Noch ist Polen nicht verloren - polnische managementrelevante Kulturstandards aus österreichischer Sicht

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Details

Titel: Noch ist Polen nicht verloren - polnische managementrelevante Kulturstandards aus österreichischer Sicht
Autor: MMag. CEMS MIM Marta Agnieszka Marciniak
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation
Veranstaltung: Interkulturelles Management
Institution/Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien (Europainstitut)
Kategorie: Master Thesis
Jahr: 2005
Seiten: 117
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 56  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1084 KB
Archivnummer: V43906
ISBN (E-Book): 978-3-638-41598-9
Anmerkungen :
Diese Arbeit untersucht anhand der Methode von Alexander Thomas polnische managementrelevante Kulturstandards aus österreichischer Sicht. Außerdem sind umfassende ökonomische und soziale Daten über Polen angeführt. Die Theorie des kollektiven Kulturschocks nach Fink/Feichtinger dient als Erklärungsansatz für das Verhalten der Polen. Ein Muss für jeden Österreicher, der mit Polen sowohl in Polen als auch im Ausland zu tun hat.

Textauszug (computergeneriert)

Diplomarbeit
Europainstitut Wirtschafsuniversität Wien
zur Erlangung des akademischen Grades Magistra rer.soc.oec.

Noch ist Polen nicht verloren! " Managementrelevante polnische  Kulturstandards aus österreichischer Sicht"

von Marta Agnieszka MARCINIAK
2005

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG ... 6
1.1. HINTERGRUND  ... 6
1.2. ZIELSETZUNG  ... 6
1.3. AUFBAU DER ARBEIT ...  7

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN  ... 8
2.1. KULTURBEGRIFF  ... 8
2.2. ETISCHE VS. EMISCHE VORGEHENSWEISE  ... 9
2.2.1. Etische Vorgehensweise  ... 9
2.2.1.1. Kulturdimensionen nach Hofstede ...  9
2.2.1.2. Kulturdimensionen nach Trompenaars  ... 10
2.2.1.3. Kulturdimensionen nach Hall & Hall  ... 11
2.2.1.4. Kritik an diesen etischen Konzepten  ... 11
2.2.2. Emische Vorgehensweise  ... 11
2.2.2.1. Kulturstandardkonzept nach Thomas  ... 12
2.2.2.2. Kritik an Thomas  ... 13
2.2.2.3. Weiterentwicklung durch Fink / Meierewert  ... 14

3. HANDLUNGSWIRKSAMKEIT DES INTERKULTURELLEN UMFELDS ...  15
3.1. KULTURSCHOCK  ... 15
3.1.1. Der individuelle Kulturschock  ... 15
3.1.2. Der kollektive Kulturschock  ... 16
3.2. INTERKULTURELLES TRAINING  ... 18
3.3. CULTURAL ASSIMILATOR  ... 19

4. METHODIK ...  20
4.1. AUSWAHL UND KONTAKTIERUNG DER ZIELGRUPPE ...  20
4.2. NARRATIVES INTERVIEW  ... 21
4.3. DATENAUFBEREITUNG ...  22
4.4. QUALITATIVE INHALTSANALYSE NACH MAYRING ...  22

5. HINTERGRUNDWISSEN ÜBER POLEN  ... 24
5.1. GEOGRAPHIE UND DEMOGRAPHIE ...  24
5.2. GESCHICHTE POLENS ...  25
5.3. WIRTSCHAFTLICHE LAGE  ... 28
5.3.1. Wirtschaftssektoren  ... 30
5.3.2. Bruttoinlandsprodukt  ... 30
5.3.3. Außenwirtschaftliche Verflechtungen ...  31
5.3.4. Arbeitsproduktivität ...  32
5.3.5. Inflation ...  33
5.3.6. Arbeitslosigkeit  ... 33
5.4. POLITISCHE SITUATION  ... 34

