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Intermediate Examination Paper, 2005, 30 Pages
Author: Lydia Plagge
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Tags: Martin, Brock, Freitagsflug, Eine, Analyse, Kriminalistischen, Merkmale, Detektivromans, Schwerpunkt, Betrachtung, Romanfiguren, Tatort, Deutschland
Year: 2005
Pages: 30
Grade: 2,5
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-39573-1
ISBN (Book): 978-3-638-68742-3
File size: 185 KB
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Abstract
Kriminalliteratur gilt heutzutage in vielen Kreisen als Trivialliteratur. Sie dient der Unterhaltung. Der breiten Meinung zu Folge ist eine Untersuchung der Stilmittel o. ä. nicht so sinnvoll und vor allem nicht so effektiv und interessant wie eine Analyse von Goethes „Faust“ oder Schillers „Maria Stuart“. Es gibt allerdings andere interessante Punkte, die man bei Kriminalliteratur analysieren und verfolgen kann. So spielen zum Beispiel die Logik der Handlung, die Handlungsstruktur, die Figuren des Detektivromans oder auch die sozialkritischen Aspekte eine große Rolle. In der Ausarbeitung sollen die Merkmale eines Detektivromans, insbesondere die Romanfiguren des Detektivromans, näher betrachtet werden. Auf die allgemeinen Merkmale des Detektivromans wird aus Platzgründen nur sehr kurz eingehen.
Excerpt (computer-generated)
Martin W. Brock "Freitagsflug" - Eine Analyse der
Kriminalistischen Merkmale des Detektivromans mit
Schwerpunkt auf die Betrachtung der Romanfiguren
von: Lydia Plagge
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Autor 3
3. Der Inhalt des Kriminalromans „Freitagsflug“ 3
4. Merkmale des Detektivromans 3
5. Figuren und ihre Funktionen in einem Roman 5
5.1. Die Romangesellschaft 5
5.2. Die Gruppe der Nicht-Ermittelnden 6
5.2.1. Das Opfer 8
5.2.2. Der Mörder 9
5.2.3. Die Verdächtigen 12
5.3. Die Gruppe der Ermittelnden 13
5.3.1. Der Detektiv 14
5.3.1.1. Die Darstellung der Gestalt 14
5.3.1.2. Die Darstellung der Arbeitsweise 15
5.3.2. Die Mitarbeiter des Detektivs 21
5.3.2.1. Die Watson-Figur als Gefährte 21
5.3.2.2. Die Polizei als Mitarbeiter 26
6. Fazit 26
7. Literaturverzeichnis 27
8. Anhang 28
1. Einleitung
Kriminalliteratur gilt heutzutage in vielen Kreisen als Trivialliteratur. Sie dient der Unterhaltung. Der breiten Meinung zu Folge ist eine Untersuchung der Stilmittel o. ä. nicht so sinnvoll und vor allem nicht so effektiv und interessant wie eine Analyse von Goethes „Faust“ oder Schillers „Maria Stuart“. Es gibt allerdings andere interessante Punkte, die man bei Kriminalliteratur analysieren und verfolgen kann. So spielen zum Beispiel die Logik der Handlung, die Handlungsstruktur, die Figuren des Detektivromans oder auch die sozialkritischen Aspekte eine große Rolle. In meiner Ausarbeitung möchte ich die Merkmale eines Detektivromans, insbesondere die Romanfiguren des Detektivromans, näher betrachten. Auf die allgemeinen Merkmale des Detektivromans werde ich aus Platzgründen nur sehr kurz eingehen.
2. Der Autor
Der Name Martin W. Brock steht als Pseudonym für einen verdeckten Ermittler, der mit dem Kriminalroman „Freitagsflug“ seinen ersten Titel auf den Markt gebracht hat. Die Erfahrungen, die der Autor dem Leser in seinem Buch vermittelt, stammen aus seiner langjährigen Arbeit bei der Kriminalpolizei einer deutschen Großstadt.
3. Der Inhalt des Kriminalromans „Freitagsflug“
Ricardo Bauer, ein Polizist aus Überzeugung, wird auf Grund einer Verschwörung gegen ihn unerwartet vom Dienst suspendiert. Man unterstellt ihm, dass er polizeiliche Informationen an Dritte verkauft hat. Da der Staatsanwalt Hübner sich zum persönlichen Gegner erklärt hat, liegt es an Bauer selbst seinen Fall zu lösen. Zunächst fällt er in eine Ohnmacht, aus der er dann mit eigener Kraft und Vertrauen anderer Personen aufwacht, um eine schnelle Klärung des Falls zu erreichen.
4. Merkmale des Detektivromans
Nusser erklärt, dass sich der Detektivroman aus drei wesentlichen Bestandteilen zusammensetzt. Nachdem das rätselhafte Verbrechen stattgefunden hat, beginnt die Fahndung nach dem Verbrecher, verbunden mit der Rekonstruktion des Tathergangs und der Suche nach den Motiven. Das letzte wichtige Element ist die Lösung des Falls und die Überführung des Täters1.
