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Videoüberwachung in London

Presentation (Elaboration), 2001, 11 Pages
Author: Kalina Seekatz
Subject: Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations

Details

Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2001
Pages: 11
Grade: 2
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V43084
ISBN (E-book): 978-3-638-40963-6

File size: 175 KB

Abstract

Dies ist eine schriftliche Ausarbeitung eines Referats aus dem Grundstudium Soziologie. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Ziele der Videoüberwachung. Sie begleitet unser Leben. Kameras sind allgegenwärtig und beobachten uns in Geschäften, Banken in der U-Bahn und vielen anderen Orten. Sie vermitteln uns ein subjektives Gefühl der Sicherheit, aber auch der Überwachung. Kameras sollen sich auf kriminelle Handlungen reduzierend auswirken und sie sollen helfen begangene Verbrechen schneller aufzuklären. Gerade in Großstädten wie London ist die Zahl der zur Prävention aufgestellten Überwachungskameras sehr hoch. In der vorliegenden Arbeit wird dargestellt mit wie viel Aufwand diese Art der Überwachung verbunden ist und wie gering die Wirkung dagegen ist. Ferner zeigt sie, welche Nebenwirkungen auftreten können und wie die Kameras in so genannten "Angsträumen" wirken können. Schließlich wird ein Überblick in die Entwicklung der Videokameras in London gegeben.


Excerpt (computer-generated)

Videoüberwachung in London

von: Kalina Seekatz

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Ziele der Überwachung

3 Aufwand

4 Geringe Wirkung

5 Nebenwirkungen

6 Angsträume

7 Entwicklung der Überwachung

8 Schluss

9 Literaturverzeichnis


 

1 Einleitung

Der Lebensraum Innenstadt hat gerade in Global Citys, wie London, die Funktion des Wohnortes verloren. Er ist vor allem zum Zentrum der Arbeits- und Geschäftswelt, Raum für Konsum und der Freizeitgestaltung geworden. Gleichzeitig hat sich dieser sogenannte Central Business District zum Ort der Angst, der Bedrohung entwickelt. Die Banken und Versicherungen, die an die Stelle der privaten Wohnungen getreten sind sehen sich Wirtschaftspionage gegenüber. Geschäfte, Kaufhäuser in Fußgängerzonen klagen über Diebe und Bettler. In sogenannten Angsträumen wie Bahnstationen werden beliebte Plätze für Drogendealer und Graffitisprayer vermutet. (Vgl. Wehrheim 2000) Um dem zu begegnen werden Überwachungskameras installiert.1 Sie sollen präventiv wirken oder die Strafverfolgung erleichtern. Hinter ihnen steht der Wunsch nach Sicherheit und Sauberkeit. Zu diesen Motiven treten aber noch andere eher unbewusste hinzu. Diese sollen behandelt werden und Vermutungen über die Gründe für die übermäßige Anwendung der Überwachungskameras in London angestellt werden. Denn gerade in London ist die Verbreitung von Kameras besonders hoch.


2 Die Ziele der Überwachung

Videoüberwachung soll präventiv wirken und den potentiellen Kriminellen abschrecken. Welches Bewusstsein die Kameras wecken sollen, macht Volker Bouffier, der hessische Innenminister, deutlich: "... dann möchte ich lieber ... durch offene Videoüberwachung dem Täter signalisieren, am besten läßt du es bleiben, aber wenn du es tust, haben wir große Chancen, dich zu ermitteln." (Schwarzer o.J.) Die Kamera fungiert als Strafandrohung und kündigt gleichzeitig die Strafverfolgung an. (Vgl. Alisch 2000) Dabei sollen auch und gerade die sogenannten "Angsträume" und "Kriminalitätsbrennpunkte" gezielt überwacht werden, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. (Vgl. Wehrheim 2000)2

Lassen sich Verbrechen nicht verhindern, so verspricht sich die Polizei immerhin Bilder des Täters von den Kameras. Kamerabilder erleichterten die Strafverfolgung. Nach einem Verbrechen können dann die Aufzeichnungen des fraglichen Zeitpunktes überprüft werden und die Bilder mit Verbrecherkarteien verglichen werden. (Vgl. Ulfkotte 2001) Wegen der großen anfallenden Datenmengen wird dazu Computersoftware verwendet, um die Bilder mit einer Verbrecherkartei zu vergleichen. (Vgl. z.B. Rötzer 1998) Dies kann auch schon während der Aufzeichnung geschehen, wenn auch wegen der großen Datenmenge das Problem der Erkennungsgeschwindigkeit gelöst werden muss. Wenn der Abgleich parallel mit der Erfassung geschieht und so Verdächtige erkannt werden können, könnte hiermit auch der präventive Bereich berührt sein. (Vgl. Ulfkotte 2001)

[...]


1 Welche Ausmaße diese Überwachung annimmt wird an einem Beispiel in Wehrheim 2000 deutlich. gesamte Innenstadtring von London könne nicht mehr befahren werden, ohne dass alle Kfz - Kennzeichen registriert und überprüft werden. Weitere Informationen zur Situation finden sich in Rötzer 1999 und Norris/Armstrong 1998.

2 Die Hoffnung nach präventiver Wirkung baut zu einem großen Teil auf einem "Panoptikums-Effekt" auf: Niemand im öffentlichen oder halböffentlichen Raum kann sich sicher sein, ob er gerade überwacht wird und von wem. Allein die Möglichkeit, dass Überwachung stattfindet, soll disziplinierend wirken und Verhaltensabweichungen unterbinden. (Vgl. Wehrheim 2000) Diese Disziplinierung funktioniert nach dem von Michel Foucault beschriebenen Panoptikum. (Vgl. Foucault 1995: 195-228)


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