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Details

Veranstaltung: Medialisierung und Mediatisierung der Gesellschaft
Institution/Hochschule: Paris Lodron Universität Salzburg (Kommunikationswissenschaft)
Tags: Eintritt, Gutenberg-Galaxis, Kommunikationsrevolution, Schrift, Medialisierung, Mediatisierung, Gesellschaft
Kategorie: Bachelorarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 58
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 4  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 154 KB
Archivnummer: V42120
ISBN (E-Book): 978-3-638-40229-3

Textauszug (computergeneriert)

Bachelor Thesis

Medialisierung und Mediatisierung der Gesellschaft
Universität Salzburg

Der Eintritt in die Gutenberg-Galaxis:

Kommunikationsrevolution Schrift

von

Sebastian H. Lang

2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Gutenberg und seine Zeit ... 4
1.1 Einleitung ... 4
1.2 Biografie ... 5
1.3 Erfindung der Druckerpresse ... 8
1.4 Prozess Gutenberg versus Fust ... 10
1.5 42-zeilige Bibel ... 12

2. Zeitliche Verbreitung der Buchdruckerkunst in Europa ... 14
2.1 Und es passieren trotzdem Fehler ... 14
2.2 Veränderungen des Buchdesigns ... 14
2.3 Der Begriff Urheberschaft entsteht ... 15

3. Der Buchdruck und seine Folgen ... 17
3.1 Veränderung der Schrift ... 17
3.2 Technisierung der institutionellen Informations- und Kommunikationssysteme ... 20
3.3 Von den institutionellen zu den marktwirtschaftlichen Netzen ... 22
3.4 Grundzüge d. typographischen Kommunikationskreislaufes ... 24
3.5 Informationstransformation durch den Markt ... 25
3.6 Geografie ... 25
3.7 Astronomie ... 26
3.8 Galileo Galilei ... 27
3.9 Schreibmaschine ... 28

4. Entstehung der Zeitungen ... 31

5. Die Medienlandschaft im Jahre 1609 ... 34
5.1 Flugblätter und Flugschriften ... 35
5.2 Veränderungen der Nachrichtenmedien um 1900 ... 37

6. Die neuen Kommunikationsverhältnisse ... 39
6.1 Technische Verschiebungen der Literatur ... 40
6.2 Entstehung des Hypertextes und des WWW ... 41
6.3 Traditioneller Text ... 42
6.4 Hypertext ... 43
6.5 Leseformen von traditionellen - und Hypertexten ... 45
6.6 Veränderungen für den Autor ... 46
6.7 Internetliteratur ... 48
6.8 Computerlyrik ... 51
6.9 Zusammentreffen von G & G ... 52

7. Resümee ... 54

8. Bibliografie ... 58

 

 

1. Gutenberg und seine Zeit

Wir sollten unser Augenmerk auf die Kraft, die
Auswirkungen und die Folgen von Erfindungen
richten, die nirgends auffälliger waren als im
Fall jener drei den Alten unbekannten Errungen-
schaften, nämlich dem Buchdruck, dem Schieß-
pulver und dem Kompass. Diese drei Erfindungen
haben das Erscheinungsbild und den Zustand der
ganzen Welt verändert.

(Francis Bacon, Novum organum, Aphorismus 129)

 

1.1. Einleitung

Das 15. und 16. Jahrhundert war eine Zeit der „Geistlichen Unruhe“ (Humanismus, Renaissance, Reformation). Es markiert den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Auf nahezu allen Gebieten des menschlichen Zusammenlebens vollzogen sich tiefgreifende Veränderungen. Gefahrvolle, lange Entdeckungsreisen der Spanier und Portugiesen zur See erschlossen neue Welten, während in Europa, in der Alten Welt, das politische Mächtegleichgewicht vollständig umgestaltet wurde.

Technische Innovation, eine deutliche Zunahme der Schriftlichkeit auch außerhalb klösterlicher Mauern, kirchliche Reformbestrebungen, eine erste Blüte humanistischen Gedankenguts und neue Wege in den bildenden Künsten prägen ebenso wie furchtbare Inquisitionsprozesse und zahlreiche andauernde Kriege auf dem ganzen Kontinent dieses an Widersprüchen so reiche Jahrhundert Johannes Gutenbergs.

Die Kenntnis der Papierherstellung übernahm Europa von den Arabern. Die ersten Papiermühlen standen in Italien.
Das Leinenpapier, dass das Pergament als Schreibmaterial ablöste, konnte vor allem billiger und in größeren Mengen hergestellt werden.

