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Das Kyoto-Protokoll. Anliegen, Instrumente und Kritik

Hausarbeit, 2005, 39 Seiten
Autor: Doreen Kubek
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Umweltpolitik

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 39
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 29  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V44968
ISBN (E-Book): 978-3-638-42458-5

Dateigröße: 525 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität Erfurt
Seminar: Weltbevölkerung und nachhaltige Entwicklung

Das Kyoto-Protokoll. Anliegen, Instrumente und Kritik

von: Doreen Kubek

 


INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung  S. 3

2 Klimawandel und Treibhauseffekt  S. 4

2.1 Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt  S. 4
2.2 Auswirkungen und Prognosen  S. 5

3 Das Kyoto-Protokoll  S. 7

3.1 Der Weg nach Kyoto  S. 7
3.2 Inhalte  S. 8
3.3 Instrumente: Flexible Mechanismen  S.10

3.2.1 Emission Bubble (EB)  S.11
3.2.2 Joint Implementation (JI)  S.11
3.2.3 Clean Development Mechanism (CDM)  S.13
3.2.4 International Emission Trading (IET)  S.14

3.4 Kritik und Probleme  S.15

3.4.1 Emissionsreduktionen reichen nicht aus  S.15
3.4.2 Die Problematik der Senken  S.16
3.4.3 Wirtschaft vor Umweltschutz  S.17
3.4.4 Neo-Kolonialisierung  S.18
3.4.5 Das Fehlen der USA  S.20
3.4.6 2012 – und danach?  S.21

4 Zusammenfassung und Bewertung  S.22

Anhang I: Abbildungen  S.26
Anhang II: Annex A und B des Kyoto-Protokolls  S.33

Quellenverzeichnis



 

1 EINLEITUNG

Bereits seit vielen Jahren weisen Forscher auf einen stattfindenden Klimawandel hin, der maßgeblich durch den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt bestimmt wird. Die Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung, bewirkte ein Ansteigen der Durchschnittstemperatur, deren Auswirkungen bereits heute spürbar sind und in den nächsten Jahrzehnten drastische Folgen für die Natur und den Menschen nach sich ziehen können. Jedoch wurde auch festgestellt, dass mit einer Begrenzung und Verringerung des Ausstoßes verschiedener Treibhausgase, die Erderwärmung und der Klimawandel sowie die damit für den Menschen verbundenen Gefahren abgemildert werden können (vgl. IPCC WG I, 2001).

Anfang der 90er Jahre wurde die daraus resultierende globale Aufgabe endlich aufgegriffen und erste Schritte in Richtung einer internationalen Klimapolitik gemacht. Ein Ergebnis dessen war im Jahr 1997 das Kyoto-Protokoll, das bis jetzt als einziger Meilenstein internationaler Klimaschutzpolitik anzusehen ist. Lange war es unsicher, ob es jemals in Kraft treten würde - doch nun ist es soweit: Das Kyoto-Protokoll verpflichtet ab dem 16. Februar 2005 nach jahrelangen zähen Verhandlungen, über 30 Industriestaaten völkerrechtlich verbindlich zur Reduktion ihrer Emissionen. Hinsichtlich dieses Ereignisses, wie man es zweifelsohne nennen muss, stellt sich die Frage, was das Kyoto-Protokoll bedeutet, was es beinhaltet und vor allem wie wirksam es eigentlich sein kann. Dem versucht sich die vorliegende Arbeit zu widmen. Zunächst sollen der natürliche und der anthropogene Treibhauseffekt und daraus folgende Prognosen kurz als Grundlagen dargestellt werden, um die Notwendigkeit aktiver Klimaschutzpolitik zu verdeutlichen. Im Anschluss daran wird das Kyoto-Protokoll in seinen klimapolitischen Zusammenhängen, Inhalten und Instrumenten erläutert und schließlich sollen wesentliche Kritikpunkte angesprochen werden, da die Einbeziehung von Kritik notwendig ist, um eine zusammenfassende Bewertung des Protokolls zu ermöglichen. Da der Rahmen dieser Ausarbeitung in Anbetracht der Fülle des Themas äußerst begrenzt ist, muss angemerkt sein, dass dies nur insgesamt eine kurze Erläuterung sein kann, die Präzisierung bezüglich vieler damit verbundener Themen bedarf. So müssten z.B. erneuerbare Energien, das übergeordnete Ziel der Nachhaltigkeit und politische und institutionelle Gefüge der internationalen Politik näher betrachtet werden. Es ist sicher, dass sich noch tausend Fragen auftun, aber dies kann eine kurze Hausarbeit nicht leisten. Vielmehr soll ein grobes Bild des Kyoto-Protokolls und der Kritik daran gegeben werden.

