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Details

Institution/Hochschule: Universität der Künste Berlin
Tags: Richard, Long, Beitrag, Art´
Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 83
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 26  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 10068 KB
Archivnummer: V41004
ISBN (E-Book): 978-3-638-39368-3
Anmerkungen :
Die Arbeit beschreibt den Begriff Land Art sowie die Herkunft dieser Kunstrichtung (USA), auf die wichtigsten Strömungen und Künstler rund um die Land Art wird eingegangen. Im Speziellen beschäftigt sich diese Arbeit mit dem Werk des Briten Richard Long. Durch Werkananlysen, Merkmalsbegriffe (Planung; Zeit; Ort; Wandern; Material; Linien und Kreise) entsteht ein verständliches Bild Longs, der als europäischer Vertreter der Land Art angesehen werden kann. Viele Abbildungen.

Textauszug (computergeneriert)

Wissenschaftliche Hausarbeit

Zur Ersten Staatsprüfung
Für das Amt des Lehrers
mit fachwissenschaftlicher Ausbildung in zwei Fächern

Richard Long und sein Beitrag zur ´Land Art´

vorgelegt von

Christine Posch

Berlin, den 1.September 2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 3

2. Die Land Art ... 5
2.1. Anfänge und Entwicklung der Land Art ... 5
2.1.1 Erste Ausstellungen der Land Art ... 7
2.2 Definition von Land Art  ... 8
2.2.1 Minimal Art und Concept Art  ... 10

3. Richard Long ... 14
3.1 Herkunft und künstlerisches Umfeld  ... 14
3.1.1 Erste Ausstellungen ... 16
3.2 Richard Long innerhalb der Land Art  ... 17
3.2.1 Richard Long, David Nash, Andy Goldsworthy, Hamish Fulton ... 20

4. Dokumentation der Werke ... 23
4.1 Fotografie ... 23

5. Werkbetrachtungen  ... 28
5.1 England, 1967  ... 29
5.2 A Line Made by Walking, England 1967 ... 32
5.3 A Ten Mile Walk, England 1968 ... 35
5.4 A Hundred Tors in a Hundred Hours ... 37
5.5 A Circle in Alaska, 1977  ... 39

6. Merkmale des Werks von Richard Long ... 42
6.1 Planung  ... 42
6.2 Das Wandern im Werk von Richard Long ... 45
6.2.1 Ein Vergleich zu Hamish Fulton ... 48
6.3 Der Faktor Zeit ... 50
6.3.1 Wahrnehmung von Zeit, Strecke und Bewegung  ... 53
6.4 Der Ort  ... 56
6.5 Das Material  ... 59
6.5.1 Stein  ... 63
6.5.2 Wasser  ... 64
6.6 Linien und Kreise ... 65
6.7 Innenraumarbeiten  ... 68
6.7.1 Was macht Land Art im geschlossenen Raum?  ... 68
6.7.2 Long im musealen Raum ... 70

7. Resümee  ... 75

8. Literatur ... 78

9. Abbildungsverzeichnis ... 81

10. Abbildungsnachweis  ... 82

 

 

1. Einleitung

Schon 1963 begann Richard Long seine Zeichen in abgeschiedenen Orten der Natur zu schaffen, er hat seine ganz eigene künstlerische Sprache gefunden, mit der er sich in die Land Art eingliedern lässt.
Seit den Anfängen der Land Art arbeitete er mit und in der Natur und hat innerhalb dieser seinen anerkannten und ganz eigenen Platz gefunden. Was aber ist das Besondere an seiner Kunst, wodurch unterscheidet er sich von den anderen Land Art Künstlern?

Diese Arbeit soll die wichtigsten Elementen der Kunst Richard Longs darstellen. Dabei werden neben seinen Arbeiten auch Werke anderer Künstler herangezogen um durch eine kurze Gegenüberstellung die Eigenheiten und Besonderheiten von Longs Kunst herauszustellen. Auf einen umfassenden Vergleich zu Arbeiten anderer wichtiger Land Art Künstler werde ich wegen des begrenzten Rahmens dieser wissenschaftlichen Hausarbeit aber verzichten.

Folgendermaßen möchte ich vorgehen:
Zunächst will ich einen Eindruck davon geben, wie es zu der Kunstströmung, die als Land Art verstanden wird, kam und dann eine Begriffsklärung vornehmen. Zur Einordnung der Land Art sollen auch die verwandten Kunstrichtungen Minimal Art und Concept Art kurz erläutert werden. Danach soll der Künstler Richard Long in die Land Art eingeordnet werden, wobei ich einen Vergleich zu drei seiner Kollegen hinzu nehme.

Als bedeutend erscheint mir der Stellenwert der Dokumentation - insbesondere in Form der Fotografie – für das Werk Richard Longs.
Auch die Frage, wie es Long gelingt dem Betrachter eine so subjektive Erfahrung wie die einer Wanderung zu vermitteln, möchte ich klären. In einer exemplarischen Werkbeschreibung sollen die zentralen Elemente, die in der Kunst Longs eine Rolle spielen, anhand einzelner Arbeiten herausgestellt und darauf folgend in eigenen Kapiteln behandelt werden.

