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Zur Entstehung und Rolle von Volksparteien: Konzept, spezifische Entwicklungen von CDU und SPD und Suche nach aktuellen Merkmalen moderner Großparteien

Autor: Robert Czech
Fach: Politik - Pol. Systeme - Politisches System Deutschlands

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Details

Veranstaltung: Die deutschen Parteien: Entwicklungen, Defizite und Reformmodelle
Institution/Hochschule: Universität Potsdam
Tags: Entstehung, Rolle, Volksparteien, Konzept, Entwicklungen, Suche, Merkmalen, Großparteien, Parteien, Entwicklungen, Defizite, Reformmodelle
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 229 KB
Archivnummer: V40087
ISBN (E-Book): 978-3-638-38688-3
Anmerkungen :
Einleitung und Fragestellung. Definieren von und Eingehen auf das Konzept "Volkspartei" und Betrachten von SPD und CDU als Volksparteien. Wandel zu Großparteien: Begriff, Suche nach Merkmalen, kritisches Fazit.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Potsdam
Wirtschafts-- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Wintersemester 2004//05
Fach Politikwissenschaft
System der BRD

Hauptseminar Die deutschen Parteien: Entwicklungen, Defizite und Reformmodelle
Zurr Entstehung und Rolle von Volksparteien:

Konzept,
spezifische Entwicklungen von CDU und SPD
und Suche nach aktuellen Merkmalen moderner Großparteien

Verfasser Robert Czech
Abgabetermin 23. Februar 2005

 

 

INHALT:

I. EINLEITUNG & FRAGESTELLUNG 2

II. HINTERGRÜNDE & ENTWICKLUNGEN 3

A) Einführung in das Konzept „Volkspartei“ 3

B) Zur Entstehung der beiden großen Volksparteien 6
1.) Die Volkspartei CDU 7
2.) Die SPD als Volkspartei 10

III. BEGRIFF UND MERKMALE MODERNER GROßPARTEIEN 12

A) Zum Begriff der Großpartei 12

B) Ausblick: Auf der Suche nach Merkmalen moderner Großparteien und kritisches Fazit 13

IV. LITERATUR 17

 

 

I. EINLEITUNG & FRAGESTELLUNG

Nicht erst seit den gravierenden Verlusten von CDU und SPD bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg 2004 wurden die beiden großen Parteien der Bundesrepublik von der Wirklichkeit eingeholt. Zunehmender Vertrauensverlust, Sinken in der Wählergunst oder auch fehlende Identifikationskraft – all das sind Puzzleteile, welche die tägliche Auseinandersetzung mit den Medien des politischen Willens des Volkes1 erschweren. Zum einen gilt das für die Parteien selbst, da sie sich permanent um ihre Legitimation und vor allem um die Bindung an das Volk sorgen müss(t)en. Zum anderen muss sich aber auch Otto Normalbürger Gedanken machen, da ihm schon allein im Interesse von Demokratie und Mitbestimmung an einer Bodenhaftung der gewählten Volksvertreter gelegen sein sollte.

Die sich im 20. Jahrhundert gefestigten Volksparteien bilden den Ursprung unserer heutigen Parteienlandschaft, ihre Wurzeln wirken noch immer nach. Doch sind die Parteien - wie auch die Gesellschaft - einem permanenten Wandel unterworfen, der bestätigt, dass man Volksparteien als solche nur in Raum und Zeit betrachten, man ihren wahren Charakter nur über die Analyse von Funktionen, Struktur und Strategie stets konkreter Situationen erörtern darf.2  Sicherlich haben sich mit der Zeit auch die Kriterien verändert, welche eine Volks- oder Großpartei erfüllen muss, um sich zu erhalten und ihren Status zu bewahren.

Aber trotz dieses Wandels gilt es zu untersuchen, ob bzw. in welchen Bereichen das „Raumschiff Politik“3 inzwischen mitsamt den Volksparteien abgehoben hat oder ob bzw. wo immer noch Wurzeln in der Bevölkerung geschlagen werden. Falls dem in manchen Bereichen nicht so ist, wie könnten die großen Parteien dieses Defizit am besten beheben?

