Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Dominik Wolf
Fach: Medien / Kommunikation - Medienethik
Details
Institution/Hochschule: Hochschule der Medien Stuttgart
Tags: Beschreibung, Dilemmas, Literatur, Beispiel, Frisch, Homo, Medienethik
Jahr: 2005
Seiten: 7
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 184 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41558-3
Textauszug (computergeneriert)
Beschreibung eines moralischen Dilemmas aus der
Literatur am Beispiel von Max Frisch „Homo faber“.
von: Dominik Wolf
Eckdaten:
Titel: Homo faber – Ein Bericht
Autor: Max Frisch (1911-91),
Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg (1962), des Bard
College/USA (1980), der City University of New York (1982), der
Universität Birmingham (1984) und der Technischen Universität Berlin
(1987), Auszeichnung mit dem Georg-Büchner-Preis (1958),
Verleihung des Man′s Freedom-Prize der Stadt Jerusalem (1965).
Erstveröffentlichung: 1957, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M.
Inhaltsangabe:
1957. Der Schweizer Walter Faber lebt seit 11 Jahren in New York und arbeitet als Ingenieur für die UNESCO. Er bekommt einen Auftrag in Caracas, wo er die Installation von Turbinen überwachen soll. Auf dem Weg dorthin muss das Flugzeug in dem er sich befindet in der Wüste von Mexiko notlanden. Dabei lernt er Herbert Hencke kennen, den Bruder seines alten Studienkollegen Joachim Hencke. Joachim ist mit Fabers Exverlobten Hanna verheiratet. Herbert erzählt Faber, dass er sich zurzeit auf seiner Plantage in Guatemala befindet und er ihn in Gefahr wägt. Faber beschließt daraufhin ihn nach seinem Auftrag in Caracas zu begleiten. Die Rettungsaktion wird zunächst unterbrochen, da sie aufgrund fehlender Transportmittel in Palenque festsitzen. Nach einigen Wochen schafft es Faber einen Jeep zu organisieren. An der Plantage angekommen finden sie Joachim Hencke erhängt an einem Draht auf. Herbert bleibt daraufhin auf der Plantage um die Arbeit seines Bruders fortzuführen. Faber fliegt wieder nach Venezuela um seinen Job dort zu beenden. Zurück in New York trennt er sich von seiner Freundin Ivy und bricht zu einer erneuten Geschäftsreise nach Paris auf, nicht wie gewöhnlich mit dem Flugzeug, sondern mit einem Schiff. Auf dieser einwöchigen Schiffsreise lernt er Sabeth kennen und verliebt sich in sie. Sabeth ist die Tochter Hannas, seiner Exverlobten, also auch sein Kind, was er aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß und erst sehr viel später erfährt. Faber beschließt, sie bei ihrer Autoreise durch Europa nach Athen zu begleiten. Auf dieser Reise kommen sich die beiden näher. Schließlich gelangen sie nach Athen, wo Sabeths Mutter Hanna, als Archäologin lebt und arbeitet. Dort ereignet sich ein schwerer Unfall, Sabeth wird von einer Schlange gebissen und stürzt eine Böschung hinab. Im Krankenhaus trifft Faber erstmals seit langem auf Hanna, die ihn mit zu sich nach Hause nimmt. Sie unterhalten sich ausgiebig und Hanna möchte wissen was zwischen den beiden vorgefallen ist. Am nächsten Tag erreicht sie aus dem Krankenhaus die schlechte Nachricht, dass Sabeth an einem Schädelbasisbruch gestorben ist. Faber, dem mittlerweile klar wurde das er das Leben seiner Tochter zerstört hat, kehrt nach Amerika zurück. Er muss wegen Magenkrebs operiert werden, überlebt dies aber nicht.
Das moralische Dilemma:
Max Frisch setzt sich ganz gezielt mit dem Gegensatz Technik und Gefühlswelt auseinander. Walter Faber, Ingenieur und Rationalist glaubt nicht an Fügung und Schicksal. Für ihn besteht die Welt aus Formeln und Zahlen. ,,Ich bin Techniker und gewohnt, die Dinge zu sehen, wie sie sind."1 Alles romantische, mystische, gefühlsbetonte, das nicht unmittelbar mit Technik oder seiner Arbeit zu tun hat ist für ihn unvorstellbar. Es ist für ihn unvorstellbar, dass ein Mann überhaupt so denken kann. Seine Einstellung ändert sich jedoch langsam mit dem Kennen lernen von Sabeth, seiner, wie er später erfährt, Tochter. Sie stellt das krasse Gegenteil zu ihm dar und zeigt ihm die Welt der Liebe, Kunst und Poesie. Sie begeistert ihn, inspiriert ihn sogar ein wenig. ,,Das Mädchen gefiel mir, wenn wir in einem Ristorante sassen, jedesmal aufs neue, ihre Freude am Salat, ihre kinderhafte Art, Brötchen zu verschlingen [...], ihr Übermut [...]“.2 Zurück in den USA verlässt er seine Freundin Ivy, die er eh nie richtig gekannt hat. " [...] anfangs hatte ich sie für eine Tänzerin gehalten, dann für eine Kokotte, beides stimmt nicht – ich glaub, Ivy arbeitete wirklich als Mannequin."3 Für ihn sind Frauen nutzlos, er fühlt sich ihnen überlegen. Mit Sabeth scheint es anders zu sein, er beginnt seine technisch-orientierte Welt in Frage zu stellen, und verliebt sich schließlich in sie. Er sagt das zwar nicht explizit, jedoch kann man Andeutungen heraushören. „[…], Lewin und ich reden über Dieselmotoren, wobei ich, obschon in Dieselmotoren interessiert, das Mädchen nicht aus den Augen lasse.“4
[...]
1 Aus „Homo faber“, S. 24
2 Aus „Homo faber“, S. 112
3 Aus „Homo faber“, S. 59
4 Aus „Homo faber“, S. 78
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: