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Seminararbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Holger Bunger
Fach: Wirtschaft - Controlling
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden (Fachbereich Betriebswirtschaft)
Tags: Verrechnungspreise, Konzernen, Controlling-Seminar
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-42046-4
ISBN (Buch): 978-3-638-77231-0
Dateigröße: 344 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Seit einigen Jahren führen Unternehmen verstärkt dezentrale Strukturen ein um so größere Marktnähe ihrer Unternehmensbereiche zu erzielen . Dabei gibt es durch den gegenseitigen und umfangreichen Austausch von Leistungen Problemfelder, die durch Verrechnungspreise gelöst werden sollen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat schon eine sehr lange Tradition in der Betriebswirtschaftslehre. Schon Eugen Schmalenbach habilitierte sich 1903 mit dem Thema „Verrechnungspreise“. Die wachsende Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft und die damit verbundene Entwicklung multinationaler Unternehmen haben dazu geführt, dass das Thema „Internationale Verrechnungspreise“ weiter in den Vordergrund rückt. Vor allem internationale steuerrechtliche Aspekte der Verrechnungspreisproblematik geraten verstärkt in den Mittelpunkt der Diskussion. Doch die Verrechnungspreise haben nicht nur im Steuerrecht im Sinne der Einkunftsabgrenzung ihre Funktion, sondern dienen auch in betriebswirtschaftlicher Sicht als Planungs- und Lenkungsinstrument. Somit müssen Verrechnungspreise gleichzeitig interne und externe Funktionen erfüllen, wodurch es zu Zielkonflikten kommen kann . Internationale Konzerne mit zahlreichen Auslandsgesellschaften werden durch begrenzte Kapazitäten von Managern häufig nach ergebnisverantwortlichen Bereichen organisiert. Um effiziente dezentrale Entscheidungen, im Vertrauen auf die Koordinations- und Steuerungsfunktion des Marktes, zu ermöglichen wird mit dem Koordinationsinstrument „Verrechnungspreise“ versucht einen fiktiven Marktmechanismus innerhalb des Unternehmens zu implementieren und somit diese dezentralen Entscheidungen über ein Preissystem zu koordinieren. Verrechnungspreise dienen aber nicht nur als dezentrales Koordinationsinstrument, sondern zielen auch darauf ab, Handlungen der gesamten Unternehmung aufeinander abzustimmen um das Unternehmensgesamtziel zu erreichen. Leistungen zwischen den Unternehmensbereichen müssen bewertet, Erfolge gemessen, versteuert und den einzelnen Leistungseinheiten zugerechnet werden. Dieses führt zu einer stärkeren Beachtung der Erfolgsermittlungsfunktion von Verrechnungspreisen und der Möglichkeit, in bezug auf die Internationalisierung, Auslandsgesellschaften zu beurteilen.
Textauszug (computergeneriert)
Verrechnungspreise in internationalen Konzernen
von: Holger Bunger
6. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Begriffsbestimmung „Verrechnungspreis“ 4
3. Funktionen und Ziele von internationalen Verrechnungspreisen 5
4. Formen von Verrechnungspreisen 8
4.1. Marktpreisorientierte Verrechnungspreise 8
4.2. Kostenorientierte Verrechnungspreise 9
4.3. Verhandlungsorientierte Verrechnungspreise 10
5. Internationale Verrechnungspreismethoden und ihre Eignung für die Erfolgsbeurteilung 11
5.1. Transaktionsbezogene Methoden 11
5.1.1. Preisvergleichsmethode 11
5.1.2. Wiederverkaufspreismethode 13
5.1.3. Kostenaufschlagsmethode 14
5.2. Gewinnbezogene Methoden 14
5.2.1. Gewinnaufteilungsmethode 14
5.2.1.1. Comparable Profit Split 15
5.2.1.2. Residual Profit Split 16
5.2.2. Transaktionsbezogene Nettomargenmethode 16
6. Schlussbetrachtung 17
7. Literaturverzeichnis 18
8. Anhang 20
1. Einführung
Seit einigen Jahren führen Unternehmen verstärkt dezentrale Strukturen ein um so größere Marktnähe ihrer Unternehmensbereiche zu erzielen1. Dabei gibt es durch den gegenseitigen und umfangreichen Austausch von Leistungen Problemfelder, die durch Verrechnungspreise gelöst werden sollen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat schon eine sehr lange Tradition in der Betriebswirtschaftslehre. Schon Eugen Schmalenbach habilitierte sich 1903 mit dem Thema „Verrechnungspreise“. Die wachsende Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft und die damit verbundene Entwicklung multinationaler Unternehmen haben dazu geführt, dass das Thema „Internationale Verrechnungspreise“ weiter in den Vordergrund rückt. Vor allem internationale steuerrechtliche Aspekte der Verrechnungspreisproblematik geraten verstärkt in den Mittelpunkt der Diskussion. Doch die Verrechnungspreise haben nicht nur im Steuerrecht im Sinne der Einkunftsabgrenzung ihre Funktion, sondern dienen auch in betriebswirtschaftlicher Sicht als Planungs- und Lenkungsinstrument. Somit müssen Verrechnungspreise gleichzeitig interne und externe Funktionen erfüllen, wodurch es zu Zielkonflikten kommen kann2. Internationale Konzerne mit zahlreichen Auslandsgesellschaften werden durch begrenzte Kapazitäten von Managern häufig nach ergebnisverantwortlichen Bereichen organisiert. Um effiziente dezentrale Entscheidungen, im Vertrauen auf die Koordinations- und Steuerungsfunktion des Marktes, zu ermöglichen wird mit dem Koordinationsinstrument „Verrechnungspreise“ versucht einen fiktiven Marktmechanismus innerhalb des Unternehmens zu implementieren und somit diese dezentralen Entscheidungen über ein Preissystem zu koordinieren. Verrechnungspreise dienen aber nicht nur als dezentrales Koordinationsinstrument, sondern zielen auch darauf ab, Handlungen der gesamten Unternehmung aufeinander abzustimmen um das Unternehmensgesamtziel zu erreichen. Leistungen zwischen den Unternehmensbereichen müssen bewertet, Erfolge gemessen, versteuert und den einzelnen Leistungseinheiten zugerechnet werden. Dieses führt zu einer stärkeren Beachtung der Erfolgsermittlungsfunktion von Verrechnungspreisen und der Möglichkeit, in bezug auf die Internationalisierung, Auslandsgesellschaften zu beurteilen. Steuerliche, rechtliche und betriebswirtschaftliche Problemfelder entstehen dadurch im Hinblick auf die richtige Bestimmung der Verrechnungspreise, der einheitlichen und korrekten Gewinnermittlung und somit auch der Erfolgsbeurteilung von Auslandsgesellschaften. Die Zusammenhänge zwischen der externen, steuerlich motivierten, Notwendigkeit der korrekten Verrechnungspreisbestimmung und den internen betriebswirtschaftlich organisatorischen Funktionen müssen berücksichtigt werden. Dabei ist inzwischen eine undurchsichtige Vielzahl von Ermittlungsfunktionen entstanden. Nach einer einführenden Erläuterung des Begriffs „Verrechnungspreis“ soll im Rahmen dieser Hausarbeit weiterhin aufgezeigt werden, welche Funktionen sie im Hinblick auf die Erfolgsbeurteilung bei den Unternehmensbereichen erfüllen sollen und wie die Preise bestimmt werden. Erörtert werden die praktischen und theoretischen Probleme die sich bei der Ermittlung von Verrechnungspreisen und der damit einhergehenden Gewinnermittlung und Erfolgszerlegung ergeben. Gleichzeitig erfolgt auch eine Einschätzung der Eignung dieser unterschiedlichen Methoden für eine korrekte Erfolgsbeurteilung. Dabei werden sowohl die traditionellen Typen von Verrechnungspreisen, als auch die transaktions- und gewinnbezogenen Verrechnungspreismethoden betrachtet und beurteilt.
2. Begriffsbestimmung „Verrechnungspreis“
Verrechnungspreise sind in der betriebswirtschaftlichen Literatur unterschiedlich definiert. Schmalenbach beschreibt sie als die Bewertung von Leistungsbeziehungen zwischen wirtschaftlichen Leistungseinheiten3. Als Synonym werden auch die Begriffe Transfer-, Lenk-, Knappheits- oder Bereichsabgabepreise verwendet4. Weiterhin ist es möglich die Preise in zwischenbetriebliche Verrechnungspreise oder Konzernverrechnungspreise zu differenzieren5. Ewert/Wagenhofer erklären Verrechnungspreise als „Wertansätze für innerbetrieblich erstellte Leistungen (Produkte, Zwischenprodukte, Dienstleistungen), die von anderen rechnerisch abgegrenzten Unternehmensbereichen bezogen werden“6. Wie bei Coenenberg soll in dieser Hausarbeit unter dem Begriff „Verrechnungspreis“ ein Wert verstanden werden, der bei der „internen Erfassung für den Transfer von Gütern oder Dienstleistungen bzw. die Nutzung gemeinsamer Ressourcen und Märkte zwischen wirtschaftlich selbständigen Bereichen innerhalb eines Unternehmens angesetzt wird“7.
[...]
1 Vgl. Brühl, R.: „Controlling“, Oldenbourg, S. 329
2 vgl. Weber, J.: „Internationale Verrechnungspreise im Konzern“, Vallendar 2004, Advanced Controlling, S.13
3 vgl. Schmalenbach, Eugen: „Über Verrechnungspreise. In: Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung 1908/1909, S. 168
4 vgl. Coenenberg. A. G.: „Kostenrechnung und Kostenanalyse“, 3. Auflage, Landsberg/Lech 1997, Moderne Industrie, S. 524
5 vgl. Popkes, J.: „Internationale Prüfung der Angemessenheit steuerlicher Verrechnungspreise“, hrsg. V. W. H. Wacker, Bielefeld 1989, S. 2
6 Ewert, R. / Wagenhofer, A.: „Interne Unternehmensrechnung“, 5. Auflage, Berlin, Heidelberg, New York 2003, S. 585
7 Coenenberg. A. G.: „Kostenrechnung und Kostenanalyse“, 3. Auflage, Landsberg/Lech 1997, Moderne Industrie, S. 524
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