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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 14 Pages
Author: Martin Gloger
Subject: Politics - Political Systems - General
Details
Tags: Informelle, Hausarbeit, Italien, Kanada, Vergleich
Year: 2003
Pages: 14
Grade: Gut
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-42331-1
File size: 199 KB
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Excerpt (computer-generated)
Georg- August- Universität Göttingen
Zentrum für Europa und Nordamerika Studien
Sommersemster 2003
HS:
Doing the dirty work?
Informelle Hausarbeit
in
Italien den USA und Kanada
ein Vergleich
Referat vorgelegt von Martin Gloger
Inhalt
1. Einleitung
2. Italien
2.1 Lebensbedingungen
2.2. Staatliche Regulierung
2.3. Organisationen
3. USA
3.1. Moderne Sklaverei
3.2. Rassistische Diskriminierung
4. Kanada
5. Zusammenfassung
6. Literatur
Einleitung
Auf den ersten Blick erscheinen die drei Länder Italien, USA und Kanada doch recht verschieden. Italien war in den ersten zwei Dritteln des 20. Jahrhunderts ein klassisches Einwanderungsland. Es dauerte bis in die 70er Jahre, bis es in Italien zu Einwanderung gekommen ist und noch ca. weitere zehn Jahre länger, bis es von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Die Migration, die im letzten Drittel des 20 Jahrhunderts einsetzte kam überwiegend aus Ländern wie den Philippinen, Eritrea, Marokko und Kap Verde.
Die USA und Kanada dagegen sind klassische Einwanderungsländer. Sie erlebten in ihrer Geschichte Migrationsschübe aus unterschiedlichsten Teilen der Welt. Die aktuellen MigrantInnen, die in die USA kommen, stammen vor allem aus den Philippinen, Mexiko und der Karibik. In Kanada stammt ebenfalls ein Großer Anteil der Migrantinnen von den Philippinen, aber auch aus der Karibik und anderen Dritte Welt Staaten.1
Die USA und Italien zeichnen sich durch eine relativ schlechte Sozialpolitik aus, wogegen Kanada als der vorbildliche Wohlfahrtsstaat in der westlichen Welt gilt.
Das Gemeinsame, was alle drei Länder verbindet ist, dass Migrantinnen dort für informelle Hausarbeit angestellt werden und dabei rassistischen und sexistischen Diskriminierungen ausgeliefert sind. In dieser Hinsicht sind diese drei Länder sich doch sehr ähnlich. Trotz unterschiedlichster historischer Hintergründe in dem Migrationsgeschehen der drei und unterschiedlichster Sozialsysteme sind die Lebensbedingungen für Migrantinnen, die bezahlte Hausarbeit leisten sehr ähnlich.
Ein Schwerpunkt wird bei diesem Referat, aufgrund der Literaturlage, auf Italien liegen. Viele grundsätzliche Dinge werden aber in den USA und in Kanada ähnlich sein, wie in Italien. Trotz unterschiedlichen Sozialstaatsmodellen und verschiedenen Migrationsströmen.
1. Italien
Ähnlich wie auch in Spanien und Griechenland wird bezahlte Hausarbeit in Italien überwiegend in Form von Life- in Arbeitsverhältnissen geleistet.2 Im Gegensatz zu Kanda und den USA ist Italien noch ganz am Anfang seiner Migrationsgeschichte. Die Einwanderung wurde bis zum Ende der 80er Jahre kaum wahrgenommen. Als das Phänomen Migration Ende der 80er Jahre gesellschaftlich bemerkt wurde, schrieb man ihm ein besonderes Interesse in der Politik zu.3
40% der Immigranten in Italien sind Frauen. Das besondere daran ist, daß sie alleine kommen, und nicht, wie es z. B. für die Migration im Nachkriegseuropa typisch war, in Nachfolge ihrer Familien.4 Italien hat durch den relativ großen Bedarf an informellen Arbeitsplätzen, die geographische Lage und die schlechte Kontrolle über Migration den Ruf der unbewachten Hintertür Europas erhalten.5 In der italienischen Gesellschaft gibt es eine traditionelle Akzeptanz von informeller Hausarbeit und auch einen hohen Bedarf. Das liegt vor allem an der schlechten sozialpolitischen Versorgung der Bevölkerung. So gibt es z. B. in Mailand für die 177.819 über 70-jährigen nur 5.043 Plätze in Pflegeheimen. Der zusätzliche Bedarf an Pflegekräften wird durch informelle Arbeitskräfte gedeckt.
Im Bereich der Kindergartenplätze ist die Situation ähnlich. Viele Kinder warten auf einen Kindergartenplatz, aber frei werdende Stellen werden nicht neu besetzt. Die Kosten für einen privaten Kindergartenplatz in Mailand kosten ca. 430.000 Lira (215 Euro). Wenn eine Familie zwei Kinder hat, lohnt es sich ökonomisch schon eine informelle Arbeitskraft einzustellen.6
[...]
1 Stasiulis, Daiva; Bakan, Abigail, B. :Negotiating Citisenship: The Case of foereign domestic workers ion Canada. In: Ferminist Review, NO 57, Autum 1997, S. 112- 139, S. 124.
2 Anderson, Bridget: Doing the dirty Work? The Global Politics of Domestic Labour, London/ New York 2000, S. 68.
3 Andall, Jacqueline, Gender, Migration and Domestic Service, Aldeshot/ Burlington/ Singapore- Sydney,2000, S. 53
4 Hillman, Felicitas, Jenseits der Kontinente, Migrationsstrategien nach Europa, Pfaffenweiler 1996, S. 1
5 Chell- Robinson, Victoria, Female Migrants in Italy: Coping in a country of New Immigration, S. 103- 123, S. 108
6 Hillman, S. 245f.
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