6. ABLEITUNG POLNISCHER KULTURSTANDARDS ...  36
6.1. „KINDER, KIRCHE, KÜCHE“ ...  38
6.1.1. Starker Einfluss der Kirche in Gesellschaft und Politik ... 39
6.1.2. Traditionelles Frauenbild  ... 43
6.1.3. Wichtigkeit von Familie ...  49
6.1.4. Herzliche Gastfreundschaft  ... 51
6.1.5. Antisemitismus und Xenophobie ...  52
6.1.5.1. Relativ stark ausgeprägter Antisemitismus  ... 53
6.1.5.2. Kaum ausgeprägte, aber stark differenzierende Xenophobie  ... 55
6.2. HIERARCHIE UND AUTORITÄT  ... 58
6.2.1. Starkes Hierarchiedenken und Betonung von Rängen  ... 59
6.2.2. Autoritätshörigkeit und Autoritätsproblem  ... 60
6.2.3. Fehlende Eigeninitiative ...  63
6.2.4. Mangelnde Kundenorientierung ...  64
6.3. NATIONALSTOLZ UND VERGANGENHEITSBEZUG  ... 66
6.3.1. Sehr großer Nationalstolz  ... 66
6.3.2. Starker Vergangenheitsbezug  ... 70
6.4. AMERIKANISMUS  ... 72
6.4.1. Amerikanismus ...  72
6.4.2. Große Leistungsbereitschaft der jungen Generation ...  75
6.5. KAPITALISMUS UND STATUSSYMBOLE ...  79
6.5.1. Konsumorientiertes Freizeitverhalten  ... 80
6.5.2. Betonung von Statussymbolen  ... 82
6.6. „5 VOR 12“, „KOMBINOWAĆ“ UND „POLAK POTRAFI“  ... 85
6.6.1. Zeitempfinden  ... 85
6.6.2. Schlitzohrigkeit  ... 87
6.6.3. Überlebenskünstler und Improvisationstalent  ... 88
6.7. GESPALTENE GESELLSCHAFT, DOPPELMORAL ...  90
6.7.1. Reich vs. arm ...  90
6.7.2. Junge vs. ältere Generation  ... 93
6.7.3. Doppelmoral ...  94
6.8. KOMMUNIKATION UND VERHANDLUNGSVERHALTEN ...  97
6.8.1. Äußerst höfliche, indirekte nonverbale und verbale Kommunikation  ... 98
6.8.2. Sehr forderndes Verhandlungsverhalten  ... 99
6.8.3. Eigenheiten der polnischen Sprache ...  99
6.8.4. Elegante und gepflegte Kleidung  ... 101
6.9. KORRUPTION, FREUNDERLWIRTSCHAFT UND NEPOTISMUS ...  102
6.10. BEZIEHUNGSORIENTIERUNG UND VERTRAUENSBILDUNG  ... 106
6.10.1. Sehr hohe Beziehungsorientierung ...  106
6.10.2. Lange Vertrauensbildung  ... 107

7. SCHWACHPUNKTE VORLIEGENDER ARBEIT  ... 109
7.1. BIAS IM ZUSAMMENHANG MIT DER NATIONALITÄT  ... 109
7.2. BIAS IM ZUSAMMENHANG MIT DER BERUFSGRUPPE ...  110
7.3. BIAS IM ZUSAMMENHANG MIT DER INTERVIEWSITUATION  ... 110

8. ZUSAMMENHÄNGE ZWISCHEN DEN EINZELNEN KULTURSTANDARDS  ... 111

9. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN  ... 112

 

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Der individuelle Kulturschock  ... 16
Abbildung 2: Der kollektive Kulturschock ...  17
Abbildung 3: Ablauf des Culture Assimilator Trainings ...  19
Abbildung 4: Ablaufmodell eines narrativen Interviews  ... 22
Abbildung 5: Induktive Kategorienbildung ...  23
Abbildung 6: Landkarte Polens ...  24
Abbildung 7: Zufriedenheit der Polen mit den Veränderungen seit 1989 ...  29
Abbildung 8: Wertschöpfung nach Wirtschaftssektoren im Jahr 2002 ...  30
Abbildung 9: Entwicklung des BIP in Polen von 1991 bis 2006  ... 31
Abbildung 10: Polens Exporte und Importe im Jahr 2003  ... 32
Abbildung 11: Inflationsrate von 1997 bis 2006 ...  33
Abbildung 12: Arbeitslosigkeit in Polen im Jahr 2003  ... 34
Abbildung 13: Zusammensetzung des Parlaments nach den Wahlen 2001 ...  35
Abbildung 14: Werte in Polen und Österreich im Jahr 2004 ...  38
Abbildung 15: Frauenquote nach Tätigkeit in Polen im Jahr 2003 ...  47
Abbildung 16: Durchschnittliches Bruttoeinkommen nach Geschlecht und Beruf ...  47
Abbildung 17: Privathaushalte nach Typ in Polen und Österreich im Jahr 2001 ...  49
Abbildung 18: Wechselwirkungen zwischen den erhobenen Kulturstandards ...  111

 

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Gegenüberstellung etisches vs. emisches Vorgehen  ... 9
Tabelle 2: Profil der Interviewpersonen  ... 20
Tabelle 3: Quantitative Analyse der erhobenen Kulturstandards  ... 36

 

Nicht Staaten vereinigen wir, sondern Menschen. Wenn ich noch mal mit Europa beginnen würde, würde ich bei der Kultur anfangen und nicht bei der Wirtschaft.
Jean Monnet (1888 - 1979), französischer Politiker, geistiger Vater der Erklärung zur Gründung der EG-Kohle/Stahl vom 9.5.1950
 

