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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 97 KB
Archivnummer: V44372
ISBN (E-Book): 978-3-638-41987-1
Anmerkungen :
Dies ist eine Zwischenprüfngsarbeit im Hauptfach Kunstgeschichte (4. Semester).

Textauszug (computergeneriert)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Kunstgeschichte
PS. Fotografie im 20. Jahrhundert
3. Semester

Reportagefotograie: Robert Capa

von: Anke Hillen

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 03

2. Die Entwicklung der Kriegsfotografie: Ein kurzer Abriss 03

3. Robert Capa: Leben und Werk 05

3.1. Die wichtigsten Stationen in Capas Leben als Kriegsfotograf 05

3.1.1. Anfänge in Berlin 05
3.1.2. Pariser Zeit: André Friedmann wird zu Robert Capa 05
3.1.3. Der spanische Bürgerkrieg und der chinesisch-japanische Krieg 06
3.1.4. Der Zweite Weltkrieg 08
3.1.5. Nachkriegszeit und der Indochina-Krieg 09

3.2. Die Fotoagentur Magnum: kurze Abhandlung von der Idee bis Heute 10

4. Bilder vom Krieg: Charakterisierung und Deutung 12

5. Andere Bildbereiche in Capas Gesamtwerk 17

6. Fazit 18

Anhang

I. Literaturverzeichnis
II. Abbildungsverzeichnis



 

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit soll das Leben und Werk des bekannten Fotografen Robert Capa vorstellen. Capa war einer der populärsten Fotojournalisten des 20. Jahrhunderts, und außerdem Mitbegründer der legendären Fotoagentur Magnum. In dieser Arbeit wird vor allem seine Kriegsfotografie, welche das größte Feld in seinem Schaffen darstellt, näher beleuchtet.

Als Quellen dienten mir hierzu seine Biografien „Die Wahrheit ist das beste Bild“ von Richard Whelan, „Robert Capa. Der Fotograf des Krieges“ von Alexander Kershaw und natürlich seine Autobiografie „Slightly out of focus“, in der Capa seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg festgehalten hat. Aber auch weitere wichtige Werke, wie die Bildbände „Robert Capa. Die Sammlung“ herausgegeben von Richard Whelan und „Robert Capa. Photographien“ herausgegeben von seinem Bruder Cornell Capa und Richard Whelan, sowie „Zeitblende“ der Jubiläumsband zum 50jährigen Bestehen der Magnum Agentur, standen mir zur Verfügung. Nicht zuletzt war mir der kritische Essay „Das Leiden anderer betrachten“, der anerkannten Schriftstellerin und Kritikerin Susan Sontag, eine große Hilfe bei der Deutung und näheren Betrachtung des Capaschen Lebenswerkes. Ich werde, nach einem kurzen Abriss der Geschichte der Kriegsfotografie, das Leben und Werk Robert Capas näher betrachten und dabei auch einen Blick auf die Fotoagentur Magnum werfen. Abschließen werde ich mit einem kurzen Fazit über die Intention seiner Arbeit.

2. Die Entwicklung der Kriegsfotografie: ein kurzer Abriss

Weithin ist die Auffassung verbreitet, die Fotoreportage sei eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Allerdings versuchten Fotografen bereits in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts öffentliche Zeremonien und andere Ereignisse im Bild festzuhalten. So etwa der Hamburger Brand von 1842, oder die Trauerfeierlichkeiten für den Duke of Wellington am 18. November 1852.1

