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Die dauerhafte soziale Ungleichheit der Bildungschancen in der Bundesrepublik Deutschland

Termpaper, 2005, 11 Pages
Author: André Bloemen
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 11
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V41082
ISBN (E-book): 978-3-638-39429-1

File size: 244 KB
Notes :
Geschrieben habe ich die Hausarbeit in einem Seminar mit dem Titel "Texte verstehen, Texte verarbeiten", was ein Einführungsseminar für angehende Handelslehrer ist! Ich denke, dass die Arbeit am ehesten in der oben angegebenen Kategorie einzuordnen ist.



Excerpt (computer-generated)

Die dauerhafte soziale Ungleichheit der Bildungschancen
in der Bundesrepublik Deutschland

von: André Bloemen

 


Inhaltsverzeichnis

1. Deutschland – ein Land im Bildungsnotstand?  S.3

2. Soziale Funktionen des Bildungssystems S.3

3. Bildungsexpansion S.5

4. Die Pisa-Studie S.6

5. Die PISA-Studie im Hinblick auf soziale Ungleichheiten im Bildungssystem S.6

6. Primäre und sekundäre Ungleichheiten S.8

7. Schlussreflexion S.10

8. Literaturverzeichnis




1. Deutschland – ein Land im Bildungsnotstand?

In Zeiten einer deutschlandweiten Wirtschaftskrise, zunehmender Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit vieler Jugendlichen und einem unsicheren Blick in die Zukunft werden viele Vorschläge zur Gesundung unseres Landes von Politikern, Professoren oder Journalisten formuliert. Einen wichtigen Aspekt spielt dabei für viele Experten aus dem einst so rühmlichen Lande der „Dichter und Denker“ der gesamte Bildungssektor, der nicht erst seit der Diskussion um die Studiengebühren Gesprächsthema in der Öffentlichkeit ist.

Das deutsche Bildungssystem wies schon lange große Mängel auf. Allerdings rief diese Tatsache eigentlich keine hitzigen Diskussion hervor. Doch wohl spätestens seit der Veröffentlichung der so genannten PISA-Studie sind Politiker, Bürger und Journalisten schmerzhaft erwacht aus dem Traum, dass die Probleme des Bildungssystems weniger gravierend sind als man dachte. Die Aussage, dass in der Bundesrepublik Deutschland jeder – egal ob arm oder reich – die gleichen Bildungschancen besitzt, scheint von der vielfach zitierten PISA-Studie ad absurdum geführt worden zu sein. Doch welche Ungerechtigkeiten im Bildungssystem sind tatsächlich in der Bundesrepublik Deutschland existent?

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dieser Problematik. Dabei wird zunächst auf die sozialen Funktionen des Bildungssystems eingegangen. Danach wird erläutert, was unter dem Begriff Bildungsexpansion und den damit in Zusammenhang stehenden Folgen zu verstehen ist, um anschließend auf die PISA-Studie einzugehen. Auch soll anhand der PISA-Studie geklärt werden, ob es in der Bundesrepublik Deutschland einen Zusammenhang zwischen der Sozialschichtzugehörigkeit und der Bildungsbeteiligung gibt. In einer abschließenden Reflexion bewerte ich die dargestellten Ergebnisse, um schließlich dem deutschen Bildungssystem Vorschläge für einen Weg aus der „Bildungsmisere“ zu unterbreiten.

2. Soziale Funktionen des Bildungssystems

Die Entwicklung der Sozialstruktur eines Landes ist auf verschiedenste Art mit der Entwicklung des jeweiligen Bildungssystems verbunden. Innerhalb einer Leistungsgesellschaft nimmt das Bildungssystem hauptsächlich zwei Funktionen wahr: Zum einen soll das Bildungssystem die Platzierungsfunktion erfüllen. Jeder Mensch kann sich über das „Sprungbrett“ Bildung in der sozialen Hierarchie nach oben arbeiten. Bestimmte Sonderrechte und Freiheiten – ohne Bildung auch soziale Nachteile - können über das Bildungssystem erreicht werden. Neue Lebensperspektiven werden über Bildung eröffnet. Der Soziologe Pierre Bourdieu prägte den Begriff des Bildungskapitals (Geissler, S.333).

Eine mit der Platzierungsfunktion eng in Verbindung stehende zweite Funktion von Bildungssystemen ist die Auslese- und Selektionsfunktion. Vom Grundprinzip her sollen Bildungssysteme nach Leistung selektieren. Die Realität zeigt jedoch, dass neben der Auslese nach Leistung auch immer eine Art soziale Auslese existiert. Ob es nun von den entscheidenden Personen (z.B. Lehrern) beabsichtigt ist oder nicht, auch die sozialen Merkmale des Einzelnen haben einen immensen Einfluss auf die jeweiligen „Bildungskarrieren“(Geissler, S.333). Zu den sozialen Merkmalen gehören unter anderem die soziale, ethnische und regionale Herkunft sowie das Geschlecht. Inwieweit die vertikale soziale Mobilität einer Gesellschaft ausgestaltet ist, wird vom Bildungssystem daher stark beeinflusst (Geissler, S.333).

Die soziale Auslese wird für eine Gesellschaft dann problematisch, wenn das im Grundgesetz verankerte Prinzip der Chancengleichheit nicht mehr erfüllt werden kann. Heranwachsende mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund, Stadt- und Landbevölkerung, Jungen und Mädchen sollen von der Grundidee her in der Bundesrepublik Deutschland die gleichen Chancen hinsichtlich sozialem Aufstieg, Beruf und Bildung haben Wird in einer Gesellschaft also zu sehr nach sozialen Kriterien und zu wenig nach leistungsorientierten Unterscheidungsmerkmalen selektiert, so ist keine Chancengleichheit mehr gegeben (Geissler, S.334).

Während in Westdeutschland das Prinzip der Chancengleichheit über ein leistungsbezogenes Konzept erreicht werden sollte, versuchte man in der ehemaligen DDR diesem Problem mit dem Proporz-Modell Herr zu werden. Diesem Modell zur Folge sollten alle Bevölkerungsgruppen einer Gesellschaft „entsprechend dem Anteil der Gruppe an der Gesamtbevölkerung in weiterführenden Bildungseinrichtungen vertreten sein“(Geissler, S.334). Wie es um den derzeitigen Status der Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem bestellt ist und wie der Begriff Bildungsexpansion in diese Thematik einzuordnen ist, sollen die weiteren Ausführungen darlegen.

3. Bildungsexpansion

[...]


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