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Diploma Thesis, 2004, 90 Pages
Author: Antje Böhme
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Gender, Mainstreaming, Jugendsozialarbeit
Year: 2004
Pages: 90
Grade: 2,5
Bibliography: ~ 47 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38992-1
File size: 374 KB
Die Arbeit beinhaltet eine empirische Untersuchung in Dresdner Frauen- und Mädcheneinrichtungen zu Erfahrungen und dem bisherigen Umgang mit der Strategie des Gender Mainstreaming. Es werden die Chancen und Nachteile des GM geschildert und mit Interviewaussagen belegt. Die gesamte Strategie des GM wird genau beleuchtet und dargestellt und, gesamt gesehen, das Potential, welches das GM beinhaltet positiv herausgestellt.
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Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Dresden
Fakultät Erziehungswissenschaften
Institut für Sozialpädagogik und Sozialarbeit
Gender Mainstreaming in der Jugendsozialarbeit
Eine empirische Untersuchung in vier Dresdner Frauen-
und Mädcheneinrichtungen
Freie wissenschaftliche Arbeit
für die Diplomprüfung in Erziehungswissenschaft,
Fachrichtung Sozialpädagogik und Sozialarbeit
an der Technischen Universität Dresden
vorgelegt von:
Antje Böhme
Dresden, 2004-05-13
I n h a l t s v e r z e i c h n i s
Abkürzungsverzeichnis ... 5
Vorwort ... 6
Einleitung ... 7
Teil I – Theorie des Gender Mainstreaming
1. Zur Bedeutung des Begriffes Gender Mainstreaming ... 10
1.1 Entstehung, Begriffsdeutung und Definition ... 10
1.2 Zum Gender – Begriff ... 14
1.2.1 Zusammenfassende Definition ... 16
1.3 Die theoretischen Hintergründe des Gender Mainstreaming ... 17
1.3.1 Zur Differenztheorie ... 17
1.3.2 Konstruktivistische und dekonstruktivistische Ansätze ... 18
1.3.3 Zu den strukturtheoretischen Ansätzen ... 20
2. Umsetzung und Einführung der Strategie ... 22
2.1 Die Umsetzung des Gender Mainstreaming ... 22
2.2 Die Zuständigkeiten für die Umsetzung innerhalb einer Organisation ... 25
2.3 Hilfen zur Einführung – Gendertrainings ... 26
2.4 Evaluation im Mainstreaming Prozess ... 27
2.5 Das Verhältnis des Gender Mainstreaming zu bisherigen geschlechterpolitischen Strategien ... 28
3. Positive und negative Aspekte des Gender Mainstreaming ... 29
3.1 Die Vorteile der Strategie ... 30
3.2 Die Nachteile und Gefahren des Gender Mainstreaming ... 31
4. Gender Mainstreaming und Jugendsozialarbeit ... 34
4.1 Gender Mainstreaming im Elften Kinder- und Jugendbericht ... 35
4.2 Ein kurzer geschichtlicher Einblick in die Soziale Arbeit für und mit Mädchen und Jungen ... 36
4.3 Die vielfältigen Handlungsfelder der Jugendsozialarbeit ... 38
4.4 Bisherige Ansätze der Gleichstellung in der Jugendsozialarbeit ... 39
4.4.1 Gender Mainstreaming in der Jugendberufshilfe ... 42
4.4.2 Die soziale Arbeit für und mit Migrantinnen ... 47
4.5 Mädchenarbeit und Gender Mainstreaming ... 50
4.6 Die Gleichstellung in der DDR und die Soziale Arbeit für Mädchen und junge Frauen seit 1990 ... 51
4.7 Chancen und Möglichkeiten mit dem Gender Mainstreaming für die Frauen- und Mädchenarbeit ... 52
Teil II – Empirischer Teil
5. Interviews mit Fachfrauen ... 54
5.1 Das Ziel der Befragung ... 54
5.2 Die Art der Befragung – Das Leitfadeninterview ... 55
5.3 Der Interviewleitfaden ... 55
5.4 Zum Ablauf der Befragung ... 57
5.5 Die Interviewauswertung ... 59
5.5.1 Die Vorstellung der Einrichtungen und die Gespräche mit den Fachfrauen ... 59
5.5.1.1 „Gerede“ e.V. ... 59
5.5.1.2 Mädchenhaus „Walburka“ ... 61
5.5.1.3 Mädchen- und Frauengesundheitszentrum „Medea“ ... 63
5.5.1.4 Frauenzentrum „sowieso“ ... 66
5.6 Reflexion meiner Methode ... 68
Teil III - Ergebnisse
6. Die Ergebnisse der Untersuchung ... 70
6.1 Rückblick auf das Ziel der Befragungen ... 70
6.2 Die detaillierte Darstellung der Ergebnisse der Befragungen ... 71
6.2.1 Nachteile und Gefahren aus Sicht der Praktikerinnen ... 72
6.2.2 Die Möglichkeiten und Chancen aus Sicht der Praktikerinnen ... 75
6.3 Die Ergebnisse verglichen mit der Theorie des Gender Mainstreaming ... 78
6.4 Schlussfolgerungen ... 82
Resümee ... 84
Literatur ... 86
Quellen ... 90
A b k ü r z u n g s v e r z e i c h n i s
[...]
