Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Ina Schröder
Fach: Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Details
Jahr: 2005
Seiten: 31
Note: keine Benotung
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 483 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-42578-0
Textauszug (computergeneriert)
„Laufen, Hüpfen und Springen mit Gymnastikreifen
zur Schulung der Rhythmisierungsfähigkeit“ -
Unterrichtsbesuch in einer 2. Klasse
von: Ina Schröder
INHALT
1 ÜBERLEGUNGEN ZUM INHALT 2
1.1 SACHANALYSE 2
1.2 BEZÜGE ZU DEN LEITGEDANKEN DES BILDUNGSPLANS 2
2 SITUATIONSANALYSE 3
2.1 REFLEXIONEN ZUR LERNGRUPPE 3
2.2 INSTITUTIONELLE VORAUSSETZUNGEN 5
3 DIDAKTISCH – METHODISCHE REFLEXION 5
3.1 DIDAKTISCHE BEGRÜNDUNG DER THEMENAUSWAHL 5
3.2 KOMPETENZEN 6
3.3 DIDAKTISCH – METHODISCHE UMSETZUNG 7
4 UNTERRICHTSVERLAUF 13
5 ANHANG 17
5.1 VERWENDETE LITERATUR 17
5.2 AUFBAUPLAN 18
5.3 „URKUNDE FÜR BESONDERS TOLLES VERHALTEN IM SPORTUNTERRICHT“ 19
1 Überlegungen zum Inhalt
1.1 Sachanalyse
„Die koordinativen Fähigkeiten sind komplexe Leistungsvoraussetzungen, die das Lernen und die Leistungsrealisierung von Bewegungsfertigkeiten ermöglichen und ihre Ausprägung beeinflussen. Ihr Einfluss richtet sich insbesondere auf die Bewegungssteuerungen […]“ (RÖTHIG 1992, 252).
„[Sie] bilden – nach vorherrschender Auffassung – die zentrale Basis für das, was man als motorische Intelligenz, Lernfähigkeit, Begabung oder Talent bezeichnet und werden als generelle, bewegungs- und sportartenübergreifende Leistungsvoraussetzungen angesehen, die das Niveau wesentlicher Vorgänge bei der Steuerung und Regelung menschlicher Willkürbewegungen charakterisieren“ (ROTH 2003, 85).
Auch die Rhythmusfähigkeit oder Rhythmisierungsfähigkeit gehört zu den koordinativen Fähigkeiten und bezeichnet die „Fähigkeit zur zeitlichen Strukturierung von motorischen Fertigkeiten im Bewegungsvollzug […]“ (RÖTHIG u.a. 1992, 384). Sie ist eng mit dem Bewegungserleben verbunden. „Besondere Bedeutung hat die Rhythmisierungsfähigkeit für das Bewegungslernen und beim variierenden und / oder differenzierten Anwenden sportmotorischer Fertigkeiten“ (ebd. 1992, 384). Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass jede Bewegung ihren eigenen Bewegungsrhythmus hat (vgl. KOSEL 1992, 45). „Die Qualität einer Bewegung wächst immer mit dem Erfassen und dem Umsetzenkönnen des Rhythmus einer Bewegung; ein guter Bewegungsrhythmus unterstützt eine größere Bewegungssicherheit“ (ebd. 1992, 45).
1.2 Bezüge zu den Leitgedanken des Bildungsplans
Im Bildungsplan für die Grundschule ist formuliert: „Die im Grundschulalter erworbenen koordinativen Fähigkeiten sind von großer Bedeutung für alle Bewegungshandlungen und für die Bewegungssicherheit, insbesonders im Straßenverkehr. Sicheres Bewegen basiert auf den Zusammenhang von Wahrnehmen, Entscheiden und Handeln, deshalb kommt der Schulung der koordinativen Fähigkeiten und der Wahrnehmung eine besondere Bedeutung zu“ (MINISTERIUM FÜR KULTUS, JUGEND UND SPORT BADEN-WÜRTTEMBERG 2004, 112).
Des Weiteren wird im Bewegungs- und Erfahrungsfeld „Grundformen der Bewegung - Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, mit Materialien, Objekten und Kleingeräten“ folgende zu erreichende Kompetenz aufgeführt: „Die Schülerinnen und Schüler können […] Rhythmen, Klänge, Musik, Sprache, Bilder, Farben und Formen als Bewegungsanlässe annehmen, in Bewegung umsetzen und gestalten“ (MINISTERIUM FÜR KULTUS, JUGEND UND SPORT BADEN-WÜRTTEMBERG 2004, 114).
2 Situationsanalyse
2.1 Reflexionen zur Lerngruppe
Die Klasse XXX der XXX besteht aus insgesamt 27 Schülern, davon sind 14 Kinder Jungen und 13 Kinder Mädchen. Ein Junge – XXX – kann allerdings aus gesundheitlichen Gründen in den nächsten Monaten nicht am Sportunterricht teilnehmen. Daher wird die heutige Stunde mit maximal 26 Schülern durchgeführt.
Die Klasse ist zum größten Teil sportlich sehr motiviert und engagiert. Welche Inhalte ich ihnen im Sportunterricht auch immer anbiete, die meisten der Kinder sind mit Begeisterung und großem sportlicher Elan bei der Sache.
