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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 26
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 147 KB
Archivnummer: V41197
ISBN (E-Book): 978-3-638-39504-5
Anmerkungen :
Abriss von Leben und Werk Petersen, seine pädagogischen Vorstellungen und schließlich die Vorstellung seines Schulkonzepts, dem Jenaplan, anhand der charakteristischen Strukturelemente. Sehr ausführlicher Anhang mit Basisprinzipien und Beispielen aus dem Schulalltag.

Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Seminar: „Vorbereitung auf das Orientierungspraktikum“
3. Semester

Peter Petersen - Die Jenaplan-Schule

 


Inhaltsverzeichnis

1. Leben und Werk Peter Petersens  2

2. Pädagogische Vorstellungen Petersens  5

3. Strukturelemente der Jena-Plan-Schule  5

3.1. Organisatorische Aspekte  5

3.1.1. Klasseneinteilung: Stammgruppen statt Jahrgangsklassen  6
3.1.2. Stundeneinteilung: Wochenarbeitsplan statt „Fetzenstundenplan“ 7

3.2. Urformen der Bildung  8

3.2.1. Arbeit 8

3.2.1.1. Das gruppenunterrichtliche Verfahren 8
3.2.1.2. Der Kurs 9

3.2.2. Gespräch  10
3.2.3. Spiel  11
3.2.4. Feier 12

3.3. Weitere Aspekte  13

3.3.1. Lernumgebung  13
3.3.2. Leistungsbeurteilung  14

4. Fazit 15

5. Bibliographie 17

6. Anhang 18



 

Bei meinen Ausführungen zu der Biographie Peter Petersens und seiner Pädagogik folge ich im Wesentlichen dem Werk Theo Dietrichs: Die Pädagogik Peter Petersens, Bad Heilbrunn, 1986.

1. Leben und Werk Peter Petersens

Peter Petersen wurde am 26. Juni 1884 als Sohn eines norddeutschen Bauern in Großenwiehe bei Flensburg geboren. Er war der Älteste von sieben Geschwistern, was ihn sehr prägte, da er viel Verantwortung tragen musste und eine Vorbildfunktion für seine jüngeren Geschwister innehatte. Auch seine Hilfsbereitschaft wurde einerseits durch seine Geschwister gefördert, andererseits durch die dörfliche Umwelt, in der er oft mithelfen musste und in der man auf gegenseitige Hilfe angewiesen war. In seiner dörflichen Herkunft lässt sich auch die, im Begriff der Gemeinschaft zentrierte, Pädagogik Petersens begründen. Petersen entwickelte sich persönlich zu einem ernsthaften Menschen, der sich selten anderen gegenüber öffnete. Seine wesentlichen Charakterzüge waren Beharrlichkeit und Zielbewusstsein gepaart mit Strenge und Fleiß.

Petersens Schulzeit in der Dorfschule von 1890 bis 1896 hat ihn nachhaltig beeindruckt, wie er oft bei Erzählungen betonte. Seine Schulzeit am Flensburger Gymnasium von 1896 bis 1904 scheint an ihm hingegen ohne tiefere Eindrücke vorübergegangen zu sein, da er über sie, selbst auf Nachfrage, nur sehr selten erzählte. Nach dem Abitur studierte Petersen zunächst an der Universität Leipzig. Anschließend wechselte er nach Kiel, Kopenhagen und Posen und kehrte schließlich nach Leipzig zurück. Fachlich widmete er sich dem Studium der Theologie und Philosophie, hinzu kommen Psychologie, Geschichte, Anglistik und Nationalökonomie. Der Gedanke, eine eigenständige, auf empirischer Grundlage beruhende erziehungswissenschaftliche Theorie zu entwickeln, geht dabei auf das Studium der Psychologie zurück.

