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Aspekte der Theorien zum Verstehen menschlicher Aggression

Diploma Thesis, 2005, 95 Pages
Author: Peter Bürger
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2005
Pages: 95
Grade: 2,2
Bibliography: ~ 30  Entries
Language: German
Archive No.: V44472
ISBN (E-book): 978-3-638-42063-1

File size: 304 KB


Excerpt (computer-generated)

Hochschule Niederrhein
Fachbereich Sozialwesen
Studiengang Soziale Arbeit
Diplomarbeit

Aspekte der Theorien zum Verstehen menschlicher Aggression

eingereicht von:
Peter Bürger

Sommersemester 2005

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  ... 4

2. Mögliche Begriffsdefinition  ... 5

3. Psychoanalytische Triebtheorie von Sigmund Freud   ... 8
3.1. Der Triebbegriff und seine Entwicklung   ... 8
3.2. Der Todestrieb oder: Leben versus Tod   ... 11
3.3. Zusammenfassung   ... 14
3.4. Kritik an Freuds Theorie zum Todes- oder Aggressionstrieb   ... 15

4. Ethologische Triebtheorie nach Konrad Lorenz  ... 16
4.1. Intraspezifische und interspezifische Auseinandersetzung   ... 17
4.2. Das Hydraulische - Modell  ... 20
4.3. Das Wirkungsgefüge der Instinkte nach Lorenz   ... 23
4.4. Die Hemmung der Aggression in der Natur  ... 25
4.5. Beeinflussung des menschlichen Aggressionsinstinktes  ... 27
4.6. Zusammenfassung   ... 30
4.6. Kritik am Instinktmodell  ... 31

5. Die Frustrations-Aggressionstheorie nach Dollard et al.   ... 37
5.1. Grundlegende Definitionen und Annahmen  ... 38
5.2. Veranschaulichung des Modells   ... 40
5.3. Zusammenfassung   ... 41
5.4. Kritik an der Frustrations-Aggressions-Theorie   ... 41

6. Lerntheoretische Aspekte   ... 42
6.1. Die Theorie des sozialen Lernens von A. Bandura   ... 43
6.1.1. Prinzipien des sozialen Lernens  ... 44
6.1.2. Erlerntes versus gezeigtes Verhalten   ... 45
6.1.3. Die Entstehung aggressiver Verhaltensweisen   ... 46
6.1.3.1 Modelllernen   ... 47
6.1.3.2. Einflussfaktoren des Modelllernens   ... 47
6.1.3.3. Direkte Beobachtung versus Filmbeobachtung   ... 49
6.1.3.4. Die dauerhafte Speicherung gelernter Verhaltensmuster  ... 52
6.1.4. Lernen durch Anwendung  ... 53
6.1.5. Auslösebedingungen erlernter aggressive Verhaltensweisen   ... 53
6.1.5.1. Stimuluskontrolle und Stimulus-kontingente Erfahrungen   ... 54
6.1.5.2. Reaktions-kontingente Erfahrungen   ... 54
6.1.5.3. Einfluss von Modellen  ... 54
6.1.6. Die Manifestierung aggressiver Verhaltensweisen  ... 55
6.1.6.1. Externe Bekräftigung   ... 56
6.1.6.2. Stellvertretende Bekräftigung   ... 60
6.1.6.3. Selbstbekräftigung  ... 61
6.1.7. Zusammenfassung   ... 62
6.1.8. Kritik am sozial-lerntheoretischen Modell   ... 62
6.2. Das Stanford-Gefängnis-Experiment von Zimbardo  ... 64
6.2.1. Rahmenbedingungen   ... 64
6.2.2. Experimentdurchführung   ... 66
6.2.3. Die Reaktionen der Versuchsteilnehmer während des Experiments  ... 68
6.2.3.1. Veränderung im Verhalten der Gefangenen  ... 73
6.2.3.2. Veränderung im Verhalten der Wärter  ... 74
6.2.4. Kritik am Stanford-Gefängnis-Experiment   ... 75