1. Einleitung

1.1. Hintergrund

Obwohl die Europäische Union sich immer mehr einer politischen Union annähert und die Wirtschaften ihrer Mitgliedsstaaten teilweise seit Jahrzehnten sehr eng miteinander verwoben sind, wäre es falsch, von einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit bzw. Konformität zu sprechen. Seit längerem vorherrschende nationalistische Tendenzen vor allem innerhalb der EU 15, also den Mitgliedstaaten vor der großen Erweiterung im Mai 2004, sowie die aktuelle Diskussion zur EU-Verfassung machen deutlich, dass die europäische Integration nicht nur aus der Übernahme des Acquis communautaire durch ihre Mitgliedstaaten besteht.
Managerinnen internationaler Konzerne, welche ins Ausland gesandt werden, sehen sich einem immer größer werdenden Erfolgsdruck ausgesetzt. Der Spracherwerb allein garantiert noch lange keinen Erfolg im Ausland. Es gilt, sich mit der Kultur, der Mentalität und den Werten des Gastlandes auseinander zu setzen, um dauerhaft von einer Zusammenarbeit zu profitieren, sowohl wirtschaftlich als auch persönlich.
Weiters lässt sich in den postkommunistischen Ländern ein Phänomen des kollektiven Kulturschocks beobachten. Dessen Erscheinungsformen und Implikationen für das Management sind von großer Bedeutung und sollten keinesfalls fälschlicherweise dem kommunistischen System und dessen Erbe zugeschrieben werden. Die Nation befand sich nach dem Umbruch 1989 und den teilweise enttäuschten Hoffnungen, welche in das neue kapitalistische System gesetzt wurden, in einer Art Schockzustand. Obwohl sich die postkommunistischen Länder nicht zuletzt dank der NATO- und EU-Beitritte mittlerweile auf dem Weg der Stabilisierung befinden, sind viele aktuelle soziologische, kulturelle, wirtschaftliche, politische und rechtliche Phänomene als Symptome eines kollektiven Kulturschocks zu interpretieren.
1.2. Zielsetzung
Polen ist spätestens seit dem EU-Beitritt im Mai 2004 nicht mehr im Zentrum der Expansionsbestrebungen internationaler Konzerne. Die Organisationsbereiche „CEE“ (Mittel- und Osteuropa) befinden sich zumeist in der Konsolidierungsphase. Eine Konsequenz davon ist, dass die Zahl der Expatriates, also der Österreicher, welche nach Polen bzw. in die neuen EU-Beitrittsländer entsandt werden, kontinuierlich zurückgeht. Vielmehr werden hoch qualifizierte Locals, also Menschen aus den bearbeiteten Märkten, entweder vor Ort ausgebildet oder für einen Zeitraum von ca. ein bis zwei Jahren in den Konzernzentralen im westlichen Europa trainiert.
Deshalb wurden im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht nur Österreicher während bzw. nach einem Auslandseinsatz in Polen interviewt. Vielmehr wurde auch der Versuch unternommen, polnische Kulturstandards zu erfassen, welche im Ausland ebenso wirksam sind. Für österreichische Managerinnen, die in ihrem beruflichen oder privaten Alltag mit Polen zusammen arbeiten, unabhängig vom Land, in dem der Kontakt statt findet, soll die vorliegende Arbeit einen Leitfaden zum besseren Verständnis der polnischen Mentalität darstellen.
Zusätzlich wird die Theorie des kollektiven Kulturschocks nach Feichtinger/Fink als Erklärungsansatz für die meisten Kulturstandards herangezogen.

1.3. Aufbau der Arbeit

Nach einer kurzen Abhandlung der theoretischen Grundlagen zur interkulturellen Forschung wird die Methodik vorliegender Arbeit erläutert. Narratives Interview und qualitative Inhaltsanalyse sind im Wesentlichen die im Rahmen dieser Arbeit gewählten Forschungsmethoden. Das Kulturstandardkonzept nach Thomas liegt dem empirischen Teil zu Grunde, dessen Untersuchungsdesign bereits im theoretischen Teil kurz vorgestellt wird. Bevor die Kulturstandards im Einzelnen abgehandelt werden, sollen detaillierte Daten zum betreffenden Thema aufzeigen, inwieweit es sich bei den Erzählungen um subjektive Eindrücke der Interviewpartner oder um statistisch überprüfbare Tatsachen handelt. Da sich die einzelnen Kulturstandards nicht immer gänzlich voneinander trennen lassen, sei der Versuch unternommen, die Wechselwirkungen zwischen diesen graphisch darzustellen. Abschließende Kritik und Problemfelder bei der Erstellung der vorliegenden Arbeit sind als Anregung und Hilfestellung für zukünftige Verfasser gedacht.

2. Theoretische Grundlagen

In den letzten Jahren ist sehr viel Literatur zum interkulturellen Management erschienen. Aus diesem Grund sei im Rahmen dieser Arbeit der Fokus auf die empirische Untersuchung gelegt und der theoretische Teil folglich als kurze Übersicht zu betrachten.

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