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Autor: Erik Springstein
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Germanistisches Institut - Abteilung Sprachwissenschaft)
Tags: Einblick, Funktionale, Grammatik, Grammatiktheorien
Jahr: 2005
Seiten: 11
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 218 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41067-0
Besonders positiv ist die klare inhaltliche Darstellung, die auf das Wesentliche rasch eingeht. Allerdings sind teils grundsätzliche Aspekte, so zur Definition von Thema und Rhema, zu knapp ausgefallen, ein paar Beispiele mehr hätten nicht geschadet. Erfreulich ist auch, dass Sie in den kritischen Bemerkungen Aspekte aus der Seminardiskussion aufgenommen haben. Kritisch beleuchtet hätte auch noch der Begriff "Funktion" werden können.
Textauszug (computergeneriert)
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Germanistisches Institut – Abteilung Sprachwissenschaft
Hauptseminar: Grammatiktheorien
SS 2005
Hauptseminararbeit
Einblick in die Funktionale Grammatik
Vorgelegt von:
Erik Springstein
Einleitung 3
1. Die Thema-Rhema-Gliederung 4
1.1 Inhaltliche Indikatoren 4
1.2 Formale Indikatoren 5
2. „The Structure of the Clause“ nach Dik 6
2.1 Predicate and Term 6
2.2 Predication 7
2.3 Proposition 7
2.4 Clause 8
3. Kritische Bemerkungen 9
4. Fazit 9
Literaturverzeichnis 10
Einleitung
Der aus der Kritik Chomskys am Behaviorismus entstandene und seit Ende der 1950er Jahre ständig weiter entwickelte Ansatz der Generativen Transformationsgrammatik (GG), der allen natürlichen Sprachen eine einzige den Menschen biologisch innewohnende Universalgrammatik zu Grunde legt, stellt noch heute eine progressive, jedoch nicht unumstrittene Alternative zur traditionellen, strukturalistisch-taxonomischen Grammatik dar. In den 1980er Jahren formte sich eine – wenn auch bis heute relativ heterogene – linguistische Bewegung, die den generativen Lehrsatz zu widerlegen versuchte. Vor allem durch eine eigene Terminologie und einer intensiven, schriftenreichen Auseinandersetzung sollte die funktionale Betrachtung der Syntax, d.h., die Beschreibung des Satzbaus, der Satzbedeutung und des unmittelbaren kommunikativen Aktes „in ihrem Zusammenhang“1, als eine zur Generativen Transformationsgrammatik in völligem Gegensatz stehenden Lehre etabliert werden. Die verschiedenen funktionalen Konzepte werden seit jeher unter dem Begriff „Funktionale Grammatik“ (FG) zusammengefasst.
Der grundlegende Unterschied zwischen beiden großen Theorien besteht in der Auffassung darüber, woraus sich die syntaktischen Strukturen erklären. Die Generative Grammatik geht von der so genannten Autonomiethese aus: Syntaktische Strukturen erklären sich allein aus universellen syntaktischen Prinzipien. Die Funktionale Grammatik stellt hingegen fest, dass syntaktische Strukturen von universellen kommunikativen und kognitiven Prinzipien bestimmt werden, also keineswegs nur autonom und von der kommunikativen Umwelt losgelöst vorhanden sind.2
„Funktionalismus“ ist in der Linguistik kein neuer Terminus, wurde er doch vornehmlich von der Prager Schule geprägt. Als Cercle Linguistique de Prague im Jahre 1926 gegründet, zeichnete sie sich u.a. dadurch aus, dass ihre Anhänger sich rigoros gegen die Saussure’sche Trennung von langue und parole aussprachen und die Sprache indes als funktionierendes Kommunikationsmittel einstuften.
Innerhalb des Vertreterkreises der Funktionalen Theorie haben sich im Laufe der Zeit zwei große Strömungen herausgebildet: Gelehrte wie Givón und Kuno heben kommunikative Gesichtspunkte für die Erklärung syntaktischer Strukturen hervor. Anhänger der Lexical Functional Grammar, wie Bresnan und Jackendoff, betonen stärker die kognitiven Bezüge.
Diese Hausarbeit wird nun versuchen, vermittels eines Abschnitts über die Thema - Rhema-Gliederung und zum anderen durch ein Kapitel über die Satzstruktur – beides fundamentale Gegenstände in der FG – einen Einblick in die komplexe Theorie der Funktionalen Syntax zu geben. Einer kritischen Stellungnahme wird schließlich das zusammenfassende und wertende Fazit folgen.
1. Die Thema-Rhema-Gliederung
Die Prager Schule modifizierte in den 1920er und 30er Jahren die bereits seit der Antike erörterte Grundannahme, dass ein einfacher Satz aus den zwei elementaren Bestandteilen Subjekt (Satzgegenstand) und Prädikat (Satzaussage) besteht3, indem davon ausgegangen wurde, die semantischen Einheiten eines Satzes würden gemäß ihres jeweiligen Mitteilungswertes organisiert sein und damit einer Hierarchie unterliegen, die die Struktur des Satzes bestimmte. Nach 1945 weiteten tschechoslowakische Linguisten das Thema-Rhema- Schema mit Hilfe der Funktionalen Satzperspektive auf die Textebene aus. Was sind nun die inhaltlichen und die formal-syntaktischen Indikatoren, die die Thema- Rhema-Struktur aufzeigen?
1.1 Inhaltliche Indikatoren
Die binäre Informationsstruktur, die der Thema-Rhema-Gliederung zu Grunde liegt, wird inhaltlich von zwei Komponenten getragen: Das Thema bildet die Ausgangsposition der Mitteilung und führt einen bekannten Gegenstand ein, das Rhema enthält eine neue Information über diesen.4 Der Sprecher gibt seiner Mitteilung also eine inhaltliche Basis (Thema), über die oder von der aus er eine Aussage formuliert (Rhema). Dass die Basis auf Bekanntem beruht, folgt logischen Bedingungen, denn die ausschließliche Artikulation neuer Informationen, die ihrerseits allein auf Dinge referieren, die für die Kommunikationsteilnehmer unbekannt sind, würde sprachliche Kommunikation unmöglich und unsinnig machen.
[...]
1 Zifonun, Gisela (1986, Vorwort) in: Welke, Klaus, Funktionale Perspektive. Ansätze und Probleme der funktionalen Grammatik, Münster 1992, S. 10.
2 Welke, Klaus, Funktionale Perspektive. Ansätze und Probleme der funktionalen Grammatik , Münster 1992, S. 10 ff.
3 Aristoteles verwendet im Griech. die Bezeichnungen Hypokeimenon (Zu Grunde Gelegtes) und Kategorumenon (Darüber Ausgesagtes).
4 Welke, Funktionale Perspektive, 1992, S. 19 ff.
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