Antonio Canova, Amor und Psyche close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.



Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 45
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 39  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 725 KB
Archivnummer: V41175
ISBN (E-Book): 978-3-638-39495-6

Textauszug (computergeneriert)

 

RWTH Aachen
Kunsthistorisches Institut

Hauptseminararbeit
Abgabedatum: 2005

Antonio Canova, Amor und Psyche

von

Patricia Weckauf

 

 

Inhaltsverzeichnis
 

Einleitung  01

1.0 Amor und Psyche  02

1.1 Die Geschichte der Skulptur  02

1.2 Beschreibung und  03

1.3 Entwürfe und  07

1.4 Das Problem der Ansichtigkeit bei Skulpturen  
1.4.1 Verschiedene Ansichten, verschiedene Interpretationen. Eine Studie von Jan Woratschek  15

2.0 Worin liegt die Schönheit bei Canovas Skulpturen?  18

Resümee  24

Literaturverzeichnis  26
Internetseiten  29

Abbildungsverzeichnis  30
Abbildungen  32

 

 

Einleitung

Die Amor und Psyche Gruppe Antonio Canovas gilt als eine seiner populärsten Skulpturen. In der vorliegenden Arbeit sollen Anmut und Schönheit im Werk des Künstlers anhand dieser Gruppe erläutert werden. Zuerst wird jedoch kurz die Geschichte der Skulptur vorgestellt, sowie Fragen zum Auftraggeber und zum letztendlichen Aufstellungsort im Louvre beantwortet werden. Im Anschluss an die Beschreibung der Figurengruppe wird der antike Mythos thematisiert. Zur gesamtheitlichen Betrachtung ist es außerdem notwendig sich mit den erhaltenen Entwürfen und Modellen auseinander zu setzten, da diese innerhalb des Werkprozesses Canovas einen außergewöhnlich hohen Stellenwert einnahmen.

Einen weiteren Hauptaspekt im Gesamtwerk des Bildhauers Canova stellt die Frage nach der Ansichtigkeit seiner Skulpturen dar. Diesem Problem widmet sich ausführlich Jan Woratschek, der in seiner Veröffentlichung die mythologischen Skulpturen bezüglich dieses Themas untersucht.1

All diese Betrachtungen führen zum letzten und wichtigsten Punkt der Arbeit. Den äußerst subjektiven Begriffen „Anmut“ und „Schönheit“ wird sich hierbei auf zwei Wegen genähert. Zum einen über die zeitgenössischen Reaktionen auf Canovas Arbeiten und zum anderen über die Leitsätze der allgemeinen Kunsttheorie um 1800. Es stellt sich allerdings die Frage, ob eine objektive Bewertung der Schönheit bei der Amor und Psyche Gruppe überhaupt möglich ist.

1.0 Die Amor und Psyche Gruppe des Louvre

1.1 Die Geschichte der Skulptur

Canovas Amor und Psyche Gruppe entstand innerhalb eines Zeitraums von sechs Jahren, zwischen 1787 und 1793. Sie wurde von Oberst John Campbell in Auftrag gegeben, als er dem Künstler auf seiner Italienreise in Neapel begegnete. Der Zeitpunkt dieses Zusammentreffens fällt in den Zeitraum zwischen der Entstehung der Papstgrabmäler für Clemens XIV. und Clemens XIII. Durch die Nobilitierung die mit diesen Aufträgen einherging, erfuhr Canovas noch frühe Karriere den entscheidenden Aufschwung und er erhielt zunehmend Auftragsarbeiten. Doch nach der Fertigstellung der Amor und Psyche Gruppe ging sie nicht in den Besitz John Campbells’ über. Canova behielt die Skulptur überraschend zurück.2 Warum er diese Entscheidung traf ist ungewiss. 

Es wird über eine störende Marmorader berichtet, welche die Skulptur durchziehe und weswegen Canova mit ihr unzufrieden gewesen sei.3 Jedoch würde sich in einem solchen Fall die Frage stellen, weswegen der Künstler sich zu einem späteren Zeitpunkt, im Jahr 1800, umentschied und die Figurengruppe an einen holländischen Händler veräußerte, über welchen die Skulptur in den Besitz des Generals Joachim Murat, Adjutant Napoleons und späterer König von Neapel, gelangte. Von ihm aus ging die Skulptur in den Besitz der Bonapartes über und fand zuletzt den Weg nach Paris, wo sie in die Sammlung des Louvre aufgenommen wurde.

Eine zweite Ausführung der Skulptur gab Prinz Nikolai Borisovich Yusupov in Auftrag. Sie entstand in den Jahren 1794 bis 1796. Die Skulptur befindet sich heutzutage im Eremitage in St. Petersburg.4

Neben diesen zwei Originalen für die Canova verantwortlich war, sind weitere Repliken erhalten, welche nach dem Originalgips, jedoch nicht vom Künstler selbst angefertigt wurden. Eine dieser Repliken befindet sich in der Villa Carlotta am Comer See und wurde vom Grafen Sommariva 1819 in Auftrag gegeben.5 Ein im Laufe in dieser Arbeit angebrachtes Zitat Gustave Flauberts geht auf die Begegnung mit dieser Replik zurück.6

1.2 Beschreibung und Mythos

Die in der Skulpturensammlung des Louvre ausgestellte Amor und Psyche Gruppe misst 155cm in der Höhe, 168cm in der Breite und 101cm in der Tiefe. (Abbildung 1) Psyche liegt auf ihrer rechten Seite, mit leicht angewinkelten Beinen, auf einem felsartigen Untergrund über den ein Tuch drapiert ist. Von Amor gehalten legt sie ihren Kopf weit in den Nacken und bietet ihm ihren Mund zum Kuss an. Ihre Arme umfassen zärtlich den Kopf ihres Geliebten. Ihre Hüfte wird von einem feinen Tuch umspielt.

Amor nähert sich ihr aus der Tiefe. Er beugt sich nieder, um mit seinem rechten Arm Psyches Kopf zu stützen und sie zu sich zu heben. Seine linke Hand liegt zart auf ihrer rechten Brust. Auch er wendet ihr seinen Kopf zum Kuss zu, ihre Lippen berühren sich allerdings nicht. Im Rücken der Psyche liegt ein Gefäß und ein Liebespfeil Amors. Weitere dieser Pfeile befinden sich im Köcher, den er um seinen Oberkörper geschnallt bei sich trägt. (Abbildung 2)

[....]


1 Woratschek, Jan: Antonio Canovas mythologische Statuen: Zur Frage der Ansichtigkeit. Ars Faciendi: Bände und Studien zur Kunstgeschichte 13. Frankfurt am Main 2005.

2 Vgl. Ausstellungskatalog: Ein Blick auf Amor und Psyche um 1800. Kunsthaus Zürich, 20. Mai – 17. Juli 1994. Zürich 1994, S.87.

3 Vgl. http://www.uzo.de/louvre/amor_und_psyche.htm

4 Vgl. Ein Blick auf Amor und Psyche um 1800, S.87.

5 Steinmetz, Christel: Amor und Psyche, Studien zur Auffassung des Mythos in der bildenden Kunst um 1800. Inaugural-Dissertation, Philosophische Fakultät, Köln 1989, S.121-122.

6 Siehe Kapitel 2.0

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/41175/