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Details

Veranstaltung: Einführung in die internationalen Beziehungen
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Falklandkrieg, Krieg, Einführung, Beziehungen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 18  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 282 KB
Archivnummer: V44953
ISBN (E-Book): 978-3-638-42447-9

Textauszug (computergeneriert)

Johannes Gutenberg – Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft
Seminar: Internationale Beziehungen

Der Falklandkrieg – Der Krieg, den niemand wollte

von: Simone Feier

 


Gliederung

• 1. Einleitung

• 2. Theorie des Konstruktivismus

• 3. Begriffe und Definitionen

• 4. Die Falkland-Krise von 1982

4.1. Das Versagen der Diplomatie
4.2. Die Entscheidung der Argentinier die Falkland-Inseln zu besetzen und zu erobern.
4.3. Großbritanniens Entscheidung zum Gegenschlag

• 5. Resümee

• 6. Literaturverzeichnis

 


1. Einleitung

„ Im April 1982 eskalierte ein fast 150 Jahre andauernder Konflikt zwischen Großbritannien und Argentinien über den Status der Falkland-Inseln/Malvinas zu einem militärischen Konflikt“ (Boltersdorf 1985:VIII). Die Instrumente des internationalen Krisenmanagment hatten versagt, obwohl im Grunde weder Argentinien noch Großbritannien einen Krieg wollten. Dem Krieg im Südatlantik lagen schwerwiegende Fehlurteile auf beiden Seiten zugrunde, die sich gegenseitig verstärkten: „ der Glaube Londons, Argentinien werde die Falkland-Inseln nicht besetzen, einerseits; die Erwartungen Buenos Aires‘ , Großbritannien werde sich mit einer militärischen Eroberung der Inseln abfinden, andererseits“ (Lebow 1983:67). Die vorliegende Arbeit behandelt die Frage, wie es zu diesem militärischen Konflikt kommen konnte? Diese Frage soll mit Hilfe der konstruktivistischen „Theorie“ erklärt werden, soweit dies möglich ist. Schwerpunkt der Arbeit ist der Zeitraum unmittelbar vor dem 2. April 1982 und die daran anschließenden Tage und Wochen. Im ersten Teil werden die wesentlichen Gesichtspunkte und Thesen des Konstruktivismus vorgestellt. Anschließend werden Begriffe definiert, um Mißverständnissen vorzubeugen. Danach folgt ein kurzer historischer Abriß, der dem Leser den Einstieg in die Thematik erleichtern soll. Daran schließt sich der empirische Teil, in Form einer Anwendung des Konstruktivismus auf die Falkland-Krise an. Im Zentrum soll die Frage stehen, warum die Argentinier sich dazu entschlossen die Inseln zu besetzten und warum die Briten sich zum Gegenschlag durchgerungen haben. Eine Zusammenfassung und ein Ausblick auf den Forschungsstand und die Zukunft, der immer noch andauernden Falklanddiskussion bildet den Abschluß der Arbeit.

2. Die Theorie des Konstruktivismus

Die Disziplin der Internationalen Beziehungen (IB) weist eine Vielzahl von Theorien auf. Im wesentlichen wird die Disziplin aber von zwei Denkschulen geprägt: dem Liberalismus und dem Realismus beziehungsweise in jüngerer Zeit in Form des weiterentwickelten Neoliberalismus und Neorealismus. Im Zuge der rapiden Veränderungen der politischen Weltbühne – dem Ende des Kalten Krieges, hat der Neorealismus einerseits einiges an Erklärungskraft eingebüßt. Der Neoliberalismus andererseits stand vor dem existentiellen Problem, dass internationale Organisationen wie die Nato fortbestanden, obwohl sie ihre funktionale Grundlage verloren hatten (Ulbert 2003: 394-395). Die Erklärungsdefizite der beiden „Mainstream-Theorien“ beflügelten das Aufkommen einer neuen Denkschule, die nun im folgenden in ihren Grundzügen, mit ihrem Hauptvertreter und ihren Kernthesen vorgestellt werden soll: der Konstruktivismus. Alexander Wendt ist einer der bekanntesten, wenn nicht sogar der prominenteste Vertreter des Konstruktivismus . In den nachfolgenden Ausführungen soll er und seine soziale Variante im Fokus stehen. Der Konstruktivismus ist eine strukturelle „Theorie“ der Internationalen Beziehungen (IB), die von folgenden Prämissen ausgeht: „(1) Staaten sind die Hauptakteure im System, (2) die entscheidenden Strukturen im Staatensystem sind eher intersubjektiv als materiell, und (3) Staatsindentitäten und –interessen folgen in der Regel aus diesen Strukturen und sind nicht in erster Linie durch Faktoren außerhalb des Systems, etwa die menschliche Natur oder die Innenpolitik determiniert“ (Wendt 1998: 383), so die Kurzform nach Wendt, doch was bedeutet dies im Klartext? Im Gegensatz zum Neorealismus sind nach Ansicht Wendts die grundlegenden Strukturen des internationalen Systems sozialer und nicht materieller Natur (Wendt 1995: 73). Die sozialen Strukturen des internationalen Systems bestehen einerseits aus intersubjektivem Wissen, andererseits aus materiellen Ressourcen und desweiteren aus Praktiken.

Unter intersubjektivem Wissen versteht Wendt folgendes: „ ... social structures are definied, in part, by shared understandings, expectations, or knowledge. These constitute the actors in a situation and the nature of their relationship, whether cooperative or conflictual. A security dilemma, for example, is a social structure composed of intersubjective understandings in which states are so distrustful that they make worst-case assumptions about each others‘ intentions, and as a result define their interests in self-help terms“ (Wendt 1995:73). Konstruktivisten wie Wendt argumentieren, dass materielle Ressourcen wie Gold oder Nuklearwaffen nur eine Rolle für das Handeln von Akteuren spielen, wenn sie von Bedeutung sind im Rahmen des intersubjektiven Wissens. Das britische Nuklearpotential hatte demzufolge im Kalten Krieg eine andere Relevanz für die USA als das sowjetische (Wendt 1998: 393). Soziale Strukturen finden in Praktiken statt und nicht im Kopf der Akteure; bestes Beispiel hierfür ist der Kalte Krieg.
Identitäten, Präferenzen und Interessen der Akteure sind nicht exogen durch die Struktur des internationalen Systems vorgegeben, sondern „ constructivists treat interests as endogenous to such interaction, as a consequence of indentity acquisition, as lernt through processes of communication, reflection on experience, and role enactment“ (Reus-Smit 2001: 219). Aus dem soeben genannten folgt, „das Akteure und Strukturen einander gegenseitig bedingen, also kodeterminiert sind“ (Ulbert 2003: 399). Wendt bezieht sich an dieser Stelle auf Anthony Giddens´ Strukturierungstheorie , welche besagt, dass Strukturen einerseits konstitutiv für Akteure und deren Interessen sind, andererseits diese Strukturen durch das Handeln der Akteure aufrechterhalten und immer wieder reproduziert werden, desweiteren sind die Strukturen veränderbar (Ulbert 2003: 399).

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