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Scholary Paper (Seminar), 2004, 21 Pages
Author: Petra Jung
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Pädagogisches Institut)
Tags: Immanuel, Kant, Pädagogik, Oberseminar, Wissenschaftstheorie
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-40912-4
File size: 282 KB
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Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg- Universität Mainz, Pädagogisches Institut
Oberseminar: Wissenschaftstheorie
6. Fachsemester
Immanuel Kant und die Pädagogik
von: Petra Jung
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung S. 4
1. Leben und Werk S. 4
2. Der Mensch Immanuel Kant S. 8
3. Immanuel Kant über Pädagogik S. 9
3.1 Die Notwendigkeit einer Erziehung S. 9
3.2 Charakteristika einer Erziehung S.10
3.3 Aufgaben der Erziehung S.11
3.4 Die Kultivierung bei dem Zwange S.16
3.5 Allgemeines zur Erziehung S.17
3.6 Die Notwendigkeit einer Erziehungswissenschaft S.18
4. Fazit S. 19
5. Literaturverzeichnis S. 21
0. Einleitung
Das Oberseminar Wissenschaftstheorie befasst sich mit den Grundzügen der wissenschaftlichen Pädagogik des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Folgende Wissenschaftler wurden behandelt: Johann Friedrich Herbart, Friedrich Daniel Schleiermacher, Immanuel Kant, Wilhelm Dilthey, Friedrich Nietzsche, Siegfried Bernfeld, Theodor Litt, Herman Nohl, Wolfgang Brezinka und Niklas Luhmann. Gegenstand der vorliegenden Hausarbeit ist Immanuel Kant und sein pädagogisches Konzept.
Immanuel Kant nimmt eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Philosophie ein. Man kann nicht anzweifeln, dass er das philosophische Denken maßgeblich beeinflusst hat. So ist er durchaus einer der größten deutschen philosophischen Denker - wenn nicht sogar der größte. Jedoch kann man nicht behaupten, dass auch die Pädagogik eine zentrale Position in seinem Werk einnimmt. Er thematisiert sie vielmehr am Rande, wobei es verkehrt wäre, seine Vorlesungen zu dieser Thematik lediglich als Dienstverpflichtung zu bezeichnen. Sein Interesse galt durchaus der Pädagogik, und es war ihm ein Anliegen, in diesem Bereich für eine Veränderung zu plädieren. So muss man sagen, dass Kant neben der Philosophie „(...) auch Eingang gefunden hat in die maßgeblichen Darstellungen der Geschichte der Pädagogik und in manchen pädagogischen Textsammlungen vertreten ist“ (Winkels 1984, S.9).
In der Hausarbeit werde ich zunächst auf die Biographie Kants und im Anschluss auf seine charakterlichen Züge eingehen. Danach komme ich zum Hauptteil der Hausarbeit: zu Immanuel Kants pädagogischen Ansichten. Diesem Teil liegt primär die Vorlesung Kants Über Pädagogik, die Theodor Friedrich Rink im Jahre 1803 herausgab, zu Grunde. Am Ende runde ich die Hausarbeit mit einem Fazit ab.
1. Leben und Werk
Immanuel Kant wird am 22. April 1724 in Königsberg geboren. Er ist das vierte von neun Kindern. Sein Vater ist der Sattlermeister Johann Georg Kant, welcher in der Lage ist, die Familie ausreichend zu ernähren, aber nicht, diese über den Stand des Handwerkers zu erheben. Kants Mutter Anna Regina ist eine literarisch gebildete und streng pietistische Frau, die Kant stets sehr schätzte. Sie legt auf die Erziehung ihres Sohnes großen Wert. In dieser spiegelt sich auch der Pietismus wieder. Im Vordergrund stehen Frömmigkeit und Regelhaftigkeit (Bockow 1984, S.23/ Höffe 1981, S.9).
