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Freundschaft: Mut zur Treue – Maria von Magdala konzipiert für die Klassenstufen 1-6

Lesson Plan, 2005, 19 Pages
Author: Petra Stichert geb. Nitsch
Subject: Theology - Didactics, Religion Pedagogy

Details

Event: Erwerb der Missio Canonica
Institute: Katholische Kirche - Seminar Heidelberg
Tags: Freundschaft, Treue, Maria, Magdala, Klassenstufen, Erwerb, Missio, Canonica
Category: Lesson Plan
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V43592
ISBN (E-book): 978-3-638-41352-7
ISBN (Book): 978-3-638-76334-9
File size: 199 KB

Abstract

Der vorliegende Stundenentwurf wurde konzipiert für eine Förderschulklasse (Stufe 1-6) zum Erwerb der Missio Canonica. Eingebettet in eine Unterrichtseinheit zum fach- und stufentypische Thema: "Freundschaft" lag der Schwerpunkt dieser Stunde auf Treue und Verlässlichkeit als grundlegende Aspekte einer Freundschaft. Eine Rahmengeschichte aus der heutigen Zeit, in der ein Mädchen die eigene Angst überwinden muss, um dem Freund in einer schwierigen Situation beizustehen, ermöglicht den Kindern einen realitätsnahen Zugang zum Thema und bietet Identifikationsmöglichkeiten. In der Geschichte führt die Beschreibung der Freundschaft zwischen Maria von Magdala und Jesus schließlich zur Lösung der Problematik. Die Schüler und Schülerinnen, die in der Regel nur sehr wenig oder gar keinen Bezug zur biblischen/kirchlichen Themen haben, können so miterleben, dass Bibel zwar alte Geschichten, aber durchaus moderne Themen behandelt, die auch für ihre persönlichen Alltagsprobleme hilfreiche Antworten bereit halten. Sie können sich mit dem Thema "Freundschaft" kindgerecht auseinandersetzen und erste Informationen über Maria von Magdala und Jesus sammeln. Schließlich kann das Erlebte auf Gott übertragen werden, dessen Freundschaft den Kindern als verlässliche Hilfe angeboten wird.


Excerpt (computer-generated)

Stundenentwurf zum Thema:

Freundschaft: Mut zur Treue – Maria von Magdala
konzipiert für die Klassenstufen 1-6

im Fach Katholische Religionslehre
im Rahmen der Lehrprobe
zum Erwerb der Missio Canonica

von: Petra Stichert geb. Nitsch

 


Inhalt

1. Themenbegründung... 3

2. Sachanalyse ... 3

3. Didaktische Analyse ... 6
3.1 Ausgangssituation... 6
3.2 Die SchülerInnen ... 6
3.3 Einbettung in die Unterrichtseinheit... 11
3.4 Didaktische Überlegungen... 12

3.4 Lernziele... 14

4. Literatur ... 15

5. Anhang ... 16

 



1. Themenbegründung

Das Thema „Freundschaft“ ist ein übliches Thema für den Religionsunterricht aller Stufen. In ihm sind viele Unterthemen enthalten (Liebe, Vertrauen, Streiten - Versöhnen, Treue, Helfen, für einander da sein...), die sowohl im direkten religiösen Kontext wie auch im Bereich sozialer christlicher Werte eine große Rolle spielen. Freundschaft nimmt im Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen einen sehr hohen Stellenwert ein. Es ist ein Thema, das alle interessiert, alle angeht, zu dem jeder bereits Erfahrungen – vielleicht auch offene Fragen – hat. Es hat somit per se eine hohe Lebensrelevanz und einen großen Motivationsfaktor. Inhaltlich eignet sich das Thema „Freundschaft“ sowohl zur Vermittlung und Thematisierung christlicher und sozialer Werte als auch – wie in der hier beschriebenen Stunde gezeigt – als Einstieg in die Welt biblischer Geschichten und der Entwicklung eines Grundverständnisses für diese Geschichten als etwas, das nicht nur von den Ursprüngen unserer Religion berichtet, sondern auch uns persönlich heute noch etwas zu sagen hat. In Bezug auf diese spezielle Religionsgruppenkonstellation sind diese Aspekte – besonders der Lebensbezug und Motivationscharakter – besonders wichtig. Hinzu kommt noch die Möglichkeit, einerseits eine ganze Unterrichtseinheit vorzulegen – was ich persönlich für sehr sinnvoll und wichtig halte, da so eine größere Vertiefung der Inhalte möglich ist – andererseits aber die einzelnen Stunden in sich so geschlossen zu gestalten, dass die häufig wechselnde Gruppenkonstellation unproblematisch ist.

