser Hausarbeit ist der Zerfall Jugoslawiens unter der Berücksichtigung der ethnischen Säuberungspolitik. Der erste Teil der Hausarbeit behandelt den geschichtlichen Verlauf und die Entwicklung des Staates Jugoslawien seit 1918. Hierbei werden einige wichtige geschichtliche Ereignisse sowie Zusammenhänge erläutert, die für die Ereignisse des letzten Jahrzehnts von Bedeutung sind. Der erste Teil befasst sich mit der Geschichte des Staates „Jugoslawien“ von 1918 bis 2003. Im Kapitel 2.1 wird die Zeit der jugoslawischen Königsdiktatur bis zum Erscheinen von Josip Broz Tito im Zweiten Weltkrieg dargestellt. Im Kapitel 2.2 wird die Zusammensetzung des Staates unter Tito beschrieben. Das Kapitel 2.3 befasst sich mit der Zeit nach dem Tode Titos bis zu den Republikwahlen 1990. In einer Zusammenfassung (Kapitel 3) wird dann schließlich der Zerfall Jugoslawiens beschrieben, einschließlich des Zerfalls des Milosevic-Regimes und dessen Sturz im Jahr 2000. Der zweite Teil behandelt die Politik der Säuberungen und nutzt als Grundlage die Vorgeschichte Jugoslawiens. Das Kapitel 4.1 beschreibt die vorherrschenden Formen des Nationalismus und dessen Bestandteile. Dabei werden die Arten des Nationalismus, dessen Entwicklung und Folgen näher erläutert. Hierbei wird verdeutlicht, dass der Nationalismus als ein grundlegendes Element zu politisch bedingten Säuberungen gesehen werden muss. Zusätzlich wird im Kapitel 4.2 die Entwicklung des Nationalismus unter dem Aspekt der Instrumentalisierung von Medien behandelt. Als Beispiele für Genozide erscheinen im Kapitel 4.3 die Fallbeispiele des Hufeisenplans und des „Massakers von Srebrenica“. Die beiden Beispiele werden angeführt, um zu verdeutlichen, wie erschwerend eine Arbeit im Sinne völliger Aufklärung sein kann, wenn voreilige - von Medien ungeprüfte - Informationen verbreitet werden bzw. Berichtigungen für die Öffentlichkeit nicht stattfinden. Die Beispiele zeigen auch den allzu leichtsinnigen Umgang mit Opferzahlen auf. Daher wird in dieser Arbeit auf die ausführlichen Angaben von Opferzahlen weitgehend verzichtet. In der Zusammenfassung werden anschließend die Gründe für die zwingende Notwendigkeit einer Aufklärung aller Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien dargestellt.

Textauszug (computergeneriert)

Der Zerfall des jugoslawisschen Staates und die
Politik der "ethnischen Säuberung"

von: Stefanie Heberling

 


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG  4

2 DIE ENTWICKLUNG DES VIELVÖLKERSTAATES JUGOSLAWIEN  5

2.1 JUGOSLAWIEN 1918-1945  5
2.2 JUGOSLAWIEN 1945-1980  8
2.3 JUGOSLAWIEN 1980-2003  9

3 DAS ENDE JUGOSLAWIENS 10

4 DIE POLITIK DER ETHNISCHEN SÄUBERUNGEN 12

4.1 NATIONALISMUS UND NATIONALISIERUNG 12

4.1.1 Der Nationalismus im zweiten Weltkrieg  13
4.1.2 Der Nationalismus unter Tito und der „neue“ Nationalismus  14
4.1.3 Nationalismus und Feindbilder  15

4.2 DIE ROLLE DER MEDIEN  16
4.3 FALLBEISPIELE  18

4.3.1 Der Hufeisenplan  18
4.3.2 Srebrenica  19

5 ZUSAMMENFASSUNG  22

6 QUELLENANGABE 25


 

1 Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit betrachtet den Zerfall Jugoslawiens unter der Berücksichtigung der ethnischen Säuberungspolitik. Der erste Teil der Hausarbeit befasst sich mit dem geschichtlichen Verlauf und der Entwicklung des Staates Jugoslawien seit 1918. Hierbei werden einige wichtige geschichtliche Verläufe sowie Zusammenhänge erläutert, die für die Ereignisse des letzten Jahrzehnts von Bedeutung sind. Der erste Teil befasst sich mit der Geschichte des Staates „Jugoslawien“ von 1918 bis 2003. Im Kapitel 2.1 wird die Zeit der jugoslawischen Königsdiktatur bis zum Erscheinen von Josip Broz Tito im Zweiten Weltkrieg dargestellt. Im Kapitel 2.2 wird die Zusammensetzung des Staates unter Tito beschrieben. Das Kapitel 2.3 befasst sich mit der Zeit nach dem Tode Titos bis zu den Republikwahlen 1990. In einer Zusammenfassung (Kapitel 3) wird dann schließlich der Zerfall Jugoslawiens beschrieben, einschließlich des Zerfalls des Milosevic- Regimes und dessen Sturz im Jahr 2000. Der zweite Teil behandelt die Politik der Säuberungen und nutzt als Grundlage die Vorgeschichte Jugoslawiens.