Durch das Verbrechen wird die Handlung des Detektivromans ausgelöst, die nachfolgenden Ermittlungen. Es ist also das zentrale Ereignis2. In dem Kriminalroman „Freitagsflug“ von Martin W. Brock wird Bauer eines Verbrechens verdächtig. Hier ist also nicht ein Mord Auslöser für die Ermittlungen, sondern eine Verschwörung einer kriminellen Gruppe gegen einen Polizeibeamten. Dennoch gibt dieses Verbrechen den Beteiligten viele Rätsel auf, die mit viel Mühe und Kraft gelöst werden müssen. Im Verlauf der Geschichte geschieht zusätzlich ein Mord. Dieser hängt zwar mit dem Verbrechen an Bauer zusammen, ist aber nicht Grundlage der Ermittlung. Bei den Ermittlungen, muss der Detektiv nach dem Täter fahnden. Dabei sollten die inhaltlichen Teilsaspekte der Fahndung berücksichtig werden. Der Detektiv muss beobachten, verhören, sich beraten, den Täter verfolgen und ihn anschließend überführen. Mit Hilfe der Beobachtungen, die der Detektiv vornimmt, ist es ihm möglich, den Tathergang Stück für Stück zu rekonstruieren. Die Ergebnisse der vorgenommenen Verhöre unterstützen dabei seine Beobachtungen. Entweder sie unterstreichen Vermutungen zum Tathergang oder sie widerlegen diese. Weiterhin ist es möglich, dass dem Detektiv neue Informationen zugetragen werden, die ihn auf neue Ideen und Betrachtungsansätze bringen. Der Autor kann so auch die Möglichkeit wahrnehmen, den Leser und Detektiv durch eine falsche Aussage auf eine falsche Fährte zu Locken. Die Folgen sind falsche Schlussfolgerungen. Diese werden laut Nusser vor allem auch in Beratungen mit beteiligten Personen gezogen.
Diese Teilaspekte der Fahndung lassen sich in der vorliegenden Detektivgeschichte sehr gut wieder finden. Bauer beobachtet z B. gemeinsam mit Port einen Rechtsanwalt (S. 1633). Dieser verlässt nach gewisser Zeit seine Kanzlei und Bauer nimmt die Verfolgung auf (S. 164f.). Die Unterhaltungen mit Maria Sanchez (S. 117-121) oder Frau Zechmeister (S. 153- 157) stellen Bauers polizeiliches Können der Verhörung unter Beweis. Zwischenzeitliche Beratungen und ein Abgleich der bisherigen Ermittlungen finden zwischenzeitlich immer wieder mit Dr. Keufer und Port statt (z. B. S. 54-58, 65-69, 82-92, 123-125). Der letzte Teilaspekt der Fahndung ist die Überführung des Täters und die Aufklärung des Verbrechens. Der Abschluss der Fahndung ist somit also auch das letzte wichtige Element des Detektivromans nach Nusser. In „Freitagsflug“ gibt es allerdings keine typische Überführungsszene. Der Täter wird nicht öffentlich identifiziert. Bauer und Doris Buck erfahren lediglich den Namen des Täters im Reisebüro, sie üb erführen ihn aber nicht der Täterschaft. Die charakteristischen Personen eines Detektivromans werde ich im Folgenden genauer betrachten.
5. Figuren und ihre Funktionen in einem Roman
5.1. Die Romangesellschaft
Befasst man sich mit Interviews verschiedener Schriftsteller von Kriminalliteratur, so erkennt man eine Art und Weise der Entstehung eines Kriminalromans, nach der der Autor oder die Autorin zunächst die Handlung der Geschichte im Kopf haben. Um diese verwirklichen zu können benutzen sie dann die Romanfiguren. Letztere sind also nur ein Mittel, um einen bestimmten Zweck erfüllen zu können, nämlich die Durchführung einer kriminalistischen Handlung mit der dazugehörigen Aufklärung des Falles. So erklärt auch Nusser dieses Phänomen. Er sagt, dass die Figuren eines Detektivromans dem Handlungsplan unterworfen sind. Das bedeutet, der Autor verwendet sie um einen Vorgang deutlich zu machen. Sie „illustrieren einen prinzipiell festgelegten Vorgang“4.
Die handelnden Personen in einem Roman lassen sich nach Nus ser in zwei Gruppen unterteilen. Es gibt die Gruppe der Nicht-Ermittelnden und die Gruppe der Ermittelnden. Der Detektiv und die restlichen Ermittelnden wie Polizei und persönliche Helfer bilden die Gruppe der Ermittelnden und damit die kleinere Gruppe. Die Gruppe der Nicht-Ermittelnden ist größer. Sie umfasst sowohl die potentiellen Täter als auch das bzw. die Opfer. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Handlung des Kriminalromans zeigt, „wie die kleinere Zahl der detektorisch Aktiven sich mit der größeren Zahl der um das Opfer versammelten und daher Verdächtigen auseinandersetzt, um deren Beziehungen untereinander, deren Beziehungen zum Opfer und schließlich den Mord aufzuklären“5.
[...]
1 Vgl. Literaturverzeichnis: Nusser, Peter: Der Kriminalroman. S. 22.
2 Vgl. Literaturverzeichnis: Nusser, Peter: Der Kriminalroman. S. 22.
3 Die angegebenen Seitenzahlen im laufenden Text beziehen sich auf den Kriminalroman „Freitagsflug“ von Martin W. Brock. Es handelt sich dabei um ausgewählte Beispiele und nicht um alle passenden Textpassagen.
4 Vgl. Literaturverzeichnis: Nusser, Peter: Der Kriminalroman. S. 34.
5 Vgl. Literaturverzeichnis: Nusser, Peter: Der Kriminalroman. S. 34.
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