7. Das neue psychoanalytische Aggressionsmodell nach Mentzos   ... 78
7.1. Grundlegende Begriffe  ... 79
7.1.1. Libido   ... 79
7.1.2. Narzissmus   ... 79
7.1.3. Konflikte   ... 81
7.1.4. Aggressionsformen  ... 85
7.2. Gesamtbetrachtung des Aggressionsmodells/ Zusammenfassung  ... 89
7.3. Kritik an Mentzos´ Aggressionsmodell  ... 91

8. Schlussbetrachtung   ... 93

Literatur

 

1. Einleitung

Das Phänomen der Aggression spielt in allen Lebensbereichen des menschlichen Daseins eine wichtige Rolle. Schließlich handelt es sich nicht um eines der Phänomene, die man als außergewöhnliche und seltene Erscheinung bezeichnen kann. Es geht vielmehr um ein solches, das unser ganzes Leben mitbestimmt und somit um ein Alltagsphänomen. In besonderem Maße gilt dies für Menschen, die nicht nur im privaten Bereich mit den Ausdrucksformen der Aggression und des aggressiven Verhaltens konfrontiert werden, sondern auch im beruflichen Kontext, als Professionelle in einem Arbeitsfeld der sozialen Arbeit. Doch wie soll man der Aggression als solche begegnen? Und ist es überhaupt richtig, von der Aggression zu sprechen oder ist es nicht viel zutreffender, davon auszugehen, dass es unterschiedliche Formen der Aggression gibt, die sich dann in unterschiedlichen, teils konstruktiven und teils destruktiven Verhaltensmustern widerspiegeln?

In den folgenden Kapiteln wird es vorwiegend um die Ursache – oder besser formuliert um die unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Ursache der Aggression gehen. Dabei wird der Schwerpunkt erstrangig auf die destruktive, also die zerstörerische Form der Aggression gelegt. Nolting (1998) hat in seinem Buch „Lernfall Aggression“ eine Tabelle veröffentlicht, die ein repräsentatives Bild über die allgemein verbreitete Vorstellung zur Erklärung des Phänomens „Aggression“ geben soll. Inhalt dieser Tabelle ist die jeweils prozentuale Zustimmung zu vorgegebenen Aggressionserklärungen. Die Befragten waren hier nicht etwa überwiegend „einfache“ Leute von der Straße, sondern Pädagogen (62 Lehrer( innen) der Grund- und Hauptschule. Erweitert wurde die Befragung um 40 Personen aus nichtakademischen Berufen.

Die hier jeweils in Prozentzahlen angegebenen Zustimmungen der Befragten zu den jeweils vorgegebenen Thesen, zeigt recht deutlich, dass die bestimmenden Aggressionstheorien der Vergangenheit (Trieb-, Frustrations- und Lerntheorie) auch in der Gegenwart noch in den Köpfen der Menschen präsent sind und auch auf zum Teil große Zustimmung treffen. Aus diesem Grunde wird sich die folgende Auseinandersetzung mit dem Thema der Aggressionsentstehung auch in erster Linie mit den bereits genannten klassischen Aggressionstheorien befassen und deren Brauchbarkeit als wissenschaftliche Theorie kritisch hinterfragen. Zudem wird ein weiteres, der breiten Masse nicht so bekanntes Aggressionsmodell von Stavros Mentzos vorgestellt und auf seine Tauglichkeit hin untersucht.

2. Mögliche Begriffsdefinition

Der Terminus „Aggression“ ist wohl einer der Begriffe, den jeder von uns zu seinem Wortschatz zählen kann. Doch was genau meint dieser doch sehr abstrakte Begriff überhaupt? Sollte eine Begriffdefinition nur reales Verhalten beinhalten oder sollten auch Motivationen mit eingeschlossen werden? Um diese Problematik, die der Begriff „Aggression“ in sich trägt darzustellen, werden nun einige „Definitionen“ vorgestellt, die alle vom gleichen Begriff handeln aber trotzdem zum Teil sehr unterschiedlich sind.

[...]


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