Das Kapitel 4.1 beschreibt die vorherrschenden Formen des Nationalismus und dessen Bestandteile. Dabei werden die Arten des Nationalismus, dessen Entwicklung und Folgen näher erläutert. Hierbei wird verdeutlicht, dass der Nationalismus als ein grundlegendes Element zu politisch bedingten Säuberungen gesehen werden muss. Zusätzlich wird im Kapitel 4.2 die Entwicklung des Nationalismus unter dem Aspekt der Instrumentalisierung von Medien behandelt. Als Beispiele für Genozide erscheinen im Kapitel 4.3 die Fallbeispiele des Hufeisenplans und des „Massakers von Srebrenica“. Die beiden Beispiele werden angeführt, um zu verdeutlichen, wie erschwerend eine Arbeit im Sinne völliger Aufklärung sein kann, wenn voreilige - von Medien ungeprüfte - Informationen verbreitet werden bzw. Berichtigungen für die Öffentlichkeit nicht stattfinden. Die Beispiele zeigen auch den allzu leichtsinnigen Umgang mit Opferzahlen auf. Daher wird in dieser Arbeit auf die ausführlichen Angaben von Opferzahlen weitgehend verzichtet. In der Zusammenfassung werden anschließend die Der Zerfall Jugoslawiens Seite 5 Gründe für die zwingende Notwendigkeit einer Aufklärung aller Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien dargestellt.

2 Die Entwicklung des Vielvölkerstaates Jugoslawien

Der Vielvölkerstaat „Jugoslawien“ kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Das Gebiet der Balkanvölker war schon seit Jahrhunderten von geopolitischen Wandlungen sowie von Gegensätzen und Konflikten einzelner Völkergruppen geprägt. Die Bevölkerung auf dem Gebiet Jugoslawiens war schon immer in zwei Gruppen unterteilt. Die „narodi“, die staatstragenden Völker, bestanden aus Serben, Montenegrinern, Mazedonier, Kroaten, Slowenen und Moslems. Der Teil der „narodnosti“, der übrigen Völkerschaften oder Nationalitäten, beinhaltete Deutsche, Ungarn, Albaner, Rumänen, Türken, Tschechen, Slowaken, Russen und Polen. Die Idee eines einheitlichen Staates aller Südslawen stammt bereits aus dem 19. Jahrhundert. Diese Vereinigungsidee wechselte immer wieder zwischen zwei Modellen. Einerseits existierte die Idee eines freien Zusammenschlusses von durchaus verschiedenen Völkern. Andererseits war da die Idee einer nationalen Vereinigung rund um das serbische Fürstentum.1

2.1 Jugoslawien 1918-1945

Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie bildeten Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro und Serbien im Dezember 1918 das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (serb.: „Kraljevina Srba, Hrvata i Slovena“ - SHS). Was zunächst auf eine ungleichmäßige Behandlung gegenüber den anderen Völkern in der Namensgebung aussah, lässt sich damit erklären, dass die Mazedonier zu damaliger Zeit als Südserben kategorisiert wurden und die muslimischen Bosnier lediglich als Religionsgemeinschaft 2 begriffen wurden. Nach Streitigkeiten um die innere Ordnung wurde am 28 Juni 1921 die zentralistische Verfassung eingesetzt, welche die Serben begünstigte. Es entstand der Vielvölkerstaat Jugoslawien unter der Vorherrschaft der Serben. Die damalige Verfassung bildete zugleich eine schlechte Basis für den neu gegründeten Staat, da sie den verschiedenen Völkern keine Gleichberechtigung gewährleistete. Die Serben waren als Bevölkerungsgruppe den anderen Völkern zahlenmäßig überlegen und dominierten die Verwaltung der Regierung und der Armee. Das Gefühl der Ungleichbehandlung rief bald die Opposition aller Nicht-Serben hervor. Insbesondere die Kroaten, deren Kultur auf ihrer langen - von der österreichisch-ungarischen Beziehung beeinflussten - Geschichte basierte, fühlten sich in ihrem politischen und kulturellen Betätigungsfeld eingeschränkt und ungerecht behandelt. Eine führende Rolle in den politischen und sozialen Auseinadersetzungen dieser Zeit spielte die kroatische Arbeiterpartei unter Führung von Stjepan Radic, der 1928 im Parlament von einem montenegrinischen Abgeordneten erschossen wurde. Zu weiteren heftigen innenpolitischen Auseinandersetzungen führte die Aufteilung des Landes in 35 Verwaltungsbezirke (serb.: „oblasti“), da diese Aufteilung weder unter der Berücksichtigung der historischen noch der ethnischen Grenzen stattgefunden hatte. Im Jahr 1929 setzte Aleksandar I. für zwei Jahre die Verfassung außer Kraft, um das Parlament aufzulösen und seine Königsdiktatur zu errichten. Am 3.10.1929 wurde das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen in Königreich Jugoslawien (serb.: „Kraljevina Jugoslavija“) umbenannt. Es wurden neun Banschaften (serb.: „Banovine“) errichtet, von denen sechs serbisch waren. Kroatien und Bosnien-Herzegowina wurden ebenso zerteilt wie auch Serbien. Im ersten Jahr der Diktatur war das Königreich Jugoslawien ein reines Polizeiregime:

[...]


1 [CALI96], Kapitel 2

2 [CALI96], Kapitel 1

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