Als interessanten Punkt erachte ich die Funktion des Materials in Werk und Arbeitsweise von Long. „Das Medium selbst ist die Botschaft” schreibt Hoormann dazu1. Die ästhetische Qualität und der Eigenwert des Materials zum Beispiel sind interessante Aspekte zu diesem Thema.

Wichtig ist auch die Form, die Linie, der Kreis und andere natürliche oder geschaffene Formen, die typisch für die Land Art und im Speziellen für das Werk Richard Longs sind. Hier konzentriere ich mich auf die Linie und den Kreis als am häufigsten auftretenden Formen in seinem Werk. Aber aus welchen Beweggründen konzentriert sich Long immer wieder auf dieselben geometrischen Formen? Bleibt auch der hundertste Kreis noch interessant?

Kellein stellt fest: „Seit der ersten Ausstellung von Holzstöckchen 1967 in Frankfurt hat (…) sich [sein Werk] auch optisch kaum verändert. Stets werden Naturstoffe, die dem Künstler gefallen, auf einem Spaziergang ausgewählt und zu einem Kreis, einer Spirale, einer Linie oder einem Rechteck umgeschichtet.”2 Die Rolle, die der Ort und die Zeit, der Entstehungsprozess und die Vergänglichkeit in seiner Kunst spielen, wird ebenfalls erörtert werden.

Eingehen werde ich außerdem auf die in Galerien ausgestellte Land Art. Kann man letztere überhaupt noch als solche bezeichnen? Diese Frage stellt sich nicht nur aufgrund der Aussage von Hoormann, die meint, „die Werke der (Land Art) sind mit ihrem Umfeld untrennbar verschränkt (...), jeweils in die besondere Geschichte eines Platzes, eines Landstriches eingebunden.”3
Ich halte es für interessant, auch auf diesen Aspekt einzugehen, da sich Long als auch weitere namhafte Land Art Künstler seit ihren Anfängen an Ausstellungen in Galerien beteiligen.

Im Laufe der nächsten Kapitel, hoffe ich, diese und andere Fragen zu beantworten und ein klares Bild des Künstlers entstehen zu lassen, das seinen besonderen Beitrag zur Land Art, seine Grundinhalte und Arbeitsweisen, seine ganz eigene künstlerische Sprache offenbart.

2. Die Land Art

2.1. Anfänge und Entwicklung der Land Art

Was bedeutet Land Art? Auf jeden Fall mehr als die künstlerische Arbeit in der Natur oder mit natürlichen Materialien.
Ihre Anfänge liegen in den USA der sechziger Jahre. Nachdem der abstrakte Expressionismus etabliert und ausgereizt war, strebten die jungen Künstler nach neuen Ausdrucksformen, angeregt durch Maler wie Jackson Pollock, der in seiner Arbeitsweise „bereits die Wichtigkeit des Prozessualen betont”4 und seiner Malerei die Dimension von Raum und Zeit hinzugefügt hatte. Auch der physische Aspekt im künstlerischen Schaffen hatte durch ihn eine eigene Wertigkeit erfahren.5 Es folgten Strömungen wie Environment, Performance, Minimal Art und Concept Art (vgl. Kapitel 2.1.1). Alltagsobjekte und -geräusche, Abfallmaterialien, alltägliche Erfahrungen und Handlungen wurden zu Kunst und führten zu einem grundlegend gewandelten und erweiterten Kunstbegriff. 6

Hinzu kam der Auszug aus den Ateliers in den Freiraum der Stadt, die Aufhebung der traditionellen Kunstgattungen und die Revolte gegen den Kommerzialisierungsdruck der Kunstszene.7 Gegen die Aufwertung industrieller Materialien und Produkte setzte die Land Art Stoffe der Natur, die weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand belassen wurden8.

1968 präsentierte sie sich „mit ihren ersten Projekten in den Wüsten der USA einer Kunstöffentlichkeit”.9 Die beiden Protagonisten der Land Art, Michael Heizer und Walter de Maria hinterließen dort auf dem Erdboden, in der Abgeschiedenheit der Mojave-Wüste, Grabungen und Zeichnungen.10 In den Jahren darauf entstanden in derselben Region die ersten Großprojekte (Double Negative, 1969/70, Heizer; Las Vegas Piece, 1969, De Maria).

[....]


1 Hoormann, Anne: Land Art. Kunstprojekte zwischen Landschaft und öffentlichem Raum, Berlin 1996, S. 17

2 Kellein, Thomas: Land Art – ein Vorbericht zur Deutung der Erde in: Ausstellungskatalog Museum Ludwig, Köln, Sigrid Gohr, Rafael Jablonka (Hg): Europa/Amerika. Die Geschichte einer künstlerischen Faszination seit 1940. 6.September- 30.November 1986, S.287

3 Hoormann 1996, S.28

4 Werkner, Patrick: Land Art USA. Von den Ursprüngen zu den Großraumprojekten in der Wüste, München 1992, S.29

5 ebenda

6 ebenda S.30

7 ebenda S.35/36

8 Hoormann 1996, S.10

9 ebenda

10 Hoorman, Anne: Land Art in: Budin, Hubertus (Hg.): DuMonts Begriffslexikon zur zeitgenössischen Kunst, Köln 2002, S.202

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