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Kriegs- & Antikriegsfilme - Definitionen, Geschichte & Kontroversen

Autor: Tilman Thederan
Fach: Filmwissenschaft

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Details

Veranstaltung: Kommunikationssoziologie und –psychologie
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Tags: Kriegs-, Antikriegsfilme, Definitionen, Geschichte, Kontroversen, Kommunikationssoziologie
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 223 KB
Archivnummer: V44838
ISBN (E-Book): 978-3-638-42356-4

Textauszug (computergeneriert)

Kriegs- & Antikriegsfilme –
Definitionen, Geschichte & Kontroversen

von: Tilman Thederan

 


1. Einleitung 2

2. Definitionen des Kriegs- und Antikriegsfilms 2

3. Die Geschichte des Kriegs- und Antikriegsfilms  5

3.1. Erste Kriegsfilme und der 1 . Weltkrieg  5
3.2. Der 2. Weltkrieg  8
3.3. Der Kalte Krieg  12
3.4. Der Koreakrieg  12
3.5. Der Vietnamfilm 13

4. Hollywood und das Pentagon 16

5. Schluss 17

Quellen  18

Auswahlfilmographie 19



 

1. Einleitung

Kein anderes Medium wie der Film hat eine derart starke Suggestivkraft, um das Grauen des Kriegsgeschehens so sehr zu vermitteln, dass die Grenzen zwischen Realität und Fiktion fast verwischen. Das Gedächtnis der Völker an die Kriege, die sie berührt haben, ist so unterschiedlich, wie die Filme über die Kriege. Der Kriegsfilm kann voller Nationalismus, Militarismus und Patriotismus sein. Er kann die Geschichte uminterpretieren, Niederlagen können zu Siegen werden, Verbrecher zu Helden. Der Kriegsfilm kann noch einmal die Menschenopfer rechtfertigen, die einem höheren Ziel dienten – für Volk und Vaterland, für König und Führer. Der Antikriegsfilm kann dem Zuschauer den Schrecken des Krieges vor Augen halten und zeigen, dass die Toten und Krüppel umsonst und ohne Sinn waren, den Sinn des ganzen in Frage stellen.

Die folgende Abhandlung geht als Erstes auf die verschiedenen Definitionen des Kriegs- und insbesondere Antikriegsfilms ein. Der größte Teil ist der Geschichte des Kriegs- und Antikriegsfilms gewidmet, der exemplarisch, in Konflikte eingeteilte, erwähnenswerte Werke der Filmgeschichte behandelt. Hierbei sei auf die inhaltliche Beschränkung hingewiesen, dass es sich bis auf wenige Ausnahmen hauptsächlich um US-amerikanische Produktionen handelt, die dieses Filmgenre so sehr prägen und auch für die meisten Kontroversen des Genres bezeichnend sind. Abschließend erfolgt noch eine Betrachtung der Zusammenarbeit zwischen den Hollywoodstudios und dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium.