Vorwort
In der Zeit von September 2002 bis März 2003 absolvierte ich mein Hauptpraktikum bei IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit im Mädchentreff LUCY in Dresden-Pieschen. In dieser Zeit wurde ich im Rahmen meiner Tätigkeit mit Fragen der Geschlechtergleichstellung und auch mit feministischen Theorien konfrontiert. Bis dahin hatte ich mich mit diesen Dingen kaum beschäftigt. Ich lernte in diesen sechs Monaten die Arbeitsweisen in Mädchen- und Fraueneinrichtungen kennen, nahm an einigen Zusammenkünften des Dresdner Mädchenförderkreises teil und gewann so an Bewusstsein für die Relevanz der geschlechterbewussten pädagogischen Arbeit.
Diese Erlebnisse und Eindrücke inspirierten mich, die Strategie des Gender Mainstreaming und die Anwendung und Durchführung dieses Prinzips in ausgewählten Dresdner Mädchen- und Fraueneinrichtungen zum Thema meiner Diplomarbeit zu machen.
[...]
Einleitung
Seit Jahrhunderten besitzen Frauen Männern gegenüber einen niedrigeren Status in der Gesellschaft und seit vielen Jahren kämpfen sie dagegen an. Sie forderten politische Wahlrechte für sich ein, erkämpften es sich, dass ihre Stimme genauso viel zählt, wie die von Männern. Sie forderten gleiches Recht für beide Geschlechter, forderten den Abbau zahlreicher Benachteiligungen und Hindernisse. Besonders die Frauenbewegung der 1970er Jahre erreichte diesbezüglich viel. Vor knapp zehn Jahren – 1995 – wurde in Peking die wertvolle Strategie der Geschlechtergleichstellung als Gender Mainstreaming benannt. Mit diesem Prinzip soll und kann die Gleichberechtigung von Frauen und Männern weltweit vorangetrieben werden. Alle biologischen Differenzen, die es zwischen den Geschlechtern gibt, können und sollen nicht mehr als Grund für gesellschaftliche Ungleichheiten benannt werden. Die Belange der Frauen sollen denen der Männer gleichberechtigt gegenüberstehen. Mit folgendem Gedicht, welches aus dem Vorwort eines Fachbuches zur feministischen Mädchenarbeit zitiert ist, möchte ich die vorliegende Arbeit treffend einleiten:
„Es ist etwas in Bewegung
gekommen
es beginnt zu fließen
aber es weiß nicht wohin.
Hier Hindernisse
da Ungeduld
dort Zeichen zum Stillhalten.
Kein Anbieten
klare Antworten
und Beharrlichkeit scheint gefordert.
So lange
bis jede hindernde Stelle
mit allmählichen stetigen Bewegungen
ausgefüllt ist.“1
Meine Diplomarbeit soll diese neue und aktuelle Strategie des Gender Mainstreaming näher beleuchten, soll an ausgewählten Beispielen aufzeigen, wie das Prinzip in Dresdner Einrichtungen, die geschlechtsspezifisch arbeiten, angewandt und durchgesetzt wird und sie wird zeigen, dass die praktische Umsetzung nicht so leicht ist, wie es die Theorie beschreibt.