Das Sozialverhalten der Klasse im Sportunterricht ist mit einigen Ausnahmen positiv. So konnte ich in meinen bisherigen Sportstunden noch keinerlei Ausschreitungen gegeneinander beobachten. Eine von mir bestimmte Gruppeneinteilung stellte bis jetzt kein Problem dar. Auch wenn einige Mädchen zunächst anmerken, dass sie lieber mit ihren Freundinnen in einer Gruppe wären und auch einige der Jungen bestimmte Vorlieben haben, was die Zusammenstellung der Gruppe angeht, fügen sich letztendlich doch alle ohne großes „Murren“ der Entscheidung und treiben freudvoll miteinander Sport, unabhängig von der Zusammenstellung der Gruppe.
In der Klasse 2b gibt es jedoch auch einige sozial etwas auffälligere Schüler, die ich an dieser Stelle nennen möchte:
XXX Er kommt aus sozial schwierigen Familienverhältnissen, was sich auch an seinem Verhalten bemerkbar macht. Er ist sehr oft unaufmerksam und folgt Anweisungen meist nur nach mehrmaliger Aufforderung.
XXX Sie ist die leistungsschwächste Schülerin in der Klasse. Ihrer Mutter wurde bereits in Klasse 1 geraten, einen Antrag auf Umschulung in die Förderschule zu stellen, da eine Regelschule dem erheblichen Förderbedarf des Kindes nicht gerecht werden kann. XXX Kurzzeitgedächtnis scheint sowohl im visuellen, als auch im auditiven Bereich sehr schwach ausgebildet zu sein. Sie leidet zudem an einer Seh- und mit großer Wahrscheinlichkeit auch an einer Hörschwäche. So befolgt sie Anweisungen des Lehrers so gut wie nie beim ersten Mal. Man muss ihr oftmals alles noch ein zweites, drittes oder viertes Mal sagen oder zeigen, bevor sie versteht, was sie tun soll. Da ihr Missachten von Anweisungen jedoch nicht mutwillig erfolgt, sondern, wie oben aufgezeigt, andere Gründe hat, versuche ich mich bei ihr mit Ermahnungen zurückzuhalten und ihr stattdessen lieber ein zweites oder drittes Mal zu erklären, was sie tun soll.
XXX Er ist im Unterricht oftmals sehr unruhig und redet meist mit anderen Schülern (v.a. mit XXX), während des Sitzkreises. Ich muss ihn daher oft ermahnen und zu Aufmerksamkeit auffordern. Das Gleiche gilt auch für XXX.. Für den Umgang mit Störungen habe ich im Sportunterricht folgendes Ritual eingeführt: Wer einmal stört, bekommt eine gelbe Karte. Bei der zweiten gelben Karte bekommt der Schüler „gelb-rot“ und muss sich für eine kurze Zeit draußen auf die Bank setzen. Bei schwerwiegend negativem Verhalten gebe ich sofort die rote Karte und derjenige muss draußen auf der Bank eine Auszeit nehmen.
Es gibt jedoch auch eine Belohnungskarte, die grüne Karte. Ein Kind, welches sich sportlich besonders toll verhalten hat – damit ist nicht nur sportliche Leistung gemeint, sondern v.a. auch „Fair Play“ – bekommt eine grüne Karte. Hat ein Kind eine bestimmte Anzahl grüner Karten erhalten (Anzahl und Namen werden in jeder Sportstunde schriftlich festgehalten), bekommt es eine „Urkunde für besonders tolles Verhalten im Sportunterricht“ (siehe Anhang).
Die Karten lasse ich meistens von Schülern verteilen, die am Sportunterricht aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen können und auf der Bank zuschauen müssen. Am Schluss der Stunde dürfen diese dann der ganzen Klasse ein „Feedback“ geben, die Kinder aufzählen, die eine der Karten erhalten haben und die Gründe dafür nennen.
Wie bereits oben angedeutet, nehme ich in der Regel die Schüler, die aus Krankheitsgründen nicht am Sportunterricht teilnehmen dürfen, trotzdem mit in die Halle. Sie sitzen während der Sportstunde am Hallenrand auf einer Bank. Ich versuche sie jedoch immer mit in den Unterricht ein zu beziehen, indem ich ihnen Beobachtungsaufgaben erteile, sie als „Jury“ berufe (rote, gelbe und grüne Karte) oder ihnen Schiedsrichterfunktionen etc. zuteile. Auf diese Weise haben sie trotz ihrer Krankheit auch etwas vom Unterricht und erfüllen ihre Aufgaben meist mit sehr viel Freude und großer Genauigkeit. Was den Leistungsstand der Klasse im Hinblick auf den Inhalt angeht, so war das Thema „Schulung der Rhythmisierungsfähigkeit“ bereits Thema in einer der vorhergehenden Stunden. Hierbei wurden jedoch keine Reifen, sondern Mattenbahnen zur Hilfe genommen. In dieser Stunde wurde ebenfalls der Begriff „Rhythmus“ thematisiert und erklärt, so dass die Begrifflichkeit dem Großteil der Schüler in dieser Stunde bekannt sein sollte.
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: