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Details

Veranstaltung: Bildungssysteme im europäischen Vergleich
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (Erziehungswissenschaftliche Fakultät Köln)
Tags: Schulsystem, Bildungssysteme, Vergleich
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 25
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 146 KB
Archivnummer: V40513
ISBN (E-Book): 978-3-638-39011-8
ISBN (Buch): 978-3-638-65556-9
Anmerkungen :
Die Arbeit stellt das finnische Bildungssystem (auch Kindergarten, Vorschule, Erwachsenenbildung) vor, indem auf die einzelnen Einrichtungen eingegangen wird unter Bezugnahme zu finanziellen, kulturellen und geschichtlichen Hintergründen.

Zusammenfassung / Abstract

Die Ergebnisse der PISA-Studie erregten in Deutschland große Aufmerksamkeit. Politiker1, Lehrer und die Öffentlichkeit zeigten sich schockiert über das deutsche Abschneiden in diesem internationalen Ländervergleichstest. Um die Leistungen deutscher Schüler zu verbessern, begann eine rege Diskussion über Reformen im deutschen Bildungssystem. Als Orientierung und Vorbild sollte dabei der Spitzereiter der Studie gelten: Finnland. Finnland hatte bereits in der PISA-Studie 2000 gut abgeschnitten. Damals wurden 31 Staaten in die Ergebnisliste ausgenommen. Finnland erreichte in allen getesteten Bereichen sehr gute Plätze. Im Bereich Lesen lagen die Finnen auf Platz 1, in den Naturwissenschaften belegten sie Platz 3 und in Mathematik Platz 4. Deutschland hingegen lag in allen Bereichen im unteren Drittel. In der zweiten PISA-Studie aus dem Jahr 2003 konnten die Finnen ihre Plätze sogar noch verbessern und landeten nun in allen Bereichen auf Platz 1, während Deutschland sich nicht wesentlich steigern konnte. Schnell begannen Diskussionen und die Suche nach den Ursachen für das gute finnische und im Gegensatz dazu mittelmäßige deutsche Abschneiden. Die Diskussionen waren von Beginn an verkürzte Gespräche über Bildungssysteme, da es dabei vor allem auf die strukturellen Merkmale der Bildungssysteme ging. In der vorliegenden Arbeit soll es zwar zum einen um die Strukturen des finnischen Bildungssystems gehen. Durch Vergleiche mit der Organisation des deutschen Bildungswesens sollen so Unterschiede herausgearbeitet werden. Im Zusammenhang damit soll die Frage Beantwortung finden, ob der finnische Bildungserfolg durch die strukturelle Seite des Systems begründet werden kann oder ob es nicht andere Unterschiede sind, die die Leistungen der Schüler beeinflussen und mitbegründen. Daher werden zum anderen inhaltliche und methodische Aspekte ebenfalls in den Blickpunkt gerückt. Ziel der Arbeit ist es, die Grundlagen der hohen Qualität des finnischen Bildungssystems offen zu legen und einen Ausblick zu geben, inwieweit Deutschland Elemente diesen Systems übernehmen könnte, um deutsche Schüler besser fördern zu können und zu größeren Leistungserfolgen zu bringen.

Textauszug (computergeneriert)

Universität zu Köln
Abteilung Allgemeine Pädagogik
Seminar: Bildungssysteme im europäischen Vergleich
Semester: WS 04/05

Das finnische Schulsystem

von: Manuela Ickler

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  2

1.1 Die PISA-Studie und ihre Folgen 2

2 Hauptteil  3

2.1 Geschichtliche Entwicklung des Schulwesens  3
2.2 Vorschulische Bildung 4

2.2.1 NEUVULA 4
2.2.2 Kindergarten  5
2.2.3 Vorschule  6

2.3 Schulsystem  8

2.3.1 Grundschule/`Gesamtschule`  8
2.3.2 Weiterführende Schulen 15
2.3.3 Studium 17
2.3.4 Erwachsenenbildung 18

3 Schluss  19

4 Literaturverzeichnis 22

5 Internetquellen  22

6 Anhang 23



 

 

1 Einleitung

1.1 Die PISA-Studie und ihre Folgen

Die vorliegende Arbeit möchte das Bildungssystem Finnlands auf dem Hintergrund der Ergebnisse der sog. PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) näher beleuchten und Begründungen für das sehr gute finnische Abschneiden finden. Dazu wird das gesamte Bildungssystem in allen Stufen dargelegt. Dabei sollen Besonderheiten sowie Charakteristika herausgearbeitet werden.

Die Ergebnisse der PISA-Studie erregten in Deutschland große Aufmerksamkeit. Politiker1, Lehrer und die Öffentlichkeit zeigten sich schockiert über das deutsche Abschneiden in diesem internationalen Ländervergleichstest. Um die Leistungen deutscher Schüler zu verbessern, begann eine rege Diskussion über Reformen im deutschen Bildungssystem. Als Orientierung und Vorbild sollte dabei der Spitzereiter der Studie gelten: Finnland. Finnland hatte bereits in der PISA-Studie 2000 gut abgeschnitten. Damals wurden 31 Staaten in die Ergebnisliste ausgenommen. Finnland erreichte in allen getesteten Bereichen sehr gute Plätze. Im Bereich Lesen lagen die Finnen auf Platz 1, in den Naturwissenschaften belegten sie Platz 3 und in Mathematik Platz 4. Deutschland hingegen lag in allen Bereichen im unteren Drittel. In der zweiten PISA-Studie aus dem Jahr 2003 konnten die Finnen ihre Plätze sogar noch verbessern und landeten nun in allen Bereichen auf Platz 1, während Deutschland sich nicht wesentlich steigern konnte. Schnell begannen Diskussionen und die Suche nach den Ursachen für das gute finnische und im Gegensatz dazu mittelmäßige deutsche Abschneiden. Die Diskussionen waren von Beginn an verkürzte Gespräche über Bildungssysteme, da es dabei vor allem auf die strukturellen Merkmale der Bildungssysteme ging. In der vorliegenden Arbeit soll es zwar zum einen um die Strukturen des finnischen Bildungssystems gehen. Durch Vergleiche mit der Organisation des deutschen Bildungswesens sollen so Unterschiede herausgearbeitet werden. Im Zusammenhang damit soll die Frage Beantwortung finden, ob der finnische Bildungserfolg durch die strukturelle Seite des Systems begründet werden kann oder ob es nicht andere Unterschiede sind, die die Leistungen der Schüler beeinflussen und mitbegründen. Daher werden zum anderen inhaltliche und methodische Aspekte ebenfalls in den Blickpunkt gerückt. Ziel der Arbeit ist es, die Grundlagen der hohen Qualität des finnischen Bildungssystems offen zu legen und einen Ausblick zu geben, inwieweit Deutschland Elemente diesen Systems übernehmen könnte, um deutsche Schüler besser fördern zu können und zu größeren Leistungserfolgen zu bringen.

2 Hauptteil

2.1 Geschichtliche Entwicklung des Schulwesens

Fast sechshundert Jahre lang gehörte Finnland zum schwedischen Reich, war also politisch und kulturell an Mitteleuropa angeschlossen. Schwedisch war lange Jahre Sprache der Oberschicht und Voraussetzung für höhere Bildung und sozialen Aufstieg. 1809 gelang Russland die jahrelang angestrebte Eroberung. Die Kulturbedeutung des Schwedischen ging jedoch nicht etwa auf das Russische über. Vielmehr kam dem Finnischen zugute, dass sich die westlichen Interessen verfestigten. 1860 wurde das Grundschulsystem geplant. Wie die heutigen Bildungsplaner reiste dessen Gründer durch ganz Europa. Bis heute werden in kaum einem europäischen Land so intensive Lehrplanvergleiche mit anderen europäischen Ländern angestellt wie in Finnland. Die erste finnische Grundschule wurde 1866 gegründet, 1867 das erste Gymnasium. Am 6. Dezember 1917 erklärte Finnland seine Unabhängigkeit, seither ist es selbständige Republik. Die allgemeine Schulpflicht gibt es erst seit 1921. Lange Jahre gab es in Finnland ein dreigliedriges Schulsystem. Es war das erste europäische Land, das schon 1964 eine Fremdsprache in der Grundschule und 1968 zwei verpflichtende Fremdsprachen (außer den Landessprachen) in der Mittelstufe einführte. Jeder Einwohner muss Finnisch und Schwedisch lernen und bekommt dafür auch ein Sprachzertifikat. Die Ausländer, die in Finnland leben (es sind weniger als zwei Prozent), sollen ebenfalls beide Landessprachen lernen, haben aber auch ein Anrecht auf ein bis zwei Unterrichtsstunden in ihrer Muttersprache. Albanisch, Somalisch, Russisch werden am häufigsten gebraucht und in Zukunft eher noch mehr, prophezeit Jukka Sarjala, Präsident des Zentralamts für Unterrichtswesen (vgl. http://www.finnland.de/doc/de/finninfo/fragen.html).

2.2 Vorschulische Bildung

2.2.1 NEUVULA

Die erste Instanz des finnischen Bildungssystems stellt die NEUVULA dar. NEUVULA bedeutet übersetzt Beratung und richtet sich an schwangere Frauen. Das Personal dieser Beratungsstellen setzt sich zusammen aus Krankenschwestern, Ärzten und Beratern. In freundlich gestalteten Räumen werden die teilnehmenden Frauen in Gruppen beraten, ärztlich betreut und auf die Geburt vorbereitet. In den letzten Jahren hat sich der Trend verstärkt, dass die werdenden Väter ebenfalls an den Treffen teilnehmen. Die Organisation in Gruppen hat den Vorteil, dass die Mütter und Väter sich untereinander kennen lernen und Kontakte knüpfen können. Nach der Geburt gibt es weitere Treffen in Gruppen, in der Regel finden zehn dieser nachgeburtlichen Treffen statt. Dabei geht es inhaltlich um gesundheitliche und erzieherische Fragen (vgl. Domisch 2002, S. 47). Hierbei kommt dem Austausch der Eltern mit anderen eine wichtige Funktion zu. Die Teilnehmer fühlen sich in ihren Sorgen, Problemen und Unsicherheiten ernst genommen. Es herrscht eine verständnisvolle Atmosphäre und in Gespräche könne wertvolle Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Bis zum Schuleinritt stellen die Mütter ihre Kinder einmal im Jahr in NEUVULA vor. Damit wird das Ziel verfolgt, Entwicklungsstörungen, drohende oder bestehende Behinderungen frühzeitig zu erkennen. Das gewährleistet eine frühe Intervention, um die Beeinträchtigungen für das Kind und seine Familie aufzufangen oder so gering wie möglich zu halten. Bei Auffälligkeiten folgen weitere Untersuchungen, um eine genaue Diagnose zu stellen. Im Abschluss daran wir das betreffende Kind an Ärzte oder Therapeuten weitergeleitet (vgl. Domisch 2002, S 47). Schon hierin zeigt sich, dass Finnland besonders den ersten Lebensjahren große Bedeutung zumisst.

[...]


1 Mit der Nennung der männlichen Form ist immer auch die weibliche gemeint. Dies gilt für den gesamten Text bei Wörtern wie Lehrer, Schüler, etc.

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