Schließlich promovierte Petersen über das Thema: „Der Entwicklungsgedanke in der Philosophie Wundts, zugleich ein Beitrag zur Methode der Kulturgeschichte“, in Jena, da in Leipzig keine Dissertationen über noch lebende Mitglieder zugelassen waren. 1909 legte Petersen das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab und ging als Lehrer an ein Gymnasium in Hamburg, wo er mit der Schulreformbewegung in Kontakt kam, die eine Pädagogik vom Kinde aus forderte. Der Lehrer soll demnach hauptsächlich als Berater fungieren, während die Kinder selbstständig miteinander arbeiten. Diese Forderungen versuchte Petersen in die Praxis umzusetzen. Konkret gelang dies erstmals in der reformfreudigen Weimarer Republik, als er 1920 die Leitung der Lichtwarkschule1 in Hamburg übernahm und dort die Möglichkeit bekam praktische Versuche zur Schulreform durchzuführen. Es wurde u. a. ein Schwerpunkt auf die Gemeinschaft von Lehrern, Schülern und Eltern gelegt, verbindlicher Werkunterricht ein- und fächerübergreifender Unterricht durchgeführt. Diese Erfahrungen und Eindrücke eines Besuches im Landerziehungsheim am Ammersee waren Ansatzpunkte für die Konzeption des so genannten „Jenaplans“. Petersen strebte eine akademische Laufbahn an, welche allerdings die Habilitation voraussetzte. Ebenfalls 1920 habilitierte er sich nach jahrelanger Forschung mit einer Arbeit zum Thema: „Geschichte der aristotelischen Philosophie im protestantischen Deutschland von Luther bis Hegel“. Gegen den Willen vieler Mitglieder der Philosophischen Fakultät, folgte er 1923 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft an der Universität Jena. Petersen versuchte die Idee der sozialen Gemeinschaft als Leiter der an die Universität angeschlossenen Versuchschule umzusetzen.

Im August 1927 wurde Petersen aufgefordert auf der „IV. Internationalen Konferenz der Arbeitskreise für Erneuerung der Erziehung“ in Locarno von seinem Schulversuch in Jena zu berichten. Dort wurde auch der Anstoß für die Bezeichnung „Jenaplan“ gegeben. Von diesem Zeitpunkt an, erhielt er zahlreiche Einladungen aus aller Welt zu Vorträgen und zu Einrichtungen von Versuchsklassen nach dem Jenaplan. Petersens Schrift „Der Kleine Jenaplan“ wurde in zehn Sprachen übersetzt und ist eine der meistbekannten Schriften der Reformpädagogik.

„Während der Zeit des Nationalsozialismus durfte die Jenaer Universitätsschule, im Gegensatz zu einigen Jenaplanschulen mit sozialdemokratisch orientierten Lehrern, vorerst weiter existieren. Petersen war bemüht ideologische Einflussnahmen der Nationalsozialisten von seiner Schule fernzuhalten, hielt aber dennoch Vorlesungen für die Nazi-Elite und äußerte sich unter anderem über den Jenaplan „im Lichte des Nationalsozialismus“. Da Petersen nicht der NSDAP angehörte, wurde er nach Ende des Nationalsozialismus als einer von wenigen Professoren nicht entlassen. Er leitete drei Jahre lang die Sozialpädagogische Fakultät, wurde dann aber unter Druck der SED als Dekan abgesetzt und erhielt Prüfungsverbot. Zudem wurde 1950 die Universitätsschule als „ein reaktionäres, politisch sehr gefährliches Überbleibsel aus der Weimarer Republik“ geschlossen.“2 Am 21. März 1952 starb Petersen.

2. Pädagogische Vorstellungen Petersens

[...]


1 „In der Weimarer Republik galt die Lichtwarkschule als eine weit über die Stadtgrenze Hamburgs hinaus bekannte Reformschule [...]. Während die anderen Reform- und Versuchsschulen nicht nur der Hansestadt alle Volksschulen waren, war die Lichtwarkschule eine Schule des höheren Schulwesens. Das war eine Ausnahmeerscheinung. Insgesamt zählt die schulgeschichtliche Forschung für das gesamte Deutsche Reich in der Weimarer Zeit nur fünf solcher Institutionen. Die Einrichtung wurde 1937 von den Nationalsozialisten aufgelöst und nach Ende des Krieges nicht wiederbelebt.“ http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/1998/pm079_98.htm

2 www.br-online.de

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