2 KLIMAWANDEL UND TREIBHAUSEFFEKT

2.1 NATÜRLICHER UND ANTHROPOGENER TREIBHAUSEFFEKT

Mit Beginn der Industrialisierung hat der Ausstoß von so genannten Spurengasen, wie Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O) und Ozon (O3) erheblich zugenommen. Eine Folge dieser Erhöhung wird als anthropogener Treibhauseffekt bezeichnet, welcher heute als wesentlicher Faktor für eine globale Erwärmung betrachtet wird und zum Wandel des Klimasystems beiträgt. Der Klimawandel wird als das größte Umweltproblem des 21. Jahrhunderts wahrgenommen1. Bereits 1896 hatte der schwedische Chemiker Arrhenius die Treibhaus-Hypothese aufgestellt, der zufolge ein Zusammenhang zwischen gestiegenen Emissionen und globalen Temperaturveränderungen angenommen werden konnte (vgl. MITTENDORF 2004, S. 5). Heute werden vielfältige klimatische Änderungen aufgrund des zunehmenden anthropogenen Treibhauseffekts bestätigt. Zwar existieren auch eine Reihe natürlicher Faktoren, die zu einem Ansteigen der Temperatur führen, aber Wissenschaftler sehen es als bewiesen an, dass der anthropogene, durch menschliche Aktivitäten verursachte Treibhauseffekt für die derzeitige Erderwärmung hauptverantwortlich ist (vgl. www.klimabalance.de). Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) untersuchte im Report „Climate Change 2001“ umfassend Ursachen, Auswirkungen und Abschwächungsmöglichkeiten des Klimawandels und fand heraus, dass die weltweite mittlere Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung 0,6°C betrug2. Dies führte z.B. zu Gletscherschmelzen, Erwärmung der Meere und einem Ansteigen des Meeresspiegels um 20cm im letzten Jahrhundert. Des weiteren war die Dekade der 90er innerhalb der letzten 100 Jahre das wärmste Jahrzehnt und 1998 das wärmste Jahr seit 1861 (vgl. IPCC WG I, 2001, S. 2 ff.). Dabei muss gesagt werden, dass Spuren- bzw. Treibhausgase zunächst für einen natürlichen Treibhauseffekt verantwortlich sind, der das Leben auf der Erde erst ermöglicht. Spurengase befinden sich in der unteren Atmosphäre und beeinflussen den Strahlungshaushalt der Erde, indem sie durchlässig für kurzwellige Sonnenstrahlung sind, wiederum langwellige Strahlung, wie Wärmestrahlung aber zum Teil absorbieren und in Richtung der Erdoberfläche zurückstrahlen. Damit wird verhindert, dass die eintreffende Strahlung wieder vollständig an das Weltall abgegeben wird. Die Luft heizt sich so durch einen Wärmestau in der unteren Atmosphäre, wie in einem Treibhaus auf – daher die Bezeichnung „Treibhauseffekt“ (vgl. CUBASCH/ KASANG 2000, S. 37 ff.).

Die Fähigkeit der Treibhausgase, Wärme zu absorbieren, führt zu einer Erwärmung der Erdoberfläche auf 33°C und ermöglicht insgesamt eine Durchschnittstemperatur von milden 15°C. Gäbe es keine derartige Funktion der Treibhausgase, würde die mittlere Erdtemperatur lediglich -18°C betragen und die Entwicklung vielfältigen biologischen Lebens wäre unmöglich (vgl. www.umweltlexikon-online). Der anthropogene Anteil des Treibhauseffektes hingegen verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt durch die zusätzliche Freisetzung klimawirksamer Gase, was durch menschliche Eingriffe in die natürlichen Gleichgewichtsprozesse verursacht wird. Infolgedessen kommt es zu einem weiteren, schnelleren Anstieg der durchschnittlichen Temperatur und zu wachsenden klimatischen Störungen. Kohlendioxid kann dabei als Hauptverursacher des Klimaeffekts angesehen werden.

Insbesondere, so STEFFAN, sei die Nutzung fossiler Energieträger für den steigenden Anteil des Treibhausgases CO2 seit Mitte des letzten Jahrhunderts verantwortlich Zudem resultie rt ein Ansteigen des anthropogenen Treibhauseffekts auch aus zunehmender Vernichtung von Senken, wie z.B. den tropischen Regenwäldern (vgl. STEFFAN 1994, S. 6)3.

2.2 AUSWIRKUNGEN UND PROGNOSEN

Hinsichtlich der Erkenntnisse über die Zunahme des anthropogenen Treibhauseffekts und dessen Auswirkungen auf das globale Klima, werden für die Zukunft unterschiedliche Prognosen getroffen, die im Extremfall von sprunghaften Veränderungen des Klimas bis zu einem chaotischen Verhaltens der Klimaprozesse reichen (vgl. MITTENDORF 2004, S. 7). Das IPCC geht von einer Temperaturzunahme zwischen 1,4°C und 5,8°C in den nächsten 100 Jahren aus 4. Des weiteren wird ein Ansteigen des Meeresspiegels um 9 bis 88 cm erwartet (vgl. IPCC WG I 2001, S. 13 f.). Die verschieden hohen Annahmen richten sich nach den zukünftigen Emissionen klimawirksamer Gase. Es gilt dabei zu berücksichtigen, dass mittlerweile Auswirkungen des anthropogenen Treibhauseffekts und die Notwendigkeit zur Emissionsreduzierung zwar bekannt sind, dem aber eine stetig wachsende Weltbevölkerung mit zunehmendem Energiebedarf gegenübersteht, was effektive Reduktionsmaßnahmen erschwert. Zu dem erwarteten Bevölkerungswachstum bis 2050 variieren Schätzungen der UN zwischen 7 und 15 Milliarden Menschen, die dann auf der Erde leben werden.

[...]


1 siehe Anhang I, Abbildung 1

2 siehe Anhang I, Abbildung 2

3 dazu auch Anhang I, Abbildungen 3 und 4

4 siehe Anhang I, Abbildung 5


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