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Termpaper, 2005, 12 Pages
Author: Christa Margelisch
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln
Tags: Erwachsenenbildung, Menschen, Behinderung, Feldseminar
Year: 2005
Pages: 12
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-41997-0
File size: 202 KB
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Excerpt (computer-generated)
Erwachsenenbildung bei Menschen
mit geistiger Behinderung
von: Christa Margelisch
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Erwachsenenbildung Seite 3
2. Erwachsenenalter bei Menschen mit geistiger Behinderung Seite 3
3. Erwachsenenbildung bei Menschen mit geistiger Behinderung Seite 5
3.1 Grundprinzipien für die Erwachsenenbildung Seite 8
3.2 Inhalte einer Erwachsenenbildung für Menschen mit geistiger Behinderung Seite 9
3.3 Ziele der Erwachsenenbildung für Menschen mit geistiger Behinderung Seite 10
Literaturverzeichnis Seite 12
1. Allgemeine Erwachsenenbildung
Der Begriff der Erwachsenenbildung lässt sich bis heute nicht allgemein definieren. „Je nach Epoche und Interesse wurde Bildung unterschiedlich definiert und bestimmt, und daher gibt es bis heute auch kein einheitliches Verständnis von Erwachsenenbildung.“1 Besondere Bedeutung hat sie im Zuge der Industrialisierung erlangt und wird heute als eine Selbstverständlichkeit betrachtet. Schon allein aufgrund des immensen Zuwachses an Wissen, des rasanten Fortschritts und industriellen Entwicklung verlieren gelerntes Wissen und Erfahrungen schnell an Bedeutung. Es wird von Menschen erwartet, dass sie sich immer wieder umstellen und lernen. „Damit werden enorme Anforderungen gestellt, die dem Einzelnen nicht nur Schulwissen und berufliche Ausbildung, sondern auch das Weiterlernen im Erwachsenenalter abverlangen“2, da hiervon auch das eigene Fortkommen sowohl im private als auch im beruflichen Bereich abhängen.
Wichtig ist allerdings, dass Erwachsenenbildung nicht nur beruflichen Zwecken dienen soll, sondern auch denjenigen, „denen es auf ihre persönliche und gesellschaftspolitische Bildung, auf eine Weiterbildung im Interesse der Erziehungsaufgabe in der Familie, auch unabhängig von einem Arbeitsverhältnis, und auf eine entsprechende Gestaltung der wachsenden Freizeit ankommt“3. So erstreckt sich die Bildung im Erwachsenenalter auf zahlreiche Bereiche, wie z.B. Religion, Fremdsprachen, Zeichnen, Fotografie, Ökologie, Ernährung, Eltern-, Familienbildung, Kultur und Kunst, Philosophie etc. Erwachsenenbildung kann also verstanden werden als ein „vielfältiges Spektrum von Bildungsangeboten, das sich bewusst an Erwachsene richtet und deren allgemeine Bedürfnisse nach Erweiterung des geistigen Horizontes ebenso aufgreift wie gezielte Erwartungen im Hinblick auf berufsbezogene Zusatzqualifikationen.“4
2. Erwachsenenalter bei Menschen mit geistiger Behinderung
Das Erwachsenenalter bei Menschen mit geistiger Behinderung erfährt erst in den letzten Jahren verstärktes Interesse, da die Zahl der Menschen mit Behinderung, die sehr alt werden, immer größer wird. Dies hängt hauptsächlich damit zusammen, dass viele Menschen mit Behinderung Opfer der Euthanasieaktionen der Nationalsozialisten wurden und die Lebenserwartung dieser Menschen früher geringer war als dies heute der Fall ist. Das Erwachsenenalter spielte keine große Rolle, da es kaum erwachsene Menschen mit Behinderung gab. Mittlerweile wächst jedoch die Zahl der Erwachsenen mit geistiger Behinderung, vor allem auch durch den medizinischen Fortschritt. Trotz allem wurde sehr lange gezweifelt, ob Menschen mit Behinderung jemals erwachsen werden können, oder ob sie doch immer ein Leben lang Kinder bleiben. „Lange Zeit wurde ihnen das Erwachsenwerden und –sein abgesprochen. Überbehütung, Fremdbestimmung und Kontrolle zeichneten das Leben dieser Menschen aus. Sie galten als untauglich ihren Alltag jemals selbständig zu bewältigen, sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern, und auch als unfähig, diese je zu erlernen. “5 Allerdings lässt sich das Erwachsenwerden und –sein nicht einfach auf körperliche Merkmale reduzieren. Das Erwachsensein kann sehr stark beeinflusst werden durch eine Förderatmosphäre. Nach H. Wohlhüter gibt es „fünf qualitative Merkmale des Erwachsenwerdens behinderter Menschen:
(1) Erwachsenwerden beinhaltet die Zunahme der persönlichen Bewusstheit: Es ist für jeden Menschen bedeutsam, sich als Mann oder Frau wahrzunehmen und zu lernen, mit seiner Lebensgeschichte umzugehen. Der behinderte Mensch findet zu einem größeren Selbstbewusstsein, wenn er weiß, woher er kommt und was sein bisheriger Lebensweg war. Die behutsame Verarbeitung dieser Informationen führt zu mehr Selbstbewusstsein und Mündigkeit
(2) Erwachsenwerden beinhaltet die Zunahme der Individualität: Jeder Mensch möchte ein individuelles Wesen sein. Auch der Mensch mit Behinderung möchte, dass man ihn in seiner Einmaligkeit anerkennt und seine individuellen Interessen, Wünsche, Bedürfnisse und Begabungen achtet.
(3) Erwachsenwerden beinhaltet die Möglichkeit des Sich-Entscheidens: Verantwortliches Handeln fußt auf dem Zugeständnis von Entscheidungsräumen. Erst wenn der behinderte Mensch in Fragen des Berufes, der Partnerschaft, des Wohnens usw. Wahlmöglichkeiten hat, sich festlegt und dementsprechend handelt, übernimmt er für sich selbst Verantwortung. Allerdings benötigt er Entscheidungshilfen.
[...]
1 Theunissen, Georg: Erwachsenenbildung und Behinderung, S.25
2 Theunissen, Georg: Erwachsenenbildung und Behinderung, S.26
3 Theunissen, Georg: Erwachsenenbildung und Behinderung, S.27
4 Schaub, Horst; Zenke, Karl G.: Wörterbuch Pädagogik, S.188
5 Eder-Gregor, Beatrix: Bildung heißt Bilder erschaffen, S.361
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