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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 25  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 288 KB
Archivnummer: V42509
ISBN (E-Book): 978-3-638-40525-6

Textauszug (computergeneriert)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik
Proseminar: Die Reichsstruktur des Imperium Romanum unter den Flaviern
3. Fachsemester

"amici diem perdidi" - Zum Kaiserbild des Titus bei Sueton

von: Mascha Funke

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Methodik und Fragestellung 1

2. Quellenlage und Forschungssituation 1

2. 1. Zeitgenossen der Flavier 2
2. 2. Spätere Quellen 2

3. Zur Person des Kaisers Titus 3

3. 1. alius Nero - Der unpopuläre Thronerbe 3
3. 2. amor ac deliciae generis humani - Der allseits geliebte princeps 4

4. Sueton und die antike Biographie 5

4. 1. Zur Biographie im allgemeinen 5
4. 2. Die bioi Suetons 6

5. Der Divus Titus Suetons 7

5. 1. Aufbau und Gliederung 7
5. 2. Ausnahmestellung der Titusvita 8
5. 3. vitiae und virtutes 9
5. 4. ingenium, ars, fortuna - Die Beliebtheit des Kaisers 12
5. 5. Charakter und Wandel - Suetons Kaiserbild 13

6. Fazit: Sueton und die historische Person Titus 15

7. Ausblick: Die Titusrezeption - Der Nachruhm eines Kaisers 16

8. Bibliographie 18




1. Einleitung: Methodik und Fragestellung

Das Bild des Kaisers Titus, wie es bis heute die Geschichtswissenschaft bestimmt und wie es in zahlreichen musikalischen und literarischen Bearbeitungen über den princeps erhalten ist, hat seinen Ursprung in dessen Biographen Sueton. Kaum ein anderer Kaiser ist seiner Nachwelt - von der Antike bis zur Moderne – als derart idealtypischer Herrscher in Erinnerung geblieben. Güte und Milde gelten als Titus‘ sprichwörtliche Eigenschaften – und das, obwohl die Quellen zugleich von Grausamkeit und exzessivem Lebenswandel seiner Jugendjahre berichten. Und selbst bis heute schmähen jüdische Besucher Roms den Triumphbogen des Titus als Sinnbild der Vernichtung ihrer religiösen Grundlage. So scheint jene überlieferte Milde und Güte verwunderlich, bedenkt man zudem, daß Titus nur 2 Jahre, 79 bis 81 n. Chr., regiert hatte. Konnte man sich in so kurzer Zeit ein umfassendes Bild von ihm machen? Auch bleibt Sueton bis heute die einzige ausführliche Quelle, die über die Person des Herrschers berichtet. Vergleichsmöglichkeiten fehlen größtenteils. Es scheint daher ratsam, noch einmal ad fontes zu gehen und einen genauen Blick auf Suetons Divus Titus zu werfen. Dieser Aufgabe möchte sich die folgende Untersuchung widmen. Hierzu soll im Vorfeld zum einen die entscheidende literarische Quellenlage zu Titus geklärt, zum anderen ein Abriß über Leben und Werk des Kaisers gegeben werden - in zwei Kapiteln, welche die ambivalente Darstellung des Titus deutlich machen. Eine dritte Präsentation beschäftigt sich mit Sueton als Person und dem Stellenwert seines Werkes. Die anschließende Analyse und Auswertung des Divus Titus soll sich den folgenden Fragen widmen:

1. Wie stellt Sueton Titus dar? Ist jene Darstellung seitens der Nachwelt, speziell der Forschung, richtig wiedergegeben worden?
2. Welches Bild von Titus bietet sich dem Leser und was kann man hieraus über die historische Person Titus sagen? Ist Suetons Darstellung an der Person verifizierbar?
3. Was bedeutet jenes Kaiserbild für die zukünftige Wirkungsgeschichte? Wie ist Suetons Divus Titus rezipiert worden?