Bemühungen, die vor der Erfindung des Buchdrucks herrschenden Verhältnisse zu rekonstruieren, bringen sogar die Wissenschaftler in eine vertrackte Situation. Eine solche Rekonstruktion ist nur unter Heranziehung von Druckwerken möglich. Früher war das Kopieren in den Skriptorien (Schreibstuben) überwiegend durch Diktate möglich und literarische Werke wurden durch lautes Vorlesen veröffentlicht. Mit der Zeit jedoch schrumpfte in allen Bibliotheksammlungen der Bestand an Dokumenten und Texte in handschriftlicher Form wurden durch das häufige Kopieren immer mehr entstellt.

700 vor Gutenbergs Zeit ließen die Chinesen Schriftzeichen in Holz schneiden. Man konnte schon 1000 farbige einseitige Drucke herstellen.

In Korea hat man schon in Sandformen gegossen.
Das heißt der gesellschaftliche Bedarf stieg an und provozierte somit eine neue Technologie.

Laut Prutz. „ Buchdruckerei wurde erfunden da der geistige Zustand der Welt sie nötig machte. Nicht eine Ursache war sie, sondern eine Folge. Große Erfindungen werden immer dort gemacht wo eine große Idee ins Leben treten will und weil sie gemacht werden müssen.“

1.2. Biografie

Die Geburtsstadt von Gutenberg war Mainz. Mainz wurde im hohen Mittelalter als „Metropole der Städte“ bezeichnet. Die Stadt gehörte in diesen Jahrhunderteneindeutig zu den reichsten und bedeutendsten Städten am Rhein. Mainz hatte eine politische Schlüsselstellung inne.
Der Erzbischof von Mainz war zugleich Primas Germanie, Erzkanzler des Reiches mit dem Recht der Berufung zur Königswahl und gehörte seit dem Ende des 12. Jahrhunderts zu den Kurfürsten, unter denen er Führungsposition besaß.

Dem Mainzer Kurfürstbischof fiel es zu, Reichs- und Fürstentage einzuberufen. Geographisch äußert günstig am Zusammenfluss der beiden Ströme Rhein und Main gelegen, entfaltete sich Mainz vor diesem Hintergrund zu einer Stadt, die Handwerk und Handel die günstigsten Voraussetzungen bot. Die Ansprüche des erzbischöflichen Hofes förderten alle Zweige des Kunsthandwerkes. Die Goldschmiedezunft blühte, und der Tuchhandel florierte.

Der Tuchhandel war eine der wichtigsten Einnahmequellen des kaufmännischen Patriziats.

Johannes Gutenbergs Vater zählte zu den Patriziern der Stadt. Der Vater Friele Gensfleisch zu Laden, wird seit 1372 als Mainzer Bürger genannt. 1386 heiratete Friele Gensfleisch in zweiter Ehe Else Wirich, die Tochter eines Krämers in Mainz. Johannes Gutenberg wurde 1394 in der St. Christoph Kirche als Gensfleisch geboren.

Der jüngste Sohn der Familie tritt in den frühesten Urkunden namentlich als Henne oder Hennchen zur Laden oder als Henne Gensfleisch auf. Es gab zu dieser Zeit noch keine Namen, die sich vom Vater auf den Sohn und Enkel weitervererbten, die Mainzer Patrizier wurden nach ihren Häusern genannt, und besaß man mehrere, konnte man verschiedene Namen tragen. Auf den Vater bezogen, wird erst 1427 oder 1428 in einer Urkunde der Zuname „zu Gudenberg“ angewendet, Johannes Gutenberg wird erstmals 1430 in einem Schriftstück „Henchin zu Gudenberg“ genannt. Über viele Einzelheiten in der Biographie Gutenbergs können wir nur Vermutungen anstellen. So wissen wir kaum etwas über die Kindheit und Ausbildung des Erfinders.

Vielleicht besuchte er eine der Mainzer Stifts- bzw. Klosterschulen, wie viele Kinder des Patriziats. Man vermutet bei Gutenberg jedoch den Beruf des Gold oder Silberschmiedes. Ebenfalls wird vermutet dass er seinen Unterhalt mit dem Lehren von Edelstahlschleifen verdiente.

[...]

1.3. Erfindung der Druckerpresse

Gutenbergs geschäftliche Unternehmungen lassen erkennen, dass er ein beachtliches Potential an Fähigkeiten besaß, Geldgeber und Mitarbeiter mit besonderen Kenntnissen für ein Projekt zu begeistern und einträgliche kommerzielle Aktionen auf den Weg zu bringen. Ab 1448 fasste er wieder in seiner Heimatstadt Mainz Fuß.

Der erste Beleg für seine Anwesenheit stammt vom 17. Oktober 1448, denn zu diesem Zeitpunkt erhielt er eine Anleihe, die sein Schwager Arnold Gelthus für ihn erwirkt hatte.

Ob Gutenberg nun bereits eine Druck-Werkstatt eingerichtet hatte und nun Betriebskapital zu Fortführung seiner Unternehmung brauchte, oder ob erst mit der Einrichtung begonnen wurde, muss offen bleiben.

[....]

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