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Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 29
Note: keine Benotung - bestanden
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 336 KB
Archivnummer: V43751
ISBN (E-Book): 978-3-638-41482-1

Zusammenfassung / Abstract

Die Weimarer Republik war für die Politik und das Sozialwesen von Deutschland von großer Bedeutung. Nicht nur das Verhältnis vom Staat zum Bürger (insbesondere durch die Demokratisierung) wurde verändert, sondern auch das Verhältnis vom Staat zur Erwachsenenbildung. Er erkannte das Volksbildungswesen als eigene verpflichtende Aufgabe an. Weitere Unterstützung erfuhr der quartäre Bildungsbereich auch von den Parteien und den Gewerkschaften, sowie von der Bevölkerung selbst. Es entwickelte sich eine Volkshochschulbewegung und die politische Erwachsenenbildung gewann an Bedeutung. Auch methodisch-didaktisch vollzog sich eine programmatische Wende: Die methodisch-didaktische Tradition wurde grundlegend durch die ‚Neue Richtung’ verändert.

Textauszug (computergeneriert)

UNIVERSITÄT DUISBURG-ESSEN
CAMPUS DUISBURG
Fakultät für Gesellschaftswissenschaften
Institut für Erziehungswissenschaften
Fachgebiet Erwachsenenbildung / Bildungsberatung

Seminar

„Aufgaben und institutionelle Strukturen sowie 
Strukturentwicklung von Erwachsenenbildung“
Wintersemester 2004/05

Hausarbeit zur Erlangung eines Leistungsscheins

Die Erwachsenenbildung in der Weimarer Republik

vorgelegt von:

Susanne Schlanstedt

 

 

Gliederung

Verzeichnis der Übersichten 3

1. Einleitung 4

2. Ausgangsbedingungen zu Beginn der Weimarer Republik 5
2.1 Politische Situation 5
2.2 Stand der Erwachsenenbildung 9

3. Volkshochschulbewegung 11
3.1 Abendvolkshochschule 11
3.2 Heimvolkshochschulbewegung 15

4. Politische Erwachsenenbildung 20
4.1 Bildungsarbeit der Sozialdemokratie 20
4.2 Proletarische Bildungsarbeit 22

5. Die ‚Neue Richtung’ als erziehungstheoretische Wende 25

6. Zusammenfassung / Fazit 28

Literaturverzeichnis 29

 

 

Verzeichnis der Übersichten
Übersicht 1: Fraktionsverteilung der Nationalversammlung 1919 5
Übersicht 2: Die Verfassung der Weimarer Republik 6
Übersicht 3: Arbeitslose in der Weimarer Republik 7
Übersicht 4: Gründungen von Abendvolkshochschulen 12
Übersicht 5: Neugründungen nach Bundesländern 13
Übersicht 6: Berufssoziologische Gliederung der männlichen Teilnehmer 14
Übersicht 7: Verteilung der Frauen auf die Berufsgruppen 14
Übersicht 8: Neugründungen von Heimvolkshochschulen 17
Übersicht 9: Neugründungen nach Bundesländern 17
Übersicht 10: Richtung der Heimvolkshochschulen 18

 

 

1. Einleitung

Die Weimarer Republik war für die Politik und das Sozialwesen von Deutschland von großer Bedeutung. Nicht nur das Verhältnis vom Staat zum Bürger (insbesondere durch die Demokratisierung) wurde verändert, sondern auch das Verhältnis vom Staat zur Erwachsenenbildung. Er erkannte das Volksbildungswesen als eigene verpflichtende Aufgabe an. Weitere Unterstützung erfuhr der quartäre Bildungsbereich auch von den Parteien und den Gewerkschaften, sowie von der Bevölkerung selbst. Es entwickelte sich eine Volkshochschulbewegung und die politische Erwachsenenbildung gewann an Bedeutung. Auch methodisch-didaktisch vollzog sich eine programmatische Wende: Die methodisch-didaktische Tradition wurde grundlegend durch die ‚Neue Richtung’ verändert. 

Diese Themen werden in der vorliegenden Arbeit ausschnitthaft erörtert: Im ersten Gliederungspunkt werden die historischen Grundlinien und die pädagogischen Ausgangsbedingungen nachgezeichnet. Im zweiten Gliederungspunkt wird die Institutionalisierung der Volkshochschule erläutert. Daran anschließend wird die Bildungsarbeit der Parteien und der Gewerkschaften beschrieben. Im fünften Teil wird die programmatische Wende und die erziehungstheoretische Neuorientierung der Weimarer Republik beschrieben.

2. Ausgangsbedingungen zu Beginn der Weimarer Republik
2.1 Politische Situation

Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution im Jahre 1918 wurden am 19. Januar 1919 die Wahlen für eine Nationalversammlung abgehalten. Das Ergebnis der Wahlen sah wie folgt aus:


Übersicht 1: Fraktionsverteilung der Nationalversammlung 1919
Datenquelle: Bracher S. 630

[...]

Diejenigen Parteien, die eine parlamentarische Republik als zukünftige Staatsform anstrebten (SPD, Zentrum, DDP), konnten eine Dreiviertelmehrheit erreichen. Am 11. Februar trat die gewählte Nationalversammlung in Weimar zusammen1 und Friedrich Ebert (1871- 1925; SPD) wurde zum Reichskanzler ernannt. Am 11. August wurde die von der Nationalversammlung beschlossene Verfassung von Ebert unterzeichnet und somit für rechtskräftig erklärt. Das politische und organisatorische Grundgerüst der Weimarer Republik sah wie folgt aus2

  • Deutschland wurde zu einer demokratischen, konstitutionellen, rechtsstaatlichen Republik auf der Grundlage der Volkssouveränität mit einer Gewaltenteilung und der Möglichkeit von Volksentscheiden und -begehren3.
  • Es war ein präsidentiell-parlamentarisches Regierungssystem.
  • Die Republik war ein unitarischer Bundesstaat, wobei die innerstaatliche Gliederung föderalistisch war.
  • Die Republik bewahrte sich eine religiös-weltanschauliche Neutralität.


Einen Überblick über die Verfassung liefert das folgende Schaubild:
Übersicht 2: Die Verfassung der Weimarer Republik
Quelle: http://www.bpb.de/cache/images/J2VN41_500x367.jpg (Zugriff: 22.03. 2005)

[...]

Die politischen Ausgangsbedingen zu Beginn der Weimarer Republik waren außerordentlich schwierig: Es galt, die Kriegsniederlage zu bewältigen, die daraus folgenden Belastungen (Versailler Friedensvertrag) zu verkraften und der aufkommenden Inflation zu begegnen. Zusammen mit der Ideologie der Dolchstoßlegende hatten die Bürger Mühe, das neue demokratische System zu akzeptieren und ein Nationalgefühl zu entwickeln.4

Einen großen Einfluss hatte die wirtschaftliche Situation auf die politische Stimmung in Deutschland. Die Arbeitslosenzahlen entwickelten sich wie folgt:

[....]


1 Als politisches Zentrum wurde aufgrund der massiven Unruhen im Vorfeld nicht Berlin, sondern Weimar in Preußen gewählt.

2 Vgl. Bracher, S. 40 ff

3 Vgl. Bracher, S. 51

4 Vgl. Bracher, S. 42

Kommentare

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