2. Definitionen des Kriegs- und Antikriegsfilms

Es gibt verschiedene Ansätze, um Kriegsfilme zu interpretieren und zu bewerten, ob es sich um einen Kriegsfilm oder Antikriegsfilm handelt. Besonders die Frage „Was ist ein Antikriegsfilm“ wird viel diskutiert. Die Ansichten darüber sind zum Teil sehr verschieden, einige Filme sind auch so „umstritten“ und die Absicht des Filmemachers so uneindeutig, dass einige Film-Exemplare je nach Betrachtungsweise als patriotische, flaggenschwenkende Propaganda beschrieben werden, andere Kritiker sie wiederum als gutes Beispiel für einen kritischen Antikriegsfilm bezeichnen. Im Folgenden werden eine Reihe unterschiedlicher Interpretationsansätze beschrieben. Nach Andrew Kellys Definition zeigen Antikriegsfilme die Wirkungen und Folgen des Krieges auf die Soldaten und deren Angehörigen sowie die Probleme der nach Hause gekehrten Veteranen. Zudem ist wichtig, wie der Feind im Film dargestellt wird. Ist er ein Mensch mit Personalität und Gesicht oder nur ein schemenhaftes, anonymes, austauschbares, entpersonalisiertes Objekt des Tötens? (Kelly, 1997: Cinema and the Great War) Für Knut Hickethier sind Ästhetik und Dramaturgie sowohl im Kriegs- als auch im Antikriegsfilm gleich. Die Darstellung an sich dient dem Kriegsfilm jedoch als Selbstzweck. Der Antikriegsfilm soll die Akteure nicht nur objekthaft zum Material des Films, sondern die Entmenschlichung, Entgrenzung und Absurdität des Krieges nachvollziehbar machen. (Hickethier 1990: Fischer Filmgeschichte, Band III) Das US-amerikanische Magazin für Medienbildung Media & Values bietet zur Bewertung von Kriegsfilmen eine Reihe Fragen an, die nicht nur klären helfen sollen, ob es sich um einen Film mit einer Pro- oder Contra-Krieg Einstellung handelt, sondern auch die kulturellen Ansichten bezüglich Heldentum, Politik, Militär, Autorität, Gerechtigkeit, Patriotismus, Familie und Geschlechterbeziehungen analysieren sollen:

1. Ist Hightech Ausrüstung der Star der Show? Wie stehen die Akteure dieser Ausrüstung entgegen?
2. Wie werden die Gegner gezeigt? Werden sie klischeehaft und verteufelt dargestellt?
3. Stellt der Film Gewalt und Aggression als einziges Mittel um Probleme zu lösen dar, oder werden alternative Lösungen gezeigt?
4. Wofür kämpfen die Protagonisten? Bekräftigt der Film das herrschende System und den Status Quo, oder stellt er es in Frage? Hat der Film eine Meinung über aktuelle soziale Fragen?
5. Welche Bedeutung spricht der Film dem Mann zu? Welche Bedeutung der Frau? Ist sie nur eine Kontrastfigur zu den Männlichen Charakteren oder eine echte Persönlichkeit?
6. Beinhaltet der Film ein System von Mythen, die eine bestimmte Gruppierung (z.B. Männer) charakterisiert?
7. Wird der Krieg als eine interessante Alternative zum alltäglichen Leben präsentiert?
8. Erzählt die Geschichte wirklich was „böse“ am Feind ist, oder soll man seine böse Natur einfach natürlich hinnehmen

Der Artikel benennt auch gleich eine Reihe Filme, die ihrer Meinung nach den Krieg befürworten oder ablehnen. Pro-Krieg: Rambo: First Blood Part 2 (1985), Top Gun (1986), Red Dawn (1984), An Officer and a Gentleman (1982) Anti-Krieg: Das Boot (1981), Apocalypse Now (1979), Platoon (1986), Full Metal Jacket (1987), Casualties of War (1989) (Media & Values: How to Evaluate War Movies, Ausgabe 56/1991 & Questions Help Evaluate War Films, Ausgabe 39/1987) Nancy Hollander sieht ein Problem in vielen für sie nur scheinbaren Antikriegsfilmen, wie zum Beispiel Platoon (1986), dass sie zwar den Horror des Krieges veranschaulichen, jedoch nicht den sozialen und politischen Zusammenhang analysieren, der zeigt, dass dieser Krieg wirklich schlecht war. Der Antikriegsfilm soll den Zuschauer zum Schluss nicht ohne Hoffnung stehen lassen, und ohne das Verantwortungsgefühl, etwas an der Außenpolitik des Landes ändern zu wollen (bezogen auf den US-amerikanischen Zuschauer). Under Fire (1983) sei ein Beispiel für einen Film, der ihren Ansprüchen gerecht wird. Zwei Journalisten im Bürgerkrieg in Nicaragua der 70er Jahre stehen vor der Wahl, ihre journalistische Objektivität zu erhalten oder den Rebellen zu helfen. Dem Zuschauer wird angeboten, sich mit dieser moralischen Wahl zu identifizieren. (Hollander in Media & Values: War is Hell... Pass the Popcorn, Ausgabe 39/1987)

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