Die frühsten Bilder eines kriegerischen Konflikts stammen ebenfalls schon aus dieser Zeit. Vom mexikanisch-amerikanischen Krieg, der 1946 ausbrach, sind mehrere anonyme Daguerrotypien von Straßenansichten, Truppenaufmärschen oder amerikanischen Offizieren erhalten.2 Während diese Bilder noch keinem offiziellen Zweck dienten, wurden bereits im Krimkrieg 1854 die ersten Bildberichterstattungen von staatlicher Seite koordiniert. Die Bilder Rodger Fentons gelten hier als die herausragendsten Dokumente. Das Kriegsministerium hatte ihn allerdings angewiesen keine Toten, Verstümmelten oder Kranken zu fotografieren, um die schlechte Lage der britischen Armee nicht noch zu bestätigen.3 Ein weiterer Fotograf im Krimkrieg war der Brite James Robertson, der mit seinem Gehilfen Felice Beato vornehmlich Bilder von zerstörten Gebäuden und Unterständen machte. Ebenso wie die Bilder Fentons sind diese Aufnahmen noch „leichenfrei“, jedoch lassen sie schon eher eine Ahnung der unzähligen Menschenopfer zu, als die weiten Flächen auf Fentons Bildern.4 Beato war der erste Fotograf, der an mehreren Kriegen teilnahm. Er dokumentierte nach dem Krimkrieg 1857 den Sepoy Aufstand in Indien und 1860 den Zweiten Opiumkrieg in China, außerdem 1885 den Kolonialkrieg im Sudan. Auf diesen Bildern ist nun schon die schreckliche Realität des Krieges zu sehen. Felder voller Leichen in China oder Bilder von erhängten Indern lassen schon auf die Zukunft der Kriegsreportage schließen. Der selbstständige, amerikanische Fotograf Mathew Brady arbeitete bereits mit einem Team aus mehreren Fotografen zusammen. Die Bilder des amerikanischen Bürgerkrieges (1861–1865), hauptsächlich aufgenommen von Timothy O’Sullivan und Alexander Gardner, stellen den ersten Versuch dar, einen Krieg ausführlich zu dokumentieren.5 Die Bilder sind weitaus drastischer und Tabu-brechender als vorherige Kriegsbilder. Brady bezeichnet sich selbst als „das Auge der Geschichte“6 und Gardner sagte zu den Bildern sie sollen „den nackten Schrecken und die Wirklichkeit des Krieges statt eines Schaugepränges“7 zeigen. Dieser moralische Anspruch der Fotografie, nämlich die Bilder gegen den Krieg einzusetzen, kennzeichnet später auch die Bilder Capas. Allerdings existierten damals noch keine Reproduktionstechniken, die nötig waren, um die Bilder einem Massenpublikum zur Verfügung zu stellen. Erst während der Ereignisse der Pariser Kommune 1871 begann die Kommerzialisierung der Fotografie. Französische Zeitungen publizierten nach Fotografien gestochene Gravüren, die jedoch meist gefälscht und montiert waren. Von fotografischer Berichterstattung kann hier also noch nicht gesprochen werden, auch weil die Leser hauptsächlich selbst Augenzeugen waren.8 Erst Anfang des 20. Jahrhunderts machte die Technik erhebliche Fortschritte. Als Robert Capa im spanischen Bürgerkrieg als einer der Ersten einen tragbaren Fotoapparat mit schnellen, lichtempfindlichen Filmen benutzte, war die Entwicklung schon weit fortgeschritten und der Krieg hatte dank der Fotografie und der zahlreichen Zeitschriften auf beiden Seiten des Atlantiks, Einzug in die heimischen Wohnzimmer gehalten. Der Fotograf konnte die Soldaten jetzt bis in die Schützengräben begleiten und ihnen folgen. Vom Fotografen wurde verlangt, sein Leben an der Front ebenso zu riskieren wie die Soldaten, um auf diese Weise mit ihnen zu solidarisieren.9

[...]


1 Geschichte der Photographie. Die ersten hundert Jahre, hrsg. von Helmut Gernsheim, Frankfurt 1983, S. 320.

2 Amelunxen Hubertus: Das Memorial des Jahrhunderts. Fotografie und Ereignis, in: Neue Geschichte der Fotografie, hrsg. von Michel Frizot, Köln 1998, S. 133.

3 Sontag, Susan: Das Leiden anderer betrachten, München 2003, S. 59

4 Amelunxen, in: Die neue Geschichte der Fotografie, 1998, S. 140.

5 Sontag, 2003, S. 60 f.

6 Amelunxen, in: Die neue Geschichte der Fotografie, 1998, S. 143.

7 Sontag, 2003, S. 63.

8 Amelunxen, in: Die neue Geschichte der Fotografie, 1998, S. 147.

9 Ritchin, Fred: Zeitzeugen. Das Engagement des Fotojournalisten, in: Die neue Geschichte der Fotografie, 1998, S. 591.

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