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Geschlecht als soziale Konstruktion - Geschlecht als gesellschaftliche Strukturkategorie

Autor: Karl Sommer
Fach: Pädagogik - Päd. Soziologie

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Details

Veranstaltung: Schule und Geschlecht
Institution/Hochschule: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Tags: Geschlecht, Konstruktion, Geschlecht, Strukturkategorie, Schule, Geschlecht
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 19
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 4  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 190 KB
Archivnummer: V42838
ISBN (E-Book): 978-3-638-40775-5
ISBN (Buch): 978-3-638-76324-0

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Seminararbeit möchte ich mich mit dem Zusammenhang von Gesellschaft und der geschlechtsspezifischen Subjektwerdung des Individuums beschäftigen. Als Basisliteratur verwende ich dazu den Artikel „Sozialisationstheorien“ von Klaus- Jürgen Tillmann, Sekundarliteratur stellen die Texte „Geschlechtsspezifische Sozialisation“ von Helga Bilden und „Die Auflösung der Geschlechterdifferenz“ von Bettina Heintz dar.

Textauszug (computergeneriert)

U N I V E R S I T Ä T  K L A G E N F U R T
Institut für Erziehungswissenschaften und Bildungsforschung
Seminararbeit zur Lehrveranstaltung „Geschlecht und Schule“

Geschlecht als soziale Konstruktion-
Geschlecht als gesellschaftliche Strukturkategorie

von: Karl Sommer

 


Inhaltsangabe

Einleitung  1

1 Umriss einer Diskussion rund um den Begriff „Geschlecht“  1

2 Geschlecht als biologische oder soziokulturelle Kategorie?  3

2.1 Die Entdeckung der Differenz  3
2.2 Der Prozess der Geschlechtsentwicklung aus biologischer Sicht 4
2.3 Die Rolle der Gene im Spannungsfeld zwischen Anlage und Umwelt  5

3 Geschlechtsunterschiede und ihre Sozialisation 7

3.1 Geschlechtsbezogenes Handeln  7
3.2 Körpersozialisation 8
3.3 Emotionale Sozialisation  9
3.4 Der Einfluss von Peers  9
3.5 Medien  10

4 Geschlecht als soziale Konstruktion  12

5 Fazit und Forschungsperspektive  15

Literaturverzeichnis  17


 

Einleitung

In dieser Seminararbeit möchte ich mich mit dem Zusammenhang von Gesellschaft und der geschlechtsspezifischen Subjektwerdung des Individuums beschäftigen. Als Basisliteratur verwende ich dazu den Artikel „Sozialisationstheorien“ von Klaus- Jürgen Tillmann, Sekundarliteratur stellen die Texte „Geschlechtsspezifische Sozialisation“ von Helga Bilden und „Die Auflösung der Geschlechterdifferenz“ von Bettina Heintz dar.

1 Umriss einer Diskussion rund um den Begriff „Geschlecht“

Zu Beginn setze ich mich mit einem Terminus auseinander, der mittlerweile häufig in Medien wie Fernsehen oder Zeitung zu finden ist und in einer Arbeit dieses Inhalts nicht umgangen werden kann. „Gender“, ist dieser oft gebrauchte Begriff – im Rahmen der Diskussionen innerhalb der Vereinten Nationen der breiten Bevölkerung bekannt gemacht - zurzeit gerade in kirchlichen Kreisen (in Form eines vatikanischen Dokuments über die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft) heiß umstritten.1

„Gender“ (engl.) bedeutet soviel wie „Geschlecht“, allerdings im kulturellen, nicht biologischen Sinne. Während im Englischen auch das Wort „sex“ für Geschlecht steht – jetzt aber im biologischen Zusammenhang – gibt es im Deutschen keine ähnliche Differenzierungsmöglichkeit dafür. Diese Unterscheidung zwischen „sex“, dem sichtbaren biologischen Geschlecht, und „gender“, dem sozialen Geschlecht mit spezifischen Rollenerwartungen, bildete lange Zeit die theoretische Leitdifferenz in der Frauenforschung der 60er Jahre. Man nahm an, hier eine saubere Trennlinie ziehen zu können. Unterschiede in den Verhaltensweisen, den Fähigkeiten und psychischen Merkmalen seien ein kulturelles Artefakt und haben mit der differenten Physiologie von Mann und Frau nichts zu tun.2

Konkret setzte man voraus, dass, um eine soziale Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu erlangen, die Geschlechter auch im biologischen Sinne, also von Natur aus, gleich sein mussten. Dieses Modell der Gleichberechtigung wurde jedoch in den 70er Jahren vermehrt in Frage gestellt, da es die faktisch bestehende Differenz übersähe, sich stets an der männlichen Lebenswelt als Bezugsnorm orientierte und die weiblichen Ausgangspunkte oft vergäße.3 Als Gegenpol wurde das Differenzmodell mit dem mittlerweile zu Schlüsselbegriffen avancierten Worten „weiblicher Lebenszusammenhang“ und „weiblicher Sozialcharakter“ entgegengesetzt. Nun rückte die Differenz der Körper auf einmal in den Mittelpunkt des Geschlechter – Diskurses. Man nannte es auch die „Naturalisierung der geschlechtlichen Differenz“.

Doch beide dieser Grundpositionen des Feminismus zogen im Bestreben, Frauen aus ihrer unheilvollen Verstrickung mit dem Reich des Natürlichen zu befreien, scharfe Trennlinien zwischen dem biologischen und dem sozialem Geschlecht. Gerade diese Trennung, in der der Körper, das biologische Geschlecht (sex) als außerkultureller Tatbestand behandelt wird, stellt Heintz (1993) in Frage: „Lässt sich Geschlechtszugehörigkeit (sex) tatsächlich unabhängig von „gender“ denken? Ist der Körper – und damit auch: die körperliche Differenz zwischen den Geschlechtern – der Kultur tatsächlich vorgelagert, oder sollten wie ihn nicht eher als Ergebnis, als Effekt kultureller Praktiken betrachten? Ist die Vorstellung eines gewissermaßen „natürlichen Körpers, der frei ist von kulturellen Prägungen und Verformungen, theoretisch tatsächlich haltbar?“ 4

2 Geschlecht als biologische oder soziokulturelle Kategorie?

Im Folgenden widme ich mich dem höchst spannendem Thema - welches sich für mich schon in der Lehrveranstaltung als Anlass kontroverser Debatten entpuppte - nämlich, der Bedeutung biologischer und soziokultureller Faktoren bei der Subjektwerdung von Mann und Frau.

2.1 Die Entdeckung der Differenz

[...]


1 vgl.: Gabbe, B. „Frau ist nicht die Feindin des Mannes“, in: „Kleine Zeitung“, S.7

2 vgl.:Heintz, B.: Die Auflösung der Geschlechterdifferenz, S.19

3 vgl. ebd., S.21

4 s.. ebd., S.21

Kommentare

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