Afrikanische Sprachen

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Sabine Stellamanns
Fach: Afrikawissenschaften
Veranstaltung: Sprachenvielfalt
Institution/Hochschule: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Germanistik)
Jahr: 2002
Seiten: 21
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 182 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-42644-2
Thema meiner Arbeit ist die Darstellung der Sprachenvielfalt in Afrika, die daraus resultierenden Probleme und die kritische Betrachtung der Sprachpolitik seit der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten. Auf Grundlage der Arbeit von Mechthild Rehe und Bernd Heine erörtere ich die Frage, wie Sprache in Afrika eingesetzt worden ist, um Probleme der nationalstaatlichen Entwicklung zu lösen. Aus dem Kontext ergibt sich, dass eine isolierte linguistische Betrachtung unzureichend wäre...
Textauszug (computergeneriert)
Afrikanische Sprachen
von: Sabine Stellamanns
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Verbreitung der indigenen Sprachgruppen
2.1 Allgemeine Vorstellung 3
2.2 Die hamito -semitische Gruppe 4
2.3 Die Khoisan-Gruppe 5
2.4 Die nilo-saharanische Gruppe 5
2.5 Die Niger-Kongo-Gruppe 6
3. Sprachpolitik
3.1 Denkrichtungen in Europa und Afrika 8
3.2 Allgemeine Entwicklung am Beispiel Togo 10
3.3 Einflussfaktoren der Sprachpolitik 12
3.4 Extreme Formen der Sprachenpolitik an Beispielen 15
4. Zusammenfassende Beobachtungen 16
4.1 Die gegenwärtige sprachpolitische Situation 17
4.2 Der legale Tod der Minderheitensprachen 18
4.3 Leitlinien der Sprachpolitik Afrikas 19
5. Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
Afrika ist der zweitgrößte Kontinent der Erde. Eine große Bandbreite an Klimazonen und Ökosystemen begünstigt einen tierischen und pflanzlichen Artenreichtum, der in dieser Ausprägung in kaum einer anderen Region der Erde zu finden ist. Afrika weist allerdings nicht nur eine große Naturvielfalt auf, sondern eine entsprechende Variationsbreite bezüglich seiner Kulturen und Sprachen. Ca. 675 Millionen Menschen, die mittels über 1.200 verschiedenen Sprachen kommunizieren, leben hier.1 Thema meiner Arbeit ist die Darstellung der Sprachenvielfalt in Afrika, die daraus resultierenden Probleme und die kritische Betrachtung der Sprachpolitik seit der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten. Auf Grundlage der Arbeit von Mechthild Rehe und Bernd Heine2 erörtere ich die Frage, wie Sprache in Afrika eingesetzt worden ist, um Probleme der nationalstaatlichen Entwicklung zu lösen.3 Aus dem Kontext ergibt sich, dass eine isolierte linguistische Betrachtung unzureichend wäre. Die politischen und geschichtlichen Hintergründe müssen aufgenommen werden, um die Zusammenhänge annähernd realistisch darzustellen.
Die Geschichte des Kontinentes ist geprägt von der Ausbeutung und Ausnutzung durch fremde Völker. Politische Veränderungen beeinflussten die jeweilige Sprache, sei es durch die Vermischung von zwei aufeinandertreffenden Sprachen und der Entstehung von Pidginsprachen oder durch sprachpolitische Verordnungen. Eroberungen durch römische, germanische und islamische Armeen in den ersten 1000 Jahren der Zeitrechnung, der Sklavenhandel mit Nord- und Südamerika im 17. Jahrhundert und die systematische Besetzung Afrikas durch europäische Staaten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beeinflussten die Entwicklung der sprachlichen Landschaft in Afrika.
2. Verbreitung der indigenen Sprachfamilien
2.1 Allgemeine Vorstellung
Die Anzahl afrikanischer Sprachen ist enorm. Über 1.200 bis 2.000 verschiedene Sprachen werden auf dem Kontinent gesprochen. Präzisere Angaben sind aus zwei Gründen nicht möglich. Zum einen sind viele der afrikanischen Sprachen noch nicht erforscht, zum anderen erschwert der fließende Übergang zwischen Sprache und Dialekt, der zwei Sprachen miteinander verbindet, eine Grenzziehung. Der Verbreitungsgrad und die Relevanz einzelner Sprachen variieren stark. Swahili und Haussa sind mit über 10 Mio. Sprechern am weitesten verbreitet (abgesehen vom Arabischen, dass über Afrika hinausgeht). Andererseits gibt es auch Sprachen, die nur von wenigen tausend Menschen gesprochen werden.4 Bedingt durch diese Vielfalt ist Afrika ein Kontinent der Verkehrssprachen. Im Norden und Nordosten dient das Arabische als Lingua franca, in Ostafrika das Suaheli und in den ehemaligen Kolonien Englisch oder Französisch.5 Bis auf wenige Ausnahmen sind die afrikanischen Sprachen Tonsprachen. Unterschiede in der Tonhöhe einer einzelnen Silbe geben dem Wort eine andere Bedeutung oder grammatikalische Funktion.6 Die Erforschung der einheimischen Sprachen gestaltet sich schwierig. Zwar wird eine lange Tradition mündlicher Überlieferungen gepflegt, doch in den wenigsten afrikanischen Sprachen gibt es schriftlich festgehaltene Literatur. Ausreichende schriftliche Überlieferungen aus früheren Sprachstufen fehlen, sodass eine genaue genealogische Gliederung der Sprachfamilien problematisch ist.
Dennoch versucht die moderne komparative Linguistik Sprachfamilien in Afrika zu erarbeiten. Sie vergleicht heutige Sprachen anhand ihrer syntaktischen Strukturen und grammatischen Kategorien (wie Sprachen mit Sexus- oder Nominalklassen-Systemen) miteinander. Mit dieser vergleichenden Forschung wird versucht, die Bandbreite der möglichen Laut-, Struktur- und Semantiksysteme der Sprachen der Welt zu entdecken.7 Der amerikanische Linguist und Ethnologe Joseph H. Greenberg überarbeitete frühere Gruppierungen der afrikanischen Sprachen und revidierte sie in seiner Arbeit von 1963 entscheidend. Nach den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden die afrikanischen Sprachen in vier Sprachgruppen eingeteilt. Eine Sprachgruppe bilden mehrere Sprachen, von denen angenommen wird, dass sie einen gemeinsamen Ursprung haben. Eine Gruppe lässt sich in Zweige aufteilen, die aus näher verwandten Sprachen bestehen. Über die Abgrenzung innerhalb eines Zweiges und die Zuordnung einiger Sprachen gibt es grundlegende Meinungsverschiedenheiten. Dies zeigt sich auch in der verwandten Literatur, die mit unterschiedlichen Unterteilungen arbeitet. Folgende Angaben erheben also keinen Wahrheitsanspruch, sie verschaffen einen ordnenden Überblick.
2.2 Die hamito-semitische Gruppe
[...]
1 Vgl. Microsoft Encarta Professional 2002. CD-Rom: Afrika.
2 Mechthild Reh, Bernd Heine: Sprachpolitik in Afrika. Hamburg: Helmut Buske Verlag 1982.
3 Ebd. S.8.
4 Vgl. Microsoft Encarta Professional 2002, CD-Rom: Afrikanische Sprachen.
5 Vgl. D. Chrystal: Die Cambridge Enzyklopädie der Sprachen. 2. A. Cambridge: 1997, S. 314.
6 Vgl. Micosoft Encarta Professional 2002, CD-Rom: Afrikanische Sprachen.
7 Ebd. Stichwort: komparative Linguistik.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: