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Dan Sperber - Rethinking Symbolism

Termpaper, 2001, 16 Pages
Author: Nadia Cohen
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V40692
ISBN (E-book): 978-3-638-39146-7

File size: 97 KB
Notes :
"Im folgenden sollen sowohl Sperbers Kritik als auch seine eigene Theorie und ihre eventuellen Schwächen dargestellt werden. Dazu soll außerdem der Beitrag Streckers zur Symbolismus-Forschung herangezogen werden, der Sperber an einigen wichtigen Stellen kritisiert, ohne jedoch dessen Theorie völlig zu verwerfen, sondern vielmehr indem er einige Lücken bei Sperber aufzeigt und versucht, diese zu ergänzen bzw. die Theorie in gewisser Weise weiterzuentwickeln und zu verbessern."



Excerpt (computer-generated)

Dan Sperber - Rethinking Symbolism

von: Nadia Cohen

4. Semester

 


I n h a l t s v e r z e i c h n i s

0. Einleitung 1

1. Das Kriterium der Irrationalität (Tylor, Frazer, Lévy-Bruhl)  1

2. Das semiologische Konzept 2

2.1. Bedeuten Symbole wirklich?  2
2.2. Stellen Symbole einen Code dar?  3
2.3. Versteckte Bedeutung (Turner, Freud)  4
2.4. Gibt es im Symbolismus Symbole?  5
2.5. Die Bedeutung wird unwichtig (Lévi-Strauss)  6

3. Der Symbolismus als Teil des Wissens (Sperber)  6

4. Symbolische Behandlung und symbolischer Mechanismus (Sperber)  7

5. Der vergessene Autor (Strecker)  9

6. Fazit 12
 


 

0. Einleitung

„Im Symbolismus gibt es keinen Code, keine Bedeutung und keine Symbole!“ So oder so ähnlich könnte man zugespitzt die provokantesten Thesen in Sperbers Buch „Le symbolisme en général – Rethinking symbolism“ formulieren. In der Tat geht es Sperber in erster Linie darum, einige der Grundannahmen bisheriger Symbolismus-Theorien, insbesondere des semiologischen Konzepts, in Frage zu stellen. Er greift hierzu einige der bekanntesten Theorien auf, jeweils unter dem Gesichtspunkt der von ihm kritisierten Konzepte von „Bedeutung“, „Symbolismus als Code“, „Symbolismus als Aneinanderreihung von Symbolen“, und versucht anhand dessen aufzuzeigen, worin er die Schwächen bzw. Fehler der Theorien sieht. Ausgehend von seiner Kritik an den bisherigen Theorien, entwickelt Sperber dann sein eigenes Konzept zur Analyse symbolischer Phänomene. Im folgenden sollen sowohl Sperbers Kritik als auch seine eigene Theorie und ihre eventuellen Schwächen dargestellt werden. Dazu soll außerdem der Beitrag Streckers zur Symbolismus-Forschung herangezogen werden, der Sperber an einigen wichtigen Stellen kritisiert, ohne jedoch dessen Theorie völlig zu verwerfen, sondern vielmehr indem er einige Lücken bei Sperber aufzeigt und versucht, diese zu ergänzen bzw. die Theorie in gewisser Weise weiterzuentwickeln und zu verbessern.

1. Das Kriterium der Irrationalität (Tylor, Frazer, Lévy-Bruhl)

Die Theorien Tylors, Frazers und Lévy-Bruhl behandelt Sperber nur kurz. Diese drei Theorien haben gemeinsam, daß sie in ihrer Analyse des Symbolismus den Schwerpunkt auf das „Kriterium der Irrationalität“ (Sperber, 1974: 13) setzen. Sperber erkennt zwar an, daß das Kriterium, das Ethnologen bei ihrer Feldforschung anwenden, in der Tat das Kriterium der Irrationalität ist. Das heißt, es fällt ihnen jede Aktivität als symbolisch auf, „bei der [mir] die Mittel, die eingesetzt werden, als klar disproportioniert zu ihrem expliziten oder impliziten Zweck erscheinen“ (1974: 16). Jedoch ergebe sich aus der Untersuchung, ob der Symbolismus nun rational sei oder nicht, noch keine Definition des Symbolismus. Wenn nun das Kriterium der Irrationalität das Entscheidende zur Definition sei, so könne der Symbolismus nicht mehr Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung sein (1974: 16). Sperber gesteht dem Kriterium der Irrationalität also nur zu, eventuell den Symbolismus einzugrenzen, ohne ihn jedoch gleichzeitig zu definieren.

2. Das semiologische Konzept

Nachdem Sperber den Ansatz von Tylor, Frazer und Lévy-Bruhl kurz vorgestellt und kritisiert hat, widmet er sich der semiologischen Theorie über den Symbolismus, die Hauptgegenstand seiner Kritik ist. Sperber faßt diese Theorie kurz und prägnant zusammen: der Symbolismus sei hier „das Semiotische minus die Sprache“ (1974: 16). Der semiologischen Theorie zufolge verfügt der Symbolismus über keine eigenen Zeichen, sondern benutzt solche, die anderswo geschaffen wurden. Man hat also ein Zeichen (Bezeichnendes und Bezeichnetes), welches eine Verbindung mit einem symbolischen Sinn eingeht. Der Fehler, so die Verfechter des semiologischen Konzepts, besteht nun darin, die alltägliche Bedeutung, die hier nur einen Aspekt des Bezeichnenden darstellt, für die relevante zu halten. Die symbolische Bedeutung sei jedoch eine versteckte. Sowohl die Vorstellung, Symbole hätten eine Bedeutung, als auch die Idee, der Symbolismus sei codeartig aufgebaut, stellt Sperber in Frage. Das „Versteckt-Sein“ des symbolischen Sinns haben unter anderem Victor Turner und Sigmund Freud analysiert. Sperber benutzt diese beiden exemplarisch, um seine Kritik an der semiologischen Konzeption näher zu erläutern und zu guter Letzt auch den Begriff des „Symbols“ anzufechten.

2.1. Bedeuten Symbole wirklich?

Eine der Hauptkritiken Sperbers richtet sich gegen den Gebrauch des Begriffs „Bedeutung“, wenn es um symbolische Phänomene geht. Provokant stellt er hierzu die Frage: „Ist es nützlich zu sagen, daß Symbole bedeuten?“ (1974: 20). Das Wort „Bedeutung“ werde allgemeinhin mit vielen anderen Begriffen wie zum Beispiel Referenz, Konnotation, Diagnostik oder Prognostik verwechselt. Während diese Verwechslung im alltäglichen Sprachgebrauch nicht weiter schlimm sei, so sollte man die Begriffe jedoch, das fordert Sperber, im wissenschaftlichen Diskurs sorgsam unterscheiden. Der Begriff „Bedeutung“ erlange einen wissenschaftlichen Status nur, „indem er sich auf die Beziehungen bezieht, die intuitiv zwischen Zeichen erkannt werden [...]“ (1974: 22). Sperber meint hier insbesondere Beziehungen paraphrasischer oder analytischer Natur, denn deren Kennzeichen ist die Austauschbarkeit oder, wie Sperber es nennt, die Substitution. Etwas kann nur als paraphrasisch oder analytisch bezeichnet werden, wenn durch eine Substitution, sei es eines Zeichens, sei es des Kontexts, keine Veränderung hervorgerufen wird. Sperber definiert den Begriff „Bedeutung“ also als paraphrasische oder analytische Beziehung zwischen Zeichen. Wenn man für symbolische Phänomene nun den Begriff „Bedeutung“ verwenden wollte, so argumentiert Sperber weiter, so müßten sich auch hier paraphrasische und/oder analytische Beziehungen finden lassen. Dies verneint er jedoch kategorisch. Die Interpretation symbolischer Phänomene hänge vom Kontext ab und werde im allgemeinen durch jegliche Substitution verändert (1974:23). Dies sieht Sperber als einen der fundamentalen Unterschiede zwischen der Funktionsweise der Sprache und der des Symbolismus an, ein Grund also, den Symbolismus nicht auf semiologischer Basis zu analysieren. In engem Zusammenhang mit dem Begriff „Bedeutung“ steht das semiologische Konzept des Codes. Auch hier stellt Sperber die Frage, ob es sinnvoll sei, dem Symbolismus eine codeartige Struktur zu unterstellen.

2.2. Stellen Symbole einen Code dar?

[...]


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