Im Folgenden sollen jedoch insbesondere die Wurzeln unserer Volksparteien in ihrer sozialwissenschaftlichen und historischen Dimension in Erinnerung gerufen werden. Zum einen soll das geschehen durch einen Abriss der Entstehung des Typus Volkspartei. Zum anderen soll ein Blick auf die spezifischen Entwicklungen von CDU und SPD zu Volksparteien geworfen werden. Vor diesem Hintergrund muss in der Folge der begriffliche Wandel der Volksparteien zu Großparteien Gegenstand der Diskussion werden, bevor es schließlich darum gehen soll, Kriterien für unsere modernen Großparteien unter die Lupe zu nehmen, um diese als Abschluss daran zu messen.

Es sei darauf hingewiesen, dass die vorliegende Abhandlung allein die Entwicklung von CDU bzw. Union und SPD zu Volksparteien zum Hintergrund hat. Diese Parteien werden als die beiden großen Parteien bzw. als Volks- oder Großparteien bezeichnet. Bei der Suche nach tagesaktuellen Merkmalen für moderne Volksparteien stütze ich mich zu Gunsten eines Aktualitätsbezugs nicht grundlegend auf Theorien von z.B. Otto Kirchheimer4 oder Anthony Downs5, deren Aufschlüsselung den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen würde, obgleich diese ein wichtiges Fundament darstellen. Die ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in aller notwendigen Kürze gesammelten kritischen Gedanken zur parteipolitischen Realität orientieren sich an der Frage des Reformbedarfs der großen Parteien, was zugleich die Lehre aus der vorliegenden Arbeit darstellt: Um sich in ihrer volksparteilichen Tradition auch im 21. Jahrhundert fortbewegen zu können, ist es unabdingbar, dass sich die großen Parteien erfolgreicher im Volk verankern und den Kontakt zum Wähler nicht verlieren. Hierzu möge ein kritisches Fazit entstehen, welches für ein neues Selbstverständnis der modernen Volksparteien und die Bereitschaft zu innerparteilichen Reformen6 wirbt.

II. HINTERGRÜNDE & ENTWICKLUNGEN

A) Einführung in das Konzept „Volkspartei“

Der Begriff Volkspartei geht auf konservative, christliche, nationalistische und liberale Parteien zurück. Diese wollten durch die Namensgebung ihren Gegensatz zu linken Klassenparteien betonen. Der Name war in den meisten Fällen auch Programm: Eine Volkspartei sollte für alle sozialen Schichten wählbar sein. Auch nach 1945 haben viele kleinere Parteien diesen Namen verwendet.7

Mintzel nennt als die zwei ursprünglichen Funktionen des Begriffs Volkspartei zum einen das politische Konzept der Klassenversöhnung und der nationalen Integration verschiedener Bevölkerungsteile, sowie zum anderen eine Verschleierung in Bezug auf die jeweilige parteiinterne und parteiexterne soziale Basis. Denn die vermeintlichen Volksparteien waren dies nur ihrem politischen Anspruch nach und in der Realität stets an eine sozialstrukturell beschränkte Mitglieder- und Wählerschaft gefesselt. So war die als Vorläuferin der heutigen Volksparteien bezeichnete Deutsche Zentrumspartei in letzter Instanz eine Partei des politischen Katholizismus.

[...]


1 Vgl. GG Art. 21.

2 Vgl. Buchhaas, D. (1981), S.30.

3 Dittberner, J. (2004), S.3.

4 Kirchheimer, Otto (1965): Wandel des westeuropäischen Parteiensystems. In: PVS 6 (1965), Heft 1, S.20-41.

5 Downs, Anthony (1967): Ökonomische Theorie der Demokratie. Tübingen 1968 (zuerst englisch 1957).

6 Diese Reformansätze zusätzlich explizit zu diskutieren, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

7 Vgl. Mintzel, A. (1983), S.23f.

Kommentare

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