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Referat (Ausarbeitung), 2003, 11 Seiten
Autor: Kalina Seekatz
Fach: Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Details
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen (Zentrum für Philosophie und Grundlagen der Wissenschaften)
Tags: Sartre, Existenzphilosophie, Wahl, Entwurf, Selbstentwurf, Bewusstsein, Wille, Faktizität, Freiheit, Verantwortung, Beispiel, Kritik, Philosophie
Jahr: 2003
Seiten: 11
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 3 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-40962-9
Dateigröße: 138 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Dies ist eine schriftliche Ausarbeitung eines Referats aus dem Nebenfachstudium Philosophie. Anhand eines Beispiels aus dem Alltag wird die Wahl des Selbstentwurfs dargestellt. Der Selbstentwurf beinhaltet alle unbewussten Handlungen und Gefühle, selbst grundliegende Einstellungen und Weltansichten. Jeder Mensch hat nach Sartre die Möglichkeit den eigenen Selbstentwurf zu wählen, selbst wenn sich dies seinem bewussten Willen entzieht. In dieser Wahl seien wir frei und daher auch vollverantwortlich. Sartre ist der Ansicht, dass Gegebenes, was man selbst nicht verändern könne und daher eine Faktizität ist, die Verantwortung der Wahl nicht verringern könne. Das Gegebene, was unabhängig von einem selbst existiert stellt eine solche Faktizität dar, ebenso meine Vergangenheit, auf die man keinen Einfluss mehr habe. Doch nicht nur Objekte sondern auch andere Menschen stellen für Sartre ein Faktum dar. Dennoch muss jeder mit dieser Verantwortung leben, denn jeder Mensch trifft die Wahl seines Selbstentwurfs allein für sich.
Textauszug (computergeneriert)
Justus-Liebig-Universität Gießen
Zentrum für Philosophie
und Grundlagen der Wissenschaften
Seminar: Existenzphilosophie
Sartre:
Freiheit und Verantwortung
eingereicht von:
Kalina Seekatz
SS 2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Wahl des Selbst-Entwurfs und das Bewusstsein ... 4
3. Widerstand durch Gegebenes ... 5
3.1 Faktizität: Das Gegebene ... 5
3.2 Faktizität: Die eigene Vergangenheit ... 6
3.3 Faktizität: Die Anderen ... 6
4. Freiheit und Verantwortung ... 7
5. Fazit ... 8
6. Literaturverzeichnis ... 10
1. Einleitung
Ich will mit der Beschreibung einer Szene anfangen, wie ich sie kenne und wie sie vermutlich auch andere kennen. Von dieser werden ich ausgehen und auf das kommen, was Sartre in diesem Zusammenhang wichtig ist. Als ich ein Kind war, sagte mir meine Mutter oft ich solle aufräumen. Also stapfte ich missmutig in mein Zimmer, verbrachte dort eine endlose Zeit damit irgendwelche Spielsachen von der einen Ecke in die andere zu legen, war unendlich langsam und fing oft an mit den Sachen zu spielen, anstatt sie wegzuräumen. Wenn meine Mutter dann manchmal herein kam, um nach mir zu sehen, schaute sie mich an, schaute das Zimmer an und sagte etwas ähnliches wie: ich solle mir doch Lust machen aufzuräumen und eine schöne Kassette anmachen, die mich motiviert. Damals verstand ich gar nichts von dem was sie sagte, aber jetzt, während meiner Vorbereitungen zu diesem Referat, musste ich daran denken.
Tatsächlich kennt jeder von uns das eine oder andere Beispiel, das meinem ähnlich ist. Von Bekannten hörte ich oft, wenn man erstmal damit anfinge, dann ginge es schon, man müsste sich nur dazu zwingen. Man hat einer Sache gegenüber eine bestimmte Haltung und manchmal schafft man es diese Haltung zu verändern und „sich Lust zu machen“, manchmal aber auch nicht. Es kann auch sein, dass man sich etwas sehr fest vornimmt und dann doch wieder von einem Tag auf den anderen verschiebt oder aber es sehr halbherzig macht wie mein Beispiel zeigt.
All diese Dinge haben eines gemeinsam, die Fähigkeit sich von dem Gegebenen (im Beispiel hier: der Lustlosigkeit und Unmotiviertheit) lösen zu können. Meine Mutter war der Überzeugung, wenn ich mir vorstelle wie schön es sein könnte aufzuräumen, wenn ich mich auf diese Vorstellung einlasse, dann könnte es auch tatsächlich schön werden. Ich sollte mir vorstellen, dass es auch schön sein könnte das Zimmer aufzuräumen. Schöne Musik und das Ziel eines aufgeräumten Zimmers vor Augen sollten es mir leichter machen Gefallen daran zu finden. Ich fand es aber nur langweilig und wollte mich von dem Gedanken, dass es langweilig sei, nicht lösen und mich nicht auf die neue Vorstellung einlassen. Ich wählte es das Aufräumen als langweilig anzusehen und empfand diese ganze Situation als Qual.
Sartre geht es nun genau darum, dass wir eine Wahl haben mit dem Gegebenen umzugehen. Ich mache mir zunächst einen Entwurf von mir selbst, davon, was oder wie ich sein könnte, d.h. ich stelle mir vor, ich würde jetzt mit Freude mein Zimmer aufräumen. Um dieser Möglichkeit eine Chance zu geben sich zu entfalten, wäre es notwendig sich von der Gegenwart (nicht aufräumen zu wollen) loszureißen und somit das Bisherige nicht als Bestimmendes zulassen. Dieses Losreißen bezeichnet Sartre als Nichtung.
[...]
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