Um die Grundlagen des Prinzips des Gender Mainstreaming zu erfassen, widmet sich der Teil I diesen Schwerpunkten. So umfasst das Kapitel 1 die Deutung des Begriffes, zeigt die Ursprünge des Gender Mainstreaming, die in der weltweiten Frauenbewegung liegen auf und beschreibt, inwieweit die Strategie bereits in Verordnungen, Verfassungen und Gesetzen deutschland- und europaweit verankert ist. Weiterhin wird der Gender-Begriff erläutert und werden die theoretischen Hintergründe, auf denen das Gender Mainstreaming beruht, dargestellt.
Das Kapitel 2 widmet sich der Einführung und Durchsetzung des Prinzips. So werden die rechtlichen und politischen Vorgaben und Zuständigkeiten, die die Einführung bedingen dargestellt; es wird erklärt, warum und wie das Gender Mainstreaming als Top-down-Strategie funktioniert und wie Gendertrainings bei der Einführung des Prinzips hilfreich sein können. Außerdem wird das Verhältnis der neuen Strategie mit den bisherigen geschlechterpolitischen Strategien verglichen und dabei aufgezeigt, dass gerade die Weiterführung und Beibehaltung „alter“ und bewährter Projekte wichtig ist, dies jedoch oft übersehen und negiert wird.
Das Kapitel 3 zeigt zuerst die Vorteile des Gender Mainstreaming auf, die bei weitem nicht nur auf Seiten der Frauen zu finden sein müssen. Auch Männern, die beispielsweise in so genannten frauentypischen Arbeitsfeldern tätig sind, kann die Strategie Anerkennung bringen. Auch die Nachteile und Gefahren, die das Gender Mainstreaming mit sich bringt, werden angeführt. Im empirischen Teil II und in den Ergebnissen der von mir durchgeführten Untersuchung werden dann sowohl die Vorteile als auch die Nachteile exemplarisch belegt.
Im Kapitel 4 wird zunächst angebracht, inwieweit die Strategie des Gender Mainstreaming im Elften Kinder- und Jugendbericht aufgegriffen wird. Um einen Überblick über die Soziale Arbeit für und mit Jungen und Mädchen zu gewähren, wird in diesem Kapitel einerseits ein geschichtlicher Überblick dieses Arbeitsfeldes und andererseits in die Vielfalt der Handlungsfelder der Jugendsozialarbeit gewährt. Daraus ableitend werden bisherige Gleichstellungsansätze in der Jugendarbeit anhand zweier Beispiele betrachtet. Abschließend für dieses Kapitel werden die Chancen und Möglichkeiten, die sich für die Mädchenarbeit aus dem Gender Mainstreaming ergeben können, vorgestellt.
Im empirischen Teil II wird zuerst kurz erläutert, mit welchem Ziel und wie die Befragung in den Dresdner Einrichtungen erfolgte. Der Hauptteil dieses Kapitels ist die exemplarische Darstellung ausgewählter Gesprächspassagen der Interviews.
Der Teil III der vorliegenden Arbeit widmet sich dann den Ergebnissen der Untersuchung. Diese werden im Kapitel 6 ausführlich dargelegt. Im weiteren Verlauf wird auf die Theorie aus Teil I zurückgegriffen und diese mit den Ergebnissen der Gespräche verglichen und diskutiert. So wird es möglich, Rückschlüsse aus den Ergebnissen zu ziehen. Die Schwierigkeiten, die mit der Einführung und Durchsetzung des Gender Mainstreaming gerade hier in Dresdner Einrichtungen der Sozialen Arbeit und natürlich auch in den geschlechtsspezifisch arbeitenden Einrichtungen auftreten, werden in diesem Kapitel herausgestellt und beschrieben. Sie decken sich weitgehend mit den im Theorieteil beschriebenen möglichen Gefahren und Nachteilen. Nicht zuletzt werden auch die Vorteile des Gender Mainstreaming belegt und die Chancen und Möglichkeiten dargestellt, die die befragten Frauen in dieser Strategie sehen.
[....]
1 Möhlke, G., Reiter, G.: Feministische Mädchenarbeit. Gegen den Strom. Münster, 1995, S. 1.
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