Kant besucht zunächst zwei Jahre die Vorstädter Hospitalschule. Dank des Kontaktes seiner Mutter zu Franz Albert Schultz, dem Direktor des Collegium Fridericianum Gymnasiums, ist es ihm ab 1732 möglich, das streng pietistische Gymnasium zu besuchen (Bockow 1984, S.23). Schultz nimmt sich dem jungen Kant sowohl geistig und fürsorglich, als auch materiell an. Dies muss wohl als großes Glück bezeichnet werden, denn aus einer einfachen, kinderreichen Handwerkerfamilie stammend, hätten sich Kant sonst nie diese Möglichkeiten eröffnet. Das Gymnasium, welches großes Ansehen genießt, soll die Kinder zu frommen, gebildeten und höflichen Menschen erziehen. Religiosität spielt hier eine zentrale Rolle; beginnt und endet beispielsweise jede Stunde mit einem Gebet. Kant eignet sich hier die Alten Sprachen- insbesondere Latein- an. „Mit der Fähigkeit, fehlerlos und sogar gewandt seine Gedanken lateinisch auszudrücken, hat Kant alles- aber auch nicht mehr- von diesem Bildungsinstitut erhalten, was für seine spätere akademische Laufbahn wichtig war“ (Schultz 2004, S.12).
Bereits 1737 stirbt seine Mutter. 1740 verlässt Kant sein Elternhaus und beginnt mit dem Studium der Mathematik, Physik und Philosophie an der Universität von Königsberg- Themengebiete, mit denen er in seiner schulischen Laufbahn- wenn überhaupt- nur am Rande in Berührung kam. Nach Schultz am Gymnasium übt nun Martin Knutzen als außerordentlicher Professor für Logik und Metaphysik einen großen Einfluss auf Kant aus. Knutzen bringt Kant besonders die wissenschaftlichen Arbeiten von Isaac Newton nahe. Das Verhältnis der beiden lässt sich durchaus als freundschaftlich bezeichnen; hat Kant beispielsweise stets Zugang zu der Bibliothek seines Professors (Schultz 2004, S.14, 15). Als sein Vater 1746 stirbt, beendet Kant seine Studienzeit. Es ist nicht feststellbar, ob er einen formellen Abschluss gemacht hat, aber seine gewonnene Bildung wird auch in seiner ersten Veröffentlichung „Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte“ deutlich. Nach dem Studium wird Kant in der näheren Umgebung von Königsberg als Hauslehrer und Hofmeister bei verschiedenen Adelsfamilien tätig (Bockow 1984, S.24). Er erfährt hier den Respekt der Adelsfamilien und eignet sich gesellschaftliche Bildung an. Insgesamt lassen sich diese Jahre aber als recht geruhsam bezeichnen (Schultz 2004, S.17, 18).
Nachdem Kant 1755 mit der lateinischen Schrift „Über das Feuer“ promoviert, habilitiert er mit der Schrift „Die Grundprinzipien der metaphysischen Erkenntnis“, woraufhin er Privatdozent wird (Schultz 2004, S.19). Inhalte seiner Vorlesungen sind zunächst Logik, Metaphysik und Mathematik. Später sind seine fünf Hauptgebiete Logik, Metaphysik, Moral, Physische Geographie und Anthropologie. Neben diesen lehrt er hin und wieder auch Philosophische Enzyklopädie, Naturrecht, Pädagogik und natürliche Theologie. Später lehrt er daneben ebenfalls die Fächer Physik, Mathematik, und mechanische Wissenschaften wie Mechanik, Hydraulik, Aerometrie und Mineralogie. 1765 wird er Unterbibliothekar an der Königlichen Schlossbibliothek. Im Alter von bereits 42 Jahren tritt Kant somit seine erste feste Amtsstellung an. Durch diese Stelle ist ihm ein zwar geringes, aber geregeltes Einkommen gesichert (Schultz 2004, S.22). 1770 wird Kant ordentlicher Professor für Logik und Metaphysik an der Universität Königsberg (Bockow 1984, S.27). Gemäß den Bedingungen der Universität fertigt Kant vor Antritt seiner Professur zunächst eine lateinische Dissertation an. Diese widmet er dem Thema „Über Form und Prinzipien der sinnlichen und intelligiblen Welt“. Die Dissertation ist der Ausgangspunkt für sein zehn Jahre später erscheinendes Werk „Kritik der reinen Vernunft“. 1772 beendet er seine Tätigkeit als Unterbibliothekar, um sich ganz auf seine Stelle als Professor konzentrieren zu können. Seine Vorlesungen beschäftigen sich vorwiegend mit Mathematik, Physik, Logik und Metaphysik und erfreuen sich einer relativ großen Zuhörerschaft. Doch übertroffen werden diese Vorlesungen von Kants Vorlesungen über Anthropologie und physische Geografie, denen noch eine weit größere Zahl von Studenten und Gebildeten innewohnen (Schultz 2004, S.29).
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