2. Sachanalyse

Maria Magdalena - oder Mirjam von Magdala - gehört zu den wenigen Frauen im Neuen Testament, die (fast) jeder kennt. Dies verdankt sie weniger den Erzählungen der Bibel als vielmehr den Traditionen, die sich später um sie entwickelt haben. Über Jahrhunderte hinweg war ihre zentrale Rolle in der Jesusbewegung unumstritten. Im Mittelalter entwickelte sich dann das Bild der ehemaligen Prostituierten, der - wenn auch reuigen - Sünderin. Dieses Bild entstand wohl vor allem aus dem Bedürfnis heraus, eine negative weibliche Kontrastfigur zu dem - ebenfalls durch Traditionen verfälschten - Bild der reinen Maria zu schaffen, sowie die Bedeutung Mirjams zu schmälern. So wurde sie in dieser Zeit fälschlicherweise mit der salbenden Sünderin (Lk 23,49) identifiziert und durch die abweichenden Versionen der anderen Evangelien (Mt 26,6-23; Mk 14,3-9) schließlich auch mit Maria von Bethanien, der Schwester Marthas (Joh 12,1-8). Heute wird Mirjam vielfach romantisch und feministisch als weibliche Führerin der Jesusbewegung und Geliebte Jesu gesehen. Tatsächlich berichtet die Bibel aber nur wenig über Mirjam von Magdala. Lukas erzählt von ihr in einem Nebensatz, dass sie durch Jesus von „sieben Dämonen“ geheilt wurde und ihm dafür (vor allem finanziell) unterstützte. Diese Heilung von Dämonen kann auf eine Krankheit hinweisen, aber auch zum Ausdruck bringen, dass Mirjam sich untypisch für die an sie als Frau gestellten Erwartungen verhalten hat, darunter sehr gelitten oder aber sich dagegen aufgelehnt hat. Dies würde erklären, warum Jesus für sie zur Heilung wurde. Ihr Name, der keine Zugehörigkeit zu einem Mann nennt, weist zudem darauf hin, dass Mirjam eine der wenigen Frauen jener Zeit war, die alleine gelebt haben und dennoch bedeutend genug war, um sie durch einen Zusatz von den zahlreichen anderen Frauen mit diesem Namen (er bedeutet: „geliebt von Jahwe) deutlich zu unterscheiden. Sie muss also - zumindest in der Jesusbewegung, in deren Kontext ja die Evangelien entstanden sind - über einen gewissen Bekanntheitsgrad und Ansehen verfügt haben. Damit wird sie zudem zu einem Beispiel dafür, was Jesus für die Frauen seiner Zeit bedeutete. In einer Zeit, in der Frauen finanziell, rechtlich und gesellschaftlich nur durch ihre Familien existieren und Ansehen nur durch Ehe und Mutterschaft erringen konnten, trat Jesus öffentlich für die Rechte der Frauen ein, behandelte sie respektvoll und den Männern gleichwertig. Er lebte konsequent sein Evangelium der Liebe, Freiheit und Gleichwertigkeit der Menschen. Er definierte hierfür Schuld und Sünde neu, relativierte religiöse Regeln hinsichtlich ihrer ursprünglichen Bedeutung und praktizierte einen Glauben der Liebe, des Verstehens und der Vergebung, in dem weder nach Geschlecht noch nach Herkunft, Religion, Volkszugehörigkeit oder sonstigen gesellschaftlichen Wertesystemen unterschieden wurde. Im Namen Gottes und im Namen der Menschlichkeit brach Jesus somit zahlreiche Tabus und befreite die Menschen, die ihm vertrauten, von einengenden Stigmata, indem er sie in ihrer ganzen Persönlichkeit annahm. Für viele Frauen bedeutete dies zum ersten Mal die Möglichkeit ein eigenständiges und dennoch respektiertes Leben zu führen. Diese Möglichkeit nahmen sie gerne an und setzten sich dafür mit aller Kraft für Jesus und seine Sache ein. Mirjam tat dies auf herausragende Weise. Dafür sprechen ihre Zeugenschaft von Jesu Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung, von der als einzige alle vier Evangelien berichten. Hierdurch gewinnt sie innerhalb der Frauengruppe (Maria von Nazareth, ihre Schwester, Maria, die Mutter des Jakobus und des Joses, die Mutter der Söhne des Zebedäus, Salome, Maria, die Frau des Klopas, Johanna), die Jesus auf seinem letzten Weg begleitete, besondere Bedeutung (Mt 27,55.61; 28,1-10; Mk 15,40-41.47; 16,1-11; Lk 23,49.55; 24,1-12; Joh 19,25; 20,1-18;). Dies zeigt sich am deutlichsten im Johannesevangelium, das ausführlich schildert, wie Mirjam (und nur sie) als erste dem auferstandenen Jesus begegnet, ihn erkennt und von ihm den Auftrag erhält, von seiner Auferstehung zu berichten. Indem sie diesen Auftrag erfüllt, wird sie zur ersten Apostolin.

[...]


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