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Essstörungen bei adoleszenten Mädchen

Termpaper, 2000, 21 Pages
Author: Nicole Lorch
Subject: Sociology - Children and Youth

Details

Event: Soziologie der Lebensalter
Institution/College: University of Cooperative Education Stuttgart (Soziologie)
Tags: Essstörungen, Mädchen, Soziologie, Lebensalter
Category: Termpaper
Year: 2000
Pages: 21
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V4405
ISBN (E-book): 978-3-638-12730-1
ISBN (Book): 978-3-640-31882-7
File size: 188 KB

Abstract

Ich werde versuchen mit meiner Hausarbeit einen Einblick in zwei Formen der Essstörung, Bulimie und Magersucht, zu geben, unter dem Schwerpunkt der Identität und Identitätssuche bzw. Identitätsfindung in der adoleszenten Phase bei Mädchen bzw. jungen Frauen.


Excerpt (computer-generated)

Essstörungen bei adoleszenten Mädchen

von Nicole Lorch

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung S.02

2. Definitionen S.04

2.1 Anorexia nervosa und Bulimia nervosa S.04
2.2 Adoleszenz S.06

3. Identität S.07

3.1 "I" und "me" als Phasen der Identität S.07
3.1.1 Unterscheidung in "I" und "me" S.07
3.1.2 Der Hintergrund der Entstehung von Identität S.08
3.1.3 Identitätssuche bei Jugendlichen S.08

4. Einflussfaktoren S.10

4.1 Medien und Werbung S.10
4.2 Familie und Ablösungsprozess S.11
4.3 Peer- groups S.12

5. Folgen S.13

5.1 Physische Folgen S.13
5.2 Psychische Folgen S.14
5.3 Soziologische Folgen S.15

6. Behandlungsmöglichkeiten S.15

6.1 Selbsthilfe S.15
6.2 Verhaltenstherapie S.16
6.3 Familientherapie S.17

7. Schlussbetrachtung S.18

8. Literaturverzeichnis S.20

9. Anhang S.21

1. Einleitung

"Ich halte Anorexie für eine Metapher. Es ist das Bekenntnis einer jungen Frau, so werden zu wollen, wie es die Gesellschaft von Frauen erwartet, was soviel heißt, wie schlank zu sein und für niemand eine Bedrohung darzustellen."

Essen ist ein Grundbedürfnis, das alltäglich ist, immer wiederkehrend und dem jeder nachgeben muss. Essen ist ein Thema mit dem man sich immer wieder auseinandersetzen muss. "Was ist gesund?", "was esse ich/ andere gern?", "wie bereite ich dies richtig zu?", sind Fragen, die nicht nur Hausfrauen fast täglich beschäftigen. Oder man denkt an das tägliche Fernsehangebot, das immer von Werbepausen unterbrochen wird, wobei ca. 40% Werbung für neue Essensprodukte sind.
Das Essen spielt auch eine wichtige Rolle in der Religion, z.B. im Islam, wo Schweinefleisch verboten ist und der Ramadan zum Glauben gehört. Oder die gemeinsamen Oster- und Weihnachtsfeste in der christlichen Religion, bei denen immer ein großes Familienessen vorbereitet wird. Selbst bei Geburtstagen werden die Familienangehörige zum Essen eingeladen und manchmal entsteht schon fast eine Art "Machtkampf", schließlich will man dem anderen ja in nichts nachstehen. Auch die Frage "was gibt es da wohl zum Essen?", wird vor jedem Fest diskutiert, manchmal ist das falsche Essensangebot sogar der Grund für eine Absage. Seit jeher gehört das gemeinsame Essen zum Ritual des Zusammenlebens. Fast jede Familie hat eine Mahlzeit die gemeinsam eingenommen wird, und sei es nur das Sonntagsfrühstück.
Essen dient aber nicht nur zur Energieaufnahme, es spielt auch gesellschaftlich eine große Rolle, es dient zur Kommunikation. Auf Empfängen werden größere Buffets oder kleinere Häppchen geboten, die häufig zu Beginn der Veranstaltung dargereicht werden, wobei sich die Anwesenden in einer lockeren Runde kennen lernen sollen. Selbst Freunde werden zum Essen eingeladen oder man geht zusammen essen, weil man sich in der entspannten Atmosphäre gut unterhalten kann und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entsteht..
Der Wert, die Menge und die Art der Nahrungsaufnahme, sowie die Beherrschung gewisser Tisch- und Essmanieren reflektieren auch zunehmend das Ansehen und Prestige der Menschen. Früher war Essen, bzw. "Dicksein", ein Zeichen für Wohlstand, aber heute wird "Dicksein" in der westlichen Zivilisation als ein Problem von "schwachen" Menschen angesehen. "Schlanke" Menschen werden als gesund, schön und diszipliniert angesehen, "Dicke" heute sind faul und unbeherrscht.
Deshalb ist es nicht als ungewöhnlich anzusehen, dass ein Grossteil der Gesellschaft dem Schlankheitsideal nacheifert. Obwohl die verminderte bzw. eingestellte Kalorienzufuhr zu schweren körperlichen Schäden führen kann, ist dies nicht das Hauptproblem der an Essstörungen Leidenden. Sie leiden vielmehr an den psychischen Erkrankungen. Das "normale" Denken wird eingeschränkt, da pausenlos an das eigentlich verhasste Thema Essen gedacht wird. Menschen, vor allem jungen Frauen, bei denen sich diese Essstörung zu einer Krankheit verfestigt hat, verfügen nicht mehr über die Freiheit, sich angemessen zu ernähren. Neben persönlichen Problemen steht das kollektive Werturteil im Vordergrund, dass Schlankheit vor allem bei jungen Frauen mit Schönheit, Attraktivität und Intelligenz gleichgesetzt wird.
Ich werde versuchen mit meiner Hausarbeit einen Einblick in zwei Formen der Essstörung, Bulimie und Magersucht, zu geben, unter dem Schwerpunkt der Identität und Identitätssuche bzw. Identitätsfindung in der adoleszenten Phase bei Mädchen bzw. jungen Frauen.

2. Definitionen

2.1 Anorexia nervosa und Bulimia nervosa

Essstörungen werden auch oft als die Anpassung an das moderne Ideal der unabhängigen Frau gedeutet. Eine Anpassung, die allerdings den weiblichen Bedürfnissen entgegenläuft und somit manche Frauen mit Essstörungen darauf reagieren.
Von Anorexie, bzw. Magersucht im normalen Sprachgebrauch, spricht man, wenn ein Mensch durch eine extreme Fastenkur sein Wunschgewicht erreichen will, wobei dieses Ziel ständig unterboten wird. Dies ist widersprüchlich zu verschiedenen Lexika; hier wird Anorexie meist als "nervöser Appetitmangel" oder als "Appetitsverlust" definiert. Der Grund für diese Krankheit liegt jedoch nicht an dem mangelnden Appetit oder fehlendem Interesse an Nahrung. Im Gegenteil, Magersüchtige beschäftigen sich ungemein mit Nahrungsmitteln, mit allem, was dazu gehört, sie sind besessen davon, obwohl die Nahrung an sich verweigert wird. Sie können stundenlang auf einen Stück Brot herumkauen, auch die Suppe wird mit einem winzigen Löffelchen gegessen.

[...]


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