2. Quellenlage und Forschungssituation

Die Darstellung beschränkt sich auf historiographische und biographische Quellen. Da der Schwerpunkt der Untersuchung auf einer literarischen Analyse beruht, soll auf die Darlegung numismatischer sowie epigraphischer Befunde verzichtet werden.

2. 1. Zeitgenossen der Flavier

Die Quellenlage unterliegt drei Problemfeldern:

1. Kurze Regierungszeit: Die Überlieferung ist gerade für Titus, der nur etwas mehr als zwei Jahre als Kaiser in Rom geherrscht hatte (24. Juni 79 bis 13. September 81 n. Chr.), überaus spärlich. Allein Sueton (* um 70 n. Chr.) entwirft für die Regentschaft der Flavier (69 – 96 n. Chr.) ein zusammenhängendes Bild. Sein biographisches Werk De vita Caesarum dürfte während seiner Amtszeit als kaiserlicher Kanzleisekretär unter Hadrian um 119 bis 121 entstanden sein. Es bietet einen umfassenden Eindruck über Leben und Persönlichkeit des Titus.
2. Verluste: Wie Sueton hatte auch Tacitus (* um 55 n. Chr.) den flavischen Prinzipat selbst erlebt, beide aber schreiben erst zu späterer Zeit. Tacitus‘ Historiae (14 Bücher, erschienen zwischen 105-109), deren Darstellung des Titus wohl ein ganzes Buch umfaßt haben dürfte, ist an eben jener prägnanten Stelle verloren gegangen. Sie reicht in Buch V nur noch bis zum Vierkaiserjahr und der Belagerung Jerusalems. Tacitus‘ Einstellung Titus gegenüber läßt sich daher kaum ermitteln. Es bleibt allerdings in Erinnerung zu behalten, daß jener seine politische Karriere bis zum Prokonsulat für Asia Vespasian, Titus und Domitian verdankt; seine Retrospektive über die flavische Regentschaft aber könnte aufgrund seiner Mißbilligung von Domitians Herrschaftsweise möglicherweise kritisch ausfallen.
3. Eulogistische Schriften: Eine dritte Quelle, die aber ebenfalls nur Informationen über den jungen Titus vor seinem Prinzipat liefert, stellt Flavius Josephus‘ Bellum Iudaicum dar. Als Protegé des Titus jedoch, welcher für Josephus‘ Freilassung nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels plädiert hatte, muß das Werk des jüdischen Geschichtsschreibers kritisch betrachtet werden: Der panegyrische Grundton erschwert eine subjektive Betrachtung. Eine ähnlich enkomiastische Note findet sich bei Plinius d. Ä., welcher seine Naturgeschichte dem Titus widmet. Daher bleibt für eine systematische Beschäftigung die Biographie Suetons am ergiebigsten.

2. 2. Spätere Quellen

In auffallend starker Abhängigkeit zu ihren Quellen stehen die spätantiken Autoren des 4. Jahrhunderts. Sie sind daher nur bedingt ergiebig. Zwar könnten jene noch über die Darstellung Tacitus‘ verfügt haben, als ihre Vorlage läßt sich jedoch vielmehr Sueton herauslesen. Titus findet Erwähnung bei Philostratus, Aurelius Victors Liber de Caesaribus, dem Epitom der De Caesaribus, Ammianus Marcellinus, Eutrops Breviarum ab urbe condita, ebenso wie bei den Scriptores Historiae Augustae. Meist enthalten sie alle nur eine kurze Erwähnung des flavischen Herrschers nach dem Vorbild Suetons, allerdings häufig unreflektiert wiedergegeben. Eine Ausnahme bilden Ausonius und Cassius Dios Historia Romana, die sich zwar ebenso auf Sueton berufen, seine Aussagen jedoch auch kritisch begutachten (siehe Kap. 6). Da die analytische Gewichtung auf Sueton liegt, sollen die anderen Quellen zumeist nur vergleichend betrachtet werden.

3. Zur Person des Kaisers Titus

3. 1. alius Nero - Der unpopuläre Thronerbe

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