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Essay, 2004, 10 Pages
Author: Andrea Rohlmann
Subject: Information Management
Details
Institution/College: Gelsenkirchen University of Applied Sciences
Tags: Superlearning, Hält, Individuelles, Wissensmanagement
Year: 2004
Pages: 10
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-41730-3
File size: 223 KB
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Excerpt (computer-generated)
Superlearning (Suggestopädie). Hält es, was es verspricht?
von: Andrea Rohlmann
Lernen ohne Hausaufgaben, ohne leidiges Auswendiglernen, ohne Anstrengungen, das ist wohl der Traum eines jeden Schülers. Nicht nur Schulkinder empfinden so. Sicherlich hat sich auch schon jeder Erwachsene bei diesem Wunsch ertappt, während sie oder er vergeblich versuchte, sich Vokabeln, mathematische Formeln oder Grammatikregeln einzutrichtern. Für viele Menschen, egal ob Alt oder Jung, ist Lernen immer noch eine leidvolle Erfahrung. Oft haben sie bereits die unterschiedlichsten Lernmethoden ausprobiert – aber umsonst. Und so träumen sie mit vielen anderen, scheinbar vergebens vom stressfreien, angenehmen, aber effektiven Lernen... Doch es soll tatsächlich eine Lernmethode geben, die sie ihrem Traum ein Stück näher bringt. Die Wurzeln hierzu liegen in Bulgariens Hauptstadt Sofia. Der Landsmann, Arzt, Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Georgi Lozanov beanstandete dort 1967 die uns geläufige Art des Lernens.
Es ist allgemein bekannt, dass das menschliche Gehirn aus zwei Hälften besteht. Die linke Gehirnhälfte arbeitet eher logisch, linear und rational, während die rechte Hälfte für das kreative, assoziative Denken zuständig ist. Lozanov kam zu der Erkenntnis, dass bei uns bekannten, herkömmlichen Lernverfahren, wie dem Auswendiglernen aus einem Buch, nur die linke Gehirnhälfte angesprochen wird. Die rechte, kreative Gehirnhälfte bleibt dabei größtenteils ungenutzt. Lozanov kritisierte, dass man versuchen wolle, den grauen Zellen vorzuschreiben, wie sie zu funktionieren haben. Effektiver und gesünder wäre es jedoch, den Lernprozess den Anforderungen des Gehirns anzupassen und nicht umgekehrt.
Nachdem Lernen folglich nur eine halbe Sache war, benutzte Lozanov den ganzen Kopf und entwickelte ein ganzheitliches, gehirnfreundliches Lernverfahren an der Universität in Sofia. Unter dem wissenschaftlichen Namen „Suggestopädie“ entstand eine Lernmethode, die dem biologischen Aufbau und der natürlichen Funktionsweise des Gehirns gerecht werden sollte. Durch eine harmonische Verknüpfung von Sprache und Musik, dem sogenannten Lernkonzert, sollen sowohl die linke, als auch die rechte Gehirnhälfte angesprochen werden. Lernen muss sich nicht nur auf ein Medium beschränken. Ein Buch mag vielleicht der linken, logischen Gehirnhälfte gefallen, aber der kreativen, rechten Gehirnhälfte sagt es nicht zu. Musik soll die vernachlässigte, künstlerische Gehirnhälfte erreichen und demzufolge auch die Welt der Träume, Bilder und Fantasien. Und nicht zuletzt, beherbergt die rechte Gehirnhälfte auch das Langzeitgedächtnis. Durch das
Verfahren der Suggestopädie kann ein weitaus größerer Teil des geistigen Potenzials genutzt werden.
Lozanovs vielversprechendes Lernverfahren fand nicht nur in den Ländern des Ostblocks Anklang. Auch in Deutschland und den USA stieß der Bulgare mit seinen im Grunde genommen simplen, aber doch logisch klingenden Erkenntnissen auf offene Ohren. Seine Methode wurde weiterentwickelt und aus dem wissenschaftlichen Terminus „Suggestopädie“ prägte sich rasch der populärwissenschaftliche Begriff „Superlearning“. Und dies ist wohl auch der geeignetere Name für ein Lernverfahren, das der natürlichen Funktionsweise des Gehirns entsprechen soll. Schließlich bedeutet das Wort Suggestion, das sich von Suggestopädie ableitet, so viel wie „Willensbeeinflussung“. Willensbeeinflussung muss sicherlich nicht immer einen negativen Aspekt haben, allerdings ist der Begriff nicht geeignet, um eine natürliche Lernmethode zu umschreiben. Aber was auch immer sich Georgi Lozanov bei der Namensgebung gedacht hatte, sein Lernverfahren kam an und wurde in den USA und Deutschland weiterentwickelt.
[...]
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