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Russland unter Katharina II.

Scholary Paper (Seminar), 2000, 32 Pages
Author: Silvia Grabler
Subject: History - Non-German

Details

Event: Seminar: Josefinismus
Institution/College: University of Salzburg 'Paris Lodron' (Geschichte)
Tags: Russland, Katharina, Seminar, Josefinismus
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 32
Grade: Sehr gut
Language: German
Archive No.: V4222
ISBN (E-book): 978-3-638-12616-8

File size: 245 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Russland unter Katharina II.

 


Inhalt

1. Einleitung 3

2. Kindheit 4

3. Großfürstin 5

4. Kaiserin 6

5. Innenpolitik 7
5.1. Liberal - aufklärerische Periode 7
5.2. Reaktionär - adelsfreundliche Periode 10
5.3. Religion 10
5.4. Entwurf eines neuen Gesetzbuches 12
5.5 Bildungspolitik 13
5.6. Literatur 15
5.7. Siedlungspolitik 16
5.8. Bürgertum 17
5.9. Die Juden 19
5.10. Bauern- und Agrarfrage 21
5.10.1. Pugacevaufstand 23

6. Außenpolitik - Expansionspolitik 24
6.1. Krim 24
6.2. Die Teilungen Polens 26

7. Katharina II. und Joseph II. 27

8. Zusammenfassung 28

9. Bibliographie 29


1. Einleitung

Katharina die Große, geborene Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, war Zarin von Russland. Schon zu Lebzeiten bekam sie den Titel "die Große", aber wie "groß" waren ihre Verdienste wirklich und wie "aufgeklärt" war sie? Sie war mit den Ideen der französischen Aufklärer vertraut und bemühte sich, das Land zu reformieren. Andererseits wollte sie ihre absolutistisch-zentralistische Regierungsweise aber nicht aufgeben, weshalb sie die Reformen nur beschränkt umsetzte, um ihre Regierungsart nicht zu gefährden.
Karl Otmar von Aretin bemerkt dazu: "Der Aufgeklärte Absolutismus - so würde ich es formulieren - bezeichnet eine Phase in der Entstehung des modernen Staates, die Länder befähigte, sich aus ihrem vormodernen Status heraus weiterzuentwickeln. Die durchgeführten oder vorgesehenen Reformen unterschieden sich von denen des Absolutismus in erster Linie dadurch, dass sie alle Bereiche des Staates ergriffen. Mit diesen Reformen ging eine Intensivierung der Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft einher, wie sie vorher nicht festzustellen ist. Der Anteil der Aufklärung lag nicht zuletzt darin, dass er eine Entwicklung auslöste, in der in letzter Konsequenz aus dem Untertan ein Bürger werden sollte. Es ging im Aufgeklärten Absolutismus jedoch nicht nur um eine Intensivierung des Staates. Die Glückseligkeit der Untertanen, als Ziel der Reformen, war ein neues, an aufgeklärten Ideen ausgerichtetes Ideal dieser Reformen. Der Staat als Rechtsstaat, der sich um das Schicksal seiner Bürger zu bekümmern hat, taucht in diesen Reformen auf."
Die Aufklärung leitete im Grunde den Aufstieg des Bürgertums ein. Da ein solches in Russland aber nicht vorhanden war, musste sich Katharina auf den Adel stützen. Der Grundstock zu ihrer Auffassung von Aufklärung wurde stark von ihrer Kindheit und der Zeit als Großfürstin bestimmt.

2. Kindheit

Friederike von Anhalt-Zerbst wurde am 2. Mai 1729 in Stettin, als Kind des Fürsten Christian August von Anhalt-Zerbst (1690 - 1747) geboren. Ihr Vater war kein regierender Fürst, sondern tat Dienst als preußischer General und wurde später Gouverneur von Stettin. Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst (1712 - 1760) war ihre Mutter, die aus der Familie der Herzöge von Holstein - Gottorf stammte. Friederike kam aus "einfacheren" Verhältnissen. In ihrer Kindheit erhielt sie einen Elementarunterricht mit protestantischen und aufklärerischen Inhalten.

1744 wurde die Prinzessin von der russischen Kaiserin Elisabeth Petrowna (1709 - 1761) an den Moskauer Hof geholt. Der Vater Elisabeths war Zar Peter der Große (1672 - 1725). Als Peter der Große starb folgte eine fünfzehnjährige Periode der Hofintrigen und Palastrevolten. Die altrussische Partei kämpfte als Gegner der Reformen Peters des Großen gegen deren Befürworter und die direkten Nachkommen Peters. Viermal griff die kaiserliche Garde in die Frage der Thronfolge ein, doch jedes Mal fiel die Wahl auf einen unfähigen Kandidaten. Günstlinge, die vor allem aus Deutschland kamen, ruinierten das Land. Erst mit Elisabeth, die 1741 den Thron bestieg, kam es zu Stabilität. Sie holte ihren Neffen, den Herzog Karl Peter Ulrich (1728 - 1762) aus dem norddeutschen Fürstenhaus Holstein - Gottorf, den einzigen noch lebenden Enkel Peters des Großen, an den russischen Hof. Dieser wurde, nachdem er die orthodoxe Religion angenommen hatte, Großfürst und erhielt den Namen Peter Fjodorowitsch.

Bei ihrer Reise nach Russland im Jänner 1744 wurde Friederike von ihrer Mutter begleitet. Sie reisten streng geheim, unter einem anderen Namen. Friederike nahm auf Wunsch Elisabeths und auch als Bedingung zur Hochzeit den russisch-orthodoxen Glauben am 28. Juni an und hieß von nun an Katharina Alexejewna (Ekaterina Alexeevna). Einen Tag später fand die Verlobung statt. Katharina verstand es, sich zu repräsentieren, passte sich den strengen Hofformen und der Etikette an. Von Anfang an versuchte sie die Gunst sowohl von Elisabeth, als auch von Peter und dem russischen Volk zu erringen. Erst später bemerkte sie, dass das unmöglich war, denn die Gunst Elisabeths und Peters schlossen einander aus. Für den noch minderjährigen Herzog Karl Peter Ulrich von Holstein (Peter der Dritte) hatte man eine Frau aus einflusslosem Hause gesucht. Die deutsche Friederike schien diesen Voraussetzungen perfekt zu entsprechen. Katharina schrieb später, dass sie selbst schon mit 15 "ein philosophischer Kopf" gewesen sei. Sie befasste sich ausgiebig mit der Wissenschaft der Philosophie und erlernte mit großem Eifer die russische Sprache. Schon zu dieser Zeit war Katharinas Ziel die russische Krone, doch hatte sie noch keinerlei Anrecht darauf.

3